Hyperkalzämie

Dr. med. Andrea Reiter

Dr. med. Andrea Reiter ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion.

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Bei einer Hyperkalzämie befindet sich zu viel Kalzium im Blut. In den meisten Fällen ist die Ursache eine andere Erkrankung. Leicht erhöhte Kalziumkonzentrationen verursachen häufig keine Beschwerden. Eine sogenannte hyperkalzämische Krise dagegen kann lebensbedrohlich sein. Lesen Sie alles Wichtige über Ursachen, Symptome und Behandlung einer Hyperkalzämie.

Hyperkalzämie: Ursachen

Bei einer Hyperkalzämie befindet sich so viel Kalzium im Blut, dass einige Stoffwechselvorgänge gestört werden können. Die Ursache ist in den meistens Fällen eine Erkrankung, zum Beispiel:

  • bösartige Tumoren
  • Hyperparathyreoidismus (Überfunktion der Nebenschilddrüsen)
  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Unterfunktion der Nebennierenrinde
  • vererbte Störungen der Kalziumausscheidung
  • vererbter Mangel am Enzym Phosphatase (Hypophosphatasie)
  • Überschuss an Eiweiß im Blut (Hyperproteinämie)
  • erhöhte Produktion an Wachstumshormonen (Akromegalie)
  • Sarkoidose

Auch einige Medikamente können eine Hyperkalzämie auslösen, so zum Beispiel Lithium (unter anderem bei psychischen Erkrankungen) sowie Thiazide (Entwässerungsmittel). Eine Überdosierung mit Vitamin A- oder Vitamin D-Präparaten kann ebenfalls den Kalziumspiegel übermäßig ansteigen lassen.

Gelegentlich ist die Hyperkalzämie auf eine längere Bettlägerigkeit (Immobilisation) zurückzuführen. Diese führt nämlich zu einem gesteigerten Knochenabbau, wodurch viel Kalzium ins Blut freigesetzt wird.

In seltenen Fällen beruht ein kritischer Kalziumüberschuss im Blut auf einem übermäßigen Konsum von kalziumreichen Lebensmitteln.

Hyperkalzämie: Symptome

Ein leichter Kalziumüberschuss im Blut verursacht oft keine Beschwerden. Eine stärkere Erhöhung kann zum Beispiel Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Depressionen, Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung, Nierensteine und Nierenschäden, Muskelschmerzen und Muskelschwäche sowie Herzrhythmusstörungen auslösen.

Ab einem Wert von über 3,5 Millimol Kalzium pro Liter Blut kann eine hyperkalzämische Krise auftreten. Diese ist lebensgefährlich! Innerhalb kurzer Zeit entwickeln die Betroffenen Symptome wie verstärktes Wasserlassen (Polyurie), ein krankhaft gesteigertes Durstgefühl (Polydipsie), Austrocknung (Exsikkose), Fieber, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma. Im schlimmsten Fall kommt es zum Herzstillstand-

Hyperkalzämie: Therapie

Eine hyperkalzämische Krise ist ein medizinischer Notfall und muss schnellstmöglich im Krankenhaus behandelt werden!

Bei einer leichten Hyperkalzämie ohne Beschwerden genügt es manchmal, sich kalziumarm zu ernähren und viel Flüssigkeit zuzuführen. Dabei muss aber der Kalziumspiegel im Blut regelmäßig kontrolliert werden. Bei Bedarf verordnet der Arzt auch Medikamente gegen die Hyperkalzämie. Zudem muss die Grunderkrankung behandelt werden.

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