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Thrombose

Die Thrombose ist ein Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel. Am häufigsten entstehen Thrombosen in den Venen im Bein. Wichtige Thrombose-Anzeichen sind eine Schwellung, Schmerzen und eine rote oder bläuliche Verfärbung der Haut. Auch Fieber ist möglich. Eine Thrombose ist gefährlich, weil sich das Gerinnsel lösen und in andere Organe gespült werden kann. Lesen Sie alles Wichtige über die Thrombose-Symptome, Behandlung und Vorbeugung!

ThromboseThromboseThrombose

Thrombose: Kurzübersicht

  • Häufigste Lokalisationen: Beine (vor allem Unterschenkel), Beckenbereich, Arme, obere oder untere Hohlvene
  • Typische Symptome: Schwellung, Rötung, Überwärmung, Schmerzen und Spannungsgefühl, Fieber, beschleunigter Puls
  • Behandlung: Kompressionsverband oder Kompressionsstrümpfe, Hochlagerung, gerinnungshemmende Medikamente, Thrombektomie (OP)
  • Wichtige Untersuchungen: Ultraschallaufnahme, Phlebografie ("Venen-Röntgen"), CT, Blutuntersuchung (D-Dimere, Gerinnungsfaktoren)
  • Gefahren: Lungenembolie (Lungenarterienverschluss), Gefäß- und Gewebeschäden (Postthrombotisches Syndrom)
  • Sonderform: Analthrombose (Analvenenthrombose)

Thrombose-Symptome

Es gibt eine Reihe sehr typischer Anzeichen für eine Thrombose. Je nachdem, wo sich das Gerinnsel gebildet hat, unterscheiden sich die Symptome teilweise.

Symptome bei einer Thrombose im Bein

Thrombosen bilden sich besonders häufig in den großen Venen des Unterschenkels. Denn dort fließt das Blut gegen die Schwerkraft besonders langsam zum Herzen zurück. Die häufigsten Thrombose-Anzeichen sind dann:

  • Schwellung der Wade, oft auch der Knöchelregion und des Fußes
  • Schwere- und Spannungsgefühl im Unterschenkel
  • Schmerzen im Unterschenkel, manchmal auch im Fuß, Oberschenkel oder der Leiste, die einem Muskelkater ähneln können
  • gespannte (glänzende) und bläulich verfärbte Haut
  • Überwärmung des Unterschenkels
  • stärker sichtbare Hautvenen (sogenannte Warnvenen)
  • leichtes Fieber
  • beschleunigter Puls

Achtung: Auch wenn einige der genannten Symptome fehlen, ist eine Thrombose im Bein trotzdem nicht ausgeschlossen. Genauso wenig sind die genannten Thrombose-Anzeichen ein Beweis dafür, dass wirklich eine Beinvenenthrombose vorliegt.

Symptome bei einer Thrombose im Arm

Auch die Venen im Arm können durch Blutgerinnsel verschlossen werden. Dies kommt insgesamt sehr viel seltener vor als im Bein.

Thrombosen in den Armen verursachen meist stärkere Beschwerden als Gefäßverschlüsse in den Beinen. Außerdem machen sie sich durch eine verstärkte Venenzeichnung bemerkbar, weil das Blut über Umwege seinen Weg zum Herzen sucht. Typische Thrombose-Symptome im Arm sind:

  • Schwellung und Überwärmung des betroffenen Arms
  • Schwellung der Hand
  • bläulich hervortretende Hautvenen
  • teilweise rötlich-lilafarbene Verfärbungen des Arms
  • Schmerzen bei Druck auf den Arm und beim Bewegen

Grundsätzlich können Thrombosen in allen Blutgefäßen des Körpers entstehen. Anders als bei Thrombosen in den Extremitäten sind die Symptome dann aber oft uneindeutig. Es können starke Schmerzen oder Funktionsstörungen von Organen auftreten. Zur Abklärung solcher unspezifischer Thrombose-Symptome sind immer weitere ärztliche Untersuchungen erforderlich.

Symptome einer Analthrombose (Analvenenthrombose)

Eine Analthrombose macht sich durch eine schmerzhafte Schwellung im Afterbereich bemerkbar. Die Analthrombose ist oft nur schwer von der sogenannten Hämorrhoide zu unterscheiden. Sie hat aber eine andere Ursache: Bei der Analthrombose entsteht das Blutgerinnsel in einer kleinen Vene des unteren Analkanals. Bei der schmerzhaften Hämorrhoide handelt es sich dagegen um ein vergrößertes Blutgefäß eines arteriovenösen Gefäßpolsters, das aus dem inneren Analkanal nach außen dringt.

