Ausfluss in der Schwangerschaft

Dr. Daniela Oesterle

Dr. rer. nat. Daniela Oesterle ist Molekularbiologin, Humangenetikerin sowie ausgebildete Medizinredakteurin. Als freie Journalistin schreibt sie Texte zu Gesundheitsthemen für Experten und Laien und redigiert wissenschaftliche Fachbeiträge von Ärzten in deutscher und englischer Sprache. Für ein renommiertes Verlagshaus verantwortet sie die Publikation zertifizierter Fortbildungen für Mediziner.

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Vermehrter vaginaler Ausfluss in der Schwangerschaft ist normal und der hormonellen Umstellung zuzuschreiben: Sie bewirkt, dass sich viele Frauen einen stärkeren, klaren bis weißen und  geruchlosen Ausfluss haben. Sollte der Ausfluss in der Schwangerschaft allerdings eine grüne, braune, graue oder gelbe Farbe haben, unangenehm riechen und möglicherwiese von Jucken oder Schmerzen begleitet sein, könnte eine Infektion mit Bakterien oder Pilzen dahinter stecken. Erfahren Sie hier alles Wissenswerte zum Thema Schwangerschaft & Ausfluss.

Ausfluss in der SS

Schwangerschaft: Ausfluss oft das erste Anzeichen

Oft ist ein vermehrter Scheidenausfluss ein erster Hinweis auf eine Schwangerschaft. Sobald die Eizelle befruchtet ist, wird unter anderem das Hormon Östrogen verstärkt produziert. Es steigert die Durchblutung der Scheidenschleimhaut, weswegen mehr Flüssigkeit nach außen abgegeben wird. Auch die Drüsen des Gebärmutterhalses und die sogenannten Bartholinischen Drüsen an der Innenseite der kleinen Schamlippen sind aktiver und sondern mehr Sekret ab.

Dieser normale Ausfluss in der Schwangerschaft ist dünnflüssig, klar bis weiß und geruchlos. Den größten Teil machen abgeschilferte Zellen der Scheidenwand aus. Daneben finden sich Elektrolyte, Harnstoff, freie Fettsäuren und verschiedenste Immunzellen im Ausfluss.

Schwangerschaft: Vermehrter Ausfluss als Keimschutz

Der vermehrte Ausfluss in der Schwangerschaft reinigt gewissermaßen den Scheidenkanal und schützt daher vor Eindringlingen wie krankmachenden Bakterien oder Pilzen. Dazu tragen auch „gute“ Bakterien der normalen Scheidenflora bei: Sie besteht aus unzähligen wichtigen Bakterien, darunter vor allem Laktobakterien. Diese binden an bestimmte Oberflächenmoleküle (Glykorezeptoren) der Scheidenwandzellen und verhindern sie, dass krankmachende Bakterien andocken und sich ansiedeln können. Zusätzlich produzieren Laktobakterien Wasserstoffperoxid und weitere Stoffe, die das Wachstum krankmachender Bakterien hemmen.

Die natürliche Bakterienflora der Scheide hält also Erreger davon ab, sich auszubreiten. Verschiebt sich allerdings das Gleichgewicht und gewinnen krankmachende Keime die Überhand, kommt es zu einer Infektion. In der Schwangerschaft sind Frauen durch die hormonelle Umstellung etwas anfälliger für solche Scheideninfektionen. Häufig ändert sich dann auch die Sekretfarbe – es entwickelt sich zum Beispiel ein grünlicher oder brauner Ausfluss.

Schwanger: Ausfluss, der krankheitsbedingt ist

Wenn der Ausfluss seine Konsistenz oder Farbe verändert (nach gelb-grünlich, grün, braun oder grau), unangenehm riecht und/oder von Jucken oder Schmerzen begleitet wird, sollten Sie dringend den Arzt aufsuchen. Dann steckt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Infektion dahinter, die behandelt werden muss. Denn manche Infektionen können mit Komplikationen wie vorzeitigen Wehen, vorzeitigem Blasensprung und Frühgeburt einhergehen, so zum Beispiel die bakterielle Vaginose. Diese ist nicht selten: Sie tritt bei etwa jeder fünften Schwangeren  auf.

Tipps bei Ausfluss in der Schwangerschaft

  • Verzichten Sie auf Tampons, weil sie das Risiko für eine Scheideninfektion erhöhen können – besonders, wenn das Tampon nicht regelmäßig gewechselt wird.
  • Bevorzugen Sie Slipeinlagen oder Binden ohne Plastikanteil.
  • Ziehen Sie Baumwollslips an und vermeiden Sie enge Hosen.
  • Achten Sie auf eine regelmäßige Intimhygiene mit Wasser und (bei Bedarf) einem pH-neutralen und parfümfreien Reinigungsprodukt für den Intimbereich.
  • Übertreiben Sie es nicht mit der Intimhygiene, sonst zerstören Sie die natürliche Bakterienflora und begünstigen damit Infektionen.
  • Scheidenspülungen oder Intimsprays dürfen zum Schutz des Kindes nicht verwendet werden.
  • Essen Sie Probiotika. Das gesunde Scheidenmilieu kann davon profitieren.

Diese Ratschläge helfen Ihnen, mit dem manchmal lästigen verstärkten Ausfluss in der Schwangerschaft umzugehen und beugen Scheideninfektion vor.

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