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Insulin und C-Peptid

Die Blutspiegeln von Insulin und C-Peptid werden vor allem zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Diabetes bestimmt. Abweichende Messwerte können aber auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Lesen Sie mehr über die Bedeutung von Insulin und C-Peptid als Laborwerte!

Was ist Insulin, was ist das C-Peptid?

Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in einer Vorläuferversion (Proinsulin) hergestellt wird. Diese Vorstufe wird zu gleichen Teilen in das aktive Hormon Insulin sowie das C-Peptid gespalten.

Insulin ist wichtig für die Regulierung der Blutzuckermenge - es ist das einzige Hormon im Körper, das den Glukosespiegel senken kann. Sein Gegenspieler ist Glukagon, ebenfalls ein Hormon der Bauchspeicheldrüse. Es lässt den Blutzuckerspiegel ansteigen.

Kurz nach der Nahrungsaufnahme steigt der Blutzuckerspiegel an, weil die Glukose aus der Nahrung in das Blut übergeht. Dies ist der wichtigste Stimulus für die Insulinausschüttung: Insulin bewirkt, dass der Zucker aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen wird. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel. Gleichzeitig beeinflusst Insulin auf vielfältige Weise die Weiterverarbeitung der Glukose in den Zellen sowie den Fett- und Proteinstoffwechsel.

Wann werden Insulin und C-Peptid bestimmt?

C-Peptid und Insulin befinden sich in gleichen Mengen im Körper. Insulin wird allerdings rasch von der Leber aufgenommen. Etwa fünf Minuten nach seiner Ausschüttung ist nur noch rund die Hälfte des Insulins im Blut. C-Peptid und Proinsulin sind dagegen viel länger im Blut nachweisbar. Deshalb können diese Werte besser herangezogen werden, um die körpereigene Insulinproduktion zu beurteilen. Das ist vor allem bei Diabetes-Patienten wichtig.

Insulin alleine wird selten bestimmt, zum Beispiel wenn der Arzt den Verdacht auf einen bestimmten Tumor der Bauchspeicheldrüse hat (Insulinom). Der Arzt lässt das Hormon auch bestimmen, wenn er vermutet, dass der Patient missbräuchlich Insulin oder Sulfonylharnstoffe verwendet. Dieses Verhalten heißt Hypoglycaemia factitia.

Insulin, C-Peptid und Proinuslin kann der Arzt nur in Verbindung mit der korrespondierenden Blutzuckerkonzentration beurteilen (also ist bei einer bestimmten Blutglukosemenge auch ausreichend Insulin vorhanden).

Insulin und C-Peptid: Normwerte

Beide Parameter werden im Blutserum nachgewiesen. Der Patient muss nüchtern zur Blutprobe kommen, das heißt er darf zehn bis zwölf Stunden vorher nichts essen. Der Insulin-Spiegel im Blut beträgt dann normalerweise 5 bis 30 mU/l (Mikro-Einheiten = Mikro-Units pro Liter).

Für das C-Peptid gelten folgende Normwerte:

Bedingungen

C-Peptid: Norm

12-stündiges Fasten

0,7 - 2,0 µg/l

längeres Fasten

< 0,7 µg/l

Maximalwerte unter Glukose- oder Glukagon-Stimulation

2,7 - 5,7 µg/l

Stimulierte C-Peptid-Werte nach der Verabreichung von Glukose oder Glukagon zeigen dem Arzt, ob ein Diabetes-Patient Insulinspritzen benötigt oder mit oralen Diabetesmedikamenten behandelt werden kann.

Was sagen Insulin- und C-Peptid-Werte aus?

Ein Mangel an Insulin hat einen chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel zur Folge - Mediziner sprechen von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Es gibt verschiedene Formen von Diabetes, die häufigsten sind Typ 1 und Typ 2. Vereinfacht kann man sagen:

Typ-1-Diabetiker haben einen absoluten Mangel an Insulin, das heißt ihre Bauchspeicheldrüse produziert kein Insulin mehr. Sie müssen dem Körper Insulin zuführen.

Typ-2-Diabetiker leiden unter einem relativen Insulinmangel. Sie produzieren zwar noch Insulin, aber die Zellen reagieren nicht mehr gut auf das Hormon. Als Reaktion darauf schüttet der Körper immer mehr davon aus (Hyperinsulinämie), was die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse mit der Zeit erschöpft.

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Autoren:
Dr. med. Karlheinz Zeilberger, Eva Rudolf-Müller
Vorlage:
Dr. med. Felicitas Witte
Quellen:
  • Schäffler, A.: Funktionsdiagnostik in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel, Springer Verlag, 3. Auflage, 2015
  • Hagemann, O.: Laborlexikon, www.laborlexikon.de (Abruf: 09.11.2017)
  • Neumeister, B. et al.: Klinikleitfaden Labordiagnostik, Elsevier/Urban & Fischer Verlag, 4. Auflage, 2009
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