SCLC: Kleinzelliges Bronchialkarzinom

Marian Grosser

Marian Grosser studierte in München Humanmedizin. Daneben hat der vielfach interessierte Arzt einige spannende Abstecher gewagt: ein Philosophie- und Kunstgeschichtestudium, Tätigkeiten beim Radio und schließlich auch für Netdoktor.

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Ein Kleinzelliges Bronchialkarzinom (small-cell lung cancer, SCLC) ist eine Form von Lungenkrebs, die sehr schnell wächst. Es bilden sich auch schon früh Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Körperregionen. Deshalb ist ein Kleinzelliges Bronchialkarzinom sehr gefährlich. Lesen Sie hier, wie häufig das SCLC ist und wie es behandelt wird! 

kleinzelliges bronchialkarzinom

Kleinzelliges Bronchialkarzinom: Beschreibung

Das Kleinzellige Bronchialkarzinom ist die zweithäufigste Form von Lungenkrebs (nach dem Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom). Es geht aus sogenannten APUD-Zellen hervor. Das sind Zellen, die verschiedene kleine Eiweißstücke (Peptide) und deren Vorstufen enthalten wie Endothelin, Serotonin etc.

Betrachtet man ein Kleinzelliges Bronchialkarzinom unter dem Mikroskop, erscheinen die Krebszellen klein, flach und dicht beieinander liegend. Weil die Zellen optisch auch an Haferflocken erinnern, wird diese Krebsform auch „Haferzellkarzinom“ genannt. Im klinischen Alltag bezeichnen Ärzte ein kleinzelliges Lungenkarzinom oft schlicht als „Kleinzeller“. 

Wie wächst ein Kleinzelliges Bronchialkarzinom?

Kleinzelliger Lungenkrebs entsteht in den meisten Fällen zentral in der Lunge. Er wächst dort wie eine Manschette um die größeren Luftwege (Bronchien). Die entarteten Zellen teilen sich sehr schnell. Der Tumor wächst also rasant.

Außerdem streut ein Kleinzelliges Bronchialkarzinom schon früh über die Blut- und Lymphbahnen in andere Körperregionen. Dort bilden sich Tochtergeschwülste (Metastasen).

Das schnelle Wachstum und die frühe Metastasen-Bildung machen ein Kleinzelliges Bronchialkarzinom aggressiv und schwer behandelbar.

sind der Grund, warum ein kleinzelliges Lungenkarzinom meist erst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien entdeckt wird.  

Kleinzelliges Bronchialkarzinom: Symptome

Lungenkrebs (wie etwa ein Kleinzelliges Bronchialkarzinom) zeigt anfangs meist nur unspezifische Beschwerden. Dazu gehören beispielsweise anhaltender Husten, Schmerzen in der Brust und Abgeschlagenheit. Viele Patienten nehmen diese Symptome nicht ernst. Raucher führen die Beschwerden einfach auf das Qualmen zurück. Andere vermuten eine hartnäckige Erkältung oder Bronchitis.

Weil ein Kleinzelliges Bronchialkarzinom sich schnell ausbreitet, kommen bald weitere Symptome hinzu. Das können zum Beispiel Atemnot, blutiger Auswurf, Fieber,rapider Gewichtsverlust und nächtliche Schweißattacken sein.

Manche der Beschwerden sind darauf zurückzuführen, dass ein Kleinzelliges Bronchialkarzinom oft hormonartige Stoffe ins Blut ausschüttet (Paraneoplastisches Syndrom). Das kann unterschiedlichste Auswirkungen haben, zum Beispiel Fetteinlagerung im Gesicht und am Rumpf, brüchige Knochen, Nierensteine oder Herzrhythmusstörungen.

Mehr zu den allgemeinen Symptomen bei Lungenkrebs und den speziellen Beschwerden beim kleinzelligen Bronchialkarzinom lesen Sie im Text Lungenkrebs: Symptome.

Kleinzelliges Bronchialkarzinom: Ursachen und Risikofaktoren

Der Hauptrisikofaktor für ein Kleinzelliges Bronchialkarzinom (und allgemein für Lungenkrebs) ist Rauchen. Besonders Menschen, die schon früh im Leben mit dem Qualmen begonnen haben und/oder stark rauchen, erkranken leicht an einem bösartigen Tumor der Lunge. Dabei hat sich gezeigt, dass Jugendliche und Frauen besonders empfindlich auf die krebsauslösenden Stoffe im Tabakrauch reagieren. Das bedeutet: Weibliche Teenager sind sehr gefährdet, an Lungekrebs zu erkranken.

Nicht nur aktives Qualmen, sondern auch Passivrauchen erhöht das Risiko für Lungenkrebs. Daneben gibt es noch weitere Risikofaktoren. Dazu gehören zum Beispiel der Kontakt mit Asbest und eine hohe Schadstoffbelastung der Luft.

Mehr über die möglichen Auslöser eines Bronchialkarzinoms lesen Sie unter Lungenkrebs: Ursachen und Risikofaktoren.

