Gebärmutterhalskrebs

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Fabian Dupont

Fabian Dupont ist freier Autor in der e-happiness-Medizinredaktion. Der Humanmediziner ist bereits für wissenschaftliche Arbeiten unter anderem Belgien, Spanien, Ruanda, die USA, Großbritannien, Südafrika, Neuseeland und die Schweiz. Schwerpunkt seiner Doktorarbeit ist die Tropen-Neurologie, sein besonderes Interesse gilt aber der internationalen Gesundheitswissenschaft (public health) und der verständlichen Vermittlung medizinischer Sachverhalte.

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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AnGebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) erkranken Frauen im Schnitt mit 53 Jahren. Auslöser ist in der Regel eine bestimmte Virusinfektion (HPV) im Genitalbereich. In frühen Stadien ist Gebärmutterhalskrebs fast immer heilbar. Mit zunehmender Ausbreitung des Tumors sinken die Heilungschancen. Lesen Sie hier alles Wichtige über Ursachen, Symptome, Diagnose, Behandlung, Prognose und Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs!

gebärmutterhalskrebs

Kurzübersicht

  • Was ist Gebärmutterhalskrebs? Eine bösartige Zellwucherung im Bereich des Gebärmutterhalses.
  • Häufigkeit: Für das Jahr 2018 werden in Deutschland ungefähr 4.300 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs erwartet. Diese Neuerkrankungsrate ist seit Ende der 1990er Jahre weitgehend stabil. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 53 Jahren. Frauen, die an einer Vorstufe des Zervixkarzinoms erkranken (In-situ-Karzinom), sind im Schnitt 34 Jahre alt.
  • Ursachen: vor allem eine Infektion mit den sexuell übertragbaren Humanen Papillom-Viren (HPV). Weitere Risikofaktoren sind etwa Rauchen, häufig wechselnde Sexualpartner, viele Geburten, schlechte Genitalhygiene und Langzeiteinnahme der "Pille".
  • Symptome: meist erst in fortgeschrittenen Krebsstadien, z.B. Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr oder nach den Wechseljahren, starke Regelblutungen, Zwischen- oder Schmierblutungen, Ausfluss (oft übel riechend oder blutig), Schmerzen im Unterbauch etc.
  • Therapie: Operation, Strahlen- und/oder Chemotherapie, zielgerichtete Therapie (Antikörpertherapie)
  • Prognose: Je früher Gebärmutterhalskrebs erkannt und behandelt wird, desto höher sind die Heilungschancen.

Gebärmutterhalskrebs: Anatomie

Der Gebärmutterhals (Zervix) bildet den Übergang zwischen dem Gebärmutterkörper (Uterus) und der Scheide (Vagina). Durch ihn gelangen Spermien beim Geschlechtsverkehr aus der Scheide in die Gebärmutterhöhle im Inneren des Uterus.

Gebärmutterhalskrebs: Weitere Risikofaktoren

Ein weiterer großer Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs ist das Rauchen. Bestimmte Giftstoffe aus dem Tabak lagern sich spezifisch im Gewebe des Gebärmutterhalses ab. Dadurch wird das Gewebe angreifbarer für Viren wie HPV.

Weitere Risikofaktoren für das Zervixkarzinom sind:

  • große Zahl an Geschlechtspartnern: Je mehr Geschlechtspartner eine Frau in ihrem Leben hat, desto höher ist ihr Risiko für Gebärmutterhalskrebs.
  • früher Beginn der sexuellen Aktivität: Mädchen, die schon vor dem 14. Lebensjahr Geschlechtsverkehr haben, tragen ein erhöhtes Risiko für eine HPV-Infektion - und damit auch für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs (bzw. dessen Vorstufen).
  • schlechte Genitalhygiene: Sie macht anfälliger für HPV-Infektionen und viele andere sexuell übertragbare Krankheiten. So ist etwa die HPV-Infektionsrate bei beschnittenen Männern geringer als bei unbeschnittenen.
  • niedriger sozioökonomischer Status: Menschen mit geringem Einkommen sind eher mit HPV infiziert als Menschen höherer sozialer Schichten.
  • viele Schwangerschaften und Geburten: Jede Schwangerschaft, die mindestens fünf bis sechs Monate besteht, beziehungsweise jede Geburt erhöht das Risiko für eine HPV-Infektion und damit für Gebärmutterhalskrebs. Das liegt entweder an Gewebeveränderungen während einer Schwangerschaft oder aber daran, dass besonders Frauen mit niedrigem sozioökonomischen Status mehrfach schwanger werden.
  • Langzeiteinnahme oraler Verhütungsmittel ("Pille"): Frauen, die mit einem Hochrisiko-HPV-Typ infiziert sind und fünf Jahre oder länger eine Verhütungspille mit Östrogen und Gestagen einnehmen, haben ein leicht erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs.
  • andere Geschlechtskrankheiten: Bei Frauen, die mit HPV infiziert sind, können eine zusätzliche sexuell übertragbare Krankheit (wie Genitalherpes oder Chlamydien) ebenfalls zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beitragen.
  • geschwächtes Immunsystem: Eine Abwehrschwäche kann entweder durch eine Krankheit (wie Aids) bedingt sein oder durch Medikamente entstehen, die das Immunsystem unterdrücken (verabreicht etwa nach Transplantationen). Jedenfalls kann ein geschwächtes Immunsystem ein HPV-Infektion vermutlich nicht wirksam bekämpfen.

