<link rel="stylesheet" href="https://cdn.netdoktor.de/static/96/b5/848c18fdd46ba441d20a1d01b5dc77f3c9365736bbb952a7434b79c2b144.css">
menu
home Startseite

Inhaltsverzeichnis
Artikel teilen Nach oben scrollen

Blutkreislauf

Der Blutkreislauf ist das geschlossene Gefäßsystem, in dem das Blut vom Herz durch den Körper gepumpt wird. Das Blut bringt dabei Sauerstoff und Nährstoff zu den Körperzellen und transportiert Abfallprodukte wie Kohlendioxid ab. Es gibt zwei hintereinander geschaltete Kreisläufe, den großen Blutkreislauf (Körperkreislauf) und den kleinen Blutkreislauf (Lungenkreislauf). Lesen Sie alles Wichtige über den Blutkreislauf!

Was ist der Blutkreislauf?

Der Blutkreislauf ist ein in sich geschlossenes Gefäßsystem mit Versorgungs- und Entsorgungsfunktion. Versorgt werden müssen alle Körperzellen mit lebenswichtigen Substanzen wie Sauerstoff (gebunden an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin), Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Abfallprodukte (wie Kohlendioxid) werden dagegen vom Blut aus dem Gewebe abtransportiert. Außerdem zirkulieren im Blut Botenstoffe (wie Hormone) und Abwehrzellen des Immunsystems.

Angetrieben wird das Blut vom Herz. Der kräftige Hohlmuskel pumpt Tag und Nacht Blut durch die Gefäße und hält so den Blutkreislauf in Gang. Herz und Gefäßsystem zusammen bilden das Herz-Kreislauf-System.

Niederdrucksystem und Hochdrucksystem

Man unterscheidet beim Blutkreislauf des Menschen ein Niederdrucksystem und ein Hochdrucksystem. Im  Niederdrucksystem beträgt der Blutdruck im Mittel nicht mehr als 20 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Zu diesem Kreislaufabschnitt gehören alle Venen und Kapillaren, die Lungengefäße, der rechte Vorhof und die rechte Herzkammer, der linke Vorhof und während der Diastole auch die linke Herzkammer. Im Niederdrucksystem befinden sich etwa 85 Prozent des gesamten Blutvolumens.

Im Hochdrucksystem – bestehend aus der linken Herzkammer während der Systole sowie allen Arterien (einschließlich Aorta und Arteriolen) – herrscht ein viel höherer Blutdruck: Er schwankt hier zwischen etwa 80 mmHg (während der Diastole) und 120 mmHg (während der Systole). Das Hochdrucksystem beherbergt etwa 15 Prozent des gesamten Blutvolumens.

Kleiner und großer Blutkreislauf

Der Blutkreislauf setzt sich aus zwei miteinander verbundenen Kreisläufen zusammen: dem großen Blutkreislauf oder Körperkreislauf und dem kleinen Blutkreislauf oder Lungenkreislauf.

Der große Blutkreislauf oder Körperkreislauf beginnt in der linken Herzkammer (Ventrikel), die das sauerstoffreiche Blut mit hohem Druck in die Aorta (Hauptschlagader) pumpt. Über die Aorta und ihre Verzweigungen (Arterien, Arteriolen) gelangt das Blut in die feinsten Gefäße, die gleichzeitig den Übergang zum Venensystem darstellen – die Kapillaren. Über ihre dünne Wand erfolgt der Stoffaustausch (Sauerstoff, Nährstoffe, Abfallprodukte wie Kohlendioxid etc.) zwischen dem Gewebe und dem Blutkreislauf. Das nun sauerstoffarme und mit Kohlendioxid beladene Blut kehrt dann über die Venen zum Herzen zurück, und zwar in die rechte Herzhälfte. Dort beginnt der kleine Blutkreislauf oder Lungenkreislauf.

Welche Aufgabe hat der Blutkreislauf?

Die wichtigste Aufgabe des Blutkreislaufes ist die Verteilung und der Abtransport von Nährstoffen, Botenstoffen und Gasen. Näheres dazu entnehmen Sie den folgenden Texten:

Lungenkreislauf

Alles Wichtige über den kleinen Blutkreislauf lesen Sie im Beitrag Lungenkreislauf.

Pfortaderkreislauf

Ein besonderer Kreislaufabschnitt ist der venöse Kreislauf, der das Blut aus dem Verdauungstrakt über die Leber zur unteren Hohlvene transportiert. Mehr darüber lesen Sie im Beitrag Pfortaderkreislauf.

Wie wird der Blutkreislauf reguliert?

