Geschwollene Augen

Hanna Rutkowski

Hanna Rutkowski ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion.

Eva Rudolf-Müller

Eva Rudolf-Müller ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion. Sie hat Humanmedizin und Zeitungswissenschaften studiert und immer wieder in beiden Bereich gearbeitet - als Ärztin in der Klinik, als Gutachterin, ebenso wie als Medizinjournalistin für verschiedene Fachzeitschriften. Aktuell arbeitet sie im Online-Journalismus, wo ein breites Spektrum der Medizin für alle angeboten wird.

Geschwollene Augen lassen das Gesicht schnell müde und verquollen wirken. Liegt die Ursache nur in einer zu kurzen Nacht oder einem ungesunden Lebensstil, verschwinden die dicken Augen wieder im Laufe des Tages. Härter gestraft sind Menschen, die von Natur aus ausgeprägte Tränensäcke haben. Gegen diese kann man nämlich nicht viel ausrichten. Geschwollene Augen können aber auch im Zusammenhang mit verschiedenen Erkrankungen auftreten. Lesen Sie mehr zu den möglichen Ursachen für geschwollene Augen und was man dagegen tun kann.

Geschwollene Augen

Geschwollene Augen: Beschreibung

Nach einer kurzen Nacht erschrickt mancher am Morgen ob der kleinen geschwollenen Augen, die ihm aus dem Spiegel entgegen blicken. Möglicherweise sind die Augen zusätzlich von dunklen Ringen umgeben, was dem Gesicht sofort einen müden, kränklichen Ausdruck verleiht. Dabei ist eine durchfeierte oder zu kurze Nacht eine harmlose Ursache für geschwollene Augen. Meist klingt die Schwellung binnen weniger Stunden wieder ab.

Die Haut um die Augen ist empfindlich. Sie ist besonders zart und dünn – sie erreicht nur ein Drittel der durchschnittlichen Dicke der Gesichtshaut. Zudem fehlen ihr sowohl das straffende Bindegewebe als auch die Unterhaut, die an anderer Stelle Aufgaben der Ernährung, Polsterung und Wärmespeicherung übernimmt. Durch die liegende Position im Schlaf oder durch salzige, eiweißreiche Mahlzeiten und viel Alkohol am Vorabend kann sich die im Körper gespeicherte Flüssigkeitsmenge erhöhen, während gleichzeitig der Lymphabfluss erschwert ist. Die Folge sind kleine Flüssigkeitsansammlungen im Gesicht, die am Morgen als geschwollene Augen sichtbar werden. Anders als echte „Tränensäcke“ entleeren sich diese Ödeme jedoch innerhalb von Stunden mithilfe die Schwerkraft wieder. Sie stellen also nur ein vorübergehendes ästhetisches Problem dar.

Tränensäcke wiederrum entstehen durch Fetteinlagerungen im Unterlid und dem darunter liegenden Gewebe. Die Erschlaffung der Haut im Alter verstärkt den Effekt. Auch ein ungesunder Lebensstil mit Alkohol, Zigaretten und salziger Nahrung verursacht ein geschwollenes Augenlid. Häufig wird die Neigung zu Tränensäcken vererbt: Kommen sie in der eigenen Familie häufig vor, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass man auch selbst früh Tränensäcke bekommt - ganz unabhängig vom Lebensstil.

Geschwollene Augen: Ursachen und mögliche Erkrankungen

Allergien oder Erkrankungen der Augen führen häufig zu vorübergehenden lokalen Schwellungen der Augen. Auch andere Erkrankungen können der Grund für Flüssigkeitseinlagerungen im Bereich der Augen (und an anderen Körperstellen) sein. Im Folgenden erfahren Sie die wichtigsten Ursachen für geschwollene Augen:

