SIRS

Fabian Dupont

Fabian Dupont ist freier Autor in der e-happiness-Medizinredaktion. Der Humanmediziner ist bereits für wissenschaftliche Arbeiten unter anderem Belgien, Spanien, Ruanda, die USA, Großbritannien, Südafrika, Neuseeland und die Schweiz. Schwerpunkt seiner Doktorarbeit ist die Tropen-Neurologie, sein besonderes Interesse gilt aber der internationalen Gesundheitswissenschaft (public health) und der verständlichen Vermittlung medizinischer Sachverhalte.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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SIRS ist die medizinische Bezeichnung für eine schwere Entzündungsreaktion des Körpers auf einen äußeren Einfluss. Ursache für das Systemische Inflammatorische Response-Syndrom können Gifte von Krankheitserregern, aber auch schwere Verletzungen oder Verbrennungen sein. Durch die massive Reaktion versucht der Körper Schaden abzuwehren, schädigt sich dabei aber selbst. Lesen Sie hier alles Wichtige zum SIRS!

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SIRS oder Sepsis?

Man spricht von einem SIRS (Systemisches inflammatorisches Response Syndrom) , wenn es zu einer Entzündungsreaktion des gesamten Körpers kommt, ohne dass ein bestimmter Erreger als Auslöser nachgewiesen kann oder verdächtigt wird. Kann man dagegen einen Erreger im Blut nachweisen, der für die Reaktion verantwortlich ist, spricht man von einer Sepsis. Die Unterscheidung ist wichtig, um Therapieentscheidungen treffen zu können. In der Behandlung von SIRS und Sepsis ist es wichtig, das zugrunde liegende Problem zu beheben.

Eine den gesamten Körper erfassende, nichtinfektiöse Entzündungsreaktion kann durch viele Faktoren ausgelöst werden. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Verbrennungen
  • Verletzungen
  • große Organschäden
  • schwere allergische Reaktionen ( Anaphylaxie)
  • Organentzündungen wie eine Pankreatitis.
  • schwere Blutungen
  • Unterversorgung von Gewebe oder Organen mit Sauerstoff (Ischämie) wie z.B. bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt

SIRS Kriterien:

Damit man von einem SIRS ( systemisches inflammatorisches Response Syndrom) sprechen kann müssen mindestens zwei der folgenden vier SIRS-Kriterien erfüllt sein:

  • Fieber (­38 °C) oder Hypothermie (­36 °C), rektal oder via Kathetersonde in einem Blutgefäß oder der Harnblase gemessen
  • beschleunigter Herzschlag (Tachykardie) auf mindestens 90 Schläge pro Minute
  • schnelle Atemzüge (Tachypnoe) mit mehr als 20 Atemzügen pro Minute oder Hyperventilation (messbar durch den CO2-Gehalt im Blut)
  • weiße Blutkörperchen im Blut vermehrt (Leukozytose: ≥12000/ µL) oder vermindert (Leukopenie : ≤4000/ µL)

SIRS-Behandlung:

Primär wird bei der Behandlung des SIRS versucht, den Kreislauf mit Infusionen und gegebenenfalls gefäßverengenden Wirkstoffen (Vasopressoren) zu stabilisieren. Neben ergänzenden Standardtherapien wie einer Thromboseprophylaxe und Schmerztherapie muss auch an eine Operation gedacht werden, sofern der Auslöser des SIRS zum Beispiel eine Organschädigung oder eine Verbrennