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Kreuzbein

Das Kreuzbein (Os sacrum) ist der Bereich der Wirbelsäule, der zwischen dem letzten Lendenwirbel und dem ersten Steißbeinwirbel liegt. Seine Wirbel sind – im Gegensatz zu denen der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule – unbeweglich. Lesen Sie alles Wichtige über Aufbau und Funktion des Kreuzbeins sowie gesundheitliche Probleme in diesem Bereich!

Was ist das Kreuzbein?

Das Kreuzbein (Os sacrum) ist der vorletzte Abschnitt der Wirbelsäule. Er besteht aus den fünf miteinander verschmolzenen Kreuzbeinwirbeln und ihren Rippenresten, die zusammen einen großen, kräftigen und starren Knochen bilden. Dieser hat eine Keilform: Er ist oben breit und dick und wird nach unten hin schmal und dünn. Das Kreuzbein ist nach hinten gekrümmt (Kreuzbeinkyphose).

Vorderfläche des Kreuzbeins

Das Os sacrum hat eine glatte, konkave, hohle Seite, die zum Körperinneren (zum Becken hin) ausgerichtet ist. Auf dieser Fläche kann man vier quer verlaufende Leisten erkennen, welche die Grenzen der (zusammengewachsenen) Kreuzbeinwirbel markieren. Neben diesen Linien befinden sich auf jeder Seite vier Löcher, die nach hinten zum Wirbelkanal führen und durch welche die kräftigen Äste der Kreuzbeinnerven austreten.

Rückfläche des Kreuzbeins

Die konvexe, raue, nach außen gebogene Seite des Os sacrum weist zum Rücken hin. Sie weist fünf längs verlaufende Leisten auf: Die mittlere ist höckerig und stellt die Reste der Dornfortsätze der Kreuzbeinwirbel dar. Parallel dazu verläuft rechts und links je eine Leiste, die durch Verschmelzung der Gelenkfortsätze entstanden ist.

Diese Leisten tragen am oberen Ende eine Gelenkfläche, die über eine Bandscheibe mit dem fünften Lendenwirbel artikuliert und am unteren Ende eine in seiner Form sehr variable Öffnung hat – die untere Öffnung des Sakralkanals (des im Kreuzbein liegenden Abschnitts des Wirbelkanals).

Die untere Spitze des Kreuzbeinkeils ist mit einer Zwischenwirbelscheibe mit dem unten angrenzenden Steißbein verbunden.

Iliosakralgelenk und Beckenring

Das Os sacrum ist rechts und links gelenkig mit dem jeweiligen Darmbein verbunden. Diese beiden Gelenke werden Iliosakralgelenke (ISG, Kreuzbein-Darmbein-Gelenke) genannt. Sie werden durch straffe Bänder stabilisiert und sind deshalb nur wenig beweglich. Aktiv lassen sich die ISG überhaupt nicht bewegen.

Mit den angrenzenden Hüftbeinen bildet das Kreuzbein den Beckenring, einen wesentlichen Teil des Beckengürtels.

Welche Funktion hat das Kreuzbein?

Das Kreuzbein stellt die Verbindung der Wirbelsäule zu den Hüftbeinen her, wodurch die Last des Rumpfes auf die Oberschenkel übertragen wird.

Wo ist das Kreuzbein?

Das Kreuzbein liegt im Beckenbereich, und zwar zwischen der Lendenwirbelsäule und dem Steißbein.

Welche Probleme kann das Kreuzbein verursachen?

Bei einem Sacrum acutum (S. arcuatum) ist das Kreuzbein in seinem unteren Drittel fast rechtwinklig zur Lendenwirbelsäule geknickt.

Das sogenannte ISG-Syndrom bezeichnet Schmerzen im Iliosakralgelenk, die anfallsartig beim Beugen oder Drehen des Rumpfes auftreten. Auch beim Gehen, nach langer körperlicher Anstrengung oder längeren Sitzen in einer bestimmten Position treten die Beschwerden auf.

Die sogenannten Spondylarthrititiden (Spondylarthropathien) sind chronische rheumatische Erkrankungen, die vor allem mit Entzündungen der Wirbelsäule und der Kreuzbein-Darmbein-Gelenke einhergehen. Es gehört dazu beispielsweise Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans).

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Autor:
Eva Rudolf-Müller
Quellen:
  • Kirsch, J. et al.: Taschenlehrbuch Anatomie. Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2010
  • Guillou, I. et al.: Medizin für Heilpraktiker. Haug Verlag, 2012
  • Waldeyer, A.: Anatomie des Menschen. Walter de Gruyter Verlag, 17. Auflage, 2002
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. Walter de Gruyter Verlag, 262. Auflage, 2002
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