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Nase

Die Nase gehört zu den oberen Atemwegen und hat somit wesentliche Funktionen bei der Atmung: Sie reguliert den Atemstrom, erwärmt die eingeatmete Luft, reinigt und befeuchtet sie. Außerdem ist sie für das Geruchsempfinden wichtig, denn das meiste, das wir (im Mund) schmecken, wird in Wirklichkeit gerochen. Nicht zuletzt spielt die Nase eine wichtige Rolle für die Sprachbildung, denn sie dient als Resonanzraum beim Sprechen. Erfahren Sie hier alles Wichtige rund um Aufbau und Funktion der Nase sowie häufige Gesundheitsprobleme!

Was ist die Nase?

Die Nase ist – bei „normaler“ Atmung (also geschlossenem Mund) – das erste Organ, durch das die eingeatmete Luft in den Körper einströmt und das letzte Organ, durch das verbrauchte Atemluft den Körper wieder verlässt. Sie ist nur zum Teil knöchern, der vordere Teil besteht aus Knorpelgewebe. Die beiden Nasenflügel umschließen den mit Haaren ausgestatteten Nasenvorhof (Vastibulum nasi). Er stellt den vorderen Teil der Nasenhöhle (Cavitas nasi) dar und führt im hinteren Abschnitt in die eigentliche Nasen(haupt)höhle (Cavitas nasi propria).

Am Übergang zwischen Vorhof und Haupthöhle liegt ein etwa 1,5 Millimeter breiter Schleimhautstreifen, der von zahlreichen winzigen Blutgefäßen (Kapillaren) durchzogen ist und Locus Kiesselbachii genannt wird. Wenn man Nasenbluten (Epistaxis) bekommt, liegt hier meist die Blutungsquelle.

Die Nasenhöhle wird median durch eine Scheidewand (Septum nasi) in zwei lange, schmale „Röhren“ unterteilt. Diese Scheidewand ist im vorderen Abschnitt knorpelig und im hinteren Abschnitt knöchern.

Die eigentliche Nasenhöhle wird durch drei übereinanderliegende knöcherne Lamellen an der Seitenwand der Höhle – die sogenannten Muscheln (Conchae) – in die drei Nasengänge unterteilt:

  1. der untere Nasengang: liegt zwischen der unteren Muschel und dem Boden der Nasenhöhle (bestehend aus dem harten Gaumen und dem Dach der Mundhöhle); hier mündet der Tränennasengang ein, der vom Tränensack in der Nähe des inneren Augenwinkels abgeht.
  2. der mittlere Nasengang: liegt zwischen der mittleren und der unteren Muscheln; in ihn münden die Stirnhöhle, die Kieferhöhle sowie die vorderen und mittleren Siebbeinzellen.
  3. der obere Nasengang: liegt zwischen der oberen und der mittleren Muschel; in ihn münden die hinteren Siebbeinzellen und die Keilbeinhöhlen.         

Die verschiedenen Nebenhöhlen – Stirnhöhlen, Kieferhöhlen, Keilbeinhöhlen und Siebbeinzellen – sind luftgefüllte Hohlräume, die mit Schleimhaut ausgekleidet sind. Ihr jeweiliger Name leitet sich von dem Schädelknochen ab, in dem sie sich befinden.      

Welche Funktion hat die Nase?

Die Nase ist an ihren Innenwänden mit zwei verschiedenen Arten von Schleimhaut ausgekleidet: respiratorischer Schleimhaut und Riechschleimhaut.

Die respiratorische Schleimhaut (lat.: respiratio = Atmung) kleidet fast die gesamte Nasenhöhle aus. Dieser Bereich wird respiratorischer Bereich oder Atemregion (Regio respiratoria) genannt. Die respiratorische Schleimhaut besteht aus einem mehrreihigen Flimmerepithel. Dieses enthält Schleimdrüsen, die das Nasensekret produzieren. Die feinen Flimmerhärchen des Epithels bewegen sich dauernd und befreien die Atemluft von Schmutz, Schadstoffen und Fremdkörpern, indem sie sin in Richtung Ausgang befördern. Durch eine Reizung der Schleimhaut wird der Niesreflex ausgelöst. Sein Zweck ist es, Schmutz, Sekret und Fremdkörper aus der Nase zu entfernen.

Die Riechschleimhaut, ein Sinnesepithel, bedeckt die obere Nasenmuschel und angrenzende Teile der Nasenscheidewand. Dieser Bereich wird Riechregion (Regio olfactoria) genannt. Sie ist beim Menschen nur etwa fünf Quadratzentimeter groß und enthält zehn bis 30 Millionen Riechzellen. Beim Riechen und Schnuppern entstehen Luftwirbel, die Duftmoleküle bis in den oberen Nasengang, den Riechgang, befördern. Hier nehmen die Riechzellen die Duftmoleküle aus der Atemluft auf und leiten diese Reize dann über Riechnerven zum Riechzentrum des Gehirns weiter. Eine Studie der Rockefeller University in New York aus dem Jahr 2014 ergab, dass der Mensch auf diese Weise mehr als eine Billion verschiedener Gerüche wahrnehmen kann – und nicht nur etwa 10.000, wie Experten bislang annahmen. Zum Vergleich: Die menschlichen Augen können mehrere Millionen verschiedene Farbnuancen und die menschlichen Ohren etwa eine halbe Million verschiedener Töne wahrnehmen.