Im letzten Stadium breitet sich der Tumor über den ganzen Körper aus. Es kommt dann zu einem Ausfall vieler lebenswichtiger Organe, was letztendlich zum Tod führt.

Gebärmutterhalskrebs: Untersuchungen und Diagnose

Die wichtigste Untersuchung ist die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt (Krebsfrüherkennung). Dies gilt auch für Frauen, die gegen die wichtigsten HP-Viren geimpft sind: Eine Impfung ersetzt nicht die Vorsorge, sondern ergänzt nur das Vorsorgeprogramm.

In Deutschland kann jede Frau ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich eine Vorsorge-/Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt durchführen lassen. Alle Kassen übernehmen die Kosten dafür. Nähere Infos kann man bei jedem Frauenarzt erfragen.

Hinweis: Frauen sollten die Möglichkeit der kostenlosen Krebsfrüherkennungsuntersuchung unbedingt wahrnehmen! Je früher bösartige Zellveränderungen entdeckt und behandelt werden, desto besser die Prognose.

Die routinemäßige Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs läuft genauso ab wie die Untersuchung, die bei einem konkreten Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs (aufgrund von Symptomen wie unregelmäßigen Blutungen) durchgeführt wird:

Anamnesegespräch

Zunächst wird der Arzt im Gespräch mit der Frau deren Krankengeschichte erheben (Anamnese). Er fragt zum Beispiel, wie regelmäßig und stark die Menstruationsblutungen sind und ob gelegentlich Zwischen- oder Schmierblutungen auftreten. Außerdem erkundigt er sich nach eventuellen Beschwerden und Vorerkrankungen sowie der Anwendung von Verhütungsmitteln.

Gynäkologische Untersuchung & PAP-Test

Nach dem Gespräch folgt die gynäkologische Untersuchung: Der Frauenarzt begutachtet zuerst die äußeren Geschlechtsorgane wie die Schamlippen auf eventuelle Auffälligkeiten. Dann spreizt er mit Hilfe eines Metallspatels (Spekulum) die Scheide auf. So kann er einen Blick auf die Scheidenwände sowie den äußeren Muttermund werfen.

Außerdem entnimmt er mit einer kleinen Bürste oder einem Wattestäbchen eine Zellprobe von der Schleimhautoberfläche am Muttermund und im Gebärmutterhalskanal. Sie wird unter dem Mikroskop genauer untersucht. So kann der Arzt erkennen, ob sich veränderte Zellformen unter den Schleimhautzellen befinden. Diese Untersuchung wird als Gebärmutterhals-Abstrich oder Zervixabstrich (PAP-Test) bezeichnet.

Manchmal lassen sich der äußere Muttermund und seine Umgebung nicht mit freiem Auge ausreichend beurteilen. Dann ist eine Scheidenspiegelung (Kolposkopie) nötig: Dabei begutachtet der Frauenarzt das Innere der Scheide und den Muttermund mithilfe eines beleuchteten Vergrößerungsglases. Er kann das Gewebe am Muttermund außerdem mit einer Jodlösung betupfen: Gesundes und erkranktes Gewebe zeigen daraufhin eine unterschiedliche Färbung. Von verdächtigen Stellen kann der Frauenarzt dann eine Gewebeprobe entnehmen (Biopsie). Untersuchungen im Labor zeigen, ob er sich tatsächlich um Gebärmutterhalskrebs handelt.