Augenerkrankungen

  • Gerstenkorn (med.: Hordeolum): Eine Infektion mit bestimmten Bakterien (Staphylokokken) löst hier eine eitrige Entzündung der Drüsen am oberen oder unteren Augenlid aus. Es bildet sich eine abgekapselte Eiteransammlung (Abszess) an der Innen- oder Außenseite des Augenlids. Anzeichen sind eine gerötete, druckempfindliche Schwellung an der betreffenden Stelle, die recht schmerzhaft und zudem ansteckend ist.
  • Hagelkorn (Chalazion): Im Gegensatz zum Gerstenkorn tritt das Hagelkorn nur am Oberlid als Verstopfung der Ausführungsgänge der Meibom-Drüsen auf. Hier ist ein schmerzlos geschwollenes Augenlid symptomatisch. Die Verdickung muss in manchen Fällen operativ entfernt werden.
  • Tumor im Augenbereich: Was manchmal wie ein Hagelkorn aussieht, ist in wirklich ein bösartiger Tumor der Augenlid-Drüsen. Ein solcher kann ebenfalls geschwollene Augen verursachen. Die mikroskopische Untersuchung einer Gewebeprobe bringt Klarheit.
  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis): Sie kann viral, bakteriell, allergisch oder mechanisch (durch Fremdkörper) bedingt sein. Mögliche Symptome sind unter anderem geschwollene Bindehaut, ein gerötetes, tränendes und (morgens) verklebter Auge, Lichtscheu und Fremdkörpergefühl im Auge. Je nach Ursache betrifft die Entzündung nur ein Auge oder aber beide Augen. Besonders die bakterielle Form ist ansteckend und kann sich über verunreinigte Handtücher schnell in der Familie ausbreiten.
  • Orbitaphlegmone: Das ist eine bakterielle Entzündung der ganzen Augenhöhle, die oft die Folge eines verschleppten Gerstenkorns oder einer Nasennebenhöhlenentzündung ist. Sie muss schnellstens behandelt werden, da eine Erblindung droht. Die Ausbreitung der Bakterien erfolgt nämlich so schnell, dass der Sehnerv schon innerhalb weniger Stunden zerstört sein kann. Ein stark geschwollenes Augenlid, Schmerzen, Fieber, gerötete Bindehaut und ein vorstehendes Auge können die ersten Anzeichen der Orbitaphlegmone (oder Orbitalphlegmone) sein.
  • Trockene Augen: Kontaktlinsen sowie Arbeiten am Computer trocknen die Augen aus und verursachen gerade abends reaktiv geschwollene Augen. Im Winter führt auch die warme, trockene Heizungsluft zu Beschwerden an den Augen.

Allgemeinerkrankungen

  • Allergie: Allergisch bedingte Reizungen der Augen wie beim Heuschnupfen äußern sich meistens an beiden Augen gleichzeitig. Tränende, gerötete und stark geschwollene Augen, begleitet von Juckreiz oder Brennen sowie Schnupfen und Niesen sind typische Anzeichen. Eine Allergie gegen Hausstaubmilben kann sich auch nur mit geschwollenen, geröteten Augen morgens nach dem Aufwachen äußern.
  • Quincke-Ödem (Angioödem): Das ist eine akute, schmerzlose Schwellung der Haut und/oder Schleimhaut. Sie kann überall am Körper auftreten, auch im Gesicht: Hier sind dann besonders die Augen, Kinn, Wangen und Lippen mitsamt den Schleimhäuten betroffen. Die Schwellung kann mit einem unangenehmen Spannungsgefühl verbunden sein. Ein Quincke-Ödem ist sehr oft allergisch bedingt.
  • Nierenversagen: Erkrankungen der Nieren oder gar das Versagen der Nierenfunktion führen zu Wassereinlagerungen (Ödemen) im ganzen Körper. Neben dicken Beinen kann hier auch das Gesicht betroffen sein. Es wird weniger Urin ausgeschieden und zusätzlich treten unspezifische Symptome wie Konzentrationsstörungen und schnelle Ermüdbarkeit auf.
  • Herzschwäche: Eine chronische Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führt durch eine verringerte Pumpleistung des Herzens zu Ödemen in Beinen, Bauch und Gesicht.
  • Schnupfen: Manchmal sind dicke Augen die Folgen einer simplen Erkältung.
  • Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis): Auch eine Nasennebenhöhlenentzündung kann mit einer tastbaren Schwellung der Wangen und/oder verquollenen Augen einhergehen.
  • Schilddrüsenerkrankungen: Eine schwere Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann eine teigige Schwellung des Gesichts und der Extremitäten verursachen. Das Gesicht ist stark aufgedunsen, die Haut eher trocken. Beim Morbus Basedow liegt eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) vor. Typisches Symptom sind hervortretende Augäpfel. Zudem entwickeln viele Betroffene geschwollene Augen und Bindeshautentzündung.
  • Cluster-Kopfschmerzen: Menschen mit Cluster-Kopfschmerz werden oft nachts durch stärkste Schmerzen um ein Auge herum aus dem Schlaf gerissen. Die Schmerzattacken halten bis zu drei Stunden an. Meist einseitig kommt es hier auch zu tränenden, geschwollenen Augen, einer Konjunktivitis oder einem hängenden Augenlid.

