Tausendgüldenkraut

Dr. Daniela Oesterle

Dr. rer. nat. Daniela Oesterle ist Molekularbiologin, Humangenetikerin sowie ausgebildete Medizinredakteurin. Als freie Journalistin schreibt sie Texte zu Gesundheitsthemen für Experten und Laien und redigiert wissenschaftliche Fachbeiträge von Ärzten in deutscher und englischer Sprache. Für ein renommiertes Verlagshaus verantwortet sie die Publikation zertifizierter Fortbildungen für Mediziner.

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

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Das sehr bitter schmeckende Tausendgüldenkraut ist ein altes Heilmittel bei Verdauungsproblemen und Appetitlosigkeit. Sie wird oft als Tee angewendet. Lesen Sie mehr über die Wirkung und Anwendung von Tausendgüldenkraut!

Tausendgüldenkraut

Welche Heilkraft steckt im Tausendgüldenkraut?

Die oberirdischen Teile vom blühenden Tausendgüldenkraut (Centaurii herba) enthalten unter anderem viele Bitterstoffe. Diese bewirken eine gesteigerte Ausschüttung von Magensaft und Galle. Außerdem wurden appetitsteigernde und verdauungsfördernde Wirkungen für die Heilpflanze nachgewiesen. Daher ist das Tausendgüldenkraut als traditionelles pflanzliches Arzneimittel anerkannt zur Behandlung von:

Die Volksmedizin nutzt das Tausendgüldenkraut zudem bei vielen anderen Erkrankungen und Beschwerden wie zum Beispiel Fieber, Wunden, Harnblasenbeschwerden, Leberleiden, Fettsucht, zur Blutreinigung und als Stärkungsmittel (Tonikum) sowie zur Vorbeugung von Gallenkoliken. Bislang ist eine Wirksamkeit in diesen Bereichen wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.

Wie wird das Tausendgüldenkraut angewendet?

Die getrockneten, oberirdischen Pflanzenteile (Stängel, Blätter, Blüten) können zur Zubereitung von Tee als Heißwasser- oder Kaltwasserauszug verwendet werden:

Für den Heißwasserauszug übergießen Sie einen vollen Teelöffel getrocknetes, geschnittenes Tausendgüldenkraut mit 150 Milliliter kochendem Wasser und seihen die Pflanzenteile nach etwa zehn Minuten ab. Für den Kaltwasserauszug setzen Sie einen gehäuften Teelöffel des Krautes mit einer Tasse kaltem Wasser an, lassen das Ganze sechs bis zehn Stunden unter gelegentlichem Umrühren ziehen, seihen dann ab und erwärmen den Auszug auf Trinktemperatur.

Bei beiden Zubereitungsarten gilt: Sie können zwei- bis dreimal täglich eine Tasse Tausendgüldenkraut-Tee trinken. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei sechs Gramm Arzneidroge. Zur Appetitanregung trinken Sie jeweils eine Tasse eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten, bei Verdauungsbeschwerden hingegen nach dem Essen.

Es gibt auch Tausendgüldenkraut-Tinktur. Wie Sie diese richtig anwenden und dosieren, erfahren Sie aus der jeweiligen Packungsbeilage sowie von Ihrem Arzt oder Apotheker.

Welche Nebenwirkungen kann das Tausendgüldenkraut auslösen?

Für die Anwendung mit Tausendgüldenkraut sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Was Sie bei der Anwendung von Tausendgüldenkraut beachten sollten

Bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren darf Tausendgüldenkraut nicht angewendet werden. 

Alle Pflanzenteile - und auch der daraus hergestellte Tee - schmecken recht bitter.

Zur Anwendung und Dosierung von Tausendgüldenkraut bei Schwangeren, Stillenden und Kindern fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

So erhalten Sie das Tausendgüldenkraut und seine Produkte

Das getrocknete Tausendgüldenkraut und Fertigpräparate auf Basis der Heilpflanze erhalten Sie in Apotheken und manchen Drogerien. Vor der Anwendung lesen Sie bitte die jeweilige Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Wissenswertes über das Tausendgüldenkraut

Das Echte Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) ist eine zweijährige, krautige, recht unscheinbare Pflanze aus der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Sie kommt mit zahlreichen Unterarten in fast ganz Europa sowie in Nordafrika, Nordamerika und im westlichen Asien vor und steht bei uns unter Naturschutz, darf also nicht gesammelt werden.

Im ersten Jahr bildet das Tausendgüldenkraut eine grundständige Blattrosette aus. Im zweiten Jahr wächst der verzweigte Bütenstängel bis etwa 30 Zentimeter in die Höhe. Er trägt kleine Stängelblätter sowie von Juli bis September rosafarbene, fünfzipfelige, röhrige Blüten, angeordnet in Trugdolden. Aus den Blüten entwickeln sich nach der Bestäubung längliche Kapselfrüchte mit zahlreichen, kleinen Samen.

Der Gattungsname Centaurium leitet sich vom griechischen Wort "kentaureion" ab, das übersetzt "zu den Kentauren gehörend" bedeutet. Die Kentauren waren heilkundige Berg- und Waldbewohner. Später wurde der Gattungsname fälschlicherweise auf den lateinischen Begriff "centum aurei" (= 100 Goldstücke) zurückgeführt, weshalb die Pflanze früher auch Hunderguldenkraut genannt wurde. Der Name spielte vermutlich auf die nicht zu bezahlende Heilkraft der Pflanze an. Aus Übertreibung wurde daraus das Tausendgüldenkraut.

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