Der Blutkreislauf beziehungsweise der Blutdruck wird durch unterschiedliche Mechanismen reguliert, an denen unter anderem das vegetative Nervensystem und Hormone beteiligt sind.

Eine kurzfristige Regulierung ist etwa über Kreislaufreflexe möglich. Daran beteiligt sind verschiedene Sensoren wie zum Beispiel Druckrezeptoren (Barorezeptoren) in den Gefäßwänden, die den herrschenden Blutdruck messen. Die wichtigsten Barorezeptoren sitzen in der Wand von Aortenbogen und Karotissinus. Bei Anstieg des Blutdrucks werden die Gefäßwände gedehnt, was die Barorezeptoren erregt. Sie geben die Information über Nerven an das Gehirn weiter, das dann durch eine Aktivierung des Parasympathikus gegenregulieren kann: Dieser Teil des vegetativen Nervensystems sorgt unter anderem dafür, dass das Herz langsamer schlägt und sich die Blutgefäße weiten. In der Folge sinkt der Blutdruck.

Umgekehrt wird auch ein Blutdruckabfall von Sensoren registriert und ans Gehirn gemeldet. Durch eine Aktivierung des Sympathikus steigt die Herzfrequenz, und die Gefäße verengen sich – der Blutdruck steigt wieder.

Wichtige Sensoren für die Blutdruckregulation sitzen auch in den Nieren. Sie registrieren es, wenn die Durchblutung der Nieren abnimmt. In der Folge wird verstärkt der Botenstoff Renin ausgeschüttet, der seinerseits für eine Ausschüttung von Angiotensin II sorgt. Dieses Hormon bewirkt, dass sich die Gefäße verengen, was den Blutdruck nach oben treibt.

Langfristig kann der Blutkreislauf beziehungsweise Blutdruck über den Wasser- und Elektrolythaushalt gesteuert werden. Bei erhöhtem Blutdruck kann der Körper verstärkt Wasser über die Nieren ausscheiden und damit das Blutvolumen reduzieren- der Blutdruck sinkt. Bei zu niedrigem Blutdruck können die Nieren verstärkt Wasser im Körperzurückhalten, um das Blutvolumen und damit den Blutdruck wieder zu steigern.

Welche Probleme kann der Blutkreislauf verursachen?

Eine große Belastung für Herz & Kreislauf stellt der Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) dar: Bei den Betroffenen liegt der Blutdruck über längere Zeit bei 140/90 mmHg oder mehr. Ohne Behandlung schädigt dies das Herz und die Gefäße.

Liegt der erste (systolische) Blutdruckwert unter 100 mmHg, liegt Hypertonie vor (niedriger Blutdruck). Krankheitswert hat dies nur, wenn der Betroffene Symptome zeigt wie eine verminderte Leistungsfähigkeit, eine beeinträchtigte Konzentrationsfähigkeit oder kalte Hände und Füße.

Bei manchen Menschen führt rasches Aufrichten aus der liegenden oder sitzenden Position zu einem plötzlichen Blutdruckabfall (orthostatische Hypotonie): Den Betroffenen ist schwindelig, sie haben Ohrensausen und ein Flimmern vor den Augen. Auch andere Symptome wie Herzklopfen, Schweißausbruch und Blässe bis hin zu einem Kreislaufkollaps und Ohnmacht (Synkope) sind möglich.

Ein weiteres gesundheitliches Problem im Bereich des Blutkreislaufs ist der Schock. Darunter versteht man ein Kreislaufversagen mit kritischer Minderdurchblutung von Organen. Die Ursache kann zum Beispiel ein großer Blutverlust (hypovolämischer Schock) oder ein Pumpversagen des Herzens sein (kardiogener Schock). Eine weitere Möglichkeit ist eine heftige allergische Reaktion vom Soforttyp, die zu einem Versagen der Blutkreislauf-Regulierung führt (anaphylaktischer Schock).

Buy Nandrolone decanoate

also
Autor:
Eva Rudolf-Müller
Quellen:
  • Online-Informationen des Berufsverbands Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de (Abruf: 08.06.2016)
  • Klinke, R. & Silbernagl, S.: Lehrbuch der Physiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2005
  • Gauer, O. et al.: Physiologie des Menschen, Verlag Urban & Schwarzenberg, 23. Auflage, 1987
  • Waldeyer, A.: Anatomie des Menschen, Walter de Gruyter Verlag, 1. Auflage, 2002
  • Gerik, W.: Die Innere Medizin, Schattauer Verlag, 11. Auflage, 2007
  • Behrends, J. et al.: Duale Reihe Physiologie, Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2012
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin, Georg Thieme Verlag, 7. Auflage, 2013
Buy Nandrolone decanoate

also