Norovirus

Sophie Matzik

Sophie Matzik ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion.

Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Eine Norovirus-Infektion ist eine akute Magen-Darm-Erkrankung mit heftigem Erbrechen und Durchfall. Sie wird durch das Norovirus ausgelöst. Die Ansteckung erfolgt leicht über den Kontakt zu Erkrankten, verunreinigte Gegenstände oder (rohe) Lebensmittel. Meist besteht die Infektion nur wenige Tage und klingt ohne bleibende Schäden wieder ab. Für kleine Kinder und ältere Menschen kann der hohe Flüssigkeitsverlust bei Norovirus aber gefährlich werden. Lesen Sie alles Wichtige über Norovirus!

Dr. med. Mira Seidel
Dr. med. Mira Seidel

Noroviren sind hochansteckend. Achten Sie auf besonders sorgfältige Hygiene und Desinfektion, um Ihre Angehörigen nicht anzustecken.

Frau hält sich den Bauch

Kurzübersicht: Norovirus

  • Beschreibung: Eine sehr ansteckende Magen-Darm-Erkrankung, verursacht durch Noroviren.
  • Hohe Ansteckungsgefahr: Die Norovirus-Übertragung erfolgt direkt von Mensch zu Mensch, über verunreinigte Gegenständen oder Lebensmittel sowie über Tröpfcheninfektion.
  • Symptome: Übelkeit, schwallartiges Erbrechen, Durchfall, Kopf-, Bauch- und Gliederschmerzen, leichtes Fieber, Abgeschlagenheit
  • Behandlung: symptomatische Therapie durch Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolytverlusts; eventuell Mittel gegen Erbrechen (Antiemetikum); stationäre Therapie im Krankenhaus und Infusion in schweren Fällen
  • Prognose: In der Regel heilt Norovirus bei ansonsten gesunden Erwachsenen problemlos aus. Kleinkinder und ältere Menschen sind anfälliger für Komplikationen durch den starken Flüssigkeits- und Elektrolytverlust.
  • Meldepflicht: Nachgewiesene Infektionen sind meldepflichtig. Bei Menschen, die mit Lebensmitteln oder in öffentlichen Einrichtungen arbeiten, muss auch der Verdacht auf Norovirus gemeldet werden.

Was ist Norovirus?



Das Norovirus ist ein weltweit verbreiteter Virustyp. Er ist sehr resistent gegenüber widrigen Umwelteinflüssen: Der Erreger überlebt auf Lebensmitteln (auch gekühlten) sowie auf Oberflächen wie Türklinken, Wasserhähnen, Treppengeländern oder Toilettenbrillen. Er übersteht sogar mehrere Minuten lang Temperaturen von bis zu 60 Grad.

Achtung: Viele Desinfektionsmittel wirken nicht ausreichend gegen Noroviren. Es eignen sich nur Präparate mit ausgewiesener Wirksamkeit gegen Viren (viruzide Wirksamkeit).

Laut Robert Koch-Institut sind Noroviren für einen Großteil der nicht bakteriell bedingten Magen-Darm-Entzündungen (mediz. Gastroenteritis) verantwortlich. Bei Kindern verursachen sie rund 30 Prozent und bei Erwachsenen bis zu 50 Prozent aller Gastroenteritis-Erkrankungen.

Es besteht prinzipiell das ganze Jahr über eine Ansteckungsgefahr für Norovirus. Dauer und Verlauf der Infektion hängen vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. Überbleibende Schäden nach einer Infektion mit Norovirus ist nichts bekannt.

Norovirus: Ansteckungswege und Schutz

Noroviren sind sehr ansteckend. Es genügen bereits kleinste Mengen von zehn bis 100 Viruspartikeln, damit ein Mensch am Norovirus erkrankt. Schon eine einzige infizierte Person kann ausreichen, um eine lokale Epidemie auslösen!

Norovirus – so können Sie vorbeugen
Norovirus vorbeugen

Das Norovirus kann direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden: Das Erbrochene und der Stuhl eines Kranken enthält sehr viele Viren. Winzige Reste der Ausscheidungen mit Noroviren können über die Hände auf andere Menschen übertragen werden, etwa beim Händeschütteln. Wenn der Gesunde sich dann unbewusst mit der betreffenden Hand an Mund oder Nase greift, können die Viren über die Schleimhäute leicht in seinen Körper eindringen. Man nennt dies den fäkal-oralen Ansteckungsweg.

