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Natrium

Das Natrium gehört zu den Elektrolyten. Es wird größtenteils mit der Nahrung aufgenommen und über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Lesen Sie hier alles Wichtige über die Bedeutung von Natrium im Körper, welche Normalwerte gelten und welche Erkrankungen den Natriumspiegel beeinflussen.

Was ist Natrium?

Beim Natrium (chemisch: Na) handelt es sich um ein Kation, also ein positiv geladenes Ion. Insgesamt enthält der Körper etwa 100 Gramm Natrium (entspricht 3150 mmol). Aufgenommen wird es hauptsächlich über die Nahrung: Da vielen Nahrungsmitteln gerade in Industrieländern zur Konservierung Natrium zugesetzt wird, nimmt der Mensch etwa täglich 10 bis 12 Gramm zu sich. Das entspricht etwa dem Zweifachen des eigentlichen Tagesbedarfs.

Etwa 50 Prozent des Gesamtnatriums liegt außerhalb von Körperzellen im sogenannten Extrazellulärraum. Weitere 40 bis 45 Prozent lagern im Knochengewebe. Nur 5 bis 10 Prozent finden sich im Zellinneren.

Das Gleichgewicht zwischen der Natriumkonzentration im Inneren und Äußeren einer Zelle ist äußerst wichtig für die Volumenregulation der Zelle. Für seine Aufrechterhaltung ist die sogenannte Natrium-Kalium-ATPase zuständig. Dabei handelt es sich um eine Ionenpumpe in der Zellmembran, die gegenläufig Natrium- und Kaliumionen über die Zellhülle austauscht.

Wie funktioniert die Natriumausscheidung?

Die Ausscheidung von Natrium erfolgt hauptsächlich über die Nieren mit dem Urin, in geringem Maße auch über den Stuhl und den Schweiß. Unser Körper ist sehr sensibel für Schwankungen des Natriumspiegels. Abweicungen vom normalen Spiegel gleicht er (sofern er gesund ist) entsprechend mit einer verstärkten oder verminderten Natriumausscheidung über die Nieren aus. Dabei spielen verschiedene Hormone eine Rolle:

Das Hormon Aldosteron, das bei Natriummangel im Blut von der Nebenniere ausgeschüttet wird, verringert die Ausscheidung von Natrium. Das Peptidhormon ANP aus den Herzmuskelzellen hingegen fördert die Ausscheidung von Natrium.

Wann bestimmt man das Natrium?

Der Arzt bestimmt das Natrium im Blut oder Urin bei:

  • Störungen des Flüssigkeitshaushaltes und des Säure-Basen-Haushaltes
  • Elektrolytstörungen
  • „Wasseransammlungen“ jeglicher Art (Ödeme), zum Beispiel in den Beinen oder der Lunge
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • verschiedenen hormonellen Erkrankungen (zum Beispiel Hyperaldosteronismus)
  • Nierenschwäche (Niereninsuffizienz)
  • vermehrtes Durstgefühl (Polydipsie) oder häufiges Wasserlassen (Polyurie)

Außerdem wird der Natriumspiegel bei Patienten auf der Intensivstation und bei Infusionstherapien überwacht.

Der Natriumgehalt des Schweißes wird vor allem bei Verdacht auf zystische Fibrose (Mukoviszidose) ermittelt. Der Arzt verabreicht dazu Pilocarpin, eine Substanz, welche die Schweißdrüsen stimuliert. Danach wird der Schweiß für eine halbe Stunde gesammelt, um anschließend die Natrium- und Chlorid-Konzentration in der Probe zu messen.

Welche Natriumwerte sind normal?

Natrium-Normalwert

Blut

135 - 145 mmol/l

24-Stunden-Sammelurin

50 - 200 mmol/24 h

Schweiß

5 - 55 mmol/l

Wann ist das Natrium erniedrigt?

Ist der Natriumwert zu niedrig, spricht der Mediziner von einer Hyponatriämie. Definitionsgemäß besteht sie ab einer Serumkonzentration von weniger als 135 mmol/l. Ursache ist entweder eine vermehrte Ausscheidung oder eine „Verdünnung“ des Blutes, also ein relativer Natriummangel.

Zu einer vermehrten Ausscheidung von Natrium kommt es zum Beispiel bei:

Auch durch häufiges Erbrechen, Durchfälle oder sehr starkes Schwitzen kann sich ein Natriumverlust entwickeln.

Eine Verdünnungshyponatriämie entsteht unter anderem durch chronische Nieren- oder Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, Eiweißverlust über die Nieren oder dem Trinken von destilliertem Wasser.

Weiterführende Informationen: Natriummangel

Wenn Sie mehr über die Folgen und die Behandlung eines erniedrigten Natriumspiegels im Blut erfahren möchten, lesen Sie den Beitrag Natriummangel.

Wann ist das Natrium erhöht?

Ein Überschuss an Natrium wird als Hypernatriämie bezeichnet. Er entsteht oft durch Wasserverlust – zum Beispiel bei wässrigen Durchfällen, starkem Fieber und Schwitzen oder großflächigen Verbrennungen. Eine weitere mögliche Ursache für Natriumüberschuss ist die vermehrte Zufuhr des Kations, zum Beispiel durch:

  • Verabreichung großer Mengen natriumhalter Infusionslösung (wie Natriumchlorid oder Natriumbicarbonat)
  • Trinken von Salzwasser
  • natriumreiche Dialysatflüssigkeit bei Nierenkranken

Auch hormonelle Störungen fördern die Anreicherung von Natrium: Beim primären Hyperaldosteronismus (auch Conn-Syndrom genannt) bildet der Körper vermehrt Aldosteron. Das ist jenes Hormon, das die Natrium-Ausscheidung bremst.

