Pfeiffersches Drüsenfieber

Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose) ist eine Viruserkrankung, mit der sich im Laufe des Lebens fast jeder ansteckt. Sie wird meist über den Speichel übertragen und deshalb auch Kusskrankheit genannt. Oft bricht die Krankheit aber nicht aus oder verläuft unbemerkt. Erkranken Erwachsene, sind die Symptome oft besonders stark und zeigen sich in Halsschmerzen, geschwollenen Lymphknoten, Fieber und Mattheit. Informieren Sie sich hier zu den wichtigsten Anzeichen, Ansteckungswegen und Therapien.

pfeiffersches drüsenfieber

Pfeiffersches Drüsenfieber: Kurzübersicht

Hauptsymptome: Halsschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Abgeschlagenheit, Fieber, vergrößerte Milz

Ansteckung: Über den Speichel beim Küssen oder über Körperflüssigkeiten (Geschlechtsverkehr, Blut)

Diagnose: Bluttest auf das Epstein-Barr-Virus (EBV) und EBV-Antikörper, Rachenabstrich, Abtasten von Milz und Lymphknoten

Behandlung: Symptomatische Behandlung von Schmerzen und Fieber, bei schwerem Verlauf Kortison

Komplikationen: Bedrohlich geschwollener Rachen, Milzriss, Leberentzündung, Hirnhautentzündung, Lähmungserscheinungen, Hautausschlag

Pfeiffersches Drüsenfieber: Symptome

Das Pfeiffersche Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose, Mononucleosis infectiosa, Monozytenangina) wird durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht. Die Erkrankung äußert sich vor allem in Form einer Mandel- und Rachenentzündung mit stark geschwollenen Lymphknoten, Fieber und Abgeschlagenheit durch Pfeiffersches Drüsenfieber.

Bei Kindern verläuft die Infektion häufig symptomarm, da ihr Immunsystem noch nicht stark auf den Erreger reagiert. Bei Erwachsenen können leichtere Verläufe mit einem grippalen Infekt verwechselt werden. Es sind aber auch schwere Verläufe mit Komplikationen möglich.

Pfeiffersches Drüsenfieber: Hauptsymptome

Halsentzündung: Typisch für Pfeiffersches Drüsenfieber sind starke Halsschmerzen mit einer intensiven Rötung der Rachenschleimhaut und ausgeprägten Schluckbeschwerden. Die Mandeln und die Lymphknoten schwellen an, manche Patienten bekommen hohes Fieber.

Ausgeprägte Mattigkeit: Die Patienten fühlen sich in der akuten Phase der Krankheit extrem abgeschlagen und kraftlos. Meist erholen sie sich innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder.

Bei anderen können aber Müdigkeit, Antriebslosigkeit und das allgemeine Krankheitsgefühl lange bestehen bleiben - auch ohne dass zuvor die typischen Symptome von Pfeifferschem Drüsenfieber aufgetreten sind.

Insbesondere bei Sportlern ist eine plötzliche Leistungsschwäche oft das erste, manchmal auch das einzige Anzeichen für die Erkrankung. In einigen Fällen hält die ausgeprägte Mattigkeit mehrere Monate an.

Geschwollene Milz (Splenomegalie): Die Milz spielt eine wichtige Rolle in der Krankheitsabwehr und filtert abgestorbene Blutkörperchen aus dem Blut. Während einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus ist sie besonders gefordert. Im Verlauf der Erkrankung kann sie daher stark anschwellen und manchmal sogar reißen.

Typische Symptome bei Pfeifferschem Drüsenfieber
Symptome Pfeiffersches Drüsenfieber
Pfeiffersches Drüsenfieber löst die dargestellten Symptome aus. Weitere systemische Symptome sind Fieber, Schüttelforst, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit.

Pfeiffersches Drüsenfieber: Komplikationen

Meist verläuft Pfeiffersches Drüsenfieber unkompliziert. Es können aber auch schwere, teils lebensbedrohliche Komplikationen auftreten.

Stark geschwollener Rachen: Gefährlich wird es, wenn das Immunsystem so stark auf das Virus reagiert, dass die Rachenschleimhaut sehr stark anschwillt. Das kann das Schlucken unmöglich machen und sogar die Atmung behindern.

