E 440: Pektin

Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

Pektin ist der Sammelbegriff für eine Gruppe löslicher Ballaststoffe. Als Lebensmittelzusatzstoff wird dieses Produkt, das aus Pflanzen gewonnen wird, unter der europäischen Zulassungsnummer E 440 geführt.  Genutzt wird es als Geliermittel. Lesen Sie hier mehr über die Eigenschaften von Pektin, wofür es eingesetzt wird und wie es Ihnen sogar beim Abnehmen helfen könnte.

E 440: Pektin

Was ist Pektin?

Pektine sind in der Natur ein Bestandteil von Pflanzen. Sie übernehmen als Gerüstsubstanz zusammen mit Zellulose eine wichtige Stützfunktion, sind also unter anderem Teil der Zellwand und halten das Pflanzengewebe zusammen. Dabei schwankt der Pektingehalt in den Pflanzen, am meisten davon enthalten junge Triebe, die noch nicht verholzt sind. Es kommt auch in Obst und Gemüse vor, etwa Äpfel und Zitronenschale oder Zuckerrüben.

Da die drei genannten sehr viel Pektine enthalten, werden sie von der Industrie verarbeitet. So gewinnt man „künstliches“ Pektin. Vegan ist es auch aus dieser industriellen Fertigung, da es keine tierischen Komponenten enthält.

Chemisch gesehen ist E440 ein langkettiges Kohlenhydrat, das an verschiedenen Stellen mit Methanol verestert ist. Je nachdem wie viele solche Verbindungen es pro Molekül gibt, spricht man von niedrigverestertem (wenige) oder hochverestertem (viele) Pektin. Enthält es darüber hinaus bestimmte Stickstoffgruppen, nennt man es amidiertes Pektin.

Geschätzt wird Pektin, weil es Wasser bindet und so Flüssigkeiten festigt. Niedrigveresterte Pektine entfalten ihre Gelierfähigkeit nur in kaltem Wasser, mit Zucker oder – besonders gut – in einem leicht sauren, calciumhaltigen Milieu (z. B. in Milchprodukten). Hochveresterte gelieren auch ohne Calcium.

Erhältlich ist dieser Zusatzstoff für den Einsatz in der Küche in flüssiger oder Pulverform.

Wo wird Pektin verwendet?

E 440 dient im Lebensmittelbereich als Geliermittel. Pektin in seiner amidierten Form (Amidpektin), bildet bereits mit wenig Zucker stabile Gele, die bei Wärme schmelzen. Deshalb ist Amidpektin besonders für Tortenguss geeignet. Bei Marmeladen und Konfitüren findet sich eher die niedrig- und hochveresterte Variante.

Bindemittel der Wahl ist dieser Zusatzstoff auch für Veganer, da sich mit diesem pflanzlichen Ersatz quasi jede Speise herstellen lässt, für die man sonst Gelatine bräuchte. Außerdem dienen Pektin-Gele als Fettersatzstoffe in fettreduzierten Lebensmitteln.

Unter anderem enthalten diese Produkte E 440:

  • (Milch)Desserts, Puddingpulver
  • Speiseeis
  • Tortenguss
  • Gelierzucker
  • Süßwaren
  • Dauerbackwaren (Lebkuchen, Zwieback etc.)
  • Mayonnaise
  • Ketchup
  • Marmeladen, Konfitüren
  • Soßen
  • fettreduzierte Lebensmittel

Darüber hinaus ist es zugelassen als Trägerstoff für andere Zusatzstoffe und Aromen

Pektin – ist es bedenklich?

Pektin gilt als unbedenklicher Zusatzstoff. Es gibt keine Höchstmengenbeschränkung. Nach dem Prinzip quantum satis darf so viel E 440 eingesetzt werden, wie für die gewünschte Wirkung notwendig ist.

Studien legen sogar eine gewisse gesundheitsfördernde Wirkung dieses Zusatzstoffes nahe. So deutet einiges darauf hin, dass er als wasserbindender Ballaststoff im menschlichen Organismus den Blutzuckerspiegel beim Verzehr langsamer ansteigen lässt, länger satt hält und so beim Abnehmen helfen kann. Außerdem soll Pektin die Cholesterinkonzentration im Blut auf normalem Level halten können. Beides wurde von der European Food Safety Authority (Efsa) bestätigt.

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