Analvenenthrombosen sind sehr schmerzhaft, insbesondere deshalb, weil sie direkt im Bereich der Öffnung liegen. Die Analthrombose lässt sich jedoch meist gut behandeln. Hier erfahren Sie mehr zu Symptomen, Ursachen und Therapie der Analthrombose!

Thrombose-Behandlung

Eine Thrombose kann durch Medikamente, durch eine Kompressionstherapie oder operativ behandelt werden. Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt unter anderem vom Ort ab, an dem sich das Gerinnsel gebildet hat. Oft müssen die verschiedenen Behandlungsansätze jedoch kombiniert werden.

Das wichtigste Ziel der Thrombose-Behandlung ist es zu verhindern, dass sich das Gerinnsel von der Venenwand ablöst und mit dem Blutstrom in lebenswichtige Organe wandert. Denn dann besteht die Gefahr einer sogenannten Embolie (zum Beispiel einer Lungenembolie), also der Verstopfung einer Arterie durch das Gerinnsel mit möglicherweise lebensbedrohlichen Folgen. Außerdem sollen langfristige, irreparable Schäden an den betroffenen Blutgefäßen, Extremitäten oder Organen (postthrombotisches Syndrom) vermieden werden.

Hochlagerung und Kompression

Entstehung einer Lungenembolie infolge einer Thrombose

Pflicht bei Thrombose: Kompressionsstrumpf der Klasse 2

Wichtige Sofortmaßnahmen bei einer frisch aufgetretenen Thrombose in den Extremitäten bestehen darin, das betroffene Bein oder den Arm hochzulagern und einen Kompressionsverband anzulegen. So kann verhindert werden, dass sich das Blut noch mehr zurückstaut und die Extremität weiter anschwillt.

Der Kompressionsverband muss deutlich über den Ort der Thrombose hinausreichen – bei einer Unterschenkelthrombose also bis unter das Knie. Er muss straff sein, um die Venen so stark zusammenzudrücken, dass das Blut in ihnen besser fließt. Er darf die Extremität aber an keiner Stelle einschnüren.

Eine gute Möglichkeit, einen ausreichend kräftigen und gleichmäßigen Kompressionsgrad zu erreichen, sind Thrombose-Strümpfe der Kompressionsklasse II. Die Kompressionsbehandlung sollte langfristig fortgesetzt werden, wenn durch die Thrombose Venen geschädigt wurden.

Thrombose-Behandlung mit Medikamenten

Die medikamentöse Thrombosebehandlung soll verhindern, dass das Blutgerinnsel weiterwächst und womöglich in die Lungenarterien geschwemmt wird. Im besten Fall kann das Medikament bewirken, dass körpereigene Stoffe (Enzyme) den Thrombus wieder verkleinern oder sogar ganz aufzulösen. Gerinnungshemmende Medikamente können zudem die Neuentstehung einer Thrombose verhindern.

Akutbehandlung der Thrombose

Man beginnt die Behandlung der Thrombose mit einer sogenannten Initialen Antikoagulation, die unmittelbar beginnen soll, wenn die Diagnose Thrombose gestellt wurde oder wenn eine Thrombose sehr wahrscheinlich die Ursache für Beschwerden ist.

Zum Einsatz kommt hierfür meist das Medikament Heparin, welches die Blutgerinnung hemmt. Heparin muss dafür in hoher Dosierung als Spritze unter die Haut (subkutane Injektion) oder als Infusion gegeben werden. Denn das Medikament würde im Magen-Darm-Trakt zerfallen und dann nicht in die Blutbahn gelangen.

Auch der Wirkstoff Fondaparinux wird unter die Haut gespritzt. Er wird vor allem dann eingesetzt, wenn Patienten auf eine Heparingabe zuvor mit einem lebensgefährlichen Absinken der Zahl der Blutgerinnungsplättchen = Thrombozyten) reagiert haben. Weitere Wirkstoffe der akuten Thrombose-Behandlung sind die sogenannten DOACs (direkte orale Antikoagulanzien) Rivaroxaban und Apixaban.

Langzeitbehandlung nach einer Thrombose

Im Anschluss – meist nach etwa fünf bis zehn Tagen – erhalten die Patienten ein gerinnungshemmendes Medikament in Tablettenform um zu verhindern, dass sich ein neues Gerinnsel bildet. Diese sogenannte Erhaltungstherapie wird über drei bis sechs Monate fortgesetzt. Eingesetzt werden dafür sogenannte Vitamin-K-Antagonisten. Das sind Gegenspieler des für die Blutgerinnung wichtigen Vitamin K. Vor allem die Wirkstoffe Phenprocoumon und Warfarin werden in Deutschland eingesetzt.

