Babynahrung: Was Ihr Kind braucht

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Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

Lätzchen

Neugeborene

Muttermilch ist die beste Nahrung für Ihr neugeborenes Baby. Sie ist genau auf die speziellen Bedürfnisse des Säuglings mit seinen noch unreifen Verdauungsorganen abgestimmt. Die Muttermilch ist so zusammengesetzt, dass Stillen in den ersten sechs Monaten völlig für die gesunde Ernährung Ihres Kindes ausreicht. Kann die Mutter nicht stillen, erhalten Babys eine spezielle Säuglingsanfangsnahrung. Für Säuglinge mit einem erhöhten Allergierisiko gibt es hypoallergene Säuglingsnahrung. Bei dieser Nahrung wurden die großen Eiweiße in kleine aufgespalten, da kleine Eiweiße seltener Allergien auslösen.

Grundsätzlich gilt: Je später zugefüttert wird, desto besser für das Kind. Wenn Sie beim Stillen das Gefühl haben, dass Ihr Baby nicht genügend Milch bekommt, stillen Sie häufiger. Sie regen dadurch Ihre Milchproduktion an. Reicht die Menge trotzdem nicht, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Fünftes bis siebtes Monat

Weil die Koordination zwischen Lippen und Zunge noch nicht funktioniert, können Babys in den ersten fünf Monaten nur saugen. Deshalb ist eine Fütterung mit einem Löffel erst nach dem fünften Monat sinnvoll. Prinzipiell ist die Muttermilch aber so zusammengesetzt, dass alleiniges Stillen in den ersten sechs Monaten völlig für die gesunde Ernährung Ihres Kindes ausreicht. Zufüttern ist in dieser Zeit nicht nötig. Allgemein beginnt man mit der Einführung von Beikost zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat. Dazu einige Emfehlungen:

  • Steigen Sie nur schrittweise auf Beikost um: Geben Sie Ihrem Baby als Mittagsmahlzeit zuerst ein paar Teelöffel fein püriertes Gemüse (z.B. Karottenbrei). Stillen Sie es danach wie gewohnt, bis es satt ist.
  • Gewöhnen Sie ihr Baby langsam an die Nahrungsumstellung. Gehen Sie am Anfang vorsichtig vor. Ein bis zwei Teelöffel Brei sind schon genug. Wagen Sie am nächsten Tag einen neuen Versuch.
  • Lassen Sie stets ein paar Tage, am besten eine Woche vergehen, bevor Sie einen neuen Brei ausprobieren. So können Sie sehen, ob Ihr Baby auf bestimmte Nahrungsmittel allergisch reagiert. Wenn das Kind Karotte nicht verträgt, können Sie es mit einem anderen Gemüse (wie Kürbis, Zucchini, Fenchel, Brokkoli oder Blumenkohl) probieren.
  • Es ist auch sinnvoll, das Baby abwechselnd mit verschiedenen Gemüsesorten zu füttern (sobald klar ist, dass es die betreffenden Sorten verträgt).
  • Die verabreichte Gemüsemenge kann langsam auf 100 Gramm gesteigert werden. Weitere Zutaten können Sie dann Schritt für Schritt ergänzen: Geben Sie Ihrem Kind zuerst einen Gemüse-Kartoffelbrei (verfeinert mit etwas Rapsöl). Nach einiger Zeit können Sie auch noch Fleisch dazugeben (mageres Fleisch mit etwas Obstsaft).
  • Für mehr Abwechslung können Sie den Kartoffelanteil auch mal durch Nudeln, Reis oder Getreide ersetzen. Ein- bis zweimal pro Woche sollten Sie Ihrem Kind anstelle von Fleisch Fisch geben, zum Beispiel Lachs.
  • Lassen Sie sich beim Füttern nicht abschrecken, wenn Ihr Baby das Gesicht verzieht und das Essen wieder ausspuckt. Damit drückt es lediglich die Aufnahme eines neuen Geschmacks aus. Diese Reaktionen sind normal und signalisieren nicht unbedingt Unbehagen.
  • Ungefähr am Ende des ersten Monats nach Beginn des Zufütterns sollte die komplette Mittagsmahlzeit auf Beikost umgestellt sein.

Sechstes bis achtes Monat

Nach etwa einem halben Jahr lernt das Baby zu kauen. Ab einem Alter von etwa acht Monaten kann es die Zunge seitwärts im Mund bewegen und auf diese Weise das Essen mit dem Speichel vermischen. Von diesem Zeitpunkt an pürieren Sie die Nahrung nicht mehr ganz so gründlich.

Etwa einen Monat nach der Einführung des ersten Breis können Sie begonnen, nachmittags oder abends die Stillmahlzeit schrittweise durch einen Vollmilch-Getreide-Brei (verfeinert mit Obstsaft oder püriertem Obst) zu ersetzen. Wenn Sie den Brei selber zubereiten, sollten Sie dafür pasteurisierte Milch, ultrahocherhitze Milch, länger frische (ESL) Milch oder H-Milch mit einem Fettanteil von 3,5 Prozent oder aber spezielle Säuglingsmilch verwenden. Sie können auch fertigen Milchbrei kaufen, dann aber bitte solchen, der möglichst wenig Zutaten und keine unnötigen Zusätze (Kakao, Aromen, Mineralstoffe, Vitamine etc. ) enthält. Er wird mit Wasser angerührt (nicht mit Milch!).

