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Nebenhoden

Die Nebenhoden (Epididymis, Parorchis) zählen zu den männlichen Geschlechtsorganen und liegen an der hinteren Fläche des Hodens. Sie sind der Reifungsort für die Samenzellen, die im Hoden gebildet werden. Außerdem werden die Spermien in den Nebenhoden bis zum nächsten Samenerguss gespeichert. Lesen Sie alles Wichtige über die Nebenhoden: Funktion, Anatomie und wichtige Erkrankungen!

Was sind die Nebenhoden?

Die Nebenhoden (Epididymis, Plural: Epididymiden) sind – ebenso wie die Hoden – paarig angelegt, liegen jeweils auf der Rückseite eines Hodens und sind mit ihm verwachsen. Sie bestehen aus einem breiten Kopf (Caput), der den oberen Pol des Hodens überragt, einem schmaleren Körper (Corpus), der an der Rückfläche der Hoden befestigt ist und einem schlanken Schwanz (Cauda), der nach hinten gerichtet in den Samenleiter übergeht. Die Länge beträgt fünf bis sechs Zentimeter. Zusammen mit den Hoden sind die Nebenhoden von Bauchfell überzogen.

Die noch unreifen Samenzellen, die im Hoden gebildet werden, gelangen über 12 bis 15 geschlängelte Gänge (Ductuli efferentes testis) im Nebenhodenkopf in einen stark geschlängelten Schlauch, den Nebenhodengang (Ductus epididymidis). Er formt den Körper und Schwanz des Nebenhodens und geht am Schwanzende in den anfangs noch stark gewundenen Samenleiter (Ductus deferens) über.

Welche Funktion haben die Nebenhoden?

Im Nebenhodengang reifen die Samenfäden zu „fertigen“ Spermien heranreifen und werden hier auch gespeichert, bis sie bei einem Samenerguss über die Samenleiter (Ductus deferens) zusammen mit dem Samenblasensekret aus der Harnröhre austreten. Dieses Sekret sorgt auch dafür, dass die Spermien beweglich werden – im sauren Milieu des Nebenhodenganges (pH-Wert von 6,5) sind sie nämlich bewegungsunfähig.

Wo befinden sich die Nebenhoden?

Die beiden Epididymiden liegen im Hodensack der Rückseite und dem oberen Pol der Hoden an. Sie sind von einer fingerförmigen Ausstülpung des Bauchfells umgeben, die sich kurz vor der Geburt bis auf einen Rest, der um Hoden und Nebenhoden herum bestehen bleibt, zurückbildet.

Welche Probleme können die Nebenhoden verursachen?

Eine Nebenhodenentzündung (Epididymitis) tritt vor allem begleitend zu einer Entzündung der Prostata oder der Harnwege auf. Sie muss unbedingt behandelt werden, da sonst Unfruchtbarkeit droht.

Wenn die Entzündung auf den Samenstrang übergreift, nennt man dies eine Epididymodeferentitis. Bei einer gleichzeitigen Hoden- und Nebenhodenentzündung, sprechen Ärzte zusammengefasst von einer Epididymoorchitis.

Etwa zehn Prozent aller Tumoren im Hodenbereich sind Geschwulste des Nebenhodens. Die meisten davon sind gutartig.

Eine Spermatozele (Samenbruch) ist eine prall-elastische Zyste am Nebenhoden oder Samenstrang, in der Spermien zurückgehalten werden. 

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Autor:
Eva Rudolf-Müller
Quellen:
  • Kirsch, J. et al.: Taschenlehrbuch Anatomie, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2010
  • Klinke, R. & Silbernagl, S.: Lehrbuch der Physiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2005
  • Waldeyer, A.: Anatomie des Menschen, Walter de Gruyter Verlag, 17. Auflage, 2002
  • Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, Walter de Gruyter Verlag, 262. Auflage, 2002
  • Haag, P. et al.: Gynäkologie und Urologie, Medizinische Verlags- und Informationsdienste, 5. Auflage, 2010/2011
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