Wichtig: Die richtige Dosierung dieser Medikamente muss regelmäßig durch Blutkontrollen der sogenannten Gerinnungswerte überprüft werden!

Operative Thrombose-Behandlung

Insbesondere bei jungen Patienten, die zum ersten Mal eine Thrombose in einer großen Vene im Bein-Beckenbereich erleiden, kann ein operativer Eingriff die beste Behandlungsoption sein. Dabei wird versucht, den Blutpfropf (Thrombus) mithilfe eines Katheters zu fassen und aus der Vene zu ziehen. Ärzte sprechen auch vom „Rekanalisieren“, weil mit dem Eingriff ein verstopftes Blutgefäß wieder durchgängig gemacht wird. Die Ärzte prüfen auch, ob in der Vene ein Strömungshindernis besteht, das beseitigt werden kann.

Oft wird über den Katheter auch ein Thrombus-auflösendes Medikament gegeben. Diese lokale Form der Thrombose-Behandlung hat bessere Erfolgsquoten und geringere Risiken als die früher häufig eingesetzte systemische Behandlung, bei der sich das Medikament in hoher Dosierung im ganzen Körper verteilen musste.

Die Rekanalisationstherapie sollte möglichst früh durchgeführt werden um das Risiko eines Postthrombotischen Syndroms zu verringern. Mögliche Komplikationen dieser Art der Thrombose-Therapie sind Blutungen, aber auch versehentliche Ablösungen von Gerinnselteilen. Diese könnten dann in der Venenbahn weiter Richtung Herz und den Lungenkreislauf geraten.

In Einzelfällen wird Patienten mit einer Beinvenenthrombose eine Art "Sieb" in die Hohlvene (Vena-cava-Filter) eingepflanzt, entweder dauerhaft oder vorübergehend. Es soll verhindern, dass abgelöste Blutgerinnsel in die Lunge geschwemmt werden. Infrage kommt dieser Eingriff etwa bei Patienten, die trotz gerinnungshemmender Medikamente wiederholt eine Lungenembolie erleiden.

Thrombose: Ursachen und Risikofaktoren

Entstehung einer Lungenembolie infolge einer Thrombose

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß und verstopft dieses. Meist ist eine Vene im Bein betroffen.

Thrombosen sind Blutgerinnsel, die sich in den Blutgefäßen – fast immer in Venen – bilden. Sie können grundsätzlich drei verschiedene Ursachen haben, die allein oder in Kombination bestehen können:

  • Strömungshindernisse im Blutgefäß: Schäden/Erkrankungen oder Ablagerungen an der Gefäßwand oder Einengungen der Blutgefäße durch mechanischen Druck von außen (z.B. bei Vernarbungen, Tumoren)
  • langsame Fließgeschwindigkeit: In krankhaft erweiterten Venen (Krampfadern), durch die Wirkung der Schwerkraft oder/und durch eine zu geringe Muskelspannung (bei Immobilität, Lähmungen oder nach Operationen), Flüssigkeitsmangel (Blut wird dickflüssiger)
  • erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes: Erkrankungen des Blutgerinnungssystems, schwere systemische Erkrankungen (Krebs, Autoimmunerkrankungen), Medikamenten-Nebenwirkungen (z.B. durch die „Pille“), Rauchen
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Reisethrombose und Thrombose nach Operationen

Der Blutrückfluss zum Herzen muss in den tiefen Beinvenen gegen die Schwerkraft funktionieren. Dies wird bei gesunden, körperlich aktiven Menschen durch zwei Mechanismen unterstützt:

  1. Venenklappen: Sie wirken wie Ventile und lassen das Blut nur in einer Richtung, nämlich zum Herzen, fließen.
  2. Muskelpumpe (Muskel-Venen-Pumpe): Durch die Arbeit der (Waden-)Muskulatur werden die Venen im Bein immer wieder kurz komprimiert. Im Zusammenwirken mit den Venenklappen wird so das Blut in Richtung Herz gedrückt.

Funktionieren einer oder beide Mechanismen nicht, kann sich der Blutfluss stark verlangsamen und das Thromboserisiko steigt. Die ist zum Beispiel bei langem Sitzen im Auto, der Bahn oder dem Flugzeug der Fall. Man spricht deshalb oft auch von einer „Reisethrombose“. Aber auch das stundenlange Sitzen am Computer kann das Thromboserisiko erhöhen.