Auch eine sogenannte Schmierinfektion über verunreinigte Gegenstände wie Türklinken oder Besteck ist bei Norovirus-Infektionen möglich. Selbst auf Speisen und in Flüssigkeiten können die Viren einige Zeit überleben. So gab es in der Vergangenheit einige lokale Norovirus-Epidemien, die über verunreinigte Lebensmittel oder Getränke (Salate, Muscheln, Wasser etc.) ausgelöst worden sind.

Darüber hinaus kann man sich auch mit Norovirus anstecken, wenn sich beim Erbrechen feine Tröpfchen bilden und durch die Luft in Mund oder Nase eines anderen Menschen gelangen. Hierbei spricht man von Tröpfcheninfektion.

Hinweis: Der Norovirus wird nach aktuellem Kenntnisstand nur zwischen Menschen, aber nicht zwischen Mensch und Tier übertragen.

Norovirus: Wie lange ist man ansteckend?

Eine Ansteckungsgefahr besteht gleich nach der Infektion mit Noroviren (siehe unten: Inkubationszeit). Besonders groß ist sie, sobald Symptome auftreten. Patienten sind aber auch noch bis zu 48 Stunden nach dem Abklingen der Symptome ansteckend. Im Stuhl lassen sich die Viren sogar bis zu 14 Tage nachweisen, in Einzelfällen noch länger. In dieser ganzen Zeit sollte man deshalb auf eine sorgfältige Hygiene achten.

Norovirus: Sehr oft im Winter und in Gemeinschaftseinrichtungen

Während der kalten Jahreszeit ist das Immunsystem oft leicht angeschlagen. Auch die Schleimhäute sind dann weniger gegen Krankheitserreger geschützt. Deshalb kommt es besonders während der Wintermonate gehäuft zu Norovirus-Ausbrüchen. Krankheitsfälle sind aber auch das restliche Jahr über möglich.

Besonders schnell breiten sich die Viren dort aus, wo viele Menschen auf überschaubarem Raum zusammen sind. So können zum Beispiel Krankenhäuser, Gemeinschaftseinrichtungen wie Altenheime oder Pflegeeinrichtungen sowie Schulen zu wahren „Norovirus-Brutstätten“ werden. Meist sind solche Ausbrüche auf unzureichende Hygiene-Maßnahmen zurückzuführen.

Norovirus: So können Sie sich schützen

Einer Infektion mit dem Norovirus können Sie nicht speziell vorbeugen: Es gibt bislang noch keine Norovirus-Impfung. Das Risiko, sich mit Norovirus anzustecken, können Sie jedoch mit folgenden Maßnahmen verringern:

  • Sorgfältige Hygiene. Vor allem sollten Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände waschen, besonders vor dem Essen und nach dem Gang auf die Toilette.
  • Desinfizieren. Sie können zum Händewaschen auch ein Norovirus-wirksames Desinfektionsmittel verwenden, das in der Apotheke erhältlich ist. Das Desinfektionsmittel muss 30 Sekunden lang einwirken, um eine Norovirus-Übertragung zu verhindern. Auch alle Gegenstände, die ein Erkrankter im Haushalt berührt, sollten nach Möglichkeit desinfiziert werden. Dazu zählen zum Beispiel Türgriffe, Lichtschalter und Besteck. Tragen Sie dabei am besten Handschuhe, da Flächendesinfektionsmittel meist hautschädigend sind. Empfehlenswert ist dabei außerdem ein Mundschutz, um keine Viruspartikel einzuatmen.
  • Waschen. Achten Sie darauf, dass Wäsche, die der Betroffene benutzt hat, immer sofort gewaschen wird. Wählen Sie eine Waschtemperatur von 90 Grad Celsius, um eventuell darauf vorhandenen Noroviren abzutöten.
  • Kontakt meiden. Betroffene sollten bis zu zwei Tage nach der Infektion noch zu Hause bleiben, um keine weiteren Personen anzustecken.

