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Tattoo-Pflege

Tattoos sind nicht nur längst salonfähig geworden, die bunten Körperbilder sind einfach hip. Rund jeder zehnte Deutsche, unter den 18- bis 29-Jährigen sogar jeder Vierte, schmückt sich heute mit einem Tattoo. Pflege und der sorgsame Umgang mit den betroffenen Hautpartien sind wichtig, um Infektionen zu vermeiden und die Freude am bleibenden Körperschmuck dauerhaft zu erhalten. Lesen Sie hier, was Sie über die richtige Tattoo-Pflege wissen sollten.       

Tattoo-PflegeTattoo-PflegeTattoo-Pflege

Warum ist Tattoo-Pflege so wichtig?

Ein Tattoo entsteht, indem feine, in Farbe getauchte Nadeln in die Haut gestochen werden. Viele Studios arbeiten heute mit Tätowiermaschinen. Die Geräte verfügen über mehrere Dutzend Nadeln und kommen auf eine Frequenz von bis zu 10.000 Stichen pro Minute. Klar, dass die Haut bei dieser Prozedur verletzt wird – es entstehen viele kleine Wunden, ähnlich wie bei einer leichten Schürfwunde.

Deshalb benötigt ein Tattoo Pflege. Denn wenn Sie die betroffene Hautpartie nach dem Stechen nicht richtig behandeln, können Bakterien oder Viren in den Körper eindringen und dort Entzündungen und Infektionen auslösen. Außerdem entstehen bei mangelnder Tattoo-Pflege schneller Krusten, wodurch das Risiko der Narbenbildung steigt. Mit unschönen Folgen – das oft lang ersehnte Tattoo ist dann weit entfernt von dem Wunschbild, dass man ursprünglich davon hatte.

Die perfekte Tattoo-Nachsorge

Um das Infektionsrisiko zu senken und möglichst lange Freude an Ihrem dauerhaften Körperschmuck zu haben, sollten Sie einige Pflege-Tipps beachten. Sie beziehen sich auf die Tattoo-Pflege direkt nach der Behandlung, die Tattoo-Pflege in den ersten Tagen mit dem neuen Tattoo und die langfristige Tattoo-Pflege.

Pflegehinweise Tattoo – Tattoo-Pflege direkt nach dem Stechen

Sie haben die Zähne zusammengebissen – nun blicken Sie endlich stolz auf Ihr Tattoo. Heilung steht jetzt ganz oben auf Ihrer Agenda. Damit über die Wunde keine Keime eindringen können, versorgt der Tattoo-Künstler die verletzte Haut mit einer desinfizierenden Salbe. Anschließend deckt er sie mit einer sterilen, luftdurchlässigen Folie oder einem ebensolchen Verband ab.

Diese Abdeckung sollten Sie frühestens nach acht Stunden entfernen. Spätestens dann stellt sich die Frage: Was braucht ein frisches Tattoo? Pflege, Pflege und nochmal Pflege lautet die Antwort. Damit sich keine Krusten bilden, empfehlen Experten die feuchte Wundheilung, also das ständige Feuchthalten der Wunde durch regelmäßiges Reinigen und Cremen.

Für diese Art der Tattoo-Pflege waschen Sie die Wunde mit zuvor gesäuberten und desinfizierten Händen behutsam mit lauwarmem Wasser und parfumfreier Seife. Tupfen Sie sie anschließend mit einem fusselfreien Tuch vorsichtig trocken. Danach tragen Sie zur Tattoo-Pflege eine desinfizierende Wund- und Heilsalbe aus der Apotheke dünn auf die verletzte Haut auf.

Sie können auch eine spezielle Tattoo-Salbe verwenden, die Sie meist im Tattoo-Studio erwerben können. Grundsätzlich sollten Sie eine Creme verwenden, die wenig Fett enthält. Denn zu viel Fett kann die Haut aufweichen und so die Tattoo-Farben verwaschen. Reinigen und desinfizieren sollten Sie anfangs etwa alle drei Stunden, um das Wundwasser regelmäßig zu entfernen und den Heilungsprozess zu fördern.