Was passiert, wenn man zu viel Natrium im Körper hat?

Ist der Natriumspiegel im Blut erhöht, äußert sich das zuerst in einem starken Durstgefühl, Schwäche, Fieber und Unruhe.

Da Menschen mit einer eingeschränkten Wahrnehmung für Durst (zum Beispiel ältere Patienten) die beginnende Hypernatriämie nicht bemerken, laufen sie Gefahr, einen schweren Natriumüberschuss zu entwickeln. Gleiches gilt für Patienten, die nicht selbstständig trinken können, also Pflegebedürftige, Bewusstlose oder Säuglinge.

Wird die Hypernatriämie nicht durch Wasseraufnahme ausgeglichen, kommt es zu einer Übererregbarkeit der Muskelreflexe und Muskelkrämpfe sowie zu Bewusstseinseintrübung bis hin zum Koma.

Was tun bei verändertem Natrium-Wert?

Die Therapie einer Hypo- oder Hypernatriämie orientiert sich sowohl an den Beschwerden als auch an der zugrundeliegenden Erkrankung.

Wie wird ein Mangel an Natrium behandelt?

Besteht eine Hyponatriämie aufgrund eines zu hohen Flüssigkeitsvolumens im Körper, muss der Patient seine Trinkmenge einschränken. Bei einer plötzlichen, schweren Form von Hyponatriämie werden Infusionen mit Natrium verabreicht.

Außerdem wird nach Möglichkeit die Ursache beseitigt beziehungsweise behandelt. So können zum Beispiel auslösende Medikamente vorübergehend abgesetzt oder in der Dosis reduziert werden.

Wie wird ein Überschuss an Natrium behandelt?

Beruht der Natriumüberschuss auf Wasserverlust, braucht der Körper Flüssigkeit: Der Arzt kann zum Beispiel eine natriumfreie Infusion mit zuckerhaltiger Lösung verabreichen.

Liegt hingegen eine echte Hypernatriämie – also ein echter Überschuss an Natrium-Ionen – vor, muss die Zufuhr von natriumhaltigen Lösungen oder Nahrungsmitteln eingeschränkt werden. Außerdem verabreicht der Arzt ein Medikament zur Steigerung der Natriumausscheidung über die Nieren.

Natriumreiche und –arme Lebensmitteln

Für Patienten mit Erkrankungen, die eine natriumarme Ernährung erfordern, ist die Kenntnis um den Salzgehalt der Nahrungsmittel wichtig. Folgende Tabelle liefert einige Beispiel für Lebensmittel, bei denen der Gehalt an Natrium hoch beziehungsweise niedrig ist.

Niedriger Natriumgehalt

Hoher Natriumgehalt

Kaffee, Tee und Säfte

Natriumreiches Mineralwasser

Nudeln

Käse (wie Feta oder Parmesan)

Reis, Grieß und Mais

Wurstwaren, Pökelfleisch

frische Früchte und Gemüse

Fischkonserven (wie Ölsardinen oder Rollmops)

Nüsse (sofern nicht gesalzen)

Fertigsuppen und Fertigsaucen (allerdings gibt es auch natriumarme Alternativen)

Allgemein empfiehlt es sich bei einer natriumarmen Ernährung Fertigprodukte wie Fertigsuppen oder fertige Gewürzmischungen zu meiden. Diesen ist nämlich in der Regel viel Natrium zugesetzt.

Wer sollte sich natriumarm ernähren?

In folgenden Fällen können Patienten von einer Ernährung mit wenig Natrium profitieren:

Der behandelnde Arzt wird jedem Patienten sagen, wie stark die tägliche Natriumzufuhr eingeschränkt werden sollte. Bei einer natriumreduzierten Diät sollte man im Allgemeinen pro Tag nicht mehr als 2,4 Gramm Natrium zu sich nehmen, bei einer streng natriumarmen Diät sogar unter 0,4 Gramm pro Tag.

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Autoren:
Lena Machetanz, Eva Rudolf-Müller
Vorlage:
Dr. med Karlheinz Zeilberger
Quellen:
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  • Gerok, W. et al.: Die Innere Medizin. Schattauer Verlag, 11. Auflage, 2007
  • Gressner, A. M. & Arndt, T.: Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik. Springer Verlag, 1. Auflage, 2007
  • Hagemann, O.: Laborlexikon, www.laborlexikon.de (Abruf 12.11.2017)
  • Heinrich, P. C. et al.: Löffler/Petrides – Biochemie und Pathobiochemie. Springer Verlag, 9. Auflage, 2014
  • Horn, F.: Biochemie des Menschen. Georg Thieme Verlag, 6. Auflage, 2015
  • Reinhardt, D. et al.: Therapie der Krankheiten im Kindes- und Jugendalter. Springer Verlag, 9. Auflage, 2014
  • Pape, H. C. et al.: Physiologie. Georg Thieme Verlag, 7. Auflage, 2014
  • Striebel, H. W.: Operative Intensivmedizin. Schattauer Verlag, 2. Auflage, 2015
  • Sutor, P. M.: Checkliste Ernährungsmedizin. Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2008
  • Wehling, M.: Klinische Pharmakologie. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2011
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