Sonstige Ursachen für geschwollene Augen

  • Weinen: Beim Weinen erhöht sich der Druck im Bereich des Auges, der auf das umliegende Gewebe einwirkt. So kommt es vor allem im zarten Bereich des Unterlids zum Abpressen von Flüssigkeit aus den feinen Blutgefäßen - geschwollene Augen sind die Folge.
  • Vererbung und Alter: Begünstigende Faktoren für übermäßig große Tränensäcke sind eine familiäre Veranlagung und die zunehmende Erschlaffung des Gewebes mit zunehmendem Alter. Leider gibt es dagegen, außer einem kosmetischen Eingriff, kaum ein wirksames Mittel.
  • Gestörter Lymphabfluss im Schlaf: Durch die flache Position im Liegen wird der Lymphabfluss erschwert, was geschwollene Augen am MOrgen nach sich ziehen kann.
  • Ernährung und Alkohol: Wer abends eine eiweiß- oder salzreiche Mahlzeit verzehrt oder reichlich Alkohol trinkt, wacht am nächsten Tag oft mit geschwollenen Augen auf.
  • Schlag aufs Auge: Das bekannte „Veilchen“ als Resultat eines Schlages oder Stoßes im Augenbereich entsteht durch Einblutung aus verletzten Gefäßen ins Gewebe um den Augapfel. Eine Schwellung ist typisch, später verfärbt sich diese in der Art eines Blutergusses. Um bei einer solchen Verletzung Knochenbrüche oder Verletzungen des Augapfels auszuschließen, sollte unbedingt ein Augenarzt aufgesucht werden!
  • Weiblicher Zyklus: Viele Frauen haben hormonell bedingt zur Zeit des Eisprungs oder während der Menstruation geschwollene Augen.

Geschwollene Augen: Wann zum Arzt?

Geschwollene Augen als Folge von zu wenig Schlaf oder ausgiebigen Weinen sind harmloser Natur. Ein Arztbesuch ist hier nicht nötig. Stattdessen können Sie selbst mit einigen Hausmitteln dazu beitragen, dass die Schwellung schneller wieder abklingt (siehe unten: "Das können Sie selbst tun").

Haben Sie allerdings häufiger angeschwollene Augenlider ohne erkennbare Ursache, sollten Sie zum Hausarzt gehen. Möglicherweise stellt er eine bislang unentdeckte Allergie oder eine andere Erkrankung als Ursache der Augenschwellung fest. Gegebenenfalls wird er Sie an einen Facharzt überweisen, etwa einen Augenarzt bei einer vermuteten Augenerkrankung, einen Endokrinologen bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung oder einen Kardiologen, wenn er eine Herzerkrankung bei Ihnen vermutet.

Gehen Sie auch umgehend zum Arzt (Augenarzt), wenn neben der Schwellung weitere Symptome wie schmerzende, tränende, stark gerötete und empfindliche Augen auftreten. Möglicherweise steckt eine bakterielle Infektion, die dringend behandelt werden sollte - nicht nur wegen der Ansteckungsgefahr für Andere, sondern auch wegen der Gefahr (bleibender) Schäden am Auge. Besonders wenn Sie neben der Schwellung eine Abnahme der Sehkraft bemerken, sollten Sie schnellstmöglich den Augenarzt aufsuchen.

Geschwollene Augen: Was macht der Arzt?

