Rippenfellentzündung

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Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

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Bei einer Rippenfellentzündung (Pleuritis) entzündet sich das Rippen- und meist auch das Lungenfell im Brustkorb. Das sind die Bindegewebshüllen um die Lunge und an der Innenwand des Brustkorbs. Typische Symptome sind bei einer "trockenen" Rippenfellentzündung Schmerzen beim Atmen. Sammelt sich Flüssigkeit, spricht man von "feuchter" Pleuritis. Lesen Sie hier alles Wichtige über Anzeichen, Ursachen und Therapie Rippenfellentzündung!

rippenfellentzündung

Kurzübersicht

  • Definition: Bei der Rippenfellentzündung (auch Brustfellentzündung, Pleuritis) ist das Brustfell, die Pleura, entzündet. Diese zweiteilige Gewebsschicht kleidet den Brustraum innen aus (Rippenfell) und bedeckt die Lunge (Lungenfell).
  • Achtung: Auch wenn man meist von Rippenfellentzündung spricht, ist die zweite Schicht des Brustfells, das Lungenfell, meist auch entzündet.
  • Symptome: starke, atemabhängige Schmerzen beim Atmen ("trockene" Rippenfellentzündung); bei "feuchter" Pleuritis nachlassende Schmerzen und gegebenenfalls Atembeschwerden bis hin zu Atemnot bei großer Flüssigkeitsansammlung (Pleuraerguss); evtl. Fieber
  • Ursachen: Lungenentzündung, Lungenembolie, Lungeninfarkt, Tuberkulose, Virusinfektion (Coxsackie-B-Virus), Autoimmunerkrankungen (wie Lupus erythematodes, rheumatoide Arthritis), Krebserkrankungen etc.
  • Behandlung: Behandlung der Grunderkrankung (z.B. Antibiotika bei bakterieller Infektion). Ansonsten Linderung der Symptome, zum Beispiel mit Schmerzmitteln und fiebersenkenden Medikamenten.

Rippenfellentzündung: Symptome

Eine Rippenfellentzündung (oder Brustfellentzündung) kann unterschiedliche Symptome hervorrufen - je nachdem, ob es sich um eine "trockene" Rippenfellentzündung oder eine "feuchte" Rippenfellentzündung handelt. Der Unterschied zwischen beiden findet sich im sogenannten Pleuraspalt (Pleurahöhle): Das ist der schmale, geringfügig flüssigkeitsgefüllte Zwischenraum, der die beiden dünnen Blätter des Brustfells voneinander trennt:

Die innere Gewebsschicht des Brustfells heißt Lungenfell und bedeckt die Lunge. Außen schließt sich das Rippenfell an, das den Brustraum innen auskleidet. An einer Umschlagfalte am Lungenrand sind Rippen- und Lungenfell miteinander verbunden.

Die Flüssigkeit zwischen Lungen- und Rippenfell, also im Pleuraspalt, kann sich bei einer Rippenfellentzündung verändern:

  • „trockene“ Rippenfellentzündung (Pleuritis sicca): keine zusätzliche Flüssigkeit im Pleuraspalt. Meist bilden sich hier aber Fäden aus Fibrin (Blutgerinnungseiweiß), was die Reibung zwischen den beiden Blättern des Brustfells verstärkt.
  • "feuchte" Rippenfellentzündung (Pleuritis exsudativa): zusätzliche Ansammlung von Flüssigkeit zwischen Lungen- und Rippenfell (Pleuraerguss)

Oft betrifft eine Rippenfellentzündung nur eine Körperseite. Linker und rechter Lungenflügel sind samt Pleurahöhlen nämlich durch den Mittelfellraum (Mediastinum) voneinander getrennt.

„Trockene“ Rippenfellentzündung: Symptome

Bei einer Rippenfellentzündung sind meist sowohl das Rippenfell als auch das Lungenfell entzündet. Schmerzempfindlich ist dabei nur das Rippenfell – dieses dafür aber umso mehr. Die Reibung, die beim Atmen zwischen den beiden Häuten entsteht, sorgt bei einer trockenen Pleuritis für starke, atemabhängige und stechende Brustschmerzen. Je tiefer der Erkrankte einatmet, desto mehr schmerzt es. Deshalb atmen viele Patienten nur noch flach. Manche nehmen auch instinktiv eine Schonhaltung an, welche die entzündete Seite entlastet.

