Sodbrennen

Hanna Rutkowski

Hanna Rutkowski ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion.

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

Unter Sodbrennen leiden viele Menschen nach dem Genuss üppiger Speisen oder Alkohol. Dabei fließt Magensäure nach oben in die Speiseröhre und reizt die Schleimhaut. Symptome wie brennende Schmerzen und ein Druckgefühl hinter dem Brustbein sind die Folgen. Passiert der Rückfluss (Reflux) von Magensäure nur gelegentlich, besteht meist kein Grund zur Sorge. Häufigeres Sodbrennen aber kann auf die Refluxkrankheit hinweisen. Lesen Sie alles Wichtige zum Thema: Wie äußert sich Sodbrennen? Wodurch wird es ausgelöst? Was tun gegen Sodbrennen? Wann muss man zum Arzt?

Sodbrennen

Kurzübersicht

  • Was ist Sodbrennen? Rückfluss (Reflux) von Magensäure in die Speiseröhre und evtl. sogar bis in den Mund. Typische Anzeichen sind etwa saures Aufstoßen und brennende Schmerzen hinter dem Brustbein. Tritt Sodbrennen nicht häufiger auf, spricht man von der Refluxkrankheit (gastroösophageale Refluxkranheit, GERD).
  • Ursachen und Risikofaktoren: Schwäche bzw. Funktionsstörung des Schließmuskels am Mageneingang, üppige Mahlzeiten, Alkohol, Kaffee, Rauchen, Zitrusfrüchte, bestimmte Medikamente, Schwangerschaft, Stress, verschiedene Erkrankungen wie Zwerchfellbruch, Magenschleimhautentzündung (z.B. durch den Magenkeim Helicobacter pylori),
  • Untersuchungen: Arzt-Patient-Gespräch (Anamnese), körperliche Untersuchung, evtl. weitere Untersuchungen wie Spiegelung (Endoskopie) von Speiseröhre und Magen, Langzeit-Säuremessung (pH-Metrie) - evtl. kombiniert mit der sogenannten Impedanzmessung (als pH-Metrie-MII), Druckmessung (Manometrie) in der Speiseröhre
  • Behandlung: Hausmittel bei leichtem, gelegentlichem Sodbrennen (Natron, stärkehaltige Nahrungsmittel, Nüsse etc.). Medikamente bei hartnäckigem oder wiederholtem Sodbrennen bzw. Refluxkrankheit. Evtl. chirurgischer Eingriff bei Refluxkrankheit.
  • Vorbeugung: Übergewicht abbauen; auf Genussmittel und Lebensmittel verzichten, welche Sodbrennen begünstigen (Alkohol, Nikotin, Kaffee, scharf gewürzte Speisen, Fettiges und Frittiertes etc.); mittels Sport und Entspannungstechniken Stress abbauen

Sodbrennen: Beschreibung

Die Anzeichen von Sodbrennen lassen sich schon aus dem Namen ableiten: „Siedender“ Mageninhalt steigt in die Speiseröhre auf und verursacht brennende Schmerzen. Vor allem nach fettigem, reichhaltigem Essen und Alkohol treten die typischen Beschwerden auftreten, die der Rückfluss von Mageninhalt verursacht:

  • Aufstoßen, vor allem von Säure und Speisebrei
  • brennende Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Druckgefühl im Oberbauch

Bei einigen Menschen macht sich Reflux auch durch morgendliche Heiserkeit, Räuspern oder Husten bemerkbar. Grund: Der aufsteigende Magensaft reizt die Stimmbänder und die Rachenschleimhaut.

Steigt der Mageninhalt bis in den Mundraum hoch, sorgt das nicht nur für einen unangenehmen Geschmack im Mund. Es kann auf Dauer auch den Zahnschmelz angreifen.

Tritt Sodbrennen nur gelegentlich auf, ist es meist harmlos. Häufiger Reflux allerdings kann ein Anzeichen der sogenannten Refluxkrankheit sein. Dabei ist meist der untere Speiseröhren-Schließmuskel erschlafft, sodass die Magensäure sehr leicht nach oben steigen kann. Oft verstärken falsche Ess- und Lebensgewohnheiten den Reflux zusätzlich.

