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Beckenboden

Der Beckenboden ist mit seiner Muskulatur der untere Abschluss des Beckens. Er besteht aus drei Schichten, die aus mehreren Muskeln und Bindegewebsschichten zusammengesetzt sind. Der Beckenboden stabilisiert die Beckenorgane, die durch den aufrechten Gang des Menschen einen Druck nach unten ausüben. Durch die notwendigen Öffnungen für Darm, Harn- und Geschlechtsorgane hat er jedoch auch Schwachstellen. Lesen Sie alles Wichtige über den Beckenboden!

Was ist der Beckenboden?

Der Beckenboden ist der untere Abschluss des kleinen Beckens. Er besteht aus drei Muskelschichten, die nur enge Öffnungen für den Darm, die Harn- und Geschlechtsorgane aufweisen. Von innen nach außen sind dies: Diaphragma pelvis, Diaphragma urogenitale und die äußere Schließmuskelschicht. Die drei Muskelschichten sind fächerartig übereinander angeordnet und stehen an mehreren Stellen über Muskelfasern und Faszien miteinander in Verbindung. Insgesamt sind sie etwa vier Zentimeter dick.

Die stärkste und größte dieser drei Schichten ist das Diaphragma pelvis, die innere, trichterförmige Schicht des Beckenbodens. Sie besteht aus zwei Muskeln (Musculus levator ani und M. coccygeus). Das Diaphragma pelvis weist eine längsgerichtete Lücke (Levatorenschlitz) für die Harn- und Geschlechtswege auf. Bei der Frau ist dies die schwächste Stelle des Beckenbodens.

Das Diaphragma urogenitale ist eine zirka ein Zentimeter dicke, trapezförmige Muskelplatte, die beidseits von kräftigem Bindegewebe bedeckt wird. Sie erstreckt sich von der Schambeinfuge (Symphyse) und den beiden Schambeinästen bis zu den Sitzbeinhöckern und bedeckt den Levatorenschlitz teilweise von unten – allerdings verschließt sie die Schwachstelle nicht. Das Diaphragma urogenitale weist ebenfalls eine Öffnung für Harnröhre und (bei der Frau) Scheide auf. Die Fasern rund um die Durchtrittsstelle für die Harnröhre bilden den äußeren Harnröhrensphinkter (Blasenschließmuskel). Bei der Frau strahlen einige Muskelfasern in die Vaginalwand ein.  

Die äußere Schließmuskelschicht (äußere Beckenbodenmuskulatur) besteht aus mehreren einzelnen Muskeln. Dazu gehören vor allem der paarig angelegte Schwellkörpermuskel (Musculus bulbocavernosus = M. bulbospongiosus) und der ringförmige äußere Afterschließmuskel (M. sphincter ani externus). Bei der Frau bilden diese beiden eine achtförmige Muskelschlinge um Scheide und Analkanal.

Welche Funktion hat der Beckenboden?

Der Beckenboden hält die Bauch- und vor allem die Beckenorgane, die durch den aufrechten Gang des Menschen Druck nach unten ausüben. Er unterstützt auch den Verschluss des Darmes, der Harnröhre und der Vagina. Beim Heben schwerer Lasten oder starker körperlicher Anstrengung entsteht ein hoher Druck im Bauchraum, dem der Beckenboden Widerstand leisten muss. 

Das Diaphragma pelvis als stärkste Schicht hebt und schließt damit den Anus, ist also wichtig für die Stuhlkontinenz. Das Diaphragma urogenitale dagegen ist wichtig für den Harnröhrenverschluss und damit die Harnkontinenz. Der Schwellkörpermuskel, der zur äußeren Beckenbodenmuskulatur gehört, verengt bei Anspannung den Scheideneingang. Außerdem kontrahiert er sich beim weiblichen Orgasmus rhythmisch und unwillkürlich und bewirkt im Erregungszustand ein Aufrichten der Klitoris. Bei Männern unterstützt dieser Muskel die Harnentleerung sowie die Ejakulation.

Wo befindet sich der Beckenboden?

Der Beckenboden ist der muskulär-bindegewebige untere Abschluss des kleinen Beckens. Er lässt nur Lücken für den Darm und die Harn- und Geschlechtsorgane frei. Es besteht eine Verbindung zur Lendenwirbelsäule, zu den Beckenknochen und zum Steißbein.

Welche Probleme kann der Beckenboden verursachen?

Durch schwere körperliche Arbeit, Schwangerschaft und Geburt kann der Beckenboden geschwächt werden, was zu einer Harninkontinenz und einem Prolaps (Vorfall) von Blase oder Gebärmutter führen kann. Ein Dammriss bei einer Geburt kann zu Problemen mit dem Schließmuskel des Anus führen. Darüber hinaus sind auch gut- und bösartige Tumoren in der Beckenboden-Region möglich. 

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Autor:
Eva Rudolf-Müller
Quellen:
  • Kirsch, J. et al.: Taschenlehrbuch Anatomie, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2010
  • Waldeyer, A.: Anatomie des Menschen. Walter de Gruyter Verlag, 17. Auflage, 2002
  • Stiefel, A. et al.: Hebammenkunde, Georg Thieme Verlag, 5. Auflage, 2012
  • I care – Anatomie, Physiologie, Georg Thieme Verlag, 2015
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