Milzriss: Eine stark geschwollene Milz kann durch Stöße oder Stürze reißen. Dann entsteht durch die starke innere Blutung eine lebensbedrohliche Situation. Patienten sollten daher in diesem Zustand das Risiko von Stoßverletzungen strikt meiden.

Leberentzündung (Hepatitis): Das Virus kann auch die Leber befallen und eine Leberentzündung verursachen. Ist diese schwer, färbt sich die Haut aufgrund der eingeschränkten Leberfunktion gelb (Gelbsucht) bei Pfeifferschem Drüsenfieber.

Hautausschlag: Bei circa fünf bis zehn Prozent der Erkrankten bildet sich ein fleckiger, erhabener (quaddeliger) Hautausschlag, das sogenannte makulopapulöses Exanthem.

Lähmungserscheinungen: Erreicht das Virus das Nervensystem, kann es dort Entzündungen mit Lähmungserscheinungen auslösen, die auch die Atmung bedrohen können.

Entzündungen des Gehirns: Das Virus kann bis ins Gehirn gelangen. Dort kann es eine Hirn- oder Hirnhautentzündung verursachen.

Pfeiffersches Drüsenfieber: Ansteckung und Ursachen

Pfeiffersches Drüsenfieber ist ansteckend. Es wird durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht. Der Erreger vermehrt sich in den Lymphozyten und in den Schleimhautzellen im Rachen. Außerhalb des menschlichen Körpers kann das Virus nicht lange überleben.

Epstein-Barr-Virus
Epstein-Barr-Virus
Das Epstein-Barr-Virus löst das Pfeiffersche Drüsenfieber aus. Es wird über Körperflüssigkeiten übertragen - vor allem über den Speichel.

Ansteckungswege

EBV wird über Körperflüssigkeiten übertragen. Da das Virus hauptsächlich im Speichel vorkommt, steckt man sich vor allem beim engen Körper und Küssen besonders leicht an. Im englischsprachigen Raum wird Pfeiffersches Drüsenfieber daher als „Kissing Disease“, im Deutschen auch als „Kusskrankheit“ bezeichnet.

Ein besonders häufiger Ansteckungsweg ist der unter Kleinkindern, etwa im Kindergarten, bei denen Spielsachen häufig in den Mund gelangen und untereinander ausgetauscht werden. Besonders „kussaktive“ Bevölkerungsgruppen wie junge Erwachsene infizieren sich ebenfalls häufiger („Studentenfieber“). 95 Prozent der Menschen über 30 sind mit dem Pfeifferschem Drüsenfieber-Erreger infiziert.

Auch andere Infektionswege, etwa über den Geschlechtsverkehr, Bluttransfusionen oder Organspenden sind möglich, aber weitaus seltener.

Pfeiffersches Drüsenfieber: Inkubationszeit

Die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen der Infektion und dem Beginn der Erkrankung, ist beim Pfeifferschen Drüsenfieber lang. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit liegen meist vier bis sechs Wochen. In der Zeit kann der Infizierte jedoch andere Menschen bereits anstecken, ohne zu ahnen, dass er selbst krank ist.

Wie lange ist Pfeiffersches Drüsenfieber ansteckend?

Frisch Infizierte geben das Virus besonders leicht weiter. In dieser Phase werden nämlich besonders viele Erreger über den Speichel ausgeschieden. Das ist auch noch längere Zeit nach Abklingen der Symptome der Fall. Um andere nicht anzustecken, sollte man daher in den ersten Monaten nach der Erstinfektion mit dem Küssen zurückhaltend sein und ungeschützten Geschlechtsverkehr vermeiden.

Pfeiffersches Drüsenfieber -wie lange ist es ansteckend?

Ein Mensch, der einmal mit dem Pfeifferschem Drüsenfieber infiziert wurde, bleibt ein Leben lang Träger des Virus. Das Immunsystem hält den Erreger zwar dann in Schach, sodass die Krankheit in der Regel nicht erneut ausbricht.

Das Virus wird aber von Zeit zu Zeit wieder verstärkt in den Speichel abgegeben. Alle Virenträger können daher auch nach Abklingen der Symptome lebenslang andere anstecken.

