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Jungfernhäutchen

Das Jungfernhäutchen (Hymen) ist ein dünnes Häutchen, das die Grenze zwischen dem inneren und dem äußeren Genitale der Frau darstellt. Es kann beim ersten Geschlechtsakt sternförmig einreißen und leicht bluten. Das muss aber nicht passieren. Erst bei einer Geburt wird das Hymen vollständig zerstört. Lesen Sie alles Wichtige zum Thema: Wo liegt das Jungfernhäutchen? Wie sieht es aus? Welche gesundheitlichen Probleme kann das Jungfernhäutchen bereiten?

Was ist das Jungfernhäutchen?

Das Jungfernhäutchen (Hymen) ist eine dünne, querliegende, elastische Schleimhautfalte, welche die Öffnung der Scheide zum Teil verschließt. Durch die verbleibende Öffnung zwischen dem Jungfernhäutchen und der Wand des Scheideneingangs kann das Menstruationsblut im Normalfall ungehindert abfließen.

Jungfernhäutchen: Aussehen

Das Jungfernhäutchen ist bei den meisten Mädchen halbmondförmig oder ringförmig gestaltet. Es kann aber auch siebförmig sein oder sogar vollständig fehlen.

Welche Funktion hat das Jungfernhäutchen?

Das Jungfernhäutchen (Hymen) hat im Grunde keine spezielle medizinische Funktion. In manchen Kulturen wird ihm aber eine wichtige soziokulturelle Bedeutung beigemessen: Erst durch das Zerreißen des Hymens in der Hochzeitsnacht und die kleine Blutung, die dadurch entstehen kann, liegt der Beweis vor, dass die Frau noch unberührt war, also keinen Geschlechtsverkehr vor der Ehe hatte.

In diesem Kulturkreis entschließen sich manche ledige Frauen, die bereits Sex hatten, vor einer Eheschließung zu einem operativen Eingriff: Eine chirurgische Rekonstruktion „erneuert“ das Jungfernhäutchen. Erkennen lässt sich dieser Eingriff hinterher meist nicht.

Wo befindet sich das Jungfernhäutchen?

Die Jungfernhaut befindet sich an der Grenze zwischen dem äußeren und dem inneren Genitale der Frau. Genauer gesagt liegt es etwa zwei bis drei Zentimeter hinter dem Scheideneingang, bei korpulenteren Frauen auch noch etwa zwei Zentimeter tiefer.

Zwischen dem Hymen beziehungsweise den Resten, die nach seinem Einriss verbleiben, und einem Bändchen, das von der Klitoris zu den kleinen Schamlippen zieht, ist der Scheideneingang zu einer Rinne geformt. Hier sammelt sich das Drüsensekret, das bei sexueller Erregung produziert wird.

Welche Probleme kann das Jungfernhäutchen verursachen?

Wenn der Hymen den Scheideneingang durch eine Fehlbildung in der Embryonalzeit komplett verschließt, sprechen Mediziner von einem Hymen imperforatus (Hymenalatresie). Etwa eines von 2000 Mädchen ist davon betroffen. Das Menstruationsblut kann dann nicht abfließen, sondern sammelt sich in der Scheide. Bei großen Blutmengen staut es sich zurück bis in die Gebärmutter oder sogar in die Eileiter. Die betroffenen Mädchen und Frauen haben jeden Monat zunehmende Schmerzen, eventuell begleitet von Störungen der Blasen- und Darmentleerung. Meist wird diese Anomalie erst im Teenageralter, wenn die erste Regelblutung einsetzt, festgestellt. Durch einen mikrochirurgischen Eingriff ist dieses Problem leicht zu beheben.

Bei manchen Mädchen lässt sich nur eine sehr kleine Öffnung neben dem Jungfernhäutchen erkennen, was Probleme bei der Verwendung von Tampons bereiten kann.

Die Jungfernhaut kann auch eine Hautbrücke sein, die aus mehreren Bändern besteht. Diese Hautbänder sind stabiler als das normale Gewebe des Jungfernhäutchens, wodurch es zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen kann.

Im Bereich des Jungfernhäutchens können sich gutartige und bösartige Wucherungen entwickeln.

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Autor:
Eva Rudolf-Müller
Quellen:
  • Kirsch, J. et al.: Taschenlehrbuch Anatomie, Georg Thieme Verlag. 1. Auflage, 2010
  • Waldeyer, A.: Anatomie des Menschen, Walter de Gruyter Verlag. 17. Auflage, 2002
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, Walter De Gruyter Verlag. 262. Auflage, 2002
  • Haag, P. et al.: Gynäkologie und Urologie, Medizinische Verlags- und Informationsdienste. 3. Auflage, 2007/08
  • Weyerstahl, T. & Stauber, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, Georg Thieme Verlag. 4. Auflage, 2013
  • Online-Informationen des Berufsverbands der Frauenärzte e.V.: www.frauenaerzte-im-netz.de (Abruf: 19.05.2017)
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