Für den Getreideanteil sollten Sie Vollkorngetreideflocken (z.B. Grieß oder feine Haferflocken) verwenden. Der Grieß wird in kochende Milch eingerüht. Die Getreideflocken werden in kalte Milch eingerührt und aufgekocht. Das Ganze wird dann mit Obstmus oder Obstsaft (aus Apfel, Birne, Banane, Pfirsich, Nektarine etc.) verfeinert.

Wichtig: Gewöhnen Sie Ihr Baby nach und nach an neue Lebensmittel.

Siebtes bis neuntes Monat

Etwa einen Monat nach Einführung des zweiten Breis können Sie Ihr Baby mit einem milchfreien Getreide-Obst-Brei bekannt machen. Er wird oft als Nachmittagsmahlzeit eingeführt. Als Getreide verwendet man feine Getreideflocken oder Gries verwendet. Beides wird einige Minuten in Wasser gekocht (wobei Getreideflocken in kaltes Wasser eingrührt und dann aufgekocht werden, während man Gries direkt in kochendes Waser einrührt). Der Getreidebrei wird mit frischem Obst (z.B. Apfel, Birne oder Banane) vermengt, das man zuvor zerdrückt, fein geschnitten oder püriert hat. Alternativ können Sie auch Tiefkühlobst oder Obstgläschen (ohne Zuckerzusatz) verwenden. Am Schluss mischt man noch etwas Rapsöl unter.

Achter bis zwölfter Monat

Die Verdauungsfunktion Ihres Kindes ist nun vollständig ausgebildet. Ihr Baby kann jetzt im Hochstühlchen am Tisch sitzen und gelegentlich schon bei den Erwachsnen mitessen. Stark gesalzene oder gewürzte Speisen sind jedoch tabu. Abhängig von der Anzahl der vorhandenen Zähne braucht sein Essen höchstens noch grob mit der Gabel zerdrückt oder in kleine Stücke geschnitten zu werden.

  • Üben Sie mit Ihrem Kind das Kauen und Herunterschlucken von größeren Stückchen. Dies ist wichtig für die Entwicklung der Motorik des Mundes und damit auch der Sprache. Aus motorischer Sicht kann ein Kind in diesem Alter sowohl mit einer Tasse als auch mit einem Löffel umgehen.
  • Verzichten Sie auf Fertiggerichte, die nicht speziell für Kleinkinder vorgesehen sind. Sie enthalten zu viel Salz, Zucker und Zusatzstoffe.
  • Verzichten Sie auf kalorienreduzierte Lebensmittel. Die Fette, die es für eine gesunde Entwicklung braucht, sind in Magermilch oder Magermilchprodukte nicht enthalten.
  • Süßigkeiten und gesüßte Speisen sind schlecht für die Zähne Ihres Babys. Brei oder Grütze können Sie zum Beispiel mit Apfelmus süßen.
  • Versuchen Sie von nun an, möglichst viele Lebensmittel zu verwenden. Ihr Kind ernährt sich auf diese Art ausgewogen und abwechslungsreich.
  • Ganze Nüsse und andere Lebensmittel, die leicht verschluckt werden können, sollte Sie bis zum 4. Lebensjahr vermeiden.

Warum Vitamine wichtig sind

Ärzte empfehlen die Zugabe von Vitamin D für Kinder ab dem Ende der ersten Lebenswoche bis zum Ende des 1. Lebensjahres. In diesem Altersabschnitt brauchen die Kleinen nämlich eine erhöhte Vitamin-D-Menge für ein gesundes Knochenwachstum. Eventuell kann man auch Kindern im 2. Lebensjahr während der Wintermonate noch täglich Vitamin D verabreichen (im Winter ist die Sonne zu schwach, als dass der Körper ausreichend selbst Vitamin D produzieren kann).

Eine Eisenzufuhr ist bei ausgewogen ernährten Kindern in der Regel nicht nötig. Eisen ist vor allem in Fleisch und Eidotter enthalten.

Zur Vorbeugung von Karies empfehlen Kinder- und Jugendärzte, Kindern in den ersten Lebensjahren täglich eine Fluorid-Tablette zu geben - bis die Kleinen ausreichend Fluorid durch fluoridangereichertes Speisesalz und die Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasta erhalten.

Verzichten Sie im ersten Jahr vollständig auf Honig. Er enthält bisweilen Botulinum-Bakterien, mit denen die Immunabwehr des Babys nicht fertig wird. Diese Bakterien sind sehr hitzeresistent. Eine Botulinum-Infektion führt zu Lähmungen. Ist die Atemmuskulatur betroffene, endet die Infektion meist tödlich.

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