Folgen von häufigem Sodbrennen

Die Refluxkrankheit kann sich zur sogenannten Refluxösophagitis weiterentwickeln: Dabei entzündet sich die Schleimhaut der Speiseröhre (Ösophagus) aufgrund des wiederholten Kontakts mit der hoch steigenden Magensäure. Ohne Behandlung kann sich ein blutendes Schleimhautgeschwür (Ulcus) entwickeln. Außerdem können die Entzündungsprozesse zu narbenähnlichen Verengungen (Strikturen) der Speiseröhre führen. Diese Engstellen behindern den Transport des Speisebreis in den Magen. Das kann sich an Schluckproblemen bemerkbar machen.

Eine weitere mögliche Folge von wiederholtem Sodbrennen bei Refluxkrankheit ist der sogenannte Barrett-Ösophagus: Dabei sind die Zellen im unteren Drittel der Speiseröhre krankhaft verändert. Der Barett-Ösophagus zählt zu den Krebsvorstufen: Es kann sich daraus ein bösartiger Speiseröhrentumor (Speiseröhrenkrebs oder Ösophaguskarzinom) entwickeln. Das kann passieren, wenn die empfindliche Schleimhaut der Speiseöhre über Jahre wiederholt der aggressiven Magensäure ausgesetzt ist.

Sodbrennen: Behandlung

Wer nur gelegentlich unter schmerzhaftem Reflux von Magensaft leidet, kann sich mit Hausmitteln behelfen. Reicht das nicht aus oder tritt das Sodbrennen häufiger auf, sollten Sie zum Arzt gehen und die Ursache abklären lassen.

Sodbrennen: Hausmittel

Gelegentliches Sodbrennen lässt sich oftmals mit Hausmitteln beheben:

  • Essen Sie bei Sodbrennen stärkehaltige Nahrungsmittel wie trockenes Weißbrot, Zwieback, Kartoffeln oder Bananen: Sie können schnell einen Überschuss an Magensäure binden und so das Sodbrennen lindern.
  • Ein Glas Milch oder das Kauen von Nüssen soll die Magensäure neutralisieren.
  • Ein Löffel Senf nach einer Mahlzeit soll aufgrund der darin enthaltenen Senföle das Entstehen von Reflux verhindern.
  • Ein altes Hausmittel gegen Sodbrennen ist Natron, das beispielsweise in Backpulver steckt. Es regiert chemisch mit der Salzsäure des Magens. Dabei entstehen Wasser und das Gas CO2. Allerdings kann letzteres den Druck im Bauchraum erhöhen und damit indirekt wieder den Säurereflux fördern.

Sodbrennen: Medikamente

Was hilft gegen Sodbrennen, wenn Hausmittel versagen, oder die Beschwerden gehäuft auftreten? Die Antwort: Medikamente aus der Apotheke. Sie sind zum Teil freiverkäuflich, zum Teil rezeptpflichtig. Im Wesentlichen werden folgende Wirkstoffgruppen zur Behandlung von Sodbrennen beziehungsweise der Refluxkrankheit eingesetzt.

Protonenpumpenhemmer (PPI) sind die wichtigsten Mittel gegen Sodbrennen und Refluxkrankheit. Sie verhindern die Bildung eines Enzyms, das an den säurebildenden Zellen in der Magenschleimhaut Kanäle für den Ausstrom der Magensäure öffnet. Das heißt also: Die Ausschüttung von Magensäure wird gehemmt. In geringer Dosierung und begrenzter Anzahl sind die Magenschutzmittel frei verkäuflich. Höher dosierte Protonenpumpenhemmer sind dagegen rezeptpflichtig. Vetreter dieser Wirkstoffgruppe sind zum Beispiel Omeprazol und Pantoprazol.

H2-Antihistaminika (H2-Blocker) hemmen die Wirkung des Botenstoffes Histamin, indem sie dessen Bindungsstellen (Rezeptoren) im Magen besetzen. Eigentlich kurbelt Histamin durch Andocken an seine Rezeptoren die Freisetzung von Magensäure an. Sitzen allerdings schon H2-Blocker an den Histamin-Rezeptoren, kann der Botenstoff seine Wirkung nicht entfalten - die Säuremenge im Magen sinkt. Das kann Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden lindern. Manche H2-Antihistaminika sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, beispielsweise Ranitidin. Andere Vertreter dieser Wirkstoffgruppe wie Cimetidin bekommt man dagegen nur auf Rezept.

