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Felsenbein

Das Felsenbein oder die Felsenbeinpyramide (Pars petrosa) ist ein Teil des Schläfenbeins (Os  temporale). In ihm befindet sich das Innenohr mit dem Gleichgewichtsorgan und der Hörschnecke. Hier liegen auch zahlreiche Öffnungen für den Durchtritt von Nerven ins Gehirn sowie Furchen, in denen Nerven und Gefäße verlaufen (wie der Gesichtsnerv = Nervus facialis). Lesen Sie hier alles Wichtige über das Felsenbein: Aufbau, Lage, Funktion und wichtige Gesundheitsprobleme!

Was ist das Felsenbein?

Das Felsenbein, Pars petrosa, ist einer von drei Knochen, aus denen das Schläfenbein besteht. Die beiden anderen Knochen sind die Pars tympanica und die Pars squamosa. Das Felsenbein ragt zum größten Teil in den Innenraum des knöchernen Schädels hinein (Ausnahme: Warzenfortsatz).

Die Pars petrosa verdankt ihren Namen der Tatsache, dass der Knochen stellenweise so hart wie ein Fels ist – es ist der härteste Knochen des menschlichen Schädels. Er gliedert sich in mehrere Abschnitte: eine Vorderseite (Facies anterior), eine hintere Seite (Facies posterior) und eine untere Seite (Facies inferior) sowie eine Spitze (Apex) und den Warzenfortsatz. Letzterer ist hinter dem Ohr deutlich als Erhebung zu tasten. Er enthält zahlreiche kleine mit Knochenhaut ausgekleidete Luftkammern, die eine direkte Verbindung zur Paukenhöhle haben.

Welche Funktion hat das Felsenbein?

Das Felsenbein übt vor allem eine Schutzfunktion für das in ihm untergebrachte Innenohr mit dem Gleichgewichtsorgan und der Hörschnecke aus. Außerdem bildet es das Dach der Paukenhöhle – jenen Hohlraum im Mittelohr, in dem sich die Gehörknöchelchen befinden.

Wo befindet sich das Felsenbein?

Das Felsenbein liegt als dreiseitige Pyramide zwischen Keilbein (Os sphenoidale) und Hinterhauptsbein (Os occipitale). Zu seiner Spitze hin. Auf der vorderen Fläche des Felsenbeins befindet sich das Dach der Paukenhöhle.

Welche Probleme kann das Felsenbein verursachen?

Einen Schädelbasisbruch im Bereich des Felsenbeins (otobasale Fraktur) erkennt man anhand einer Blutung am Warzenfortsatz, der Ohrmuschel und manchmal auch der Rachenhinterwand.

Bei einem Längsbruch des Felsenbeins entsteht ein Riss am Rande des Trommelfells. Bei einem Querbruch des Felsenbeins bleibt das Trommelfell dagegen unverletzt, allerdings fließt Blut in den Rachen. Zudem gibt es eine Blickabweichung zur Seite mit der Fraktur hin, eine Lähmung des Gesichtsnerven Nervus facialis und einen Ausfall des Innenohres (mit Innenohrtaubheit, Drehschwindel und Nystagmus). Wird die Pyramidenspitze verletzt, sind oft auch die Hirnnerven V und VI geschädigt.

Komplikationen einer Felsenbein-Fraktur können Hirnhautentzündung (Meningitis) und ein Hirnabszess (abgekapselte Entzündung und Eiteransammlung im Gehirn) sein.

Durch die enge Nachbarschaft von Warzenfortsatz und Mittelohr führen Mittelohrentzündungen häufig zu einer Entzündung dieses Knochens (Mastoiditis).

Als seltene, aber gefährliche Komplikation der Mittelohrentzündung kann sich eine Eiterung der Felsenbeinpyramide entwickeln.

Bei einer chronisch-eitrige Mittelohrentzündung kann Epithelgewebe aus dem äußeren Gehörgang ins Mittelohr hineinwuchern und der Knochen im Bereich von Paukenhöhle und Felsenbein zerstört werden. Mediziner sprechen hier von einem Cholesteatom.

Autor:
Eva Rudolf-Müller
Quellen:
  • Kirsch, J. et al.: Taschenlehrbuch Anatomie, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2010
  • Waldeyer, A.: Anatomie des Menschen, Walter de Gruyter Verlag, 17. Auflage, 2002
  • Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, Walter de Gruyter Verlag, 262. Auflage, 2010
  • Emminger, H.: Physikum EXAKT, Das gesamte Prüfungswissen für die 1. ÄP, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2005