Hinweis: Die Hygienemaßnahmen sollten mindestens noch eine Woche nach Abklingen der Symptome aufrechterhalten werden. Das gilt besonders für das gewissenhafte Waschen und Desinfizieren der Hände.

Viele Betroffene glauben, dass sie nach einer Infektion mit dem Norovirus immun und damit vor weiteren Erkrankungen geschützt sind. Das trifft aber nur auf das exakt gleiche Virus zu. Es gibt bei den Noroviren jedoch eine große Anzahl unterschiedlicher Subtypen, die sich zudem ständig verändern. Deshalb gibt es keine Immunität gegen Norovirus nach überstandener Infektion. Die hohe Zahl an Subtypen ist auch der Grund, warum die Pharmaindustrie sich nicht mit der Entwicklung eines Impfstoffes beschäftigt: Es ist fast unmöglich, alle Subtypen mittels Impfung abzudecken.

Achtung: Nach überstandener Erkrankung ist man nicht immun gegen Norovirus! Dafür sind die Viren zu wandlungsfähig. Eine Infektion mit dem Norovirus kann also auch nach einer einmal durchgemachten Infektion jederzeit wieder auftreten.

Norovirus: Symptome

Die Norovirus-Infektion verläuft meist schnell und heftig. Die meisten Patienten bekommen starkes Erbrechen und Durchfall, meist begleitet von Kopf-, Bauch- und Gliederschmerzen sowie leichtem Fieber. Diese akuten Anzeichen halten in der Regel ein bis drei Tage an. Symptome wie Schlappheit und ein allgemeines Krankheitsgefühl können aber noch ein paar Tage länger bestehen.

Bei einzelnen Patienten verursacht die Norovirus-Infektion nur Durchfall ohne Erbrechen oder aber Erbrechen ohne Durchfall. Es gibt auch Infektionen, die ganz ohne Symptome verlaufen.

Durch den Durchfall und das Erbrechen kann der Körper sehr viel Flüssigkeit und Salze (Elektrolyte) verlieren. Besonders bei kleinen Kindern und älteren Menschen kann dies gefährlich werden: Es können Kreislaufprobleme, Krampfanfälle und sogar Nierenversagen auftreten.

Alles Wichtige zu den typischen Anzeichen einer Norovirus-Infektion lesen Sie im Beitrag Norovirus - Symptome.

Norovirus: Inkubationszeit

Die Norovirus-Inkubationszeit (Ansteckungszeit) ist die Zeitspanne zwischen der Norovirus-Ansteckung und dem Ausbruch erster Symptome. Sie ist von Mensch zu Mensch etwas unterschiedlich. Bei den meisten Patienten zeigen sich schon wenige Stunden nach der Ansteckung erste Symptome. Bei anderen vergehen ein bis zwei Tage zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung. Insgesamt kann die Norovirus-Inkubationszeit sechs bis 50 Stunden betragen.



Achtung: Wer sich mit Noroviren infiziert hat, ist schon während der Inkubationszeit ansteckend für andere - also noch bevor sich erste Symptome zeigen. Noch viel größer wird die Ansteckungsgefahr mit Beginn der Symptome.

Norovirus: Untersuchungen und Diagnose

Bei Verdacht auf eine Norovirus-Infektion ist der Hausarzt der richtige Ansprechpartner. Um das Norovirus nachzuweisen, sind meist drei Diagnoseschritte nötig: Erhebung der Krankengeschichte, körperliche Untersuchung und Nachweis der Noroviren.

Erhebung der Krankengeschichte

Bei der sogenannten Anamnese erkundigt sich der Arzt nach den genauen Symptomen und anderen wichtigen Parametern. Mögliche Fragen sind:

  • Leiden Sie unter Durchfall und Erbrechen?
  • Fühlen Sie sich schlapp und müde?
  • Was haben Sie in den letzten Stunden vor dem Ausbruch der Beschwerden gegessen?
  • Hatten Sie in letzter Zeit Kontakt mit Menschen, die ähnliche Symptome hatten?

Bereits die typischen Beschwerden können ein sehr starker Hinweis auf eine Infektion mit Noroviren sein.

Körperliche Untersuchung

Nach der Anamnese führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Dabei legt er den Fokus auf den Bauch: Er überprüft zunächst mit dem Stethoskop, ob normale Darmgeräusche hörbar sind. Danach tastet er vorsichtig den Bauch ab. Er achtet dabei auf Anspannungen („Abwehrspannung“) und eventuell schmerzhafte Bereiche im Bauch.

