Kleines Blutbild

Valeria Dahm

Valeria Dahm ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion. Sie studierte an der Technischen Universität München Medizin. Besonders wichtig ist ihr, dem neugierigen Leser Einblick in das spannende Themengebiet der Medizin zu geben und gleichzeitig inhaltlichen Anspruch zu wahren.

Eva Rudolf-Müller

Eva Rudolf-Müller ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion. Sie hat Humanmedizin und Zeitungswissenschaften studiert und immer wieder in beiden Bereich gearbeitet - als Ärztin in der Klinik, als Gutachterin, ebenso wie als Medizinjournalistin für verschiedene Fachzeitschriften. Aktuell arbeitet sie im Online-Journalismus, wo ein breites Spektrum der Medizin für alle angeboten wird.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Ein kleines Blutbild liefert einen Überblick über die Anzahl der einzelnen Blutzellen. Es ist die häufigste Blutuntersuchung und hilft dem Arzt bei der Diagnostik und Verlaufskontrolle von verschiedensten Krankheiten. Erfahren Sie hier, was die Blutbild-Werte Ihnen über Ihre Gesundheit verraten.

Was ist ein kleines Blutbild?

Ein kleines Blutbild gibt dem Arzt einen Überblick über die Anzahl der einzelnen Blutzellen. Es werden die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten) gemessen. Zusätzlich werden mit Hilfe der Menge des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) und des Volumenanteils der roten Blutkörperchen (Hämatokrit) weitere Laborwerte wie MCV, MCHC und MCH ermittelt.

Erythrozyten enthalten das Hämoglobin und transportieren Sauerstoff zu den verschiedenen Körperzellen. MCV, MCHC und MCH beschreiben, in welchem Verhältnis sich die Erythrozyten aus Hämoglobin und festen Bestandteilen zusammensetzen. Die Leukozyten sind für die Infektabwehr des Körpers verantwortlich. Thrombozyten sind wichtig für die Blutgerinnung und damit die Wundheilung.

Dank moderner Laborgeräte kann ein kleines Blutbild vollautomatisch, schnell und einfach ermittelt werden. Weitere Untersuchungsmethoden ergänzen das kleine Blutbild. Leberwerte, Nierenwerte oder auch eine genaue Aufschlüsselung der Leukozyten (Differentialblutbild) werden vom Arzt bei Bedarf zusätzlich angeordnet.

Wann bestimmt man ein kleines Blutbild?

Das kleine Blutbild wird sowohl zur Routine im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsvorsorge als auch zur gezielten Diagnostik bei Verdacht auf verschiedene Krankheiten bestimmt. Sehr häufige Untersuchungsgründe (Indikationen) sind Blutarmut (Anämie), Infektionen, Entzündungen, Tumoren sowie Störungen der Blutgerinnung.

Auch vor Operationen ordnet der Arzt ein kleines Blutbild an, damit mögliche Komplikationen vorzeitig abgewendet oder schnell behoben werden können. Dazu zählt zum Beispiel eine erhöhte Blutungsgefahr durch eine zu niedrige Anzahl an Thrombozyten.

Kleines Blutbild: Werte

Um die Blutbild-Werte zu bestimmen, nimmt der Arzt eine kleine Blutprobe meist aus der Vene ab. Es ist für Patienten nicht zwingend erforderlich, für ein kleines Blutbild nüchtern zu sein, da eine Nahrungsaufnahme die Werte nicht wesentlich verändert. Für Männer und Frauen gelten unterschiedliche Richtwerte:

Männer

Frauen

Erythrozyten

4,8 - 5,9 Mio./µl

4,3 - 5,2 Mio./µl

Leukozyten

4000 - 10.000/µl

4000 - 10.000/µl

Thrombozyten

150.000 - 400.000/µl

150.000 - 400.000/µl

Hämoglobin

14 - 18 g/dl

12 - 16 g/dl

Hämatokrit

40 - 54 %

37 - 47 %

MCH

28 - 34 pg

28 - 34 pg

MCV

78 - 94 fl

78 - 94 fl

MCHC

30 - 36 g/dl

30 - 36 g/dl

Bei Kindern hängen die Normwerte der verschiedenen Parameter vom Alter ab.

Kleines Blutbild: Wann sind die Werte zu niedrig?

Eine Erniedrigung der Erythrozyten (Erythropenie, Erythrozytopenie) kann ein Hinweis auf eine Blutarmut (Anämie) durch Eisen- oder Vitaminmangel sein. Blutverlust führt ebenfalls zu niedrigen Erythrozyten-Werten. Das Gleiche gilt für Überwässerung beispielsweise durch exzessives Trinken von Wasser.

Niedrige Leukozyten-Werte (Leukopenie, Leukozytopenie) treten zum Beispiel bei einer Reihe von Infektionen, bei einer Chemotherapie sowie bestimmten Formen der Leukämie auf.

Auch eine geringe Anzahl an Thrombozyten (Thrombopenie, Thrombozytopenie) kann für eine Leukämie sprechen. Weitere mögliche Ursachen sind Blutungen, bestimmte Medikamente, Eisen- oder Vitaminmangel sowie Infektionen.

Kleines Blutbild: Wann sind die Werte zu hoch?

Die Erhöhung der Erythrozyten (Erythrozytose, Polyglobulie) wird häufig bei Bergsteigern gemessen und ist eine Anpassung des Körpers an den geringeren Sauerstoffgehalt in der Höhenluft. Den gleichen Effekt hat auch Doping im Leistungssport. Weitere mögliche Ursachen für erhöhte Erythrozyten-Werte sind Tumoren sowie ein Sauerstoffmangel bei Lungen- oder Herzerkrankungen.

Eine Leukozyten-Erhöhung (Leukozytose) tritt meist im Rahmen von Infektionen und akuten Entzündungen auf.

Enthält das Blut zu viele Thrombozyten (Thrombozytose) erhöht sich die Gefahr für Blutgerinnsel. Knochenmarkserkrankungen und bösartige Tumoren sollten hier als Ursache ausgeschlossen werden.

Was tun bei veränderten Werten im kleinen Blutbild?

Ihr Arzt wird die Ergebnisse, die ein kleines Blutbild geliefert hat, bei Bedarf mit Ihnen besprechen. Er erklärt Ihnen eventuelle krankhafte Veränderungen, mögliche Ursachen und eventuelle weitere Untersuchungen oder Behandlungsschritte. So kann er etwa zur genaueren Abklärung eines Erythrozytenmangels weitere Blutuntersuchungen veranlassen. Ergibt sich als Ursache ein Eisenmangel, bekommt der Patient Ersatzpräparate, zum Beispiel in Form von Eisen-Tabletten. Die Leukozytose im Rahmen von Infekten normalisiert sich dagegen in vielen Fällen von selbst.

Weist ein kleines Blutbild kleinere Abweichungen auf, besteht meist kein Grund zur Sorge.

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