Antazida wie Magnesiumhydroxid sind basische Salze, die bereits gebildete Magensäure im Magen binden und neutralisieren. Das kann man ausnutzen, um gelegentliches leichtes Sodbrennen und Reflux-Symptome nach dem Essen zu lindern. Die säurebindenden Mittel sind frei verkäuflich. Im Vergleich zu früher werden sie heute aber nur noch relativ selten angewendet.

Hinweis: Wie und in welcher Dosierung die einzelnen Mittel gegen Sodbrennen eingenommen werden sollten, erfahren Sie von Ihrem Arzt oder Apotheker. Halten Sie sich an diese Empfehlungen, um Nebenwirkungen möglichst zu vermeiden!

Sodbrennen: Operation

In bestimmten Fällen kommt zur Behandlung von Sodbrennen beziehungsweise der Refluxkrankheit ein chirurgischer Eingriff in Frage. Das kann etwa der Fall sein, wenn die Medikamente gegen Sodbrennen nicht wirken oder nicht vertragen werden beziehungsweise die Beschwerden sehr stark sind.

Bei der Anti-Reflux-Operation (Fundoplikatio) legt der Chirurg den oberen Teil des Magens um das untere Ende der Speiseröhre und fixiert ihn mit einer Naht. Das stärkt den Schließmuskel am Mageneingang und beugt so Reflux und Sodbrennen vor. Zwar können die meisten Patienten nach dem Eingriff nicht ganz auf Mittel gegen Sodbrennen verzichten. Sie brauchen aber im Allgemeinen deutlich weniger Medikamente.

Sodbrennen: Vorbeugung

Die meisten Menschen werden vom Sodbrennen nur nach einer besonders üppigen Mahlzeit, ausgiebigem Alkoholgenuss oder Stress geplagt. Tatsächlich ist ein ungesunder Lebensstil die häufigste Sodbrennen-Ursache – und damit ein besonders vielversprechender Behandlungsansatz:

  • Vermeiden Sie Nikotin und Alkohol. Beide Genussmitel begünstigen Sodbrennen, und zwar über mehrere Mechanismen. Unter anderem regen sie die Ausschüttung von Magensäure an und wirken entspannend auf die Muskulatur - auch auf den Schließmuskel am Mageneingang.
  • Auch Schokolade, Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke, Zitrusfrüchte, scharf gewürzte Speisen, Fettes und Frittiertes regen die Produktion der Magensäure an. Wer zu Sodbrennen neigt, sollte solche Speisen und Getränke deshalb höchstens in kleinen Mengen genießen.
  • Vermeiden Sie ein üppiges Abendessen und nehmen Sie in den letzten Stunden vor dem Schlafengehen nur leichte Kost zu sich.
  • Wer vor allem nachts unter Sodbrennen leidet, sollte mindestens vier Stunden vor dem Schlafengehen gar nichts mehr essen. Auch ein Hochlagern des Oberkörpers mit Kissen erschwert ein Aufsteigen der Magensäure in die Speiseröhre. Manchmal hilft es zudem, sich bei Sodbrennen im Liegen auf die linke Körperseite zu drehen. Dann liegt nämlich der Eingang zum Magen oben, was den Rückfluss von Mageninhalt erschwert.
  • Entspannungstechniken und Sport sind gut geeignet, die innere Anspannung zu lösen und den Reflux-Auslöser Stress zu reduzieren.
  • Bei Übergewicht herrscht ein zusätzlicher Druck auf den Magen, wodurch leicht Magensaft in die Speiseröhre gepresst werden kann. Wer zu viele Kilos auf die Waage bringt, sollte deshalb mit gesunder, kalorienreduzierter Ernährung und viel Bewegung abspecken. Das beugt Sodbrennen und anderen Gesundheitsproblemen vor.

Sodbrennen: Ursachen und mögliche Erkrankungen

Sodbrennen beziehungsweise die Refluxkrankheit entsteht oft durch eine Funktionsstörung des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen. Normalerweise sorgt der sogenannte untere Ösophagussphinkter dafür, dass der Mageninhalt nicht in die Speiseröhre hochsteigen kann. Warum er manchmal nicht richtig funktioniert, bleibt oft unklar. Allerdings können verschiedene Faktoren den Reflux begünstigen. Dazu zählen zum Beispiel Alkohol und Nikotin: Sie wirken entspannend auf die Muskulatur - auch der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen erschlafft unter der Einwirkung von Bier, Zigarette & Co. Zudem steigern die zwei Genussmittel die Produktion von Magensäure. Beide Mechanismen fördern das Auftreten von Sodbrennen.

