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Zwillingsschwangerschaft

Sie bekommen Zwillinge! Die Nachricht über eine Zwillingsschwangerschaft empfangen viele Eltern mit gemischten Gefühlen. Die Freude über den doppelten Zuwachs ist meist groß, doch welche Herausforderungen erwarten die Eltern? Lesen Sie hier alles Wichtige über Zwillingsschwangerschaft, eineiige und zweieiige Zwillinge, Mehrlinge nach künstlicher Befruchtung  und die vielfältigen Herausforderungen durch Zwillinge!

Zwillingsschwangerschaft Zwillingsschwangerschaft Zwillingsschwangerschaft

Wahrscheinlichkeit, Zwillinge, Drillinge & Co. zu bekommen

Nach einer statistischen Regel (nach Helling) kommt eine Zwillingsgeburt auf 85 Einfachgeburten (1: 85). Für Drillinge verringert sich die Wahrscheinlichkeit auf 1:7.255 und für Vierlinge auf etwa 1:614.000.

Doch in den letzten zwanzig Jahren ist die Zahl der Mehrlingsgeburten deutlich gestiegen. Im Jahr 2013 beispielsweise war jede 29. Geburt eine Mehrlingsgeburt. Der Anstieg ist vermutlich der künstlichen Befruchtung (In-vitro-Fertilisation, IVF) zuzuschreiben, der sich zunehmend Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch unterziehen.

Wie bekommt man Zwillinge?

Viele Paare wünschen sich häufig mehr als nur ein Kind auf einen Schlag. Dann taucht oft die Frage auf, ob es Faktoren gibt, die die Wahrscheinlichkeit für eine Zwillingsschwangerschaft erhöhen.

Die gibt es tatsächlich. So steigt etwa mit zunehmendem Alter der Frau die Wahrscheinlichkeit für eine Zwillingsschwangerschaft. Außerdem kommen Zwillinge familiär gehäuft vor.

Auch bei einer künstlichen Befruchtung (In-vitro-Fertilisation, IVF) entstehen häufiger Zwillinge oder andere Mehrlinge. Die Frau bekommt nämlich vor der künstlichen Befruchtung in der Regel Hormone verabreicht, um das Heranreifen von Eizellen zu fördern. Dadurch reift dann in einem Zyklus oft mehr als eine Eizelle heran. Die Hormontherapie führt also zu einem Anstieg von Mehrlingsgeburten.

Es gibt aber keine Möglichkeit, die Chance auf eine Zwillingsschwangerschaft direkt zu beeinflussen.

Wie entstehen Zwillinge?

Zwillinge entstehen entweder aus ein und derselben befruchteten Eizelle (monozygote oder eineiige Zwillinge) oder aus zwei befruchteten Eizellen (dizygote oder zweieiige Zwillinge). Bei Drillingen, Vierlingen & Co. sind Kombinationen aus eineiigen und zweieiigen Sprösslingen möglich.

Eineiige Zwillinge

Etwa ein Drittel aller Zwillingsschwangerschaften sind eineiige Zwillinge. Dabei teilt sich in den ersten drei Tagen nach der Befruchtung  die Eizelle in zwei genetisch identische Embryonalanlagen. Das Erbgut der Zwillinge ist damit identisch. Folglich sind eineiige Zwillinge auch immer vom selben Geschlecht.

Zweieiige Zwillinge

Weitaus häufiger als eineiige Zwillinge sind zweieiige Zwillinge. Dabei werden im selben Zyklus zwei reife Eizellen befruchtet. Die Befruchtung durch die Samenzellen kann durchaus zu verschiedenen Zeitpunkten geschehen, da sich die fruchtbare Zeit der Frau über mehrere Tage erstreckt. Das Erbgut der beiden Eizellen ist demnach unterschiedlich und unterscheidet sich meist genauso stark voneinander wie bei allen anderen Geschwistern. Zweieiige Zwillinge können gleich- als auch verschiedengeschlechtlich sein.

Herausforderung für die Eltern

Wenn Eltern Zwillinge bekommen, stehen sie vor einer Reihe neuer Herausforderungen. Ist eine Frau schwanger mit Zwillingen, hat sie deutlich mehr an Gewicht zu tragen als mit nur einem Kind im Bauch. Gelenk- und Rückenschmerzen sind daher nicht selten während einer Zwillingsschwangerschaft. Auch Übelkeit oder Verstopfung sowie Wasseransammlungen im Körper treten häufiger als bei Einfachschwangerschaften auf.

Mehr Kinder bedeuten auch immer höhere finanzielle Ausgaben.  Informieren Sie sich daher rechtzeitig über staatliche Leistungen wie Mutterschafts- oder Elterngeld sowie eventuell Sozialhilfe, noch bevor Sie die Zwillinge oder Mehrlinge bekommen.

Nicht zuletzt bedeuten mehrere Kinder immer auch mehr Arbeit und nervliche Belastungen. Besprechen Sie daher schon zu Beginn der Zwillingsschwangerschaft mit Verwandten, Freunden oder Bekannten, ob sie Ihnen in Zeiten hoher Belastung zur Seite stehen können – sei es beim Einkauf, bei der Hausarbeit oder wenn es um einen freien Abend für Sie geht. 

Autor:
Dr. Daniela Oesterle
Quellen:
  • Weyerstahl, T. & Stauber, M.: Duale Reihe – Gynäkologie und Geburtshilfe, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2013
  • Themenportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.familienplanung.de (Abruf: 05.05.2015)
  • Bundesverband der Frauenärzte e.V.: www.frauenaerzte-im-netz.de (Abruf: 05.05.2015)
  • Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 08.01.2013: „11.500 Mehrlingsgeburten in Deutschland im Jahr 2011“