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Reizleitungssystem

Das Reizleitungssystem  oder Erregungsleitungssystem ist ein System spezifisch umgebauter Herzmuskelfasern. Es leitet die regelmäßigen elektrischen Impulse, die von den sogenannten Schrittmacherzellen erzeugt werden, weiter über den ganzen Herzmuskel, sodass sich dieser rhythmisch kontrahiert. Lesen Sie alles Wichtige über das Reizleitungssystem!

Was ist das Reizleitungssystem?

Das Reizleitungssystem besteht aus verschiedenen spezialisierten Herzmuskelzellen, die elektrische Impulse weiterleiten und so den Herzmuskel zu rhythmischen Kontraktionen veranlassen.

Schrittmacher erzeugt elektrische Impulse

Erzeugt werden die elektrischen Impulse von sogenannten Schrittmacherzellen. Sie sind hauptsächlich in zwei Strukturen lokalisiert: Sinusknoten (der primäre Schrittmacher des Herzens) und AV-Knoten (sekundärer Schrittmacher). Sie sitzen beide im rechten Vorhof und stellen zusammen das Erregungsbildungssystem dar.

Normalerweise erzeugt der Sinusknoten die elektrischen Impulse, die sich dann über die Vorhöfe im Zuge der Vorhofkontraktion zum AV-Knoten ausbreiten. Dieser befindet sich an der Grenze zur Herzkammer. Von hier aus geht die Erregung über das Reizleitungssystem auf die Herzkammern über, die sich daraufhin kontrahieren.

Der AV-Knoten ist wie der Sinusknoten zu spontaner, automatischer Impulsbildung befähigt. Dies kommt aber nur dann zum Tragen, wenn der Sinusknoten als primärer Schrittmacher ausfällt, denn die Eigenfrequenz des AV-Knotens liegt mit 40 bis 50 Impulsen pro Minute deutlich unter der des Sinusknotens mit zirka 70 Impulsen pro Minute.

Reizleitungssystem: Weiterleitung der Impulse

Das Reizleitungssystem (Erregungsleitungssystem) sorgt, wie erwähnt, dafür, dass sich die elektrischen Impulse auf die gesamte Arbeitsmuskulatur des Herzens ausdehnen, worauf eine Kontraktion der Herzkammern erfolgt. Die Weiterleitung der Impulse geschieht über definierte Bahnen spezialisierter Herzmuskelzellen: His-Bündel, Tawara-Schenkel und Purkinje-Fasern.

Das His-Bündel zieht vom AV-Knoten durch die Ventilebene zur Scheidewand zwischen den beiden Hauptkammern (Kammerseptum). Dort spaltet es sich in zwei Äste auf, die als Tawara-Schenkel (Kammerschenkel) bezeichnet werden. Der rechte Schenkel zieht auf der rechten Seite des Kammerseptums zur Herzspitze, der linke Schenkel auf der linken Septum-Seite. Beide Tawara-Schenkel verzweigen sich ab hier zu den Purkinje-Fasern. Diese verlaufen innerhalb der Arbeitsmuskulatur des Herzens und übertragen schlussendlich die elektrischen Impulse auf die einzelnen Muskelzellen der Herzkammern, sodass sich diese kontrahieren. Dadurch wird das Blut aus der linken Kammer in die Hauptschlagader (Aorta) und aus der rechten Kammer in die Lungenarterie (Arteria pulmonalis) gepresst.

Einfluss des Nervensystems

Das Reizleitungssystem wird durch das autonome Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) beeinflusst. Durch Stimulation des Sympathikus werden die Herzfrequenz und die Herzkraft gesteigert, durch Stimulation des Parasympathikus sinkt die Herzfrequenz über eine Abnahme der Schrittmacherfrequenz im Sinusknoten.

Welche Probleme können im Reizleitungssystem auftreten?

An jeder Stelle des Reizleitungssystems kann eine Störung auftreten. So ist zum Beispiel beim Atrioventrikulären Block (AV-Block) die Erregungsleitung zwischen den Vorhöfen und den Herzkammern verzögert oder zeitweise unterbrochen. Am häufigsten tritt passiert dies bei älteren Menschen infolge degenerativer Veränderungen des Herzens, also etwa bei Koronarer Herzkrankheit (KHK) oder nach einem Herzinfarkt.

Das Reizleitungssystem kann auch im Bereich der Tawara-Schenkel (Kammerschenkel) eine Störung aufweisen, was als intraventrikuläre Blockierung (Schenkelblock) bezeichnet wird.

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Autor:
Eva Rudolf-Müller
Quellen:
  • Online-Informationen des Berufsverbands Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de (Abrufdatum: 26.05.2015)
  • Klinke, R. & Silbernagl, S.: Lehrbuch der Physiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2005
  • Waldeyer, A.: Anatomie des Menschen, Walter de Gruyter Verlag, 17. Auflage 2002
  • Behrends, J.C. et al.: Duale Reihe Physiologie, Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2012
  • I care Anatomie, Physiologie, Georg Thieme Verlag, 2015
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