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Tonsillen

Die Tonsillen sind die Mandeln in der Mundhöhle und im Rachen, von denen es mehrere verschiedene gibt. Im engeren Sinne steht der Begriff meist für die Gaumenmandeln (Tonsilla palatina), die beidseits hinter dem Gaumenbogen sitzen und bei weit geöffnetem Mund sichtbar sind. Die Mandeln sind ein Teil des lymphatischen oder Waldeyerschen Rachenrings, der für die lokale Immunabwehr zuständig ist. Lesen Sie alles Wichtige über die Tonsillen!

Was sind die Tonsillen?

Die Tonsillen (Mandeln) sind ein Teil der körpereigenen Immunabwehr – sozusagen die ersten „Wächter“ über all das, was eingeatmet oder an Nahrung zugeführt wird. Es zählen dazu:

  • Gaumenmandel (Tonsilla palatina)
  • Zungenmandel (Tonsilla lingualis)
  • Rachenmandel (Tonsilla pharyngealis) – bei Kindern umgangssprachlich „Polypen“ genannt
  • Tubenmandel oder „Seitenstrang“ (Tonsilla tubaria)

Gaumen- und Tubenmandeln liegen paarig vor, Zungen- und Rachenmandel unpaarig. Alle zusammen bilden den lymphatischen Rachenring (Waldeyerschen Rachenring).

Wenn umgangssprachlich von Mandeln oder Mandelentzündung gesprochen wird, bezieht sich dies meist auf die Gaumenmandeln – die stark zerfurchten Gewebsinseln hinter dem Gaumenbogen.

Welche Funktion haben die Tonsillen?

Die Aufgabe der Tonsillen ist die lokale Immunabwehr, weshalb sie sehr viele weiße Blutkörperchen (Leukozyten und Lymphozyten) enthalten. Wenn mit der Nahrung oder Atemluft Viren, Bakterien oder Pilze in den Rachen gelangen, werden sie von den Mandeln nach Möglichkeit eliminiert. Falls Keime eindringen, wird das restliche Immunsystem alarmiert, damit es den Kampf gegen die Eindringlinge aufnimmt.

Außerdem sind die Mandeln in der Lage, sich Krankheitskeime zu „merken“ und tragen so zum immunologischen Gedächtnis bei. Dessen Aufbau erfolgt in der frühen Kindheit und ist mit zirka sechs Jahren abgeschlossen. Deshalb ist es nicht ratsam, die Gaumenmandeln vor diesem Alter operativ zu entfernen, auch wenn sie häufiger entzündet sind. Ist das immunologische Gedächtnis aber erst einmal aufgebaut, dann sind die Tonsillen nicht mehr von großer Bedeutung und können problemlos entfernt oder gekappt werden.         

Wo befinden sich die Tonsillen?

Die Gaumenmandeln sitzen im sogenannten Mundrachen (Oro- oder Mesopharynx), dem mittleren Teil des Rachens, auf beiden Seiten des Gaumens hinter dem Gaumenbogen. Bei weit geöffnetem Mund sind sie meist sichtbar. Ebenfalls im Mundrachen sind die Zungenmandeln lokalisiert.

Im oberen Rachenabschnitt (Nasenrachen) finden sich die Rachenmandel und an den Seitenwänden die Seitenstränge (Tubenmandeln).                      

Welche Probleme können die Tonsillen verursachen?

Akute und chronische Mandelentzündungen (Tonsillitis acuta oder chronica) bezeichnen Entzündungen der Gaumenmandeln. Sie treten eigenständig oder als Begleiterscheinung von grippalen Infekten auf und sind recht schmerzhaft. Außerdem kann eine Mandelentzündung zu Abszessen im umliegenden Gewebe führen (Peritonsillarabszess).

Keime, die sich ausgehend von entzündeten Tonsillen über die Blutbahn weiter verbreiten, sind oft für eine Mittelohrentzündung (Otitis media) verantwortlich. Sie können aber auch die Herzklappen besiedeln und zu einer Herzklappeninsuffizienz (Herzschwäche) führen. Wenn jemand öfter als vier- bis sechsmal im Jahr (Kinder über sechs Jahre) beziehungsweise öfter als dreimal im Jahr (Erwachsene) an einer Mandelentzündung erkrankt, sollten die Tonsillen operativ entfernt werden (Tonsillektomie).             

Die Rachenmandel ist oftmals stark vergrößert; umgangssprachlich spricht man dann von „Polypen“. Sie dürfen nicht mit Nasenpolypen verwechselt werden.

Eine bakterielle Entzündung der Tubenmandeln (Seitenstränge) wird Seitenstrang-Angina genannt. Auch die Rachenmandel und die Zungengrund-Tonsillen können sich entzünden.           

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Autor:
Eva Rudolf-Müller
Quellen:
  • Boenninghaus, H.-G. & Lenarz, T.: HNO, Springer-Verlag, 11. Auflage, 2005
  • Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde, Springer-Verlag, 2009
  • Online-Informationen des Deutschen Berufsverbands Deutscher der HNO-Ärzte e.V.: www.hno-aerzte-im-netz.de (Abruf: 07.03.2016)
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