Pflegehinweise Tattoo – Tattoo-Pflege in den ersten Tagen nach der Behandlung

Ein frisch gestochenes Tattoo benötigt je nach Größe zwischen drei Wochen und bis zu drei Monaten, um vollständig abzuheilen. Damit keine Komplikationen auftreten, ist die richtige Tattoo-Pflege während dieser Zeit sehr wichtig. Waschen Sie die Haut zwei- bis dreimal täglich sanft und desinfizieren Sie die Wunde mit einer Salbe oder Tattoo-Creme.

Bildet sich dennoch eine Kruste oder kommt es zu Rötungen, Schwellungen oder sonstigen Hautirritationen, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Denn möglicherweise hat sich die Wunde trotz intensiver Tattoo-Pflege entzündet und Sie benötigen ein Antibiotikum.

Ansonsten sollten Sie während des Heilungsprozesses folgende Hinweise bei der Tattoo-Pflege beachten:

  • Kratzen Sie auf keinen Fall, auch wenn die Haut während der Heilung juckt. So vermeiden Sie, dass sich Narben bilden.
  • Sorgen Sie dafür, dass weder Staub noch Schmutz in die Wunde gelangen, um eine Infektion zu verhindern.
  • Achten Sie auf fusselfreie Kleidung und tragen Sie eng anliegende Kleidungsstücke und Schmuck nicht direkt auf der betroffenen Hautpartie.
  • Schützen Sie Ihr frisches Tattoo: Sonne und Solarienbesuche sind in der ersten Zeit tabu, denn das UV-Licht reizt die empfindliche Haut.
  • Verzichten Sie auf Saunabesuche und heiße Bäder mit frischem Tattoo, duschen ist dagegen kein Problem.
  • Gift für Ihr Tattoo: Chlorwasser. Deshalb sollten Sie während des Heilungsvorgangs auf Schwimmbadbesuche verzichten.

Pflegehinweise Tattoo – langfristige Tattoo-Pflege

Auch Jahre nach der Tätowierung bleibt die Haut insbesondere gegenüber UV-Strahlung empfindlicher und benötigt deshalb weiter spezielle Tattoo-Pflege. Eindringende Sonnenstrahlen können nicht nur schneller zu einem Sonnenbrand führen, sondern außerdem die Farbpigmente aus der Dermis ziehen.

Dann werden die Tattoo-Konturen mit der Zeit unscharf und die Farben verblassen. Ein Nachstechen ist in solchen Fällen oft der einzige Weg, um das Tattoo wieder aufzufrischen. Besser ist es, die tätowierte Haut von vornherein ausreichend vor der Sonne zu schützen.

Wer seinen Tattoos Sonne zumutet, sollte deshalb eine Sonnencreme mit extra hohem Lichtschutzfaktor wählen. Es gibt auch spezielle Tattoo-Sonnencreme, Experten beurteilen diese Produkte allerdings eher negativ. So hat die Stiftung Warentest einen Tattoo-Sonnenschutz-Stick getestet, der im Vergleich zu herkömmlichen Sonnenschutzmitteln deutlich schlechter abgeschnitten hat.

Für die langfristige Tattoo-Pflege setzen Sie also am besten auf einen guten herkömmlichen Sonnenschutz. Zusätzlich können Sie Ihre bunten Körperbilder täglich mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme pflegen. So bleiben Ihre Tattoos lange gestochen scharf, brillant und geschmeidig. 

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Autor:
Sabine Schrör
Vorlage:
Kathrin Rothfischer
Quellen:
  • Kalfar, H.: Enzyklopädie des Tätowierens, e-book im Selbstverlag, 1. Auflage, 2012.
  • Artikel-Presse, www.artikel-presse.de, Abruf vom 11.10.2016
  • Barmer GEK, www.barmer-gek.de, Abruf vom 11.10.2016
  • Betriebskrankenkasse Pfalz, BKK Pfalz, www.bkkpfalz.de, Abruf vom 11.10.2016
  • Deutscher Verlag für Gesundheit und Ernährung, DVGE, www.wunden.behandeln.de, Abruf vom 11.10.2016
  • Heilpraxisnet, www,heilpraxisnet.de, Abruf vom 11.10.2016
  • Initiative „Safer Tattoo“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, www.safer-tattoo.de, Abruf vom 11.10.2016
  • Stiftung Warentest, StiWa, www.test.de, Abruf vom 11.10.2016
  • Via medici, Onlineportal für Medizinstudenten, www.viamedici.thieme.de, Abruf vom 11.10.2016
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