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Händedesinfektion

Damit man Grippe und Co. nicht ständig zum Opfer fällt, wäscht man sich am besten regelmäßig die Hände. Zusätzlich dazu benutzen manche Menschen gerade in den kalten Jahreszeiten gerne eine Händedesinfektion. Aber schützt das wirklich besser vor Krankheitserregern als Händewaschen alleine? Und wie wendet man die Desinfektionsmittel richtig an? Informieren Sie sich hier über alles zum Thema Händedesinfektion.

HändedesinfektionHändedesinfektionHändedesinfektion

Ist eine Händedesinfektion sinnvoll?

Eine Händedesinfektion. wird für bestimmte Bereiche ausdrücklich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen. Vor allem in Kliniken, Pflegeheimen und Ambulanzen muss das Personal die Hände regelmäßig desinfizieren - man nennt das hygienische Händedesinfektion. Die Händedesinfektionsmittel töten gefährliche Mikroorganismen ab und verhindern, dass diese vom Personal im Krankenhaus verteilt werden. Reines Händewaschen schafft das nicht.

Zusätzlich wird vor Operationen die chirurgische Händedesinfektion durchgeführt. Sie ist noch gründlicher. Dafür desinfiziert der Operateur alles bis hin zum Ellbogen und lässt das Desinfektionsmittel länger einwirken. So reduziert man auch die ständig vorhandenen hauteigenen Bakterien. Das ist wichtig, damit die Wunde des Patienten nicht infiziert wird, falls die Schutzhandschuhe einreißen.

Wann sollte man die Hände desinfizieren?

Es gibt weitere Situationen außerhalb des medizinischen Bereichs, in denen die hygienische Händedesinfektion Sinn macht: Wenn man Kontakt mit besonders vielen Menschen hat, etwa in Massenunterkünften oder in einen Beruf mit viel Kundenumgang.

Bei der Lebensmittelverarbeitung, zum Beispiel in Großkantinen, sollte das Personal sich ebenfalls die Hände desinfizieren. Sonst kann das Essen durch Mikroorganismen verderben. Wenn Sie im Urlaub oder Unterwegs keine Möglichkeit haben sich die Hände zu waschen, ist die Händedesinfektion eine gute Alternative, so das Robert Koch-Institut Berlin.

Händedesinfektion zu Hause?

Auch zu Hause kann die hygienische Händedesinfektion angebracht sein. Beispielsweise, wenn ein Familienmitglied an einer hoch ansteckenden Krankheit leidet. So verhindert man, dass noch mehr Personen krank werden. Gibt es Menschen zu Hause, die ein schwaches Immunsystem haben, hilft die Händedesinfektion diese Person vor eigentlich harmlosen Erregern zu schützen. Zum Beispiel wenn jemand an einer Autoimmunerkrankung leidet oder eine Chemotherapie hinter sich hat. Die Abwehr ist dann durch Medikamente geschwächt und eine Erkältung trifft diese Personen oft wesentlich härter. Gewöhnlich reicht im häuslichen Bereich jedoch richtiges Händewaschen. Es reduziert die Keime auf der Haut ausreichend, um Ansteckungen zu minimieren.

Richtig Hände waschen

Wie Sie sich richtig die Hände waschen, lesen sie hier: Richtig Hände waschen

Richtige Händedesinfektion

Bevor Sie sich selbstständig die Hände desinfizieren sprechen Sie unbedingt mit ihrem Hausarzt. Er kann Ihnen sagen, ob Sie eine hygienische Händedesinfektion benötigen und welches Händedesinfektionsmittel für Sie geeignet ist. Kaufen Sie ein falsch dosiertes Mittel könnten Sie sich verätzen oder das Mittel zu gering dosieren. Achten Sie außerdem darauf, sich nicht unmittelbar vor dem Desinfizieren die Hände zu waschen. Das Wasser weicht die Haut auf und verbessert die Wirkung der Händedesinfektion nicht. Lassen Sie also etwas Zeit dazwischen.

Was vorab zu beachten ist

  • Achten Sie auf das Verfallsdatum: Benutzen Sie keine abgelaufenen Mittel.
  • Achten Sie auf die Wirkung: Nicht jedes Mittel ist beispielsweise gegen alle Viren wirksam.
  • Verwenden Sie nur zertifizierte Mit Ihr Apotheker wird Sie beraten.

Hygienische Händedesinfektion Anleitung

Eine hygienische Händedesinfektion sollte folgendermaßen ablaufen:

  • Ihre Hände müssen vor der Behandlung trocken sein.
  • Nehmen Sie circa drei bis fünf Milliliter Händedesinfektionsmittel. Das entspricht ungefähr dem Volumen einer hohlen Hand.
  • Reiben Sie beide Hände gründlich ab. Eine bestimmte Reihenfolge müssen Sie dabei nicht einhalten.
  • Achten Sie darauf, dass besonders die Fingerspitzen, Nagelfalze, Daumen und Fingerzwischenräume ausreichend benetzt sind und eingerieben werden.
  • Der Hersteller des Mittels gibt eine spezifische Einwirkzeit an. Solange müssen Sie die Hände mit dem Mittel feucht halten. Oftmals liegt die Dauer bei mindestens 30 Sekunden.
  • Spülen Sie das Mittel nicht mit Wasser ab, sondern lassen Sie es komplett einziehen.

Händedesinfektionsmittel

Hauptwirkstoffe in Händedesinfektionsmitteln in Deutschland sind vorrangig die Alkohole Ethanol, Propanol und Isopropanol. Die Konzentrationen liegen dabei etwa zwischen 70 und 95 Prozent. Oftmals werden diese Alkohole kombiniert. Das erhöht die Wirkung. Ihr Vorteil ist, dass sie gut trocknen und gegen sehr viele Mikroorganismen rasch wirken.

Hinzu kommt, dass diese Alkohole für Menschen auf der Haut nicht schädlich sind. Je nach dem um welche Erreger-Gruppe es sich handelt und wie die Zusammensetzung des Mittels ist, ergibt sich die Dauer der Behandlung. Unbehüllte Viren wie Noroviren beispielsweise kann man nur mit längeren Einwirkzeiten im Vergleich zu Bakterien inaktivieren. Gegen welche Mikroorganismen genau ein Händedesinfektionsmittel wirkt, sollten Sie den Herstellerangaben entnehmen und sich vom Apotheker erläutern lassen.

Pflegen Sie die beanspruchten Hände

Muss man ständig auf die Handhygiene achten, ist die Händedesinfektion die Methode der Wahl. Die Alkohole lösen zwar auch Fette aus der Haut, so wie Seifen beim Waschen, allerdings werden diese teilweise wieder in die Haut gebracht, weil man sich die Hände mit dem Mittel einreibt. Beim Waschen hingegen werden die Fette komplett weggespült und die Haut trocknet noch stärker aus. Grundsätzlich ist es sowohl bei der Händedesinfektion als auch beim Händewaschen empfehlenswert, dass man seine Hände ausreichend pflegt, etwa mit rückfettenden Cremes.

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Autor:
Dr. Kathleen Küsel
Quellen:
  • Hübner, N. O.: Maßnahmen zur Händehygiene – Ein Beitrag zum Internationalen Tag der Händehygiene am 5.5., in: Epidemiologisches Bulletin Nr. 17 (2012), Robert Koch-Institut Berlin, S. 143–145
  • Hübner, N. O. et al.: Aspekte der Hautverträglichkeit, des Hautschutzes und der Hautpflege – Ein Beitrag zum Internationalen Tag der Händehygiene, in: Epidemiologisches Bulletin Nr. 18 (2015), Robert Koch-Institut Berlin, S. 149–152
  • Hübner, N. O. et al.: Wirkstoffe der alkoholischen Händedesinfektionsmittel – Ein Beitrag zum Internationalen Tag der Händehygiene, in: Epidemiologisches Bulletin Nr. 17 (2016), Robert Koch-Institut Berlin, S. 143–146
  • Infektionsschutz–Wissen was schützt. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Köln: https://www.infektionsschutz.de (Abruf 27.09.2016)
  • Kramer, A. et al.: Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens, in: Bundesgesundheitsblatt (2016), Ausgabe 9, S. 1189–1220
  • Nationale Kampagne zur Verbesserung der Compliance der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen. Positionspapier zur Einreibemethode der Händedesinfektion: http://www.aktion-sauberehaende.de/ash/ash/ (Abruf: 26.09.2016)
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