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Ausdauersport: Doch kein höheres Risiko für Herzschäden

Triathlon-Schwimmen Triathlon-Schwimmen Triathlon-Schwimmen

Schaden Marathon und Triathlon dem Herzen? Mehrere Studien der vergangenen Jahre schürten diese Sorge. Doch jetzt geben deutsche Forscher Entwarnung.

Die Vermutung, intensiv betriebener Ausdauersport könne den Herzmuskel dauerhaft schädigen, hatte erstmals vor rund zehn Jahren eine Studie in Australien aufgestellt. Dort hatten Wissenschaftler die Herzfunktion von Triathleten, Läufern und Extremradfahrern untersucht, bevor und nachdem diese an Wettkämpfen teilgenommen hatten.

Bedrohliche Narben in der Herzwand

Unmittelbar nach der Belastung war bei allen Probanden die Beweglichkeit der rechten Herzkammer und deren Pumpleistung deutlich herabgesetzt. Auch einige Werte einer parallel durchgeführten Blutuntersuchung deuteten auf eine akute Überlastung des Herzens hin.

Diese Effekte normalisierten sich allerdings bis zur Kontrolluntersuchung sechs bis elf Tage später. Doch bei jenen Sportlern, deren Wettkämpfe besonders lange gedauert hatten, fanden die Ärzte später Anzeichen für kleine Vernarbungen in der Wand der rechten Herzkammer. Solche Bindegewebszonen treten an die Stelle von Herzmuskelgewebe, wenn dieses zugrunde geht. Die Narben könnten die Pumpkraft der Herzkammer schwächen und lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen begünstigen, so die Sorge der Mediziner.

Entsprechende Warnungen gehen seitdem regelmäßig durch die Medien. Und sie werden immer wieder befeuert durch spektakuläre Fälle eines plötzlichen Herztods bei Sportlern – meist verursacht durch schwerste Herzrhythmusstörungen, die bevorzugt in der rechten Herzkammer entstehen. Sind sportbedingte Herzschäden schuld daran?

Sportlerherzen auf dem Prüfstand

Dieser Frage haben sich Wissenschaftler vom Institut für Sport- und Präventivmedizin an der Saarland-Universität in Saarbrücken jetzt noch einmal angenommen: Sie untersuchten 33 Leistungssportler aus Triathlon und Marathon, darunter einen ehemaligen Triathlon-Weltmeister und mehrere Podiumsplatzierte des Ironman Hawaii sowie einen ehemaligen Sieger des München-Marathons. Die Sportler waren im Schnitt 47 Jahre alt und trainierten seit mindestens 20 Jahren – in den letzten zehn Jahren jeweils mehr als zehn Stunden pro Woche.

Die ebenfalls 33 Personen umfassende Vergleichsgruppe war in Bezug auf Altersstruktur, Körpergröße und Körpergewicht gleich, pro Woche aber höchstens drei Stunden sportlich aktiv.

Keine Schäden an der rechten Herzkammer

In ihrer Studie bedienten sich die Wissenschaftler aller modernen Untersuchungstechniken, um Veränderungen an Form und Leistung der Herzkammern zu erfassen. Sie fanden dabei aber weder Zeichen für eine kurzfristige Überlastung der Herzkammern, noch für eine langfristig verschlechterte Pumpleistung. Sie wird in der Medizin unter anderem über die sogenannte Ejektionsfraktion bestimmt. Darunter versteht man jenen Anteil der Blutmenge, die der Herzmuskel bei einer Kontraktion aus der gefüllten Herzkammer heraus und in die Blutgefäße befördern kann.

Es habe sich kein Unterschied zwischen den Leistungssportlern und den Probanden der Kontrollgruppe gezeigt, schreiben die Forscher in ihrer Arbeit, die kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Circulation“ der American Heart Association erschien. Lediglich Herzgewicht und -volumen waren bei den Sportlern erwartungsgemäß deutlich größer – eine typische Anpassung an die Mehrarbeit, auch als „Sportherz“ bekannt. Es sei unwahrscheinlich, dass selbst langjähriger und intensiv betriebener Ausdauersport die rechte Herzkammer beschädige, fassen die Forscher zusammen.

Viel mehr Nutzen als Risiko

Auch die Deutsche Herzstiftung weist darauf hin, dass die positiven Effekte von Sport mögliche Risiken bei Weitem überwögen. Viel häufiger sei gerade jenseits des 35. Lebensjahrs eine Verkalkung der Herzkranzgefäße der Auslöser für gefährliche Herzrhythmusstörungen.

Solchen Veränderungen wirke regelmäßig betriebener Ausdauersport aber entgegen – er verringere also das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und den plötzlichen Herztod. Wichtig sei jedoch gerade für ältere Sportler, die individuelle Herzgesundheit und -belastbarkeit durch einen sportmedizinischen Check regelmäßig überprüfen zu lassen.

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Autor:
Jens Richter
Quellen:
  • P. Bohm, T. Meyer et. al.: „Right and Left Ventricular Function and Mass in Male Elite Master Athletes“, Circulation 2016, doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.115.020975
  • Deutsche Herzstiftung: „Plötzlicher Herztod: Ist Sport gefährlich oder stellt Sport einen Schutz dar?“ www.herzstiftung.de (Abruf am 24.06.2016)
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