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Dermis

Die Dermis (Corium) ist die derbe Lederhaut, die aus straffem Bindegewebe besteht. Sie liegt als Zwischenschicht unter der Epidermis (Oberhaut) und über der Subcutis (Unterhaut). In der Dermis befinden sich die Talg- und Schweißdrüsen, Haarfollikel, Gefäße und Nerven sowie Muskelzellen. Lesen Sie alles Wichtige über die Dermis!

Was ist die Dermis?

Die Dermis (Lederhaut, Corium) ist die mittlere der drei Schichten, die unsere Haut aufbaut. Sie liegt unter der Oberhaut (Epidermis) und über der Unterhaut (Subcutis). Die Dermis besteht aus Bindegewebsfasern und gliedert sich in zwei Schichten, die aber nicht scharf gegeneinander abgegrenzt sind, sondern ineinander übergehen:

  • Stratum papillare: die äußere, an die Epidermis angrenzende Schicht
  • Stratum reticulare: die innere Schicht

Der Name „Lederhaut“ rührt daher, dass diese Hautschicht bei tierischen Häuten nach dem Gerben das Leder liefert.

Welche Funktion hat die Dermis?

Die Lederhaut-Funktion besteht in der Verankerung der Epidermis. Außerdem versorgt die Dermis die Oberhaut mit Nährstoffen (die Epidermis selbst besitzt keine Gefäße).

Stratum papillare

Das Stratum papillare, das Papillen (warzenförmige Erhebungen) ausbildet, hat keinen flächigen Kontakt zur Epidermis, sondern steht mit ihr durch eine reißverschlussartige Verzahnung mit Zapfen und Papillen in Verbindung, die für eine starke mechanische Fixierung sorgen. Durch diese Struktur wird auch die Abgabe von Nährstoffen an die Epidermis verbessert.

Das Stratum papillare besteht aus lockerem Bindegewebe und enthält unter anderem viele Kapillaren (feine Blutgefäße). Wenn ein Problem mit dem venösen Rückstrom des Blutes besteht, dann treten hier vergrößerte Venen als Besenreiser auf.

Im Stratum papillare befinden sich auch die meisten sensorischen Zellen der Haut zur Tast- und Vibrationswahrnehmung. Abwehrzellen können sich in dieser Schicht frei bewegen.

Stratum reticulare (Netzschicht)

Das Stratum reticulare besteht aus dickeren elastischen Fasern, die sich überkreuzen, und straffem Bindegewebe. Alles zusammen bildet ein zugfestes, grobmaschiges Netz. Der Anteil an Flüssigkeit, der in dieser Schicht gebunden ist, bestimmt, wie straff die Haut aussieht.

Die Richtung der Faserbündel bestimmt die sogenannten Spaltlinien der Haut: Wenn die Haut entlang einer Spaltlinie verletzt wird, klafft die Wunde nicht auseinander. Verläuft die Wunde jedoch quer zu einer Spaltlinie, dann klafft sie auseinander. Chirurgen nutzen diese Spaltlinien, um eine möglichst unauffällige Narbenbildung zu erzielen.

Im Stratum reticulare befinden sich Haarfollikel, Schweiß- und Talgdrüsen sowie Blut- und Lymphgefäße, Nerven und glatte Muskelzellen (wie zum Beispiel in der Brustwarze, im Warzenhof und im Hodensack).

Talgdrüsen

Die Talgdrüsen produzieren den Talg, der die Haut geschmeidig hält. Mehr darüber lesen Sie im Beitrag Talgdrüsen.

Schweißdrüsen

Die Schweißdrüsen liegen ebenfalls in der Lederhaut. Sie sind ungleichmäßig über den ganzen Körper verteilt. Die meisten Schweißdrüsen befinden sich an Hand- und Fußflächen und in den Achselhöhlen. Die wenigsten Schweißdrüsen weisen Nacken, Rücken und Gesäß auf. Der gebildete Schweiß besteht hauptsächlich aus Wasser und enthält 0,6 bis 0,8 Prozent Kochsalz sowie Ammoniak und Harnstoff. Über die Poren gelangt er an die Oberfläche der Haut.

Die Schweißproduktion trägt zur Wärmeregulation bei. Außerdem können über den Schweiß eine kleine Menge jener Substanzen abgegeben werden, die sonst nur über die Nieren ausgeschieden werden können (wie Kochsalz).

Welche Probleme kann die Dermis verursachen?

Wenn der venöse Rückstrom des Blutes gestört ist, können sich in der Lederhaut Besenreiser entwickeln.

Bei Infektion des Ausführungsganges einer Schweißdrüse mit Bakterien bildet sich ein entzündliches, eitriges Knötchen. Dann sprechen Mediziner von einem Schweißdrüsenabszess. Solche Abszesse treten besonders in den Achselhöhlen und in der Genitalregion auf.

Durch einen Sekret-Rückstau in den Ausführungsgängen der Talgdrüsen bilden sich sogenannte Mitesser (Comedonen). Bei der Acne vulgaris sind die Talgdrüsen entzündet.

Die Dermis kann im Alter an Feuchtigkeit verlieren, wodurch die Oberhaut weniger straff ist.

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Autor:
Eva Rudolf-Müller
Quellen:
  • Kirsch, J. et al.: Taschenlehrbuch Anatomie, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2010
  • Klinke, R. & Silbernagl, S.: Lehrbuch der Physiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2005
  • Waldeyer, A.: Anatomie des Menschen, Walter de Gruyter Verlag, 17. Auflage, 2002
  • Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, Walter de Gruyter Verlag, 262. Auflage, 2002
  • Rassner, G.: Dermatologie, Urban und Fischer in Elsevier (Verlag), 9. Auflage, 2009
  • Nasemann, Th. & Sauerbrey, W.: Lehrbuch der Hautkrankheiten und venerischen Infektionen, Springer-Verlag, 5. Auflage, 1987
  • Greither A.: Dermatologie und Venerologie, Springer-Verlag, 3. Auflage, 1978
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