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Pfortaderkreislauf

Als Pfortaderkreislauf bezeichnet man den venösen Blutkreislauf von Magen, Darm, Milz und Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Über die Pfortader (Vena portae) wird das Blut aus diesen Organen zunächst in die Leber geleitet und danach über die untere Hohlvene (Vena cava inferior) dem rechten Herzvorhof zugeführt. Lesen Sie alles Wichtige über den Pfortaderkreislauf!

Was ist der Pfortaderkreislauf?

Der Pfortaderkreislauf ist ein Teil des großen Blutkreislaufs. Alle Nährstoffe, die im Zuge der Verdauung im Dünndarm und oberen Teil des Dickdarms in das Blut aufgenommen (resorbiert) werden, gelangen nicht direkt über die Venen des großen Kreislaufs zum Herz zugeführt, sondern werden zuerst über das Pfortadersystem (eine Vene, die sich in Kapillargebiete aufzweigt) in die Leber geleitet und danach erst in die untere Hohlvene und weiter in den rechten Herzvorhof. Der Grund ist, dass die Leber das zentrale Stoffwechselorgan ist: Wenn das Blut das Kapillarnetz der Leber durchströmt, können die im Darm resorbierten Stoffe sofort verwertet werden – je nach Bedarf werden sie gespeichert, umgewandelt oder abgebaut.

Außerdem hat die Leber eine wichtige Entgiftungsfunktion: Mit der Nahrung aufgenommene Giftstoffe, Alkohol und giftige Stoffwechselprodukte werden von der Leber aus dem Blut herausgefiltert und unschädlich gemacht. Auch um Abbaustoffe aus der Milz, die ebenfalls über die Pfortader herantransportiert werden (wie Bilirubin, dem Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes), kümmert sich die Leber.

Auch verschiedene Medikamente werden nach ihrer Resorption im Verdauungstrakt zuerst über den Pfortaderkreislauf in die Leber gebracht. Ein Teil der Wirkstoffe wird hier verstoffwechselt und nur der Rest gelangt weiter über die Blutbahn und kann sich im Körper verteilen und seine Wirkung entfalten (First-Pass-Effekt). Um den Pfortaderkreislauf und damit diesen First-Pass-Effekt zu umgehen, werden daher manche Medikamente direkt in die Blutbahn eingebracht (als Infusion oder Injektion).

Den Pfortaderkreislauf nutzt auch die in der Leber produzierte Galle: Sie gelangt über die Gallengänge in die Gallenblase (Speicherort) und weiter in den Darm, wo sie die Fettverdauung unterstützt. Später wird ein Großteil der Leber wieder über die Darmwand ins Blut aufgenommen und über die Pfortader zurück zur Leber gebracht (enterohepatischer Kreislauf).

Probleme im Bereich des Pfortaderkreislaufs

Ein durch Blutrückstau bedingter erhöhter Druck im Pfortaderkreislauf wird als Pfortaderhochdruck (portale Hypertension) bezeichnet. Der Grund für die Stauung kann vor der Leber (prähepatisch), in der Leber (intrahepatisch) oder nach der Leber (posthepatisch) liegen. Eine prähepatische Ursache wäre zum Beispiel eine Pfortaderthrombose, also die Bildung eines Blutgerinnsels in der Pfortader. Mögliche intrahepatische Ursachen sind etwa eine akute oder chronische Leberentzündung (Hepatitis), Leberzirrhose, Lebertumoren und Sarkoidose. Zu den posthepatischen Ursachen eines Blutrückstaus und damit einer Druckerhöhung im Pfortaderkreislauf gehören unter anderem Herzerkrankungen wie eine Rechtsherzinsuffizienz oder das „Panzerherz“ (Pericarditis constrictiva).

Als Folge des gestörten Blutflusses bei Pfortaderhochdruck kann sich ein Umgehungskreislauf ausbilden: Das Blut der Pfortader muss dann über andere Venen seinen Weg zur unteren Hohlvene und zurück zum Herzen finden. Die entsprechenden Ausweich-Venen können durch die Mehrbelastung „ausleiern“ und sich erweitern. So können zum Beispiel Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) entstehen, wenn die „Umleitung“ über die Venen des Magens und der Speiseröhre erfolgt. Auch Hämorrhoiden sind in manchen Fällen die Folgeeines Staus im Pfortaderkreislauf.  

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Autor:
Eva Rudolf-Müller
Quellen:
  • Kirsch, J. et al.: Taschenlehrbuch Anatomie, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2010
  • Online-Informationen des Berufsverbands Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de (Abruf: 11.06.2016)
  • Waldeyer, A.: Anatomie des Menschen, Walter de Gruyter Verlag, 17. Auflage, 2002
  • Klinke, R. & Silbernagl, S.: Lehrbuch der Physiologie, GeorgThieme Verlag, 4. Auflage, 2005
  • Gerik, W.: Die Innere Medizin, Schattauer Verlag, 11. Auflage, 2007
  • Dancygier, H.: Klinische Hepatologie, Springer-Verlag, 2013
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