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Speiseröhre

Die Speiseröhre (lat. Ösophagus, altdeutsch Schluckdarm) ist die etwa 25 Zentimeter lange, schlauchförmige Verbindung vom Rachen zum Magen. Sie hat die Aufgabe, Nahrung und Flüssigkeiten aktiv in den Magen zu befördern. Lesen Sie alles Wichtige über Aufbau und Funktion der Speiseröhre und mögliche Gesundheitsprobleme in diesem Bereich!

Was ist die Speiseröhre?

Die Speiseröhre (Ösophagus) ist ein dehnbarer Muskelschlauch, der den Rachenraum mit dem Magen verbindet. In erster Linie gewährleistet der Ösophagus den Transport von Nahrung und Flüssigkeiten durch den Hals- und Brustraum in den Bauchraum.

Im Inneren findet sich eine Schleimhaut (Mucosa) als Auskleidung der Speiseröhre. Funktion dieser Schleimhaut ist der mechanische Schutz vor Verletzungen. Die Mucosa wird durch lockeres Bindegewebe (Submucosa) mit der umgebenden Muskelschicht verbunden. Die Muskelschicht besteht aus Ring- und Längsmuskulatur und ist für die wellenförmigen Kontraktionen verantwortlich, die die Nahrung durch den Ösophagus befördern.

Eine äußere, bindegewebige Verschiebeschicht gewährleistet die Beweglichkeit der Speiseröhre im Brustraum beim Schlucken. Blutgefäße, Lymphgefäße sowie Nervenbahnen finden sich in dieser Verschiebeschicht. Das lockere Bindegewebe unter der Schleimhaut ist von einem ausgedehnten Venengeflecht durchzogen.

Dieser anatomische Aufbau der Speiseröhre erlaubt eine Dehnung des inneren Querschnitts auf drei bis vier Zentimeter. So kann sich der Ösophagus der Form und Beschaffenheit verschluckter Nahrung gut anpassen. Da aber im Verlauf drei Engstellen (Ringknorpelenge am Kehlkopf, Aortenenge und Zwerchfellenge) auftreten, ist es nicht möglich, unzureichend zerkaute Nahrung oder größere Gegenstände zu schlucken. Diese können sich an den Engstellen den Ösophagus festsetzen und diesen blockieren.

Welche Funktion hat die Speiseröhre?

Die Hauptfunktion des Ösophagus ist der Transport von Nahrung und Flüssigkeiten vom Rachenraum in den Magen. Der von der Speiseröhre produzierte Schleim macht dabei die Nahrung noch gleitfähiger, sodass sie reibungslos in den Magen rutschen kann.

Die Innenwände der Speiseröhre liegen im Ruhezustand nahezu vollständig aneinander. Dafür sorgt ein Geflecht von Venen, das unter der Schleimhaut liegt. Am oberen und unteren Ende der Speiseröhre finden sich Schließmuskeln (Ösophagussphinkter). Während des Schluckaktes erschlafft der obere Schließmuskel und die Nahrung kann in die Speiseröhre gelangen. Durch unwillkürliche, wellenförmige Muskelkontraktionen von oben nach unten wird der Speisebrei durch die Speiseröhre transportiert. Erreicht diese sogenannte peristaltische Welle den unteren Schließmuskel, öffnet sich dieser reflektorisch und die Nahrung gelangt in den Magen.

Der obere Schließmuskel sorgt im Zusammenspiel mit den Verschlussmechanismen des Kehlkopfs dafür, dass beim Schlucken keine Nahrungsbestandteile oder Fremdkörper eingeatmet werden (Aspiration). Dank des unteren Schließmuskels fließt kein saurer Mageninhalt zurück in die Speiseröhre. Dies würde sonst die Schleimhaut des Ösophagus schädigen. Durch dieses Zusammenspiel der Muskulatur funktioniert der Schluckvorgang in gewissem Maß auch gegen die Schwerkraft.

Wo befindet sich die Speiseröhre?

Die Speiseröhre beginnt hinter dem Kehlkopf auf Höhe des sechsten bis siebten Halswirbels. Sie läuft hinter dem Herzbeutel durch den Brustraum, tritt durch das Zwerchfell und mündet etwa auf Höhe des elften Brustwirbels in den Magen. Im Halsabschnitt (Pars cervicalis) liegt die Speiseröhre zwischen Luftröhre und Wirbelsäule. Der Brustabschnitt (Pars thoracica) verläuft durch die Brusthöhle und hat direkten Kontakt zur Hauptschlagader sowie zum linken Hauptbronchus. Für eine kurze Strecke schmiegt sich die Speiseröhre von hinten dem linken Vorhof des Herzens an.

Mit dem Durchtritt durch das Zwerchfell verlässt der Ösophagus die Brusthöhle und tritt in den Bauchraum ein. Der Bauchabschnitt (Pars abdominalis) ist kurz: Drei Zentimeter unterhalb des Zwerchfells endet die Speiseröhre. Sie geht im Bereich des Magenmundes (Kardia) in den Magen über.

Welche Probleme kann die Speiseröhre verursachen?

Die häufigsten Erkrankungen im Bereich des Ösophagus sind auf ein Zurückfließen  sauren Magensaftes in die Speiseröhre (gastroösophagealer Reflux) zurückzuführen. Typische Symptome sind Sodbrennen, Aufstoßen, Mundgeruch bis hin zu Druckgefühl in der Brust. Geschieht der Rückfluss chronisch, spricht man von der Refluxkrankheit. Durch die Reizung kann es zu Entzündungen (Ösophagitis) und Geschwüren (Erosionen) kommen. Ursache ist hier meist, dass der untere Ösophagussphinkter die Speiseröhre nicht vollständig gegenüber dem Magen abschließt.

Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) findet sich am häufigsten an den physiologischen Engstellen der Speiseröhre. Als Folge schwerer Leberkrankheiten können sich Ösophagusvarizen bilden. Diese krankhaft erweiterten Venen können reißen und starke, mitunter lebensbedrohliche, Blutungen verursachen.

Muskuläre Schwachstellen, etwa unterhalb des Schlundbereichs, aber auch im weiteren Verlauf des Ösophagus, können zu Ausstülpungen (Divertikeln) führen, in denen sich Speisebrei festsetzen und Infektionen auslösen kann. Beschwerden durch Bewegungsstörungen der Speiseröhre, durch die die Schluckbewegung nicht mehr synchron ausgeführt wird, nennt man Achalasie.

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Autor:
Dr. med. Manuela Mai
Quellen:
  • Lippert, H.: Lehrbuch Anatomie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 8. Auflage, 2011
  • Online-Informationen des Bundesverbands Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de (Abrufdatum 10.06.2016)
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