Auch üppige, fetthaltige Mahlzeiten, Schokolade, Kaffee, heiße Getränke, Säfte aus Zitrusfrüchten und bestimmte Medikamente können zum Reflux beitragen. Unter den Medikamenten können zum Beispiel manche Blutdrucksenker und Antibiotika, Osteoporose-Medikamente (Bisphosphonate) sowie Schmerzmittel und Entzündungshemmer aus der Gruppe der NSAR (Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac etc.) Sodbrennen auslösen.

Manche Betroffene berichten auch, dass Stress, Ärger oder eine bestimmte Körperhaltung (wie Vorbeugen) bei ihnen den Reflux begünstigt. Besonders anfällig für Sodbrennen sind zudem Menschen mit starkem Übergewicht: Die Körpermasse und ein vermehrter Fettanteil im Bauchraum steigern den im Magen herrschenden Druck. So kann es leicht passieren, dass Mageninhalt nach oben in die Speiseröhre "gepresst" wird.

Zu einer Druckerhöhung im Bauchraum kommt es auch bei schwangeren Frauen. Deshalb ist Sodbrennen in der Schwangerschaft ebenfalls weit verbreitet.

Darüber hinaus können verschiedene Erkrankungen einen Reflux verursachen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Zwerchfellbruch: Normalerweise tritt die Speiseröhre kurz vor dem Magen durch das Zwerchfell hindurch. Bei der sogenannten Hiatushernie aber hat das Zwerchfell ein Loch. Ein Teil des Magens schiebt sich durch dieses Loch nach oben und wird etwas eingeschnürt. So kann Mageninhalt hoch in die Speiseröhre gedrückt werden. Der Zwerchfellbruch wird oft nur zufällig entdeckt, wenn der Patient aufgrund von häufigem Sodbrennen den Arzt aufsucht.
  • Speiseröhrenentzündung: Eine Ösophagitis kann unter anderem durch verschluckte Fremdkörper (Verletzung der Schleimhaut in der Speiseröhre) oder Krankheitserreger wie Bakterien ausgelöst werden. Die angegriffene, gereizte Schleimhaut kann sich mit Sodbrennen bemerkbar machen. Achtung: Eine Ösophagitis kann auch die Folge von Reflux sein.
  • Reizmagen: Der Begriff Reizmagen (oder "funktionelle Dyspepsie) bezeichnet verschiedene Oberbauchbeschwerden, für die sich keine organische Ursache finden lässt. Zu den möglichen Beschwerden zählen neben saurem Aufstoßen und Sodbrennen unter anderem auch Schmerzen, Druck- und Völlegefühl im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen sowie Appetitlosigkeit.
  • Magenschleimhautentzündung: Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann durch das Bakterium Helicobacter pylori verursacht sein. Auch Reizstoffe wie Nikotin, Kaffee und Alkohol sowie Stress kommen als Ursache in Frage. Zu den Symptomen der Entuündung
  • Ausstülpungen der Speiseröhrenwand: Diese Ösophagusdivertikel können unter anderem Aufstoßen und Sodbrennen auslösen.
  • Achalasie: Das ist eine seltene Erkrankung, bei der die Kontraktionsfähigkeit der Muskeln in der Speiseröhrewand abgeschwächt ist. Auch die Funktion des Schließmuskels am Mageneingang ist gestört. Der Transport von Nahrung in den Magen ist beeinträchtigt, was sich unter anderem in Aufstoßen und Sodbrennen äußert.
  • Diabetes: Bei einer fortgeschrittenen Zuckerkrankheit kann die Nervensteuerung der Speiseröhre in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch bei dieser Störung funktioniert der Transport von Speisebrei nicht mehr richtig.

Achtung:Ein Herzinfarkt äußert sich manchmal mit Symptomen, die dem Sodbrennen ähnlich sind. Vorerkrankungen des Herzens sollten also bei der Klärung der Beschwerden immer berücksichtigt werden.

Sodbrennen: Wann müssen Sie zum Arzt?

Fettiges, üppiges Essen, das schwer im Magen liegt, und oben drauf noch ein Verdauungsschnaps – das ist für den Magen ein "reizendes" Programm, das oft zu Sodbrennen führt. Solange die Beschwerden nur gelegentlich auftreten und spontan wieder verschwinden, gelten sie als harmlos.

Stößt einem der saure Mageninhalt öfters auf, steckt vielleicht eine Refluxkrankheit hinter dem Sodbrennen. Symptome dieser Erkrankung sind neben häufigem Sodbrennen oft auch Reizhutsen, morgendliches Räuspern, belegte Stimmte, Heiserkeit und ein schlechter Geschmack im Mund. Solche Beschwerden sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Sodbrennen: Was macht der Arzt?

Zur Abklärung von Sodbrennen führt der Arzt zuerst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten. So kann er dessen Krankengeschichte erheben (Anamnese). In dem Gespräch fragt der Arzt unter anderem, wie lange das Sodbrennen schon besteht, wie häufig es auftritt und ob es sich zum Beispiel im Liegen verstärkt. Außerdem erkundigt er sich nach eventuellen weiteren Beschwerden sowie bekannten Vorerkrankungen und ob der Patient irgendwelche Medikamente einnimmt.

Nach dem Anamnesegespräch folgt eine körperliche Untersuchung.

Vermutet der Arzt aufgrund der Anamnese bei erwachsenen Patienten eine Refluxkrankheit und bestehen keine Alarmsymptome (Schmerzen beim Schlucken, häufiges Erbrechen, Blutarmut etc.), kann er gleich Protonenpumpenhemmer verschreiben (empirische PPI-Therapie ohne weitere Untersuchungen).

Wenn aber Alarmsymptome auftreten, können ernste Komplikationen dahinter stecken (wie Verengungen der Speiseröhre, blutende Schleimhautgeschwüre, Barrett-Ösophagus etc.). Zur Abklärung sind immer weiterführende Untersuchungen nötig. Das Gleiche gilt, wenn sich der Arzt bei der Diagnose Refluxkrankheit nicht sicher ist oder der Patient noch ein Kind ist.

Zu den möglichen weiterführenden Untersuchungen zählen:

  • Spiegelung von Speiseröhre und Magen: Dabei schiebt der Arzt dem Patienten vorsichtig ein schlauchförmiges Instrument (Endoskop) über den Mund in die Speiseröhre und hinunter in den Magen. Am vordernen Ende des Endoskops sitzen eine Lichtquelle und eine kleine Videokamera. So kann der Arzt die Schleimhaut von Speiseröhre und Magen genau begutachten. Er achtet dabei zum Beispiel auf entzündete, gerötete Stelle, Verengungen der Speiseröhre und blutende Geschwüre. Bei Bedarf lassen sich über das Endoskop zudem winzige Instrumente einführen, um Gewebeproben (Biopsien) auffälliger Bereiche zu entnehmen. Diese werden dann im Labor mikroskopisch untersucht.
  • 24-Stunden-pH-Metrie: Bei diesem Verfahren wird eine feine Sonde über die Nase in die Speiseröhre des Patienten geschoben und kurz vor dem Mageneingang platziert. Sie verbleibt für 24 Stunden an dieser Stelle und misst in dieser Zeit kontinuierlich den Säuregrad in der unteren Speiseröhre. So kann man Säurerückfluss aus dem Magen nachweisen.
  • 24-Stunden-pH-Metrie-MII: Mit dieser Variante der zuvor beschriebenen 24-Stunden-pH-Metrie lässt sich nicht nur der Rückfluss von saurem Mageninhalt, sondern auch der von nicht-saurem Mageninhalt nachweisen. Gelegentlich kann nämlich auch dies zu Krankheitssymptomen führen. Die Abkürzung MII steht übrigens für "multikanale intraluminale Impedanzmessung".
  • Speiseröhrendruckmessung: Bei der sogenannten Ösophagusmanometrie wird eine feine Sonde mit Drucksensoren in die Speiseröhre eingeführt und dann schrittweise zurückgezogen, während der Patient in kleinen Schlucken Wasser trinkt. So lässt sich für jeden Abschnitt die Funktionsfähigkeit der Ösophagusmuskulatur ermitteln. Diese Untersuchung wird nur in bestimmten Fällen empfohlen, etwa bei Patienten mit Sodbrennen, Schluckbeschwerden und Schmerzen hinter dem Brustbein.
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