Die trockene Rippenfellentzündung kann auch von schmerzhaftem Husten begleitet sein. Der Schmerz tritt zumeist einseitig auf. Er kann je nach Ausprägung der Entzündung bis in die Schulter ausstrahlen.

Typisch für eine Pleuritis ist außerdem ein knarrendes oder reibendes Atemgeräusch, das sogenannte Lederreiben. Es entsteht, weil Lungenfell und Rippenfell in den entzündeten Bereichen bei jeder Bewegung des Brustkorbs aneinander reiben.

Greift die Rippenfellentzündung auf das Zwerchfell über (die Muskelplatte, die unter der Lunge liegt), kann außerdem Schluckauf auftreten.

„Feuchte“ Rippenfellentzündung: Symptome

Bei einem Pleuraerguss sammelt sich mehr Flüssigkeit im Pleuraspalt als normalerweise. Das kann generell verschiedene Ursachen haben. Bildet sich der Pleuraerguss im Zuge einer Rippenfellentzündung, sprechen Mediziner von "Pleuritis exsudativa" („feuchte“ Rippenfellentzündung). Symptome wie Schmerzen und Lederreiben fehlen hier oder gehen stark zurück. Der Erguss zwischen den entzündeten Pleurablättern verhindert nämlich, dass diese sich schmerzhaft aneinander reiben.

Dafür zeigen sich oft andere Beschwerden bei dieser Form von Rippenentzündung: Anzeichen für den Pleuraerguss kann eine erschwerte Atmung oder gar Atemnot (Dyspnoe) sein. Das passiert, wenn der Erguss so groß ist, dass er den Lungenflügel deutlich zusammendrückt. Bei einem kleinen Erguss kann der Patient aber normal atmen.

Trockene und feuchte Rippenfellentzündung
Rippenfellentzündung
Besteht eine Rippenfellentzündung über längere Zeit, bildet sich oft ein Pleuraerguss (Flüssigkeitsansammlung zwischen Rippen- und Lungenfell).

Übergang von trocken zu feucht

Oft entwickelt sich eine feuchte Rippenfellentzündung aus einer trockenen. Das heißt: Durch die Entzündung tritt aus den feinen Blutgefäßen (Kapillaren) Flüssigkeit aus und sammelt sich als wässriger Erguss im Pleuraspalt. Wenn der Pleuraerguss eitrig ist, sprechen Mediziner von einem Pleuraempyem. Er kann aber auch größtenteils aus Blut bestehen (hämorrhagische Pleuritis).

Manchmal begleitet Fieber den Übergang von einer trockenen in eine „feuchte“ Rippenfellentzündung.

Vorerkrankung beeinflusst Symptome

Weitere Symptome einer Rippenfellentzündung hängen von der jeweiligen Grunderkrankung ab. Einige Beispiele:

Bei einer Lungenentzündung treten oft hohes Fieber mit Schüttelfrost sowie Husten mit Auswurf auf. Entwickelt sich die Rippenfellentzündung infolge von Tuberkulose, leiden viele Patienten auch unter Husten, Abgeschlagenheit und Nachtschweiß.

Bei einer Coxsackie-B-Virusinfektion (Morbus Bornholm) haben Betroffene neben Atembeschwerden auch krampfartige Schmerzen im Brustkorb und im Oberbauch. Solche Schmerzen können auch auftreten, wenn die Rippenfellentzündung die Folge einer Erkrankung im Oberbauch ist, zum Beispiel einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis).

Auch Krebserkrankungen wie etwa ein bösartiger Tumor des Rippenfells (Pleuramesotheliom) sind mögliche Auslöser einer Rippenfellentzündung. Anzeichen für ein Pleuramesotheliom entsprechen im fortgeschrittenen Stadium denen einer „normalen“ Rippenfellentzündung.