Mit der körperlichen Untersuchung werden in erster Linie andere Ursachen für den Durchfall und das Erbrechen ausgeschlossen.

Nachweis der Noroviren

Es gibt mehrere Krankheiten gibt, die ähnliche Symptome wie eine Norovirus-Infektion auslösen. Eine sichere Diagnose ist deshalb nur durch einen Nachweis der Erreger möglich. Dazu wird eine Probe des Stuhls oder des Erbrochenen labortechnisch untersucht. Das ist bislang nur in speziellen Laboren möglich.

Um Noroviren nachzuweisen, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Man kann in den Patientenproben entweder nach charakteristischen Bestandteilen der Viren wie Nukleinsäuren oder Proteine suchen. Oder aber man versucht, Viruspartikel direkt nachzuweisen - mithilfe eines Elektronenmikroskops.

Der Virusnachweis ist wichtig, wenn in einem bestimmten Gebiet oder einer Gemeinschaftseinrichtung in kurzer Zeit sehr viele Fälle von Erbrechen und Durchfall auftreten. Stehen Noroviren als Ursache der Erkrankungen fest, kann man schnell geeignete Maßnahmen einleiten, um die weitere Ausbreitung der Erreger zu verhindern.

Norovirus: Meldepflicht

Laut dem deutschen Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist ein Nachweis des Norovirus meldepflichtig. Die Daten werden mit dem Namen des Patienten an das zuständige Gesundheitsamt übermittelt.

Der reine Verdacht auf eine Norovirus-Infektion ist meldepflichtig, wenn der Betroffene Umgang mit Lebensmitteln hat oder in Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung arbeitet. Ziel der Meldepflicht ist es, lokale Norovirus-Epidemien frühzeitig zu erkennen und so weitere Erkrankungen zu verhindern.

Norovirus: Behandlung

Eine spezifische medikamentöse Therapie bei Norovirus-Infektion gibt es nicht und ist in der Regel auch nicht nötig. Stattdessen versucht man, so gut es geht die Symptome zu lindern (symptomatische Therapie).

Generell gilt: Patienten mit Norovirus sollten sich schonen. Bettruhe ist empfehlenswert. Weitere Maßnahmen richten sich nach der Schwere der Symptome und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.

Norovirus-Behandlung bei leichten bis mäßigen Symptomen

Verläuft eine Infektion nur mit leichten bis mittelschweren Symptomen, kann der Patient zuhause betreut werden. Der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust (Natrium, Chlorid, Kalium etc.) durch das Erbrechen und den Durchfall sollte ausgeglichen werden. Dazu sollte der Patient viel Flüssigkeit mit ausreichend Salzen zu sich nehmen. Das können Wasser oder Tee mit etwas Salz und Zucker, Brühe und verdünnte Säfte sein. Bei Kleinkindern und Säuglingen muss vermehrt Muttermilch oder ein gleichwertiger Ersatz zugeführt werden.

Achtung: Verschiebungen der Elektrolytwerte können gefährlich sein. Sie können zum Beispiel Benommenheit, Kreislaufprobleme und Herzrhythmusstörungen auslösen.

Trotz des Durchfalls sollte man versuchen, ein wenig zu essen. Das hilft der Darmschleimhaut, sich zu erholen. Gut bekömmlich sind zum Beispiel Zwieback, Butterkekse und Knäckebrot. Auch nach einer überstandenen Infektion sollte man zunächst nur leicht verdauliche Nahrung verzehren und auf schwere, fettreiche Kost verzichten.

Hinweis: Das Hausmittel "Cola und Salzstangen" sind bei Erbrechen und Durchfall nicht geeignet: Das Koffein in der Cola kann den Flüssigkeitsverlust verstärken. Deshalb ist Cola vor allem für Kinder nicht ratsam. Salzstangen sind an sich unproblematisch. Sie liefern an Elektrolyten vor allem Natrium, aber nicht das ebenfalls benötigte Kalium. Dieses steckt zum Beispiel in Bananen.