Kleinzelliges Bronchialkarzinom: Untersuchungen und Diagnose

Um einen Verdacht auf Lungenkrebs abzuklären, wird der Arzt den Patienten zuerst bitten, ihm seine Beschwerden genau zu schildern. Außerdem fragt er, ob und wie viel der Patient raucht und welchen Beruf er hat.

Danach folgen eine körperliche und verschiedenen apparative Untersuchung. So wird der Arzt eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs anfertigen (Röntgen-Thorax). Darauf lassen sich krankhafte Veränderungen oft schon erkennen. Für eine genauere Darstellung wird der Arzt eine Computertomografie (CT) durchführen. Weitere Untersuchungen könenn den Verdacht auf Lungenkrebs erhärten. Außerdem dienen sie dazu, die Ausbreitung des Tumors festzustellen.

Mehr über die verschiedenen Untersuchungen und Tests bei einem Bronchialkarzinom lesen Sie unter Lungenkrebs: Untersuchungen und Diagnose.

Kleinzelliges Bronchialkarzinom: Behandlung

Für die Behandlung eines Kleinzelligen Bronchialkarzinoms (und anderen Formen von Lungenkrebs) stehen grundsätzlich drei verschiedene Therapieansätze zur Verfügung:

  • die chirurgische Entfernung des Tumors
  • die Bestrahlung des Tumors
  • eine Chemotherapie mit Medikamenten, welche die Zellteilung hemmen

Die einzelnen Therapieverfahren können unterschiedlich kombiniert werden. So erhält jeder Patient eine individuell passende Therapie. Sie richtet sich vor allem nach dem Lungenkrebs-Stadium und dem allgemeinen Zustand des Patienten.

Behandlung in sehr frühen Stadien (very limited disease)

Solange sich ein kleinzelliges Lungenkarzinom auf einen kleinen Bereich in der Lunge beschränkt,  und noch keine Metastasen gebildet hat, spricht man von einer „very limited disease“. In diesem Krankheitsstadium ist ein Kleinzelliges Bronchialkarzinom noch operabel und damit prinzipiell heilbar. Allerdings wird diese Krebsform nur selten schon so früh entdeckt.

Oft erhält der Patient zusätzlich eine Chemotherapie. Sie kann vor der Operation erfolgen, um den Tumor für den Eingriff zu verkleinern. Dann spricht man von neoadjuvanter Chemotherapie. Eine Chemotherapie nach der Operation soll eventuell verbliebene Krebszellen eliminieren (adjuvante Chemotherapie).

Je nachdem, ob und welche Lymphknoten von Krebszellen befallen sind, führt man eventuell noch eine Strahlentherapie durch. Oft wird vorsorglich auch der Schädel bestrahlt. Ein Kleinzelliges Bronchialkarzinom bildet nämlich oft Tochtergeschwülste (Metastasen) im Gehirn.

Behandlung im mittleren Stadium (limited disease)

Von einer „limited disease“ sprechen Mediziner, wenn sich ein kleinzelliges Lungenkarzinom bereits großflächiger in der Lunge ausgebreitet und mehrere Lymphknoten befallen hat. Der Tumor hat abernoch keine Tochtergeschwülste in anderen Körperregionen (Metastasen) gebildet.

Eine Operation ist in diesem Stadium meist nicht mehr möglich. Stattdessen erhält der Patient eine Chemotherapie. Oft wird sie mit einer gezielten Bestrahlung des Tumorgewebes kombiniert. Das nennt sich dann Radiochemotherapie.

Behandlung in fortgeschrittenen Stadien (extensive disease)

Eine "extensive disease" liegt vor, wenn ein Kleinzelliges Bronchialkarzinom Metastasen gebildet hat. Eine Heilung ist dann nicht mehr möglich. Die Patienten erhalten eine sogenannte palliative Therapie: Sie soll die Beschwerden lindern und die Überlebenszeit des Patienten möglichst verlängern. Dazu bekommen die Patienten eine Chemotherapie. Sie kann den Tumor meist vorübergehend zurückdrängen.

Bei vielen Patienten wird zusätzlich der Schädel bestrahlt: Das soll eventuelle Hirnmetastasen verhindern beziehungsweise frühzeitig bekämpfen.

Kleinzelliges Bronchialkarzinom: Prognose

Ein Kleinzelliges Bronchialkarzinom (SCLC) wird meist erst dann entdeckt, wenn es schon weit fortgeschritten ist und Metastasen gebildet hat. Diese Form von Lungenkrebs hat deshalb eine schlechte Prognose:

Ohne Behandlung versterben die Patienten meist innerhalb von zwei bis vier Monaten nach der Diagnose. Wird ein Kleinzelliges Bronchialkarzinom aber mit einer individuell angepassten Chemotherapie behandelt, lassen sich die Beschwerden lindern und die Überlebenszeit verlängern.

Mehr zu Prognose und Heilungschancen eines Bronchialkarzinoms lesen Sie im Text Lungenkrebs: Lebenserwartung

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