close home Startseite
Symptome
expand_more
Medikamente
expand_more
menu Logo Logo
search
clear
search
close home Startseite
Symptome
expand_more
Medikamente
expand_more
Inhaltsverzeichnis
Artikel teilen Nach oben scrollen

Wassergeburt

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Entbindung: Wassergeburt ist eine davon. Der Aufenthalt im warmen Wasser entspannt und kann die Dauer der Geburt verkürzen. Außerdem werden die Wehen in der Gebärwanne oft besser ertragen. Lesen Sie hier mehr über Vor-, aber auch Nachteile der Wassergeburt und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Sie in die Gebärwanne steigen dürfen!

Wassergeburt Wassergeburt Wassergeburt

Vorteile einer Wassergeburt

Bei einer Wassergeburt können Frauen die Eröffnungs- und auch Austreibungsphase der Geburt in einer Gebärwanne verbringen. Durch den Aufenthalt im warmen Wasser kann die Eröffnungsperiode etwas kürzer ausfallen, als sie es „an Land“ wäre. Die gesamte Dauer der Geburt kann sich durch die Entspannung im warmen Wasser um zirka eine halbe Stunde verkürzen.

Studien zufolge werden außerdem bei einer Wassergeburt die Wehen besser ertragen und im Durchschnitt weniger Schmerzmittel benötigt. Es ist auch seltener eine Periduralanästhesie (PDA) notwendig – sowohl bei Erstgebärenden wie auch bei Folgeschwangerschaften.

Ein Dammriss kommt bei einer Wassergeburt ebenfalls seltener vor, weil sich durch die Wärme des Wassers die Beckenbodenmuskulatur besser entspannen und lockern kann. Unter Wasser ist ein Dammschnitt wegen der erhöhten Infektionsgefahr auch so gut wie ausgeschlossen.

Wie läuft die Wassergeburt ab?

Zuerst bekommen Sie einen Einlauf, um eventuelle Verunreinigungen des Wassers durch Stuhlabgang zu vermeiden. Dann dürfen Sie in die Gebärwanne steigen, die nur wenig an eine herkömmliche Badewanne erinnert. Denn die Gebärwanne ist deutlich größer als eine normale Badewanne und auch höher. Das Wasser reicht Ihnen bis zur Brust, und die Wanne ist groß genug, um sich bequem im Wasser bewegen und drehen zu können. Sie können so in jedem Moment die für Sie bequemste Position einnehmen. Die Temperatur des Wassers liegt bei angenehmen 32 bis 37 Grad Celsius. Sie können sich darin also gut entspannen und sich voll auf die Atmung konzentrieren.

Wann Sie in die Wanne steigen, bestimmen Sie selbst – ebenso den Zeitpunkt, an dem Sie wieder aus dem Wasser heraus wollen (außer es liegen medizinische Gründe vor, die das Verlassen der Wände erfordern). Es gibt wasserfeste Herzton- und Wehenschreiber, die Ihr Baby überwachen. Sie werden die gesamte Zeit von zwei Personen betreut, die Sie – wenn nötig – aus dem Gebärbecken herausheben können.

Nach der Wassergeburt

Nach der stressfreien Wassergeburt wird Ihr Baby abgesaugt, gereinigt und abgenabelt – genau, wie bei einer Geburt „an Land“. Durch die bessere Entspannung, die Sie durch das warme Wasser des Gebärbeckens erfahren haben, kann es sein, dass die Nachgeburtswehen erst etwas später einsetzen. Etwa zehn Minuten nach der Geburt Ihres Kindes werden Sie geduscht und in ein herkömmliches Bett gelegt. Die Nachgeburt wird abgewartet, und mögliche Risse oder Verletzungen werden versorgt.

Was bedeutet eine Wassergeburt für Ihr Baby?

Ihr Baby, das bei einer Wassergeburt unter Wasser zur Welt kommt, atmet kein Wasser ein. Das wird durch den angeborenen Tauchreflex verhindert – bei Eintauchen des Gesichts ins Wasser, reagiert das Kind reflexartig mit dem Verschließen der Luftröhre und „Luftanhalten“. Es atmet das erste Mal, wenn sein Gesicht an der Luft ist. Vorher wird es über die Nabelschnur noch mit Sauerstoff versorgt und muss gar nicht atmen.

Der Wechsel von der Wärme der Gebärmutter in das warme Wasser des Gebärbeckens bedeutet für das Baby einen sanfteren Übergang ins Licht der Welt mit einem geringeren Geburtsstress.

Voraussetzungen für eine Wassergeburt

Natürlich gelten auch für eine Wassergeburt bestimmte Voraussetzungen, damit weder Mutter noch Kind Schaden nehmen. Ihre Schwangerschaft muss risikofrei verlaufen sein und dies muss auch im Mutterpass lückenlos dokumentiert sein. In der Spätschwangerschaft dürfen keine Blutungen und keine Infektionen aufgetreten sein. Als werdende Mutter müssen Sie gesund sein – also weder an Diabetes mellitus oder Hepatitis B leiden noch HIV-positiv sein. Weitere Voraussetzungen für eine Wassergeburt sind: Es darf keine Mehrlingsschwangerschaft sein, und das Kind darf sich nicht in Steißlage befinden.

Risiken einer Wassergeburt

Das größte Risiko bei einer Wassergeburt sind nicht vorhersehbare Notfälle, die einen Kaiserschnitt, eine Zangengeburt oder eine Saugglockenentbindung erfordern. In diesen Fällen kann die Zeit, die es erfordert, die Gebärende aus dem Wasser zu holen und die notwendigen Vorbereitungen für eine solche Maßnahme zu treffen, zu lang sein.

Durch eine geringere Widerstandskraft der Haut bei längerem Aufenthalt in warmem Wasser kann es zu Hautinfektionen kommen, wenn die hygienischen Voraussetzungen für eine Wassergeburt nicht streng genug eingehalten wurden.  

Für das Baby besteht bei einer Wassergeburt das Risiko, dass der Tauchreflex ausbleibt – was besonders bei gestressten und/oder geschwächten Kindern sein kann. Das Kind atmet dann mit dem ersten Atemzug Badewasser ein.

Infektionen des Kindes sind möglich durch Keime im Wasser oder auch aus der Stuhlflora der Mutter.

Beim Herausheben des Babys aus dem Wasser kann es zu einem Einriss oder auch Abriss der Nabelschnur kommen, wenn diese etwas kürzer als normalerweise ist.

Wassergeburt – ja oder nein?

Besprechen Sie in mit Ihrem Arzt oder der Hebamme, welche Form der Entbindung am besten für Sie und Ihr Kind ist. Falls Sie eine Wassergeburt wünschen und alle Voraussetzungen dafür erfüllt sind, steht dem Einstieg in die Gebärwanne nichts im Weg! 

Buy Stanover

in detail
Autor:
Eva Rudolf-Müller
Quellen:
  • Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen: www.familienhandbuch.de (Abruf: 19.07.15)
  • Henrich, P.: Ärztlicher Ratgeber für werdende und junge Eltern, Ausgabe I/2014
  • Bühling, K.J.: Der Schwangerschaftsratgeber, akademos Wissenschaftsverlag GmbH, Hamburg, 2013
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V. : frau und gesund, Ausgabe 2015
  • Deutscher Hebammenverband: Geburtsarbeit – Hebammenwissen zur Unterstützung der physiologischen Geburt
Buy Stanover

in detail