Verjüngungskur für Blutgefäße?

Blutgefäß
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Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Mit dem Alter verändern sich die Blutgefäße: Sie werden steifer und können weniger gut auf Blutdruckänderungen reagieren. Zudem lagern sich Plaques aus Cholesterin, Kalzium und anderen Stoffen in ihnen ab und verengen sie. Diese Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) erhöht das Risiko für Gefäßverschlüsse wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Nahrungsergänzungsmittel wie Fischölkapseln oder Vitamin C und E, die vor solchen Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen sollen, haben weitgehend enttäuscht. Forscher um Matthew Rossman von der University of Colorado Boulder haben nun aber eine chemisch veränderte Form des natürlich im Körper vorkommendem Coenzyms Q10 getestet, das von den Körperzellen zur Energiegewinnung benötig wird. Dieses sogenannte MitQ soll die Gefäße älterer Menschen um bis zu 20 Jahre verjüngen können.

Nahrungsergänzungsmittel für die Zellkraftwerke

Für das Experiment rekrutierten die Forscher 20 gesunde Männer zwischen 60 und 79 Jahren. Die Hälfte der Teilnehmer nahm täglich 20 Milligramm des Wirkstoffs ein, die andere Hälfte erhielt ein wirkstofffreies Placebo. Nach einer Auswaschphase von zwei Wochen ohne Medikamente erhielten die vormaligen Placebo-Anwender den Wirkstoff und umgekehrt. Die Studie wurde doppeltblind durchgeführt – das heißt, weder die Forscher noch die Patienten wussten, wer welches Präparat erhielt.

Gesunde Gefäße sind flexibel

Nach sechs Wochen untersuchten die Wissenschaftler die Funktion des sogenannten Endothels ihrer Probanden. Diese Zellschicht kleidet die Blutgefäße innen wie eine Tapete aus.

Ein gesundes Endothel lässt die Gefäße flexibel auf Blutdruckveränderungen reagieren. Darüber hinaus beeinflusst das Endothel die Durchlässigkeit der Blutgefäße und hemmt im gesunden Zustand die Anlagerung von Blutplättchen, die das Gefäß verschließen könnten. Ist die Endothelfunktion gestört, können sich die Gefäße bei steigenden Blutdruckwerten beispielsweise nicht ausreichend erweitern. Dann klettert der Blutdruck weiter in die Höhe.

Um 20 Jahre verjüngte Gefäße

Das Ergebnis: Nach Einnahme des Wirkstoffs verbesserte sich die Endothelfunktion der Teilnehmer jeweils um durchschnittlich 42 Prozent – das entspricht dem Zustand von Gefäßen, die 15 bis 20 Jahre jünger sind. Das gehe mit einem um 13 Prozent geringeren Risiko für Herzerkrankungen einher, erklärt Rossman. Den Effekt führen die Forscher auf die Reduktion von oxidativem Stress zurück.

Oxidativer Stress schädigt die Gefäße

Unter oxidativem Stress versteht man ein verstärktes Auftreten sogenannter freier Radikale. Diese aggressiven Sauerstoffverbindungen (ROS) entstehen im Körper bei Stoffwechselprozessen. Sie bilden sich aber auch durch schädliche Umwelteinflüsse wie UV-Strahlen. ROS schädigen Fette und Proteine im Körper und verändern die Erbsubstanz DNA.

Außerdem sind ROS entscheidend an der Entstehung von Arteriosklerose beteiligt. Sie reagieren mit Stickstoffmonoxid (NO), das normalerweise einer krankhaften Veränderung der Gefäßwand entgegenwirkt.

Auch die Energiekraftwerke der Zellen – die Mitochondrien – produzieren im Rahmen der Energiegewinnung freie Radikale, die man mtROS nennt. Unter physiologisch ungünstigen Umständen wie bei Übergewicht oder Diabetes sowie im Rahmen normaler Alterungsprozesse produzieren die Mitochondrien größere Mengen mtROS, was arteriosklerotische Veränderungen begünstigt.

Freie Radikale werden entschärft

Der Wirkstoff MitQ, den die Probanden einnahmen, schaltet die mtROS gezielt aus. Er bremst so die Produktion von Zytokinen, die Entzündungsreaktionen anstoßen. Das gilt auch für entzündliche Prozesse in den Gefäßen, die letztlich die arteriosklerotischen Veränderungen bewirken.

„Wenn wir direkt auf die Mitochondrien abzielen, können wir oxidativen Stress reduzieren und die Herz-Kreislauf-Gesundheit während des Alterungsprozesses verbessern“, sagt Rossman.

Gefäßschutz in Pillenform

Sport und gesunde Ernährung seien die bekanntesten Stellschrauben für die Herz-Kreislauf-Gesundheit, betonen die Forscher. Realität sei jedoch, dass viele Menschen nicht bereit seien, sich entsprechend zu verhalten. „Wir suchen daher nach Alternativen, die altersbedingten Veränderungen entgegenwirken, die die Gefäße krank machen“, so die Wissenschaftler. Der von ihnen getestete Wirkstoff könnte eine Option dazu sein.

Allerdings sei der Wirkstoff bisher nur an gesunden Patienten getestet worden. Ob auch geschädigte Blutgefäße davon profitieren, dafür fehlt noch der Nachweis.

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