Thrombozytopenie

Dr. med. Andrea Reiter

Dr. med. Andrea Reiter ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion.

Eva Rudolf-Müller

Eva Rudolf-Müller ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion. Sie hat Humanmedizin und Zeitungswissenschaften studiert und immer wieder in beiden Bereich gearbeitet - als Ärztin in der Klinik, als Gutachterin, ebenso wie als Medizinjournalistin für verschiedene Fachzeitschriften. Aktuell arbeitet sie im Online-Journalismus, wo ein breites Spektrum der Medizin für alle angeboten wird.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Von einer Thrombozytopenie (Thrombopenie) spricht man, wenn die Zahl der Thrombozyten zu niedrig ist. Da Thrombozyten hauptverantwortlich für die Blutstillung und Blutgerinnung sind, treten bei Unterschreitung einer gewissen Zahl vermehrt Blutungen auf. Das kann von minimalen Hauteinblutungen über Nasenbluten bis hin zu gefährlichen Organblutungen reichen. Lesen Sie, was bei einer Thrombozytopenie passiert und wie man sie erkennt und behandelt!

Was ist eine Thrombozytopenie?

Ist die Anzahl der Thrombozyten sehr niedrig, spricht man von einer Thrombozytopenie (Thrombopenie). Wenn zu wenig Blutplättchen im Blut vorhanden sind, ist die Blutstillung beeinträchtig und man blutet länger und häufiger. Teilweise können auch Blutungen im Körper auftreten, ohne dass eine Verletzung vorliegt.

Thrombozytopenie: Ursachen

Ist die Zahl der Thrombozyten erniedrigt, kann das verschiedenste Ursachen haben. Entweder es werden zu wenig Blutplättchen gebildet oder die Verteilung der Plättchen im Blut ist gestört oder die Thrombozyten werden vermehrt in der Milz abgebaut. Mögliche Auslöser dafür sind unter anderem:

  • starke Blutungen
  • Infektionen
  • Blutkrebs und myeloproliferative Neoplasien
  • eine autoimmunologische Zerstörung der Thrombozyten (z.B. thrombotisch-thrombozytopenische Purpura: Purpura Schönlein-Hennoch)
  • bestimmte rheumatische Erkrankungen
  • eine blutverdünnende Therapie (mit Heparin)
  • Allergien, Gifte, Medikamente oder Vitaminmangel
  • Tumoren
  • eine Schwangerschaft
  • Leberzirrhose
  • fehlerhafte Messungen

Bei Blutkrebs und sogenannten myeloproliferativen Neoplasien werden im Rückenmark zu wenig Thrombozyten gebildet. Bei rheumatischen Erkrankungen und autoimmunologischen Prozessen können Antikörper gebildet werden, welche die Thrombozyten attackieren und so zu ihrer Zerstörung führen. Einige rheumatische Grunderkrankungen führen zu einer Überfunktion der Milz, sodass letztlich zu viele Thrombozyten abgebaut werden.

Symptome einer Thrombozytopenie

Da die Thrombozyten für die Blutgerinnung und Blutstillung verantwortlich sind, macht sich ab einem Wert von unter 80.000 Thrombozyten pro Mikroliter Blut eine gewisse „Blutungsneigung“ bemerkbar. Sinkt die Thrombozytenzahl unter 50.000 pro Mikroliter Blut kann es zu Spontanblutungen aus der Nase, punktförmigen Blutungen in die Haut (Petechien) und zu „blauen Flecken“ kommen. Besonders gefährlich sind Blutungen im Magen-Darm-Trakt sowie Hirnblutungen.

Eine besonders bei Kindern auftretende Krankheit mit Thrombozytopenie ist die Purpura Schönlein-Hennoch - auch Immunthrombozytopenie (ITP) genannt. Diese gefährliche autoimmunologische Erkrankung geht mit schweren Hauteinblutungen, Fieber und schwerer Schädigung der inneren Organe einher.

Wie behandelt man eine Thrombozytopenie?

Die Therapie einer Thrombozytopenie richtet sich nach der Ursache der verminderten Blutplättchenzahl. Besonders bei Infektionen reguliert sich die Thrombozytenzahl schnell, nachdem der Infekt abgeklungen ist. Auch nach einer Schwangerschaft steigt die Zahl der Blutplättchen von selbst wieder an.

Wenn der Thrombopenie-Befund auf Medikamente zurückzuführen ist, müssen diese abgesetzt werden, um eine Verschlimmerung zu verhindern. Gegebenenfalls werden Patienten in der Klinik überwacht, um mögliche innere Blutungen sofort erkennen und therapieren zu können.

Bei sehr schweren Thrombozytopenien unter 10.000 Blutplättchen pro Mikroliter Blut müssen Thrombozyten-Konzentrate verabreicht werden. In jedem Fall erfolgt dann eine umfangreiche Thrombozytopenie-Diagnostik. Beruht die Thrombozytopenie auf einem vermehrten Thrombozytenabbu in der Milz, muss gelegentlich die Milz entfernt werden.

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