Infektionsverlauf beim Pfeifferschen Drüsenfieber
Epstein-Barr-Virus-Infektion
Das Epstein-Barr-Virus befällt Schleimhautzellen und weiße Blutkörperchen. Der Körper bildet Antikörper gegen das Virus, das oft lebenslang im Körper verbleibt.

Ansteckung mit Pfeifferschem Drüsenfieber in der Schwangerschaft

Es gibt Hinweise darauf, dass eine Erstinfektion während der Schwangerschaft mit einer höheren Rate von Fehlgeburten oder Missbildungen einhergeht. Die meisten Frauen im gebärfähigen Alter haben sich jedoch bereits lange vor der Schwangerschaft mit dem Epstein-Barr-Virus infiziert. Daher stecken sich nur wenige während der Schwangerschaft zum ersten Mal an.

Hat die Mutter bereits eine EBV-Infektion durchgemacht, überträgt sie ihren Schutz vor dem Virus auch auf das Neugeborene. Dieser hält für das erste halbe Lebensjahr des Säuglings an. Das Kind kann sich also in der Regel erst danach anstecken.

Pfeiffersches Drüsenfieber: Untersuchungen und Diagnose

Die Diagnose von Pfeifferschem Drüsenfieber ist oft schwierig. Hauptsymptome wie Halsschmerzen, Fieber und Lymphknotenschwellung treten auch bei einfachen grippalen Infekten und Erkältungen auf. In vielen Fällen wird Pfeiffersches Drüsenfieber daher gar nicht oder erst spät erkannt.

Gezielt auf Pfeiffersches Drüsenfieber untersucht wird meist erst, wenn das Fieber nicht sinkt oder der Patient wochenlang über Abgeschlagenheit klagt oder eine starke Rachenentzündung nicht abklingt.

Zentrales Ziel der Untersuchung ist es, herauszufinden ob Viren wie das Epstein-Barr-Virus oder aber Bakterien wie Streptokokken die Beschwerden verursachen. Den nur bei bakteriellen Infektionen helfen Antibiotika, bei viralen Infekten jedoch nicht. Sie würden den Patienten sogar unnötig belasten.

Körperliche Untersuchung

Rachenuntersuchung: Bei der körperlichen Untersuchung wird der Arzt zunächst den Rachen und die Mandeln begutachten. Bei Pfeifferschem Drüsenfieber sind sie gerötet und oft stark geschwollen. Einen Hinweis auf die Art der Infektion liefern auch die Beläge: Während sie bei der bakteriellen Streptokokken-Tonsillitis eher stippchenartig aussehen, erscheinen sie beim Pfeifferschen Drüsenfieber weiß und flächig.

Abtasten der Lymphknoten: Durch Abtasten des Halses unter dem Kieferwinkel, der Achseln und der Leistenregion kann der Arzt feststellen, ob und welche Lymphknoten geschwollen sind.

Abtasten der Milz: Bei Pfeifferschem Drüsenfieber schwillt die Milz oft derart an, dass der Arzt sie von außen deutlich ertasten kann.

Rachenabstrich: Mit einem Rachenabstrich lässt sich im Labor feststellen, ob Bakterien der Auslöser der Erkrankung sind. Enthält der Abstrich das Epstein-Barr-Virus, reicht das für die sichere Diagnose Pfeiffersches Drüsenfieber allerdings noch nicht aus. Den Erreger findet man nicht nur bei einem akuten Infekt auf der Schleimhaut. Er kann auch nachgewiesen werden, wenn das Virus schön länger im Körper ist und lediglich reaktiviert wurde.

Diagnose per Bluttest

Antikörper: Für eine sichere Diagnose des Pfeifferschen Drüsenfiebers lassen sich spezifische Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus im Blut nachweisen.

Deformierte Lymphozyten: Per Bluttest lässt sich auch feststellen, ob diese weißen Blutkörperchen verändert sind. Da sie während der Infektion massenweise neu gebildet werden müssen, sind viele von ihnen anfangs etwas deformiert. Aus diesem Grund nennt man sie auch Pfeiffer-Zellen oder atypische Lymphozyten.

Erhöhte Leberwerte: Ist die Leber durch das Virus angegriffen, zeigt ein Bluttest außerdem eine erhöhte Konzentration der Leberenzyme (Transaminasen).

Pfeiffersches Drüsenfieber: Behandlung

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine Viruserkrankung. Antibiotika helfen daher nicht, denn sie wirken nur gegen bakterielle Infektionen.