Genauso entfällt nach Verletzungen oder Operationen, nach denen das Bein ruhiggestellt oder generell strikte Bettruhe eingehalten werden muss, die natürliche Wirkung der Muskelpumpe. Da durch jedes Trauma – und dazu gehören im weiteren Sinne auch Operationen – zudem die Gerinnungsbereitschaft des Blutes deutlich ansteigt, ist das Risiko für eine Thrombose nach Operationen stark erhöht.

Thrombose bei Krampfadern

Krampfadern (Varizen) sind stark erweiterte Blutgefäße. Sie treten besonders häufig im Bereich der Beine, insbesondere der Unterschenkel auf. In Krampfadern fließt das Blut langsamer und zudem funktionieren die natürlichen Ventile in den Venen, die Venenklappen, nicht mehr richtig. Dadurch steigt ebenfalls das Risiko für eine Thrombose.

Thrombose: Diagnose und Untersuchung

Bei einer Venenthrombose in einem Bein ist dieses überwärmt und geschwollen. Bestimmte Druckpunkte und Bewegungen lösen Schmerzen aus, was der Arzt (meist ein Facharzt für Innere Medizin) mit einer körperlichen Untersuchung feststellen kann. Typisch sind zum Beispiel:

  • Wadenschmerzen, wenn die Fußspitze angehoben wird (Homans-Zeichen)
  • Schmerzen beim Drücken der Wade (Meyer-Zeichen)
  • Druckschmerz auf der Innenseite des Fußes (Payr-Zeichen)

Darüber hinaus kann eine Ultraschall-Untersuchung den Verschluss von Venen bildlich darstellen. Generell gilt: Eine oberflächliche Thrombose zeichnet sich durch stärkere Beschwerden aus und ist daher oft leichter diagnostizierbar als ein Gefäßverschluss in tieferliegenden Venen (Phlebothrombose). Letztere hat aber häufiger schwerwiegende Folgen.

Mit einer Phlebografie (auch: Phlebographie) können die Blutgefäße im Körper auf einer Röntgenaufnahme dargestellt werden. Das Verfahren eignet sich daher gut zur Diagnose einer tiefen Beinvenenthrombose. Dazu wird ein Kontrastmittel in eine oberflächliche Vene auf dem Fußrücken gespritzt. Um sicherzustellen, dass das Kontrastmittel den Weg in die tiefen Beinvenen findet, werden zuvor die Venen nahe der Hautoberfläche mit einer mäßig strammen Bandage abgebunden. Dort wo eine Thrombose besteht, ist der Fluss des Kontrastmittels unterbrochen oder wirkt "eingeschnürt".

Ein viel genutztes Untersuchungsverfahren in der Gefäßmedizin ist die Computertomografie (CT). Bei diesem Verfahren wird der Körper des Patienten mittels Röntgenstrahlen virtuell in Scheiben geschnitten. Aufgrund der hohen Bilderdichte lassen sich auch Gefäße und Organe darstellen. Diese Methode wird zum Beispiel bei Thrombosen im Bauch oder bei einer Sinus-cavernosus-Thrombose im Kopf benutzt.

Bei seltenen Formen von Gefäßverschlüssen wie zum Beispiel einer Thrombose im Auge kann ein spezialisierter Augenarzt ein Bild der Netzhaut machen und so eine Stauung feststellen.

Blutuntersuchung

Neben der Bildgebung ist auch eine Blutuntersuchung wichtig. Hierbei wird nach Abbauprodukten von Blutgerinnseln gesucht, den sogenannten D-Dimeren. Dabei ist zu beachten, dass der D-Dimer-Thrombose-Test nur zum Ausschluss eines Blutgerinnsels eingesetzt werden sollte, wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Gefäßverschluss besteht. Ein breites Screening ist mit diesem Bluttest nicht durchführbar.

Thrombose & Schwangerschaft

Tritt eine Thrombose in der Schwangerschaft oder nach einer Tot-/Fehlgeburt auf, sollten zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden, um die Ursache zu finden. Dadurch kann ein ähnlicher Verlauf bei einer späteren Schwangerschaft gegebenenfalls vermieden werden.

Weitere Sonderfälle

Auch bei Thrombosen, die keine klar erkennbare Ursache haben oder in untypischen Gefäßen auftreten, wird der Arzt zusätzlich versuchen, die Ursache der Gerinnselbildung zu finden. Manche Menschen leiden zum Beispiel an Erbkrankheiten, welche die Blutgerinnung stören können.

Thrombose: Krankheitsverlauf und Prognose

Entstehung einer Lungenembolie infolge einer Thrombose

Eine Lungenembolie entsteht, wenn sich ein Teil eines Blutgerinnsels löst und über das Herz in die Lunge gelangt.

