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Nierenbecken

Das Nierenbecken (Pelvis renalis) ist ein Teil der ableitenden Harnwege und fungiert als Auffangbecken für den neu gebildeten Harn. Aus den sich vereinigenden Nierenkelchen entsteht ein trichterförmiges (dendritisches) bis rundes (ampulläres) Nierenhohlsystem, in das die Sammelrohre den Endharn hineinleiten. Lesen Sie alles Wichtige über dasNierenbecken!

Was ist das Nierenbecken?

Das  Nierenbecken ist ein nach vorne (Richtung Bauch) und hinten (Richtung Rücken) flacher Sack innerhalb der Niere. Die Nierenkelche, die den produzierten Harn aufgenommen haben, leiten diesen weiter in das Nierenbecken, wo er wie von einem kleinen Sammeltrichter aufgefangen wird, bevor er über den Harnleiter in Richtung Blase fließt.

Es gibt zwei verschiedene anatomische Varianten: Die Nierenkelche können den Harn direkt in ein großes Becken abgeben – man nennt das den ampullären Typ – oder aber sie bilden verschieden lange Zwischenstücke, die dann ein schmales, röhrenförmiges Nierenbecken bilden – dieses wird dendritischer Typ genannt.

Das Nierenbecken ist von einer typischen Epithelschicht (Urothel) ausgekleidet – dem gleichen Gewebe wie in den  gesamten ableitenden Harnwegen. Diese Gewebeart zeichnet sich durch sogenannte Übergangszellen aus, die – wenn wenig Harn vorhanden ist – eine hohe Form haben, sich aber mit zunehmender Füllung der Harnwege abflachen. Sie können sich also gut an unterschiedliche Füllungszustände anpassen. Durch Falten in der Zellmembran ist noch eine zusätzliche Erweiterung des Lumens möglich.

Welche Funktion hat das Nierenbecken?

Das Nierenbecken leitet den über die Nierenkelche zugeführten Harn in die Harnleiter, von wo aus der Harn in die Harnblase und dann über die Harnröhre nach außen gelangt. Es ist – wie auch die vorgeschalteten Nierenkelche und die nachgeschalteten Harnleiter – in seiner Wand mit glatter Muskulatur ausgestattet, die für den Transport des Harns sorgt.

Wo befindet sich das Nierenbecken?

Das Nierenbecken liegt im hinteren, dem Rücken zugewandten Bereich des Sinus – dem Bereich am mittleren Rand der Niere, an dem sich eine tiefe Grube befindet. Dort tritt die Nierenarterie in das Organ hinein und führen die Nierenvene und der Harnleiter (Ureter) heraus.

Das Nierenbecken geht leicht nach unten gerichtet aus der Mitte der Niere ab. Diese Lage kann von chirurgischer Seite gut genutzt werden, wenn dort Operationen (zum Beispiel die Entfernung von Nierensteinen) notwendig werden – vom Rücken her ist dieser Bereich gut zu erreichen.

Welche Probleme kann das Nierenbecken verursachen?

Durch eine bakterielle Infektion kann eine Nierenbeckenentzündung (Pyelitis) entstehen, die in den meisten Fällen auch mit einer Entzündung der Niere als Ganzes (Pyelonephritis) einhergeht.

Nierenbeckensteine (Nephrolithiasis) sind Harnsteine, die das Nierenbecken mehr oder weniger vollständig ausfüllen. Durch große Steine im Harnleiter kann der Druck so weit ansteigen, dass es zu einem Einriss am Übergang in das Nierenparenchym kommt (Fornixruptur).

Eine Erweiterung (Pyelektasie), die nicht das Kelchsystem einbezieht, kann angeboren sein oder nach Infektionen entstehen. Auch ein Fehlen der gegenseitigen Niere oder Tumoren können dazu führen.

Eine Hydronephrose ist eine Harnstauungsniere, bei der sich das Nierenhohlsystem durch eine Abflussbehinderung mit nachfolgendem Rückstau ausweitet. In der Folge stirbt Nierengewebe ab.

Eine Nierenbeckenfistel entsteht entweder durch eine Verletzung oder durch den Durchbruch eines Tumors – kann aber auch aus therapeutischen Gründen angelegt werden. Dabei handelt es sich um eine röhrenförmige Verbindung zwischen dem Nierenbecken und entweder der Hautoberfläche oder einem anderen Hohlorgan wie zum Beispiel der Harnblase.

Nicht zuletzt gibt es auch Tumoren in diesem Bereich wie zum Beispiel ein Nierenbeckenkarzinom oder ein gutartiges Nierenbecken-Papillom.

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Autor:
Eva Rudolf-Müller
Quellen:
  • Kirsch, J. et al.: Taschenlehrbuch Anatomie, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2010
  • Online-Informationen des Berufsverbands Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de (Abrufdatum: 29.06.2016)
  • Waldeyer, A.: Anatomie des Menschen, Walter de Gruyter Verlag, 17. Auflage, 2002
  • Klinke, R. & Silbernagl, S.: Lehrbuch der Physiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2005
  • Gerik, W.: Die innere Medizin, Schattauer Verlag, 11.Auflage, 2007
  • Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, Walter De Gruyter Verlag, 262. Auflage, 2002
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