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Schultergelenk

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk in unserem Körper. Der Preis für diese große Beweglichkeit ist, dass das Kugelgelenk nicht so stabil ist wie andere Gelenke im Körper. Trotz mehrere Muskeln und Bänder zur Stabilisierung endet daher ein Sturz auf die Schulter nicht selten mit einem ausgekugelten Gelenk. Lesen Sie hier alles Wichtige über das Schultergelenk!

Was ist das Schultergelenk?

Das Schultergelenk (Articulatio humeri, Humeroskapulargelenk) bildet zusammen mit Schulternebengelenken, Schlüsselbein (Klavikula), Schulterblatt (Skapula) sowie Muskeln, Sehnen, Bändern und Schleimbeuteln die Schulter. Es ist die Verbindungsstelle von Oberarm (Humerus) und Schulterblatt. Genau genommen treffen an dieser Stelle der Kopf des Oberarms und die längliche, konkave Gelenkpfanne der Skapula aufeinander. Die Gelenkpfanne ist mit Knorpel überzogen, der am Außenrand eine wulstige Umrandung bildet (Labrum glenoidale). Diese Knorpellippe sorgt dafür, dass der relativ große Gelenkkopf des Oberarms stabiler in der deutlich kleineren und recht flachen Gelenkpfanne liegen kann. Das Gelenk wird von einer relativ dünnen Gelenkkapsel umschlossen.

Muskeln

Beim Schultergelenk spricht man auch von einem muskelgesicherten Gelenk, da es – anders als das durch starke Bänder stabilisierte Kniegelenk – vorwiegend von zahlreichen Muskeln gehalten wird. Zur Schultermuskulatur gehört vor allem die Rotatorenmanschette – eine Gruppe aus vier Muskeln und ihren Sehnen, die am Schulterblatt entspringen, wie eine Manschette das Schultergelenk umschließen und am Kopf des Oberarmknochens ansetzen. Ein weiterer wichtiger Muskel des Schultergelenks ist der am Schaft des Oberarmknochens sitzende lange Kopf des Bizepsmuskels (Musculus biceps brachii).

Bänder

Zusätzlich zu diesen Muskeln unterstützen einige Bänder und Sehnen, die vom Oberarmkopf zum Schulterblatt ziehen, den Bewegungsablauf. Eine wichtige Rolle spielen hier vor allem drei Bandstrukturen an der Vorderseite (Ligamentum glenohumeralia superius, mediale und inferius) sowie ein Band im oberen Bereich (Ligamentum coracohumerale).

Schleimbeutel

Rund um das Schultergelenk sind einige Schleimbeutel positioniert. Als Puffer verhindern sie, dass beim Bewegen der Arme Knochen auf Knochen reibt. Insbesondere der Schleimbeutel unter dem Schultergelenksdach (Bursa subacromialis) und jener zwischen Deltamuskel und Schultergelenk (Bursa subdeltoidea) werden beansprucht.

Welche Funktion hat das Schultergelenk?

Das Schultergelenk verbindet den Arm mit dem Rumpf. Weil das Kugelgelenk so beweglich ist, kann der Arm in alle Richtungen gedreht werden: Er lässt sich nach vorne und nach hinten schwingen (Ante- und Retroversion), abspreizen und heranführen (Abduktion und Adduktion) sowie nach innen und außen drehen (Innen- und Außenrotation). Notwendig für diesen großen Bewegungsumfang sind auch die beiden benachbarten Gelenke: das Sternoklavikulargelenk (Gelenkverbindung zwischen Brustbein und Schlüsselbein) und das Akromioklavikulargelenk (Gelenkverbindung zwischen Schulterblatt und Schlüsselbein). Sie sind wichtige Ansatzstellen für die Schultermuskulatur.

Wo befindet sich das Schultergelenk?

Das Schultergelenk ist die Verbindungsstelle von Oberarmknochen (Humerus) und Schulterblatt.

Welche Probleme kann das Schultergelenk verursachen?

Wenn die Schulter schmerzt, liegt das oftmals nicht am Gelenk selbst, sondern an einem der Nebengelenke, an einem Schleimbeutel oder an den beteiligten Bändern und Muskeln. Auch die Gelenkkapsel kann Beschwerden auslösen.

Gewalteinwirkung (wie ein Sturz oder Verkehrsunfall) kann zum Beispiel zu Prellungen, Zerrungen, Band- oder Kapselriss im Schulterbereich führen. Außerdem kann das Schultergelenk auskugeln, beteiligte Knochen können brechen (Schulterfraktur). Wenn die Knorpellippe an der Gelenkpfanne abreißt, sprechen Mediziner vor einer Bankart-Läsion.

Beschwerden im Bereich des Schultergelenks können auch von Entzündungen herrühren, etwa einer Schleimbeutelentzündung (Bursitis), Sehnenscheidenentzündung (Tendosynovitis), Gelenkentzündung (wie bei Rheuma oder Gicht) oder einer Entzündung der Gelenkschleimhaut (Synovitis).

Weitere wichtige Erkrankungen, die das Schultergelenk betreffen, sind zum Beispiel:

Angeborene Fehlbildungen (Anomalien) oder Fehlstellungen können sich negativ auf die Funktion des Schultergelenks auswirken. 

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Autor:
Dr. Nicole Wendler
Vorlage:
Dr. med. Hanna Mustermann
Quellen:
  • Aumüller, G.: Duale Reihe: Anatomie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014
  • Lippert, H.: Lehrbuch Anatomie, Urban & Fischer, 6. überarbeitete Auflage, 2003
  • Platzer, W.: Taschenatlas der Anatomie, Band 1: Bewegungsapparat, Georg Thieme Verlag, 11. Auflage, 2013
  • Schünke, M.: Topografie und Funktion des Bewegungssystems: Funktionelle Anatomie, Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2014
  • Anderhuber F. et al.: Waldeyer - Anatomie des Menschen: Lehrbuch und Atlas in einem Band, Walter de Gruyter Verlag, 19. Auflage, 2012
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