Die Behandlung konzentriert sich also darauf, Beschwerden wie Schmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber zu lindern. Dazu setzt man die gängigen Mittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol ein.

Ein wichtiger Beghandlungsgrundsatz beim Pfeifferschen Drüsenfieber ist körperliche Ruhe. Dadurch lässt sich das Risiko schwerwiegender Komplikationen erheblich verringern. Die Entlastung, zu der ein striktes Sportverbot gehört, sollte auch über das Bestehen der akuten Krankheitssymptome hinaus noch eine Zeitlang eingehalten werden.

Treten Komplikationen auf, können weitere Behandlungen notwendig werden. Schwillt die Rachenschleimhaut bedrohlich an oder sind Symptome wie Abgeschlagenheit und Fieber sehr stark ausgeprägt, wird auch mit Kortison oder anderen Wirkstoffen behandelt, die die Aktivität des Immunsystems dämpfen.

Ein Milzriss muss sofort operiert werden, sonst droht der Patient zu verbluten.

Was bei der Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfiebers noch wichtig ist, lesen Sie im Beitrag Pfeiffersches Drüsenfieber - Behandlung.

Pfeiffersches Drüsenfieber: Krankheitsverlauf und Prognose

Pfeiffersches Drüsenfieber dauert bis zu drei Wochen. Meist heilt es ohne bleibende Folgen aus. Besteht allerdings der Verdacht auf Komplikationen oder verschlechtern sich die Blutwerte dramatisch, werden Patienten zur Überwachung im Krankenhaus behandelt.

In sehr seltenen Fällen wird das Pfeiffersches Drüsenfieber chronisch. Das heißt, die Symptome bestehen für Monate oder sogar Jahre. Nur sehr selten führt Pfeiffersches Drüsenfieber dagegen aufgrund von Komplikationen wie Leberentzündung und Hirnhautentzündung zu bleibenden Schäden.

Man geht davon aus, dass mit einer EBV-Infektion das Risiko für einige Blutkrebserkrankungen ansteigt (zum Beispiel B-Zell-Lymphome, Burkitt-Lymphom, M. Hodgkin).

Pfeiffersches Drüsenfieber: Was Sie selbst tun können

Da das Epstein-Barr-Virus in der Bevölkerung sehr stark verbreitet ist (die "Durchseuchungsrate" liegt bei 95 Prozent), kann man sich davor kaum schützen. Im Fall einer Erkrankung können Sie aber einiges tun, um einen schweren Verlauf zu verhindern bei Pfeifferschem Drüsenfieber.

Alkohol meiden

Die Infektion belastet auch die Leber oft erheblich. Daher sollten Sie Alkohol in der Krankheitsphase strikt meiden, um die Leber nicht zusätzlich zu belasten. In manchen Fällen bleiben die Leberwerte über Monate erhöht, sodass regelmäßige Blutkontrollen nötig sind und Sie auch nach Abklingen der Symptome auf Alkohol verzichten sollten, um bleibende Leberschäden zu vermeiden.

Medikamente anpassen

Da auch viele Medikamente in der Leber abgebaut werden, müssen manche Wirkstoffe für die Dauer der Erkrankung in Absprache mit dem Arzt durch weniger Leber-schädigende Substanzen ersetzt werden.

Vorsicht beim Sport!

In der akuten Phase oder bei schweren Infekten sollten Sie ganz auf Sport verzichten, später ist in Absprache mit dem Arzt eventuell ein leichtes Bewegungstraining möglich.

Schwillt die Milz bei Pfeifferschem Drüsenfieber stark an, besteht bei körperlicher Belastung oder durch Gewalteinwirkung von außen die Gefahr, dass das sehr blutreiche Organ reißt. Die dabei entstehen schwere innere Blutungen, die lebensbedrohlich werden können. Daher sind Kontakt- und Kampfsportarten in der akuten Krankheitsphase strikt zu vermeiden.

Weiterführende Informationen

Buchempfehlungen:

  • Das unterschätzte Epstein Barr Virus: Was tun bei einer chronischen EBV-Infektion? (Sigrid Nesterenko, ersa Verlag, 2016)
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https://steroid-pharm.com

на сайте www.pillsbank.net

www.medicaments-24.com