Rippenfellentzündung: Ursachen

Eine Rippenfellentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Meist tritt sie begleitend oder als Folge einer anderen Erkrankung auf, zum Beispiel:

  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Tuberkulose
  • Coxsackie-B-Virusinfektion (Morbus Bornholm)
  • Tumoren im Bereich der Pleura
  • Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen) wie Lupus erythematodes oder rheumatoide Arthritis
  • Lungenembolie, Lungeninfarkt
  • Harnstoffvergiftung (Urämie)
  • Oberbaucherkrankungen wie Bauchspeicheldrüsenentzündung

Die häufigste Grunderkrankung einer Rippenfellentzündung ist eine Lungenentzündung: Die entzündlichen Prozesse können nämlich relativ leicht von der Lunge auf das Brustfell übergreifen.

Das Brustfell kann aber auch direkt geschädigt werden, etwa durch Coxsackie-B-Viren oder als Folge von Erkrankungen im Oberbauch (wie Pankreatitis). Auch die Tuberkulose kommt als Auslöser einer Rippenfellentzündung infrage. Diese sogenannte "Pleuritis tuberculosa" ist jedoch in Mitteleuropa inzwischen selten geworden.

Eine Rippenfellentzündung mit einem blutigen Pleuraerguss kann Anzeichen einer sogenannten Pleurakarzinose sein. Den Begriff verwenden Mediziner, wenn ein bösartiger Tumor Tochtergeschwülste (Metastasen) im Bereich des Brustfells gebildet hat. Das kann zum Beispiel bei Lungenkrebs und Brustkrebs passieren.

In seltenen Fällen entwickeln sich die Zellen des Brustfells selbst zu Krebszellen. So entsteht ein primärer Tumor des Brustfells (Pleuramesotheliom). Dieser kann eine Rippenfellentzündung auslösen. Übrigens: An einem Pleuramesotheliom erkranken hauptsächlich Menschen, die in Kontakt mit dem Bau- und Industriestoff Asbest gekommen sind.

Rippenfellentzündung: Untersuchungen und Diagnose

Zuerst führt der Arzt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten, um dessen Krankengeschichte zu erheben (Anamnese). Er lässt sich dabei die auftretenden Beschwerden genau schildern. Außerdem fragt der Arzt, ob anderen Erkrankungen (früher oder aktuell) bekannt sind, beispielsweise Lungenentzündung, Tuberkulose oder ein Tumor. Wenn ja, erkundigt sich der Arzt, welche Therapien und ärztlichen Eingriffe dabei durchgeführt wurden.

Körperliche Untersuchung

Nach dem Anamnesegespräch folgt eine körperliche Untersuchung. Manchmal kann der Arzt schon an der Körperhaltung des Betroffenen erkennen, dass mit der Atmung auf einer Lungenseite etwas nicht in Ordnung ist. Zudem beteiligt sich die Körperseite, an der sich die Rippenfellentzündung befindet, meist weniger an den Atembewegungen. Das wird als "Nachschleppen" bezeichnet.

Genauere Hinweise liefern das Abklopfen und Abhorchen des Brustkorbs. Typischerweise lässt sich bei einer Rippenfellentzündung mit dem Stethoskop ein knarrendes Atemgeräusch vernehmen, das sogenannte Lederreiben. Bei einer Rippenfellentzündung mit Pleuraerguss (Pleuritis exsudativa) ist das Geräusch allerdings nur abgeschwächt oder gar nicht mehr zu hören.

Auch aus dem Klopfschall kann der Arzt wertvolle Informationen gewinnen. Ein gedämpfter Klopfschall kann zum Beispiel auf eine Flüssigkeitsansammlung (Pleuraerguss) hinweisen.

Bildgebende Verfahren

Zur Diagnose einer Rippenfellentzündung ist eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs (Röntgen-Thorax) besonders wichtig. Meist macht der Arzt dabei Aufnahmen des Brustkorbs von vorne und von der Seite. Eine "trockene" Rippenfellentzündung ist auf dem Röntgenbild unauffällig. Dagegen lässt sich ein Pleuraerguss meist gut erkennen.

Um kleine oder schwer erkennbare Flüssigkeitsansammlungen sichtbar zu machen, kann der Arzt eine Ultraschalluntersuchung und gegebenenfalls auch eine Computertomografie (CT) durchführen.

Die verschiedenen bildgebenden Verfahren helfen nicht nur bei der Diagnose "Rippenfellentzündung". Oft dienen sie auch dazu, die Ursache der Entzündung abzuklären. So kann die Bildgebung zum Beispiel Tuberkuloseherde oder Tumoren sichtbar machen.