Zunächst einmal wird der Arzt Sie zu Ihrer Krankengeschichte befragen (Anamnese): Er lässt sich unter anderem die Beschwerden genau schildern, fragt, wie lange sie schon bestehen und ob bei Ihnen irgendwelche Grunderkrankungen bekannt sind (wie Allergien, Schilddrüsen-, Herz- oder NIerenerkrankungen).

Der Augenarzt kann dann eine augenärztliche Untersuchung durchführen. So lässt sich feststellen, ob eine Augenerkrankung für die geschwollenen Augen verantwortlich ist. Auch ein Bluthochdruck oder Diabetes kann krankhafte Veränderungen im Augenbereich auslösen.

Abstriche des Augensekrets können zur Bestimmung von Krankheitserregern gewonnen werden. Bei tumorösen, festen Schwellungen kann eine Gewebeprobe zur genaueren Abklärung entnommen werden. Oftmals wird auch gleich der gesamte Tumor operativ entfernt und dann im Labor analysiert. Diagnose und Therapie gehen hier also Hand in Hand. Zusätzlich können nach dem Eingriff bei Bedarf noch weitere Therapieschritte eingeleitet werden.

Sind geschwollene Augen die Folge einer bakteriellen Entzündung (inkl. Gerstenkorn), verschreibt der Arzt lokale Antibiotika-Präparate. Außerdem sollten Patienten hier auf absolute Hygiene und Sauberkeit achten – die Erreger können schnell durch verschmutzte Hände oder gemeinsam benutzte Handtücher an andere Menschen weitergegeben werden.

Selten muss ein Gerstenkorn vom Augenarzt eröffnet werden, damit der Eiter abfließen kann. Versuchen Sie niemals selbst, ein Gerstenkorn auszudrücken! Sonst kann es zum Beispiel passieren, dass Sie die Keime versehentlich ins gesunde Auge einbringen, das sich dann ebenfalls entzündet.

Geschwollene Augen: Das können Sie selbst tun

Um verquollene, kleine Augen zu beseitigen oder zu verhindern, können Sie es mit folgenden Hausmitteln und Tricks versuchen:

  • ausreichend Trinken: So altbekannt diese Weisheit auch ist – sie bewahrheitet sich immer wieder. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (am besten in Form von Wasser) hilft, den Lymphtransport in Schwung zu bringen und so Schwellungen im Bereich der Augen zu vermeiden.
  • Kühlen: Ein Löffel, der nachts im Eisfach gelagert wurde, oder eine Kühlbrille helfen gegen geschwollene Augen, wenn sie etwa zehn Minuten sanft auf das Auge aufgelegt werden.
  • Augenpflege-Produkte: Die Kosmetikindustrie bietet eine große Auswahl an Roll-On-Sticks mit abschwellenden oder entwässernden Inhaltsstoffen. Beispielsweise soll Koffein oder Grüntee eine Schwellung der Augenlider abklingen lassen. Oft liegt der wichtigste Effekt der Produkte aber in ihrer kühlenden Wirkung.
  • Gurken auf den Augen: Altbewährt sind frisch geschnittene Gurkenscheiben auf den Augen. Sie wirken nicht nur kühlend, sondern spenden der Haut auch noch Feuchtigkeit.
  • Massage: In Kombination mit Pflegeprodukten für die empfindliche Augenpartie können Sie Ihre Augenlider sanft massieren - entweder mit kreisenden Bewegungen um die Augen herum oder durch leichtes Klopfen von der Nasenwurzel entlang des Unterlids.
  • Hämorrhoidensalbe: Eine dünnen Schicht Hämorrhoiden-Salbe auf den Augenlidern kann geschwollene Augen schnell vertreiben. Verwenden Sie aber keine Produkte, die Kortison und Lokalanästhetika enthalten. Besser geeignet sind Präparate mit Extrakten der Rosskastanie: Diese heilpflanze hat eine natürliche abschwellende Wirkung. Achtung: Direkten Augen unbedingt vermeiden!
  • Kontaktlinsen austauschen: Ist eine bakterielle Infektion der Grund für geschwollene Augen, sollten Sie Ihre Kontaktlinsen wechseln. Die alten Linsen könnten mit den Keime verunreinigt sein und so eine erneute Infektion auslösen. Achten Sie beim Hantieren mit den Linsen zudem besonders sorgfältig auf saubere Hände.
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