Hilfe bei Dreimonatskoliken

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Dreimonatskoliken treten hauptsächlich während der ersten drei Lebensmonate auf: Die Babys schreien viel und heftig und sind phasenweise sehr unruhig. Da die genauen Ursachen hierfür bislang unbekannt sind, ist keine gezielte Behandlung möglich. Es gibt aber einige Tipps, die den Schreibabys helfen können.

Allgemein gilt: Jedes Baby ist anders. So liegt es an Ihnen als Eltern herauszufinden, welche Tipps Ihrem Baby wirklich Linderung verschaffen.

Was sollten Sie beim Füttern beachten?

  • Lassen Sie Ihr Baby nicht zu hastig und schnell trinken. Es schluckt dadurch viel Luft. Das kann Blähungen und Bauchschmerzen verursachen.
  • Manchen Kindern kann eine aufrechte Sitzposition beim Trinken helfen, weniger Luft zu schlucken und öfters aufzustoßen.
  • Das Aufstoßen nach der Mahlzeit oder auch zwischendurch ist wichtig. Es braucht bei manchen Babys etwas Geduld, bis die Luft entweichen kann.
  • Wenn Sie mit der Flasche füttern, verwenden Sie ein kleines Saugerloch. Das Baby braucht zwar länger, um die Flasche zu leeren, schluckt dabei aber nicht so viel Luft.
  • Achten Sie bei der Flaschenzubereitung darauf, dass kein Schaum entsteht. Füttern Sie die Schaumreste aus der Flasche nicht mit.
  • Manchen Babys hilft es, wenn sie öfters kleine Mahlzeiten bekommen.
  • Manchmal kann das Schreien nach der Mahlzeit auch der Ausdruck von Hunger sein. Gerade abends wollen Babys oftmals mehr trinken, um die Nacht über in Ruhe schlafen zu können. Flaschengefütterte Babys haben keine Beschränkung in der Trinkmenge. Notfalls spucken Sie das "Zuviel" nach der Mahlzeit wieder aus. Wenn Sie Ihr Baby stillen, dann denken Sie daran, dass abends natürlicherweise Ihre Milchmenge abnimmt. Legen Sie Ihr Baby öfter an und versuchen Sie, durch mehr Ruhe, weniger körperliche Aktivität tagsüber, gutem und reichlichem Essen und Trinken, Ihre Milchmenge abends zu steigern.

Welche Tipps helfen gestillten Babys?

  • Wenn Sie Ihr Baby stillen, achten Sie darauf, dass das Kind die Brustwarze ganz in den Mund nimmt und in der richtigen Stillposition (Bauch an Bauch) liegt.
  • Gerade sensible Stillkinder reagieren oft empfindlich, wenn die Mutter etwas Bestimmtes gegessen oder getrunken hat (z.B. Orangensaft, Äpfel, Pflaumen, Kohlgemüse, Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Hefebackwaren, Schokolade oder Kaffee). Sie müssen selber herausfinden, worauf Ihr Baby mit Beschwerden reagiert: Verzichten Sie dazu einige Tage lang auf ein bestimmtes Nahrungsmittel oder Getränk, um zu beobachten, ob es Ihrem Stillkind dann besser geht. Wenn nicht, dürfen Sie das betreffende Produkt weiter zu sich nehmen. Versuchen Sie dann, ein anderes Lebensmittel wegzulassen - vielleicht bringt das den gewünschten Erfolg.
  • Rauchen Sie nicht und trinken Sie keinen Alkohol.

Helfen Ihrem Schreibaby all diese Maßnahmen nicht weiter, können Sie in Absprache mit Ihrem Arzt ausprobieren, eine Woche keine Kuhmilchprodukte zu sich zu nehmen. In seltenen Fällen steckt hinter den Koliken Ihres Babys eine Kuhmilcheiweiß-Unverträglichkeit oder -Allergie. Achten Sie auch auf verstecke Kuhmilchzusätze etwa in Form von Milchpulver oder Molke in Soßen, Süßspeisen oder Ähnlichem.

Welches Verhalten hilft Ihrem Baby sonst noch?

  • Vermeiden Sie tagsüber, Ihr Baby zu überreizen. Legen Sie bewusst immer wieder ruhige Tage ein, ohne Hektik, Lärm und große Veränderungen oder Unternehmungen. Sie helfen so Ihrem Baby, abends besser zur Ruhe zu kommen und einzuschlafen.
  • Mit einer Bauchmassage im Uhrzeigersinn und etwas Babyöl oder Windsalbe können Sie helfen, vorhandene Blähungen zu lösen.
  • Sanfte, leise Musik oder Vorsingen während und nach dem Füttern beruhigt.
  • Reagieren Sie immer auf das Schreien in diesen ersten Monaten. Sie verwöhnen Ihr Baby damit nicht. Wenn Ihr Baby schreit, fordert es Ihre Hilfe, Ihre Zuwendung oder Ihr Verständnis. Vielleicht geht es nur um ein bisschen Schmusen. Babys, auf deren Schreien reagiert wird, bekommen das beruhigende Gefühl, dass immer jemand für sie da ist. Es gibt ihnen Stabilität und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Sie müssen Ihr schreiendes Baby aber nicht immer gleich hochnehmen - manchmal genügt es, wenn es Ihre Nähe spürt oder Ihre beruhigende Stimme hört.
  • Schreit Ihr Baby jedoch unaufhörlich, obwohl es gefüttert, trocken und gesund ist, ist es völlig in Ordnung, wenn Sie es auch einmal dem Vater oder einer Freundin überlassen oder wenn Sie es zumindest eine kurze Zeit schreien lassen. Sie müssen auch an sich selber denken und Ihre Nerven schonen. Wenn Sie sich ab und zu eine Pause gönnen, sind Sie wieder ruhiger und geduldiger mit Ihrem Baby.
  • Leben Sie Ihrem Baby eine klare Trennung von Tag und Nacht vor. Es lernt dann, dass es abends keine Ablenkung und kein Spielen mehr gibt und Schlafenszeit ist. Schalten Sie Radio und Fernseher aus, dunkeln Sie die Räume ab und lassen Sie den Tag ausklingen. Wenn der Papa abends nach Hause kommt, sollte vor dem Schlafengehen keine Hektik mehr entstehen.
  • Manchmal hilft es, das Baby herumzutragen, vor allem wenn Sie es mit dem Bauch auf Ihren Unterarm legen oder es hin und her wiegen. Aber lassen Sie sich nicht entmutigen, denn bei vielen Babys ist der Erfolg nur kurzzeitig oder stellt sich gar nicht erst ein. Vermeiden Sie zudem stundenlanges Herumtragen, es hilft Ihnen und Ihrem Baby sicher nicht. Sie können es stattdessen auch in einen federnden Hängekorb oder in den Kinderwagen legen und in den Schlaf wiegen.
  • Achtung: Schütteln Sie Ihr Baby niemals, damit "es wieder zu sich kommt" und zu schreien aufhört. Sie können dem Kind sonst schwere Gehirnblutungen zufügen (Schütteltrauma).

Wie hart diese ersten „Schreimonate“ auch sein mögen: Sie sollten auf jeden Fall daran denken, dass Dreimonatskoliken für das Baby ungefährlich und harmlos sind. Die Zeit arbeitet für Sie und Ihr Baby: Meist enden die Dreimonatskoliken im Alter von drei bis fünf Monaten ganz plötzlich von allein. Vergessen Sie bis dahin nicht, auch auf sich selbst zu achten.

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