PMS

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Sophie Matzik

Sophie Matzik ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion.

Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Das PMS (Prämenstruelles Syndrom) bezeichnet körperliche Symptome wie Unterbauchschmerzen und/oder psychische Beeinträchtigungen bis hin zu depressiven Verstimmungen, die vor Beginn der Menstruationsblutung auftreten. Die Ursachen dafür sind noch nicht vollständig erforscht. Eine zentrale Rolle scheinen jedoch die weiblichen Hormone zu spielen. Lesen Sie hier alles Wichtige über PMS: Symptome, Ursachen und Risikofaktoren, Behandlung sowie Prognose.

prämenstruelles syndrom

Kurzübersicht

  • Was ist PMS? PMS ist die Abkürzung für das Prämenstruelle Syndrom. Es tritt etwa zwei Wochen bis wenige Tage vor Beginn der Regelblutung auf und ist mit körperlichen und/oder psychischen Symptomen verbunden. Mit dem Einsetzen der Periode verschwinden die Beschwerden wieder. Von PMS sind etwa 80 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen.
  • Symptome: körperliche Beschwerden wie Unterbauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen. Psychische Symptome wie Traurigkeit, Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen. Die Beschwerden variieren von Frau zu Frau und von Zyklus zu Zyklus.
  • Ursachen: Nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen zyklusbedingte Schwankungen der Blutspiegel weiblicher Hormone (Östrogen, Progesteron) eine zentrale Rolle.
  • Riskikofaktoren: Stress, Partnerschaftsprobleme, unausgewogene Ernährung, familiäre Vorbelastung
  • Behandlung: ausreichend Schlaf und Bewegung, ausgewogene Ernährung, Entspannungs- und Meditationsübungen, Wärmflaschen und heiße Tees. In schweren Fällen Medikamente (Schmerzmittel, ggf. Antidepressiva, entwässernde Mittel). Unterstützend wirken oft Heilpflanzen und Homöopathika.
  • Prognose: PMS ist keine Krankheit im klassischen Sinne und deshalb durch medizinische Behandlung nicht "heilbar". Nach den Wechseljahren verschwinden die Beschwerden in der Regel.

PMS: Symptome

PMS betrifft rund 80 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter. Sie bekommen jeweils zwei Wochen bis drei Tage vor Beginn der Monatsblutung verschiedene körperliche und/oder psychische Beschwerden, die mit dem Einsetzen der Periode wieder verschwinden. Art und Ausmaß der Symptome sind von Frau zu Frau unterschiedlich. Außerdem können sie von Monat zu Monat variieren.

Körperliche PMS-Symptome

Mögliche körperliche PMS-Symptome sind zum Beispiel:

Außerdem kann sich der Appetit durch PMS verändern: Manche Frauen leiden unter Heißhungerattacken, andere klagen dagegen über Appetitlosigkeit und Völlegefühl. Auch Übelkeit vor der Periode sowie ein Blähbauch sind möglich. Manche Frauen berichten auch von einer Gewichtszunahme vor der Periode. Diese beruht weniger auf einer gesteigerten Nahrungsaufnahme als auf einer Einlagerung von Wasser in das Gewebe.

Brustspannen und Brustschmerzen vor der Periode sind ebenfalls mögliche Anzeichen von PMS. Mediziner sprechen hierbei von Mastodynie. Charakteristisch sind stechende oder ziehende Schmerzen. Oft ist die Brust auch vergrößert, weil durch das hormonelle Ungleichgewicht vor der Periode Wasser im Brustgewebe eingelagert wird. Mit Beginn der Menstruationsblutung bilden sich diese Wasseransammlungen (Ödeme) wieder zurück.

Hinweis: Von der Mastodynie zu unterscheiden ist die Mastalgie. Das sind Brustschmerzen unabhängig von der Regelblutung (also zyklusunabhängig). Sie können etwa durch Zysten, eine Brustentzündung oder Brustkrebs verursacht sein.

