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Schamlippen

Die Schamlippen (Labien) sind neben dem Venushügel (Mons pubis) die Grenze des äußeren Genitales der Frau. Es gibt die äußeren großen Schamlippen und die innen liegenden kleinen Schamlippen. Sie schützen den Eingang zur Vagina und sind eine wichtige erogene Zone. Lesen Sie alles Wichtige über die Schamlippen: Aufbau, Funktion sowie kosmetische und medizinische Probleme!

Was sind die Schamlippen?

Die Schamlippen begrenzen und umschließen den äußeren Bereich der weiblichen Genitalregion, die Schamspalte. Von außen betrachtet sind bei manchen Frauen nur die großen Schamlippen (Labia majora) zu erkennen, weil sie die innen liegenden kleinen Schamlippen (Labia minora) bedecken. Es gibt aber auch viele Frauen, bei denen Labia minora zwischen den äußeren Labia majora mehr oder weniger herausragen.

Bei vergrößerten Schamlippen spricht man von Labienhypertrophie. Für manche Frauen sind sie ein kosmetisches Problem, das sie operativ beheben lassen.

Die großen Schamlippen

Die großen Schamlippen (Labia majora) sind Hautfalten, die Fett, Bindegewebe, Talg- und Schweißdrüsen, glatte Muskulatur, Nerven und Gefäße enthalten. An der Außenfläche sind die Labia majora behaart, die Haut ist trocken und pigmentiert. Zur Innenseite hin verlieren sich die Haare sowie die Talg- und Schweißdrüsen. Die Haut auf der Innenseite gleicht mehr einer Schleimhaut – sie ist gerötet, weicher und feuchter.

Nach hinten, gegen den Damm hin, flachen die großen Schamlippen ab und gehen dann bogenförmig ineinander über (Commissura labiorum posterior). Direkt vor dieser Kommissur liegt noch eine dünne Hautfalte, das Frenulum labiorum.

Die von den Labia majora umschlossene Schamspalte ist bei Frauen, die noch kein Kind geboren haben, im Allgemeinen geschlossen. Bei Frauen, die bereits geboren haben, ist sie leicht geöffnet. Nach mehreren Geburten kann die Schamspalte sogar weit auseinander klaffen.

Zwischen den vorderen Anteilen der Labia majora liegt die Klitoris, der Kitzler. Von der Unterseite der Klitoris ziehen feine Hautfalten zu den kleinen Schamlippen (Labia minora).

Die kleinen Schamlippen

Die Labia minora sind Hautfalten, die ebenfalls aus Bindegewebe aufgebaut sind, das reichlich Nerven, elastische Fasern, arterielle Gefäße und Venengeflechte besitzt. Die Venengeflechte, die unter den Labia minora liegen, stellen ein Schwellkörpersystem dar. Bei sexueller Erregung füllen sie sich mit Blut.

Die Labia minora enthalten keine Fettdrüsen, aber zahlreiche Talgdrüsen. Sie sind eigentlich wie die äußere Haut gebildet, gleichen aber – soweit sie innerhalb der Schamspalte liegen, einer Schleimhaut. Die Außenseite der Labia minora ist von verhorntem Plattenepithel überzogen, die Innenseite von unverhorntem Plattenepithel.

Welche Funktion haben die Schamlippen?

Die Labia majora bilden einen Verschluss der Scheide nach außen hin. Sie schützen den Bereich vor Austrocknung und dem Eindringen von Fremdkörpern und Krankheitserregern. Die Fettpolster, die sich in den Labia majora befinden, bieten zudem einen mechanischen Schutz.

Die Labia minora bilden die seitliche Begrenzung des Scheidenvorhofs. Sie umschließen den Scheideneingang und die Klitoris. Bei sexueller Erregung schwellen sie an.

Wo befinden sich die Schamlippen?

Sie befinden sich im äußeren Bereich des weiblichen Genitales. Die Labia majora sind ein Teil der Vulva, sie umschließen die Schamspalte. Die Labia minora liegen innerhalb der großen Schamlippen und sind meist von diesen bedeckt, können aber auch aus der Schamspalte heraushängen. Sie umgeben den Scheidenvorhof.

Welche Probleme können die Schamlippen verursachen?

Wenn es unter der Geburt zu einem Dammriss kommt, sind oft die Labien mit betroffen – sie reißen ein. Beim Verheilen der Wundränder kann es zu einem Zusammenheften kommen.

Manche Mädchen kommen mit verwachsenen Schamlippen zur Welt. Dann ist eine Operation notwendig.

Im Bereich der Schamlippen sind Entzündungen, Abszesse, Furunkel und Karbunkel möglich. So ist etwa die Bartholinitis eine bakterielle Entzündung des Ausführungsganges einer der Bartholin-Drüsen. Sie sitzen unterhalb der großen Schamlippen und scheiden bei sexueller Erregung Schleim ab. Eine Entzündung der äußeren Schamteile wird Vulvitis genannt.

Im Bereich der großen und kleinen Schamlippen können sich gutartige und bösartige Tumoren entwickeln sowie Metastasen, die von Tumoren in anderen Körperregionen ausgehen.

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Autor:
Eva Rudolf-Müller
Quellen:
  • Kirsch, J. et al.: Taschenlehrbuch Anatomie, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2010
  • Waldeyer, A.: Anatomie des Menschen, Walter de Gruyter Verlag, 17. Auflage, 2002
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, Walter dDe Gruyter Verlag, 262. Auflage, 2002
  • Haag, P. et al.: Gynäkologie und Urologie, Medizinische Verlags- und Informationsdienste, 3. Auflage, 2007/08
  • Weyerstahl, T. & Stauber, M.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2013
  • Online-Informationen des Berufsverbands der Frauenärzte e.V.: www.frauenaerzte-im-netz.de (Abruf: 31.05.2017)
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