Eine Thrombose ist eine sehr schwerwiegende Erkrankung und kann gefährliche Komplikationen nach sich ziehen. Diese entstehen,

  • wenn sich ein Blutgerinnsel löst und zum Herzen wandert, von wo es beispielsweise in die Lunge gelangen kann (Lungenembolie)
  • wenn eine Vene durch einen Thrombus verstopft und dauerhaft geschädigt werden kann (Folge: Postthrombotisches Syndrom)

Die Lungenembolie ist eine besonders häufige und lebensbedrohliche Komplikation einer Thrombose. Dabei wird der Thrombus (oder Teile davon) mit dem Blutstrom durch das Venensystem zur rechten Herzkammer und von dort in die Lungenarterien geschwemmt. Verlegt er dort eine große Arterie, wird ein großer Teil der Lunge nicht mehr durchblutet.

Er kann dann nicht mehr am Gasaustausch mitwirken, wodurch ein lebensgefährlicher Sauerstoffmangel entstehen kann. Zudem kann die rechte Herzkammer durch einen hohen Fließwiderstand übermäßig belastet werden; auch ein Rechtsherzversagen ist durch eine Lungenembolie möglich. Eine Embolie ist daher immer ein medizinischer Notfall!

Postthrombotisches Syndrom

Auch wenn die Mehrzahl der Thrombosen folgenlos abheilt, erleidet ein Drittel der Patienten ein sogenanntes postthrombotisches Syndrom. Dabei bilden sich Krampfadern aufgrund einer Blutabflussstörung, die auch nach Wiedereröffnung der betroffenen Gefäße bestehen bleibt. Durch diese Abflussbehinderung können weitere Gewebeschäden auftreten oder erneute Blutgerinnsel entstehen.

Thrombose vorbeugen

Die beste Thrombose-Prophylaxe (= Vorbeugung) besteht darin, die genannten Thrombose-Risikofaktoren zu vermeiden oder zu verringern. So sollte man zum Beispiel auf ausreichend Bewegung achten, besonders auf langen Flugreisen, aber auch bei langen Büro-Arbeitstagen. Außerdem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Trinken, flüssige Speisen) wichtig, um das Blut dünnflüssig zu halten und so die Bildung eines Gerinnsels zu vermeiden.

Thrombose-Spritzen

Nach einer Verletzung oder Operation oder bei anderer krankheitsbedingter Ruhigstellung kann man mit Medikamenten einer Gerinnselbildung vorbeugen: Tägliche Thrombosespritzen mit Heparin können die Entstehung eines Blutgerinnsels in den meisten Fällen verhindern.

Anti-Thrombose-Strümpfe

Sogenannte Anti-Thrombose-Strümpfe sind spezielle, elastische Strümpfe aus einem hautfreundlichen, dünnen Gewebe, die entweder bis zum Knie reichen, oder sogar über das Knie hinaus den Oberschenkel miterfassen. Durch den leichten Druck, den sie auf die Venen ausüben, fließt das Blut etwas schneller und gleichmäßiger zum Herzen zurück.

Insbesondere, wenn Thrombose-Risikofaktoren wie eine Neigung zu Krampfadern bestehen, vor und nach Operationen oder für lange Reisen ist das Tragen von Anti-Thrombose-Strümpfen zu empfehlen. Oft können sie helfen, eine Thrombose zu verhindern.

Weiterführende Informationen

Buchempfehlungen:

  • Ratgeber Krampfadern, Beinschwellung und Thrombose (Erika Medoza, 2016, Springer-Verlag)

Leitlinien:

  • der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (Stand: 2015)
  • der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin (Stand: 2015)

Selbsthilfegruppen:

Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.
Haus der Bundespressekonferenz
Schiffbauerdamm 40
10117 Berlin

Aktionsbündnis Thrombose:

Deutsche Gefäßliga e.V.
Mühlenstr. 21-25
50321 Brühl

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Autor:
Jens Richter
Vorlage:
Dr. med. Martin Schäfer
Quellen:
  • S3-Leitlinie „Prophylaxe der venösen Thromboembolie (VTE)“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (Stand: 2015)
  • S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und der Lungenembolie“ der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin (Stand: 2015)
  • Arastéh, K. et al.: Duale Reihe Innere Medizin: Thieme, 2012.
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  • Greten, H. et al.: Innere Medizin: Thieme, 2010.
  • Useche, J.N. et al.: "Use of US in the Evaluation of Patients with Symptoms of Deep Venous Thrombosis of the Lower Extremities", Radiographics, Vol. 28, Issue 6, 2008.
  • Kruse, W. & Schettler, G.: Allgemeinmedizin: De Gruyter, 1995.
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