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Hexenschuss

Als Hexenschuss (Lumbago, Lumbalgie) bezeichnen Mediziner akut einsetzende Kreuzschmerzen, die man sich meist durch eine ungünstige oder ungewohnte Bewegung des Rumpfes zuzieht. Sie sind im Allgemeinen harmlos und bessern sich von allein wieder. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Was ist ein Hexenschuss? Wie entsteht er? Was tun bei Hexenschuss (Übungen, Medikamente etc.)?

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Hexenschuss: Beschreibung

Der umgangssprachliche Begriff Hexenschuss bezeichnet akut einschießende Schmerzen im Lendenwirbelbereich. Die Fachbezeichnung für diesen akuten Kreuzschmerz lautet Lumbalgie oder Lumbago (der Ausdruck „akute Lumbago“ ist demnach unsinnig).

Kreuzschmerzen gelten als Volksleiden. Gut zwei Drittel aller Patienten mit Rückenbeschwerden „haben es im Kreuz“.

Lokales Lumbalsyndrom

Der Begriff „lokales Lumbalsyndrom“ umfasst alle Krankheitszustände, die auf degenerative und funktionelle Störungen in der Lendenwirbelsäule zurückzuführen sind und deren Symptome auf den die Lendenwirbelregion begrenzt bleiben. Es gehören dazu alle Übergänge zwischen dem einfachen Hexenschuss (Lumbago), der akut einsetzt und ebenso schnell wieder verschwindet, bis hin zu chronisch-wiederkehrenden (rezidivierenden) Kreuzschmerzen.

Hexenschuss: Symptome

Die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule ist bei einem Hexenschuss schmerzbedingt eingeschränkt. Viele Betroffene können sich nicht mehr bücken, und auch das Gehen und Stehen können schmerzbedingt fast unmöglich sein. Die Dornfortsätze der Wirbelsäule sind klopf- und druckschmerzhaft.

Die Schmerzen bei einem Hexenschuss sitzen hauptsächlich in der unteren Lendenwirbelregion und über dem Kreuzbein – entweder in der Mitte oder etwas seitlich davon. Sie können auch in andere Körperregionen (vor allem das Bein) ausstrahlen, als ob eine Nervenwurzel im Lendenbereich gereizt sei (pseudoradikuläre Schmerzen).

Hexenschuss: Ursachen und mögliche Erkrankungen

Einen Hexenschuss zieht man sich meist durch eine abrupte, ungeschickte oder ungewohnte Bewegung zu, etwa eine Beugung oder Drehung des Rumpfes oder eine Streckung in Kombination mit einer Drehung. Manchmal ist aber auch eine Kälte- und Nässe-Einwirkung der Auslöser.

Die Ursache der Hexenschuss-Symptome kann eine Bandscheiben-Vorwölbung (Protrusion) in der Lendenwirbelsäule sein. Weitere häufige Ursachen sind eine plötzliche Kompression oder Zerrung der Wirbelgelenke, eine „Blockierung“ der kleinen Gelenke sowie muskuläre Verspannungen durch Fehlhaltung oder Überbelastung.

Hexenschuss: Wann müssen Sie zum Arzt?

Ein Hexenschuss erfordert nicht unbedingt ärztliche Hilfe – er ist meist harmlos und verschwindet von allein wieder. Wenn die Kreuzschmerzen aber anhalten oder sich verschlimmern oder weitere Symptome auftreten (wie Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen), sollte man unbedingt zum Arzt gehen.

Hexenschuss: Was macht der Arzt?

Bei Hexenschuss beziehungsweise ungeklärten Kreuzschmerzen wird der Arzt sich zunächst ausführlich mit dem Patienten unterhalten. Mögliche Fragen bei diesem Anamnesegespräch sind zum Beispiel:

  • Wo genau haben Sie Schmerzen?
  • Seit wann bestehen die Schmerzen?
  • Gab es einen konkreten Auslöser für die Beschwerden?
  • Sind die Schmerzen lokal begrenzt oder strahlen sie in andere Körperregionen (etwa in das Bein) aus?
  • Wie ist der zeitliche Verlauf der Schmerzen (tagsüber, nachts)?
  • Hatten Sie früher schon Kreuzschmerzen?
  • Leiden Sie an einer psychischen Erkrankung (wie Depression)? Haben Sie Stress, Ängste oder fühlen Sie sich oft angespannt/überarbeitet?

Die Frage nach der psychischen Verfassung des Patienten dient dem Erkennen von Faktoren, die eine Chronifizierung von Rückenschmerzen begünstigen. Das ist besonders bei länger anhaltenden Schmerzen wichtig. Zu diesen Risikofaktoren („yellow flags“ genannt) gehören neben Depressionen, Ängsten und Stress unter anderem auch das Gefühl von Hilf- und Hoffnungslosigkeit, das „Katastrophisieren“ der eigenen Situation und eine ausgeprägte Schonhaltung. Solche Risikofaktoren lassen sich auch mithilfe eines Fragebogens erfassen, den der Patient auf Bitte des Arztes ausfüllt.