Norovirus-Behandlung bei stärkeren Symptomen

Bei ausgeprägten Norovirus-Anzeichen kann es sinnvoll sein, den Verlust an Flüssigkeit und Elektrolyten mit einer sogenannten Substitutionslösung aus der Apotheke auszugleichen. Das gilt besonders dann, wenn der Patient nicht genug Flüssigkeit und Elektrolyte aufnehmen kann oder will. Das passiert oft bei Kindern und älteren Menschen.

Die Substitutionslösung wird auch als orale Rehydratationslösung (ORL) oder WHO-Lösung (nach der Weltgesundheitsorganisation WHO) bezeichnet. Sie enthält Traubenzucker und in Wasser gelöste Elektrolyte wie Kochsalz oder Kaliumchlorid. Man erhält sie in der Apotheke, meist in Pulverform zum Auflösen in Flüssigkeit.

Gegen stärkeres Erbrechen kann in Absprache mit dem Arzt ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetikum) verabreicht werden.

Norovirus-Behandlung bei schweren Symptomen

Bei schweren und lang anhaltenden Symptomen sollte eine Norovirus-Infektion unbedingt im Krankenhaus behandelt werden. Dort können die Ärzte den Flüssigkeitsverlust über eine Infusion in die Vene ausgleichen. Auch nötige Nährstoffe und Elektrolyte können auf diesem Wege schnell verabreicht werden. Oft erhält der Patient auch ein Mittel gegen das starke Erbrechen (Antiemetikum).

Hinweis: Kinder und ältere Menschen reagieren in der Regel besonders empfindlich auf den hohen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust. Bei ihnen erfolgt die Norovirus-Therapie deshalb meist im Krankenhaus.

Norovirus: Schwangerschaft und Kleinkinder

Schwangere Frauen machen sich oft große Sorgen, wenn sie sich mit dem Norovirus infizieren. Dem Ungeborenen droht durch die Noroviren selbst aber keine Gefahr. Allerdings kann durch das heftige Erbrechen und/oder den Durchfall so viel Druck im Körper aufgebaut werden, dass die Wehen frühzeitig einsetzen. Außerdem ist es bei werdenden Müttern besonders wichtig, dass sie stets ausreichend mit Flüssigkeit, Elektrolyten und Nährstoffen versorgt sind.

Wenn ein Neugeborenes oder ein Säugling an Norovirus erkrankt, kann es sehr gefährlich werden. Babys und Kleinkinder reagieren empfindlich auf die Viren, und der Flüssigkeitsverlust kann bei ihnen schnell lebensbedrohlich werden. Deshalb erfolgt die Behandlung oft im Krankenhaus.

Wenn in einem Haushalt ein älteres Kind oder ein Erwachsener an Norovirus erkrankt, sollte man im Umgang mit dem Kleinkind besonders sorgfältig auf Hygiene achten. Die erkrankte Person sollte so gut wie möglich vom Säugling und von den anderen Familienmitgliedern isoliert werden.

Achtung: Zeigen Säuglinge Anzeichen einer Norovirus-Infektion, sollte vorsorglich sofort ein Arzt verständigt werden.

Norovirus: Krankheitsverlauf und Prognose

Eine Infektion mit dem Norovirus verläuft meist heftig und kurz. Die Symptome halten in der Regel einen bis drei Tage an. Treten keine Komplikationen auf und wird der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt gewissenhaft ausgeglichen, heilt Norovirus in der Regel problemlos aus.

Kinder unter sechs Jahren sollten frühestens zwei Tage nach Abklingen der (vermuteten) Norovirus-Infektion wieder eine Gemeinschaftseinrichtung (wie Kindergarten) besuchen. Dabei ist sorgfältig auf Hygiene zu achten.

Besonders bei Menschen, die schon älter oder durch andere Erkrankungen (wie HIV) geschwächt sind, können der Norovirus-Verlauf und die Dauer der Beschwerden schwerwiegender ausfallen. Das trifft oft auch auf Säuglinge und Kleinkinder zu. Hier kann eine Behandlung im Krankenhaus nötig sein. Das gilt vor allem, wenn der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust sehr groß sind. Dann besteht die Gefahr, dass innere Organe Schaden nehmen. Nur in sehr seltenen Fällen führt Norovirus zum Tod.

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