Kopfschmerzen vor der Periode sind ebenfalls keine Seltenheit bei PMS. Viele Frauen leiden vor der Regelblutung unter Druckschmerzen mitten auf dem Kopf. Bei einigen Betroffenen wachsen sich die Kopfschmerzen zu einer Migräne aus. Generell können Frauen vor der Regelblutung deutlich sensibler auf Reize wie helles Licht, Lärm, Gerüche oder Berührungen reagieren, die dann oft als extrem unangenehm empfunden werden. Zudem können PMS-Betroffene in dieser Zeit schlechter mit Zeitdruck oder Stress umgehen.

Psychische PMS-Symptome

Meist geht PMS nicht nur mit körperlichen, sondern auch mit psychischen Beschwerden einher. So sind betroffene Frauen in der Zeit vor der Regelblutung oft gereizt. Außerdem werden sie schneller müde, benötigen öfter Pausen und mehr Schlaf als gewöhnlich. Weitere psychische PMS-Symptome, die häufig beobachtet werden, sind:

  • plötzliche Wutanfälle
  • depressive Verstimmungen
  • größere Ängstlichkeit
  • Interessenlosigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • innere Unruhe
  • Konzentrationsstörungen
  • Schlafstörungen
  • Hyperaktivität

Viele Frauen fühlen sich in der Zeit vor der Regelblutung auch schneller überfordert. Sie machen sich mehr Sorgen und haben ein Gefühl von Kontrollverlust. Viele sind zudem traurig oder depressiv verstimmt. Oft ist dadurch auch das Selbstwertgefühl beeinträchtigt. Das verstärkt das negative Gesamtempfinden, was wiederum andere PMS-Symptome wie Ängstlichkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen verstärken kann. So geraten die betroffenen Frauen oft in einen Kreislauf aus negativen Emotionen.

Die Traurigkeit oder depressive Verstimmung vor der Periode hat oft keinen objektiven Grund. Sie kann auch plötzlich wieder verschwinden. Diese unerklärlichen Stimmungsschwankungen führen oft zu Problemen mit dem Partner, der Familie oder Freunden.

Hinweis: Wenn Sie unter psychischen PMS-Symptomen leiden, heißt das nicht, dass Siepsychisch krank sind. Die seelischen Veränderungen werden - genauso wie die körperlichen - unter anderem durch den veränderten Hormonspiegel hervorgerufen. Ebenso wie die körperlichen PMS-Symptome verschwinden auch die psychischen Beschwerden ein bis zwei Tage vor der Regelblutung.

Häufige Symptome bei PMS
PMS-Symptome
Viele Frauen leiden am Prämenstruellen Syndrom, jedoch können sich die Symptome von Frau zu Frau unterscheiden.

PMS oder schwanger?

Einige PMS-Symptome wie Stimmungsschwankungen, Unterbauchschmerzen, Übelkeit und Heißhungerattacken könnten auch auf eine Schwangerschaft hindeuten. Doch gerade zu Beginn einer Schwangerschaft treten darüber hinaus weitere, klar vom PMS abgrenzbare Beschwerden auf. Dazu zählen vor allem die Morgenübelkeit, eine dauerhaft leicht erhöhte Temperatur sowie extreme Erschöpfung. Und spätestens, wenn die nächste Menstruationsblutung ausbleibt, klärt sich die Frage: PMS oder schwanger?

Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS)

Bei etwa fünf Prozent der PMS-Betroffenen ist die Belastung durch das Prämenstruelle Syndrom so groß, dass der normale Tagesablauf, das Berufs- und Familienleben davon beeinträchtigt werden. Diese besonders schweren Fälle werden als Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) bezeichnet. Sie gilt - im Gegensatz zum PMS - als Erkrankung.

PMS: Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen des PMS sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Mediziner vermuten, dass mehrere Faktoren die Beschwerden auslösen. Das wird eine multifaktorielle Entstehung oder multifaktorielle Genese genannt.

