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Nierenstau & Schwangerschaft

Starke, meist rechtsseitige Unterleibsschmerzen sprechen für einen Nierenstau. Schwangerschaft geht öfters mit einem leichten Harnstau in den Harnwegen und Nieren einher, was aber meist unbedenklich ist. Allerdings erhöht sich das Risiko für Harnwegsinfektionen und – wird der Harnabfluss komplett gehemmt – einen gefährlichen Nierenstau. Erfahren Sie mehr über Nierenstau, Harnwegsinfektionen und wann Sie zum Arzt sollten.

Nierenstau & Schwangerschaft Nierenstau & Schwangerschaft Nierenstau & Schwangerschaft

Nierenstau & Schwangerschaft

Wenn Urin nicht mehr von der Niere in die Harnblase fließen kann, staut er sich in den Nieren und lässt sie anschwellen: Nierenstau (Hydronephrose). Er betrifft entweder nur eine Niere oder aber beide. Die Symptome reichen je nach Ausprägung von einem leichten Ziehen in den Seiten bis hin zu starken Schmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Auch Schmerzen beim Wasserlassen sind mögliche Beschwerden bei Nierenstau.

Schwangerschaft: Körperliche Veränderungen

Während der Schwangerschaft verändert sich der weibliche Organismus enorm. Auch das Harnsystem ist davon betroffen: Die Menge an Körperwasser steigt um etwa 40 Prozent. Die beiden Nieren, die als Filterstation fungieren, müssen also mehr Arbeit verrichten. Die Körperflüssigkeit wird im äußeren Nierengewebe (Nierenrinde) gefiltert und gelangt dann in ein Sammelrohr innerhalb der Niere, dem Nierenkelch. Die Nierenkelche wiederum geben den Urin weiter an das Nierenbecken ab, von wo er über die ableitenden Harnwege zur Harnblase transportiert wird. Letztlich wird der Urin aus der Blase über die bei der Frau wenige Zentimeter lange Harnröhre ausgeschieden.

Um die vermehrte Flüssigkeitsmenge bewältigen zu können, weiten sich ab der zehnten Schwangerschaftswoche unter dem Einfluss von Hormonen die Nierenkelche, die Nierenbecken und die ableitenden Harnwege. Zudem wird die Peristaltik der Harnwege träger, also die aktive Muskelbewegung zum Abtransport des Harns. Alles zusammen bewirkt, dass der Harn langsamer von den Nieren zur Blase abfließt; man spricht bereits hier von einer leichten Form von Nierenstau. Sie ist weit verbreitet: Bis zu 90 Prozent aller werdenden Mütter haben diese unbedenkliche und beschwerdefreie Form von Nierenstau.

Schwangerschaft: Das Kind drückt auf das Harnsystem

Je fortgeschrittener die Schwangerschaft, desto mehr Platz fordern die Gebärmutter und das heranwachsende Kind. Dabei werden die beiden Harnleiter mehr oder weniger stark abgedrückt. Je stärker der Harnabfluss gehemmt wird, desto stärker der Nierenstau, der an stark erweiterten Nierenkelchen, -becken und Harnwegen zu erkennen ist. Diese schwere Form von Nierenstau kommt bei bis zu drei Prozent aller werdenden Mütter vor. Bei Mehrlingsschwangerschaften ist sie etwas häufiger.

Von dem Nierenstau können beide Nieren betroffen sein, meist jedoch verursacht die rechte Niere die Beschwerden. Denn einerseits schützt ein Teil des Darmes den linken Harnweg vor Quetschungen. Andererseits drücken die Gebärmutter und ein auf der rechten Seite gelegenes Blutgefäß, die Vena ovarica, stärker auf den rechten Harnweg.

Harnwegsinfektionen durch Nierenstau

Fließt der Urin langsamer ab, verringert sich auch die reinigende Spülwirkung von Harn. Infektionen in der Harnröhre werden dadurch begünstigt. Hinzu kommt, dass in der Schwangerschaft die sogenannte glomeruläre Filtrationsrate der Niere erhöht ist, wodurch unter anderem mehr Blutzucker (Glukose) an den Urin abgegeben wird – ein geeigneter Nährboden für Bakterien.

Infektionen in den Harnwegen sollten behandelt werden, da sie bis in die Nieren aufsteigen und zu einer chronischen Nierenbeckenentzündung führen können. Weitere mögliche Folgen von Bakterien im Urin sind unter anderem Präeklampsie, ein geringeres Geburtsgewicht und eine vorzeitige Entbindung. Daher sollten Schwangere bei Verdacht auf eine Harnwegsinfektion unbedingt zum Arzt gehen.

Andere Ursachen für Nierenstau

Schwangerschaft und ihre Veränderungen ist nicht der einzige mögliche Auslöser für einen Nierenstau. Es können auch verschiedene Erkrankungen und Komplikationen dahinterstecken wie zum Beispiel:

Wenn in der Schwangerschaft Steine in den Harnsystemen einen starken Nierenstau verursachen, behandeln Ärzte entweder mit einer Harnleiterschiene oder einem über die Haut in die Niere eingebrachten Schlauch. Beide Behandlungen leiten den Urin aus den Nieren ab. Die Einsätze können bis zur Geburt im Körper bleiben, sollten aber regelmäßig gewechselt werden.

Nierenstau & Schwangerschaft: Wann zum Arzt?

Bei starken Flanken- oder Bauchschmerzen, Fieber, Erbrechen und Übelkeit oder sogar Blut im Urin sollten Sie dringend zum Arzt. Es könnte sich um einen Nierenstau handeln.

Ein leichter Nierenstau kann sich allerdings schon andeuten, wenn Sie das Gefühl haben, dass sich die Blase nie vollständig entleert und Sie ständig dringend auf die Toilette müssen. Mögliche Anzeichen können auch sein, wenn beim Wasserlassen nur geringe Harnmengen und ohne Druck kommen und Sie nachts häufiger auf die Toilette müssen.

Doch machen Sie sich keine zu großen Sorgen bei Verdacht auf Nierenstau. Schwangerschaft bedeutet auch für Mediziner, intensiver auf die Gesundheit der werdenden Mutter zu achten. In den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen wird der behandelnde Gynäkologe mögliche Alarmzeichen frühzeitig erkennen und behandeln können.

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Autor:
Dr. Daniela Oesterle
Quellen:
  • Weyerstahl, T. & Stauber, M.: Duale Reihe – Gynäkologie und Geburtshilfe, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2013
  • Coban, S. et al.: Is there a relationship between the grade of maternal hydronephrosis and birth weight of the babies? The Journal of Maternal-Fetal & Neonatal Medicine (2015) 28:9;1053-1056
  • Zastrow, S. & Wirth, M. Erkrankungen der Niere und der ableitenden Harnwege in der Schwangerschaft. Gynäkologe (2012) 45:126–130
  • Koziolek, M.J. et al.: Schwangerschaft und Niere. Gynäkologe (2015) 48:108–116
  • Goldman L. et al.: (Hrsg.): Goldman’s Cecil Medicine, Saunders Elsevier, 24. Auflage, 2011
  • Wein, A.J. et al.: Campbell-Walsh Urology, 10. Auflage, Saunders Elsevier, 2011
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