Auch beim Schlucken gelangen Luftwirbel mit Riechstoffen bis hinauf zur Riechschleimhaut. Daher wird vieles, das man zu schmecken glaubt, in Wirklichkeit gerochen, denn unser Geschmacksorgan, die Zunge, kann nur fünf Geschmacksrichtungen unterscheiden, und zwar süß, sauer, salzig, bitter und umami (herzhaft).

An- und Abschwellen der Schleimhaut

Die Nasenschleimhaut ist gut durchblutet und hat besonders in den Bereichen mit respiratorischer Schleimhaut viele kleine Gefäße, die in den Nasenmuscheln ein Schwellgewebe bilden, durch das der Raum des Naseninneren variiert werden kann. Dadurch wird das Atemvolumen reguliert. Außerdem kann das reich durchblutete Gewebe die eingeatmete Luft erwärmen, bevor sie in die unteren Atemwege (einschließlich Lunge) gelangt. Außerdem  und über die Absonderung von Drüsensekret die Schleimhaut vor dem Austrocknen schützen. Das Einatmen von warmer Luft führt zu einem Abschwellen der Schleimhaut der Muscheln, das Einatmen von kalter Luft zum Anschwellen und vermehrter Sekretion.

Sprachbildung

Eine weitere wichtige Funktion der Nase liegt in der Sprachbildung. Zusammen mit den verschiedenen Nebenhöhlen dient sie als Resonanzraum für das Aussprechen der Konsonanten m, n und ng. Diese werden gesprochen, indem der Nasenrachenraum offen bleibt und die Luft so durch die Nase ausströmt. Wenn diese aber verlegt ist und nur wenig Luft durchströmen lässt, klingt die Sprache näselnd. Das ist zum Beispiel bei Schnupfen (Rhinitis = Entzündung der Nasenschleimhaut), vergrößerten Rachenmandeln und auch bei Tumoren der Fall. Wenn hingegen der Nasenrachenraum immer offen ist, wie zum Beispiel bei einer Lähmung des Gaumensegels oder einer Gaumenspalte, dann haben alle gesprochenen Laute einen nasalen Klang.

Wo befindet sich die Nase?

Die äußere Nase sitzt beim Menschen in der Mitte des Gesichts und ragt mehr oder weniger daraus hervor. Sie bildet den Eingang zur eigentlichen Nasenhöhle, die von den Schädelknochen umschlossen wird. Deren untere Begrenzung stellt der harte Gaumen dar – die Abgrenzung zur Mundhöhle. Die obere Begrenzung bilden verschiedene Schädelknochen: Nasenbein, Keilbein, Siebbein und Stirnbein. Auch für die seitliche Begrenzung sorgen mehrere Knochen.    

Welche Probleme kann die Nase verursachen?

Ein häufiges Problem ist die akute oder chronische Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis). Die akute Rhinitis entwickelt sich sehr oft im Rahmen einer Erkältung – das ist dann der typische Erkältungsschnupfen. Manchmal stellt die akute Rhinitis auch eine allergische Reaktion dar, etwa auf Pollen (Heuschnupfen) oder auf den Kot von Hausstaubmilben. Die chronische Rhinitis kann ebenfalls sowohl durch eine Infektion als auch eine Allergie bedingt sein.

Weitere mögliche Gesundheitsprobleme in dieser Körperregion sind Abszesse (abgekapselte Eiteransammlungen), Furunkel (Haarbalgentzündung), Karbunkel („Eiterbeule“), Zysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume) und Polypen (gutartige Wucherungen der Schleimhaut). Auch angeborene Fehlbildungen kommen vor, etwa der Scheidewand. Diese kann zum Beispiel verkrümmt sein, was Mediziner als Septumdeviation bezeichnen. Eine starke Verkrümmung kann die Atmung durch die Nase behindern und Schnarchen verursachen. Eine Operation kann die Verkrümmung beheben.

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Autor:
Eva Rudolf-Müller
Quellen:
  • Boenninghaus, H.-G. & Lenarz, T.: HNO, Springer-Verlag, 2005
  • Aumüller, G. et al.. Duale Reihe Anatomie, Georg Thieme Verlag, 2014
  • Behrends, J.C. et al.: Duale Reihe Physiologie, Georg Thieme Verlag, 2012
  • Anderhuber, F. et al. (Hrsg.): Waldeyer – Anatomie des Menschen, Walter de Gruyter, 2012
  • Kirsch, J. et al. Taschenlehrbuch Anatomie, Georg Thieme Verlag, 2010
  • I care – Anatomie, Physiologie, Georg Thieme Verlag, 2015
  • Keller, A. et al.: Humans can discriminate more than 1 trillion olfactory stimuli, in: Science (2014), Vol. 343, Issue 6177: 1370-1372
  • Online-Informationen des Deutschen Berufsverbands der HNO-Ärzte e.V.: www.hno-aerzte-im-netz.de (Abruf: 28.02.2016)
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