Die Rolle der Hormone

Hauptverantwortlich für PMS scheinen Hormone zu sein. Das sind körpereigene Botenstoffe, die Nachrichten zwischen verschiedenen Organen und/oder dem Gehirn übermitteln. Für die Regelblutung sind vor allem die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron relevant. Zusammen mit anderen weiblichen Hormonen sorgen sie in jedem Zyklus dafür, dass eine Eizelle heranreift, der Eisprung (Freisetzung der Eizelle aus dem Eierstock) stattfindet und die Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet wird. Kommt es nicht zur Befruchtung, wird die Eizelle inklusive der vorbereiteten Gebärmutterschleimhaut mit der Regelblutung abgestoßen.

Während des Eisprungs ist die Östrogen-Konzentration im Blut am höchsten. Viele Frauen spüren den Eisprung durch ein schmerzhaftes Ziehen im Unterbauch. Zudem wird in dieser Zeit vermehrt Prolaktin gebildet. Dieses Hormon lässt die Brustdrüsen anschwellen, was manchmal zu Spannungsschmerzen in den Brüsten führt.

Die hormonellen Veränderungen im Laufe des Zyklus können zudem Elektrolyt- und Flüssigkeitsverschiebungen im Körper verursachen. Dies könnte zumindest für einige PMS-Beschwerden verantwortlich sein. Auch die Stoffe, die beim Abbau des Hormons Progesteron entstehen, stehen im Verdacht, PMS-Beschwerden auszulösen. Zudem reagieren PMS-Betroffene eventuell sensibler auf die Wechselwirkungen zwischen Progesteron und bestimmten Botenstoffen des Gehirns wie Serotonin.

Weitere mögliche PMS-Ursachen

Weitere Faktoren, die zur Entstehung eines Prämenstruellen Syndroms beitragen könnten, sind:

  • geringer Melatonin-Spiegel
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Störungen des vegetativen Nervensystems
  • Stress
  • Probleme in der Partnerschaft
  • unausgewogene Ernährung
  • Nikotinkonsum
  • wenig Bewegung
  • einige hormonelle Verhütungsmittel



Prämenstruelles Dysphorisches Syndrom (PMDS).Zudem gilt eine familiäre Vorbelastung mit psychischen Erkrankungen (zum Beispiel Depressionen) als Risikofaktor für ein

PMS: Untersuchungen und Diagnose

Wenn Sie vermuten, an PMS zu leiden, sollten Sie dies mit Ihrem Frauenarzt (Gynäkologen) besprechen. Der Mediziner wird Sie zunächst zu ihrer Krankengeschichte befragen (Anamnese). Schildern Sie Ihre Beschwerden so genau wie möglich, damit sich der Arzt ein exaktes Bild machen kann. Auf diese Fragen sollten Sie sich vorbereiten:

  • Wie lange vor der Regelblutung treten die Beschwerden erstmals auf?
  • Haben Sie Schmerzen und wenn ja, wo genau?
  • Treten die Beschwerden immer vor Beginn Ihrer Periode auf?
  • Haben Sie nur körperliche Beschwerden oder fühlen Sie sich auch psychisch beeinträchtigt?

Zur Vorbereitung kann ein PMS-Tagebuch helfen, in dem Sie über mehrere Zyklen hinweg notieren, wann welche Symptome auftreten. So können Sie Ihren Arzt genaue Informationen geben. Das hilft ihm dabei, andere Ursachen für Ihre Beschwerden auszuschließen.

Nach der Anamnese folgt eine körperliche Untersuchung. Mit einer gynäkologischen Tastuntersuchung sowie einer Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter und benachbarter Organe kann der Arzt organische Erkrankungen wie eine Geschwulst als Ursache der Beschwerden ausschließen. Außerdem wird der Mediziner (eventuell zusammen mit anderen Fachärzten) untersuchen, ob die Symptome möglicherweise durch eine Schilddrüsenunterfunktion, eine Endometriose oder eine Depression verursacht werden. Auch der Beginn der Wechseljahre muss ausgeschlossen werden, da in dieser Zeit ebenfalls PMS-ähnliche Symptome auftreten können.