Konisation

Wenn die verdächtige Gewebeveränderung nur klein ist, führt der Frauenarzt meist eine sogenannte Konisation durch: Dabei wird ein Kegel (Konus) aus dem Gewebe herausgeschnitten, bestehend aus den krankhaft veränderten Zellen und einem Saum aus gesunden Zellen rundherum. Letzteres soll sicherstellen, dass keine veränderten Zellen zurückbleiben. Im Labor kann das entnommene Gewebe auf Krebszellen hin untersucht werden.

Besteht der Verdacht, dass sich der Gebärmutterhalskrebs auf die Blase oder den Enddarm ausgebreitet hat, ist eine Blasenspiegelung (Cystoskopie) beziehungsweise Enddarmspiegelung (Rektoskopie) nötig. Damit lässt sich ein eventueller Krebsbefall nachweisen.

Eventuell wird bei Gebärmutterhalskrebs auch ein sogenanntes operatives Staging durchgeführt: Im Rahmen einer Operation wirft der Arzt einen Blick auf die Organe im Becken und Unterbauch, um eine eventuelle Ausbreitung des Tumors besser beurteilen zu können. Er kann Gewebeproben von verschiedenen Organen und Lymphknoten entnehmen, um sie im Labor auf Krebszellen hin untersuchen zu lassen.

Hinweis: Manchmal schließt sich das operative Staging auch gleich schon die Behandlung an. So kann sich der Arzt während der Untersuchung entscheiden, den Krebstumor (meist mitsamt der ganzen Gebärmutter) herauszuschneiden. Die Patientin muss im Vorfeld natürlich ihre Einwilligung dazu gegeben haben.

Stadieneinteilung

Je nachdem, wie weit sich der Gebärmutterhalskrebs zum Zeitpunkt der Diagnose bereits ausgebreitet hat, unterscheiden Mediziner verschiedene Krebsstadien. Das ist wichtig für die Therapieplanung. Außerdem kann der Arzt anhand des Stadiums Verlauf und Prognose der Krebserkrankung besser abschätzen.

Gebärmutterhalskrebs: Behandlung

Die Art der Behandlung bei Gebärmutterhalskrebs hängt vor allem davon ab, wie weit fortgeschritten die Erkrankung bereits ist. Aber auch andere Faktoren beeinflussen die Therapieplanung, zum Beispiel der Allgemeinzustand der Patientin und ob sie noch Kinder bekommen möchte oder bereits in den Wechseljahren ist. Auch mögliche Nebenwirkungen und Folgen der einzelnen Therapieverfahren werden berücksichtigt.

Eine Bestrahlung bei Gebärmutterhalskrebs kann akute Nebenwirkungen auslösen. Dazu zählen zum Beispiel eine schmerzhafte Schleimhautreizung in der Scheide, Blase oder im Darm sowie Durchfälle und Infektionen. Solche Beschwerden verschwinden innerhalb weniger Wochen nach der Bestrahlung wieder. Außerdem kann die Behandlung Monate oder Jahre danach Spätfolgen verursachen, die zum Teil dauerhaft bestehen bleiben, wie eine gestörte Blasenfunktion, Kontrollverlust bei der Stuhlentleerung, Schleimhautentzündungen mit Blutungen oder eine verengte, trockene Scheide.

Gebärmutterhalskrebs: Chemotherapie

Bei der Chemotherapie erhält die Patientin in regelmäßigen Abständen Infusionen mit Medikamenten, die den Gebärmutterhalskrebs am Wachsen hindern sollen. Weil diese Chemotherapeutika (Zytostatika) im ganzen Körper wirken, spricht man auch von einer systemischen Behandlung.

Die sich schnell teilenden Krebszellen reagieren besonders empfindlich auf diese Medikamente. Allerdings wird auch die Vermehrung von rasch wachsenden gesunden Zellen beeinträchtigt, etwa von Haarwurzelzellen, Schleimhautzellen sowie blutbildenden Zellen. Daraus erklären sich die möglichen Nebenwirkungen der Chemotherapie wie Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen sowie Veränderungen des Blutbildes mit erhöhter Infektanfälligkeit.

Die Chemotherapie wird bei Gebärmutterhalskrebs (wie oben erwähnt) meist mit einer Strahlentherapie kombiniert. Manchmal kommt sie aber auch allein zum Einsatz, etwa bei einem Rückfall oder bei Tochtergeschwülsten weit entfernt vom Primärtumor im Gebärmutterhals (Fernmetastasen).

Eine angemessene Genitalhygiene sowie der Verzicht auf Rauchen tragen ebenfalls dazu bei, Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen.

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