Weitere Untersuchungen

Eine Blutuntersuchung ist ebenfalls wichtig bei einer Rippenfellentzündung. Anhand verschiedener Entzündungsparameter (wie Blutkörperchensenkung, CRP, weiße Blutkörperchen etc.) kann der Arzt abschätzen, wie ausgeprägt die Entzündungsprozesse sind.

Vermutet der Arzt, dass die Rippenfellentzündung durch eine Autoimmunerkrankung (wie Lupus erythematodes) verursacht wird, lässt sich das ebenfalls für eine Blutuntersuchung abklären. Dabei wird geprüft, ob sich im Blut des Patienten Antikörper nachweisen lassen, die fälschlicherweise körpereigenes Gewebe (wie das Brustfell) angreifen (Autoantikörper).

Bei der Suche nach der Ursache der Rippenfellentzündung kann es auch helfen, die Flüssigkeit im Pleuraspalt zu analysieren. Dazu sticht der Arzt mit einer dünnen Hohlnadel zwischen die Rippen und schiebt sie bis zum Pleuraerguss vor, um eine kleine Probe zu entnehmen (Pleurapunktion). Die Flüssigkeit wird dann im Labor sorgfältig untersucht, etwa auf die Anwesenheit von Blut, Krankheitserregern (wie Tuberkulsoe-Bakterien) oder Tumorzellen.

In manchen Fällen ist auch eine Spiegelung des Brustkorbs (Thorakoskopie) sinnvoll. Dabei macht der Arzt eine kleine Öffnung in der Brustwand und führt darüber ein Laparoskop ein. Es ist unter anderem mit einer kleinen Kamera und einer Lichtquelle ausgestattet. Damit kann der Arzt die Pleurahöhle von innen begutachten.

Rippenfellentzündung: Behandlung

Zu jeder Therapie einer Rippenfellentzündung gehört es, die Grunderkrankung zu behandeln.

Wenn zum Beispiel Bakterien der Auslöser sind (wie bei Tuberkulose oder einer bakteriellen Lungenentzündung), erhält der Patient Antibiotika. Diese bekämpfen die Erreger direkt. Zusätzlich werden die Symptome je nach Bedarf behandelt, zum Beispiel mit Schmerzmitteln und fiebersenkenden Medikamenten.

In anderen Fällen sind Viren (z.B. Coxsackie-B-Viren) der Auslöser der Rippenfellentzündung. Die Behandlung beschränkt sich hier darauf, die Symptome des Patienten zu lindern (Schmerzmittel, Fiebersenker etc.). Medikamente, die gezielt gegen die Viren helfen (so wie Antibiotika gegen Bakterien) sind hier nicht verfügbar.

Bei einer "feuchten" Rippenfellentzündung kann es zudem nötig sein, den Pleuraerguss gezielt zu entfernen. Dazu führt der Arzt meist eine sogenannte Thoraxdrainage durch: Über eine kleine Öffnung in der Brustwand wird ein dünner Schlauch in den Pleuraspalt vorgeschoben. Dann wird der Erguss abgesaugt. Gegebenenfalls kann die Pleurahöhle so auch mit Kochsalzlösung und Antibiotika gespült werden.

Die Thoraxdrainage ist zum Beispiel notwendig, wenn der Pleuraerguss recht groß ist und Atemnot verursacht. Auch bei einem eitrigen Erguss wird der Eingriff durchgeführt. Kleinere, wässrige Ergüsse kann der Körper dagegen meist selbst beseitigen.

Rippenfellentzündung: Krankheitsverlauf und Prognose

Der Krankheitsverlauf richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Rippenfellentzündung. Dauer und Prognose können stark variieren, je nachdem wie schnell und erfolgreich die Pleuritis behandelt werden kann. Besonders bei jungen Menschen hat eine Rippenfellentzündung aber meist eine gute Prognose.

Besteht die Entzündung über einen längeren Zeitraum, können Rippenfell und Lungenfell narbig miteinander verwachsen. Großflächige Verwachsungen nach einer Rippenfellentzündung bezeichnet man auch als Pleuraschwielen oder Pleuraschwarten. Im Extremfall können diese Schwielen auch verkalken (Pleuritis calcarea). Das schränkt die Atmung dauerhaft ein.

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