Ergänzende Hinweise kann eine Blutuntersuchung liefern. An verschiedenen Blutwerten kann der Experte ablesen, ob Ihren Beschwerden hormonelle Ursachen zugrunde liegen. Generell zeigen Frauen mit PMS-Beschwerden während der Symptome erhöhte Entzündungswerte.

PMS: Behandlung

Die PMS-Behandlung hängt davon ab, wie intensiv die Beschwerden sind. In leichten Fällen hilft es meist schon, wenn Sie für ausreichend Schlaf sorgen und regelmäßig Sport treiben. Außerdem empfiehlt sich eine ausgewogene Ernährung: Achten Sie auf eine kohlenhydratreiche, salzarme und leicht verdauliche Kost. Verzichten Sie auf Kaffee, Alkohol und Nikotin, weil diese die PMS-Symptome verstärken können. Unterbauchschmerzen können Sie mit einer Wärmflasche oder heißen Tees lindern. Vielen Frauen helfen auch gezielte Entspannungsübungen oder Meditation.

In schweren Fällen, wenn die Beschwerden den Alltag beeinträchtigen, reicht eine solche symptomatische Therapie jedoch nicht aus. Dann sollte das PMS medikamentös behandelt werden. Dafür stehen Schmerzmittel wie Ibuprofen, Hormonpräparate wie die Pille und stimmungsaufhellende Medikamente (Antidepressiva) zur Verfügung. Massive Wassereinlagerungen (Ödeme) können mit harntreibenden Medikamenten (Diuretika) behandelt werden. Bei schweren psychischen Symptomen kann eine psychiatrische Behandlung sinnvoll sein.

Manchmal können auch Nahrungsergänzungsmittel beispielsweise mit Magnesium oder Eisen die Beschwerden lindern. Besprechen Sie die Einnahme solcher Präparate mit Ihrem Arzt.

PMS: Homöopathie und Heilpflanzen

Viele Frauen vertrauen bei PMS auf komplementäre Heilverfahren. Auch wenn deren Wirksamkeit oft nicht wissenschaftlich erwiesen ist, berichten viele Betroffene dennoch von einer Besserung der Beschwerden.

Die Homöopathie kennt verschiedene Mittel, die bei PMS in Frage kommen. Je nach Art der beschwerden zählen dazu beispielsweise Calcium carbonicum (Wassereinlagerungen, besonders mit geschwollenen Brüsten), Pulsatilla (Traurigkeit mit häufigem Weinen), Natrium muriaticum (Gereiztheit, Empfindlichkeit, Weinen) und Cyclamen (schmerzhaft geschwollene Brüste, migräneartige Kopfschmerzen etc.). Frauen können sich von einem erfahrenen Therapeuten bei der Auswahl geeigneter Homöopathika beraten lassen.

Die Heilpflanzenkunde kann ebenfalls bei PMS-Symptomen helfen. So ist zum Beispiel die Wirksamkeit von pflanzlichen Präparaten mit Mönchspfeffer wissenschaftlich gut untersucht. Solche Präparate werden etwa eingesetzt, wenn ein erhöhter Prolaktinspiegel Schmerzen und Spannungen in den Brüsten verursacht. Bei leichter depressiver Verstimmung helfen Präparate mit Johanniskraut. Gegen Schlafprobleme und nervöse Unruhe werden Baldrian und Melisse empfohlen. Ein Arzt oder Apotheker kann Frauen geeignete Heilpflanzen gegen ihre PMS-Beschwerden empfehlen und Hinweise zur Anwendung geben.

PMS: Verlauf und Prognose

Eine genaue Prognose für PMS ist nicht möglich. Denn es handelt sich nicht um eine akute Erkrankung, die mit einer Therapie vollständig geheilt werden kann. Spätestens mit den Wechseljahren verschwinden aber die PMS-Beschwerden im Allgemeinen vollständig. Bis dahin lassen sich die PMS-Symptome in den meisten Fällen mit Entspannung, ausreichend Schlaf und Bewegung sowie einer ausgewogenen Ernährung in den Griff bekommen.

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