Körperliche Untersuchung

Im Anschluss an das Gespräch wird der Arzt den Patienten untersuchen. Dabei geht es darum, potenziell gefährliche Zustände wie Bandscheibenvorfälle als Ursache für den vermeintlichen Hexenschuss auszuschließen. Der Arzt begutachtet etwa Form und Haltung des Rückens, prüft dessen Beweglichkeit und tastet die Rückenmuskulatur nach schmerzhaften Stellen und Verspannungen ab.

Röntgen & Co.: Keine Routine!

Gibt es keine Hinweise auf eine schwerwiegende oder organbedingte Ursache für die Beschwerden (Nierenerkrankungen etc.), reicht dieses Basisdiagnostik aus. Anderenfalls sind weiterführende Untersuchungen notwendig. Dazu gehören Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren wie Röntgenuntersuchung, Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT).

Bildgebende Verfahren werden auch empfohlen, wenn starke Kreuzschmerzen trotz fachgerechter Behandlung länger als sechs Wochen anhalten oder sich verschlimmern. Bei älteren Patienten mit vermuteter oder bekannter Osteoporose ist immer eine genauere Abklärung ratsam. Der vermeintliche Hexenschuss könnte sich nämlich als Wirbelbruch (Wirbelfraktur) entpuppen.

Hexenschuss: Was tun?

Gegen die Schmerzen bei einem Hexenschuss hilft Wärme: Sie regt die Durchblutung an, senkt oft die Muskelspannung (Muskeltonus) und kann so die Schmerzen lindern. Empfohlen werden zum Beispiel wärmende Auflagen wie Arzneipflaster, warme Moorpackung, Wärmflaschen, Körnerkissen sowie Rotlichtbestrahlungen (zwei bis dreimal täglich für jeweils zehn Minuten).

Trotz der Schmerzen sollten Hexenschuss-Geplagte sich nicht einfach ins Bett legen und möglichst wenig bewegen. Das hilft nicht, beziehungsweise kann die Passivität die Schmerzen sogar verstärken und die Heilung verzögern. Stattdessen sollten Patienten ihre normale körperliche Aktivität im Alltag so gut wie möglich beibehalten – gegebenenfalls mithilfe von Schmerzmitteln.

Für die medikamentöse Hexenschuss-Behandlung wird vor allem Paracetamol empfohlen. Auch nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAR) wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Diclofenac sind geeignet (sofern keine medizinischen Gründe gegen deren Einnahme sprechen). Der Arzt oder Apotheker kann ein passendes Schmerzmittel empfehlen. 

Hexenschuss: Dauer

So unangenehm akute Kreuzschmerzen sind – meist klingen sie nach kurzer Zeit von allein ab. Bei einem unkomplizierten Hexenschuss sollte man also einfach Geduld haben.

Hexenschuss vorbeugen

Wer öfters einen Hexenschuss bekommt, sollte nach längerem Stillsitzen sowie vor dem Anheben und Tragen schwerer Lasten seinen Rücken ausgiebig recken und strecken. So wird er vorsichtig auf kommende Belastungen vorbereitet. Außerdem sollten Betroffene darauf achten, sich immer gut warm zu halten und Kälte und Nässe (vor allem im Rückenbereich) zu vermeiden.

Menschen mit schlecht entwickelter Rückenmuskulatur erleiden besonders oft einen Hexenschuss. Übungen zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur können vorbeugend wirken und sind generell zur Entlastung der Wirbelsäule empfohlen.

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Autor:
Martina Feichter
Quellen:
  • Nationale VersorgungsLeitlinie „Kreuzschmerz“ (Stand: 2010)
  • PatientenLeitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie „Kreuzschmerz“ (Stand:2013)
  • Wottke, D.: Die große orthopädische Rückenschule, Springer-Verlag, 2013
  • Bircher, S. & Keller Bircher, S.: Medical Fitness: Indikationsbezogene Übungen, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014
  • Guillou, I. et al.: Medizin für Heilpraktiker, Georg Thieme Verlag, 2013
  • Rückert, W.: Rückerts kleine Rückenschule, humboldt, 2009
  • Hepp, W.R. & Debrunner, H.U.: Orthopädisches Diagnostikum, Georg Thieme Verlag, 7. Auflage, 2004
  • Krämer, J.: Orthopädie und orthopädische Chirurgie: Wirbelsäule, Thorax, Georg Thieme Verlag, 2004
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