Herzschwäche: Betablocker kurieren Herz-Gene

Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Betablocker gehören zu den meistverordneten Herzmedikamenten. Sie helfen gegen Bluthochdruck, stabilisieren Herzrhythmusstörungen und entlasten bei Herzschwäche. Jetzt hat man herausgefunden: Die Wirkstoffe machen Veränderungen rückgängig, die bewirken, dass ungünstige Gene im Körper aktiv sind.

Solche reversiblen genetischen Veränderungen werden als „epigenetisch“ bezeichnet. Sie verändern nicht, wie etwa Mutationen, den genetischen Code selbst, sondern regulieren lediglich, welche Gene abgelesen werden und welche nicht. Aber das kann entscheidend sein: Gute Gene werden an-, ungünstige abgeschaltet.

Dass Betablocker sich auf diesem Wege positiv bei Herzschwäche auswirken, haben John McDermott und seine Kollegen von der York University herausgefunden.

Mäuse mit zu großem Herzen

Für ihre Experimente verwendeten sie Mäuse mit einem operativ verengten Aortenbogen, das ist eines der Hauptversorgungsgefäße des Gehirns. Folgen eines solchen Zustands sind Herzschwäche und daraus resultierend, eine krankhafte Vergrößerung des Herzens. Eine solche Aortenklappenstenose wird bei Menschen mit Betablockern behandelt.

Welchen Einfluss dieser Zustand auf die Gen-Aktivität hatte, untersuchten die Wissenschaftler anhand des sogenannten Transkriptoms. Daran lässt sich ablesen, welche Gene einer Zelle zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgelesen werden.

32 veränderte Gene

So konnten die Forscher feststellen, dass im Zuge der Verengung des Aortenbogens 32 Gene in ihrer Aktivität verändert wurden. Darunter waren unter anderem solche, die in Zusammenhang mit der Belastung durch oxidativen Stress, organischen Veränderungen des Herzens und der Apoptose stehen. Letzteres ist ein Prozess, der dafür sorgt, dass kranke Zellen einen heilsamen Selbstzerstörungsmechanismus aktivieren.

Eine Schlüsselrolle spielt in Herzzellen dabei der Myocyte Enhancer Factor 2 (MEF2), der ein ganzes Bündel von Herzgenen steuert. Bei Herzinsuffizienz ist die Aktivität von MEF2 erhöht. Doch das änderte sich unter der Gabe von Betablockern. “Wir haben entdeckt, dass Betablocker die krankhafte Veränderung der Genaktivität, die wir bei Herzschwäche beobachten, wieder aufhob“, sagt McDermott. Auch stellten die Forscher fest, dass sich unter der Gabe von Betablockern die Funktion der Mäuseherzen wieder verbesserte.

Auch Immungene sind betroffen

Interessanterweise fanden die Forscher heraus, dass auch manche Gene bei Herzschwäche dereguliert waren, die mit dem Immunsystem im Zusammenhang stehen. Das passt zu dem Ergebnis vorangegangener Studien, die darauf hindeuten, dass vom Immunsystem angekurbelte Entzündungsprozesse an der Entstehung von Herzschwäche beteiligt sind.

Geschwächte Herzen

Herzschwäche oder Herzinsuffizienz – unter diesem Begriff vereinigen sich verschiedene Krankheitsbilder. Sie alle haben gemein, dass die Pumpleistung des Herzens reduziert ist, sodass das Herz nicht mehr in der Lage ist, den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. In Deutschland ist sie bei Frauen die zweithäufigste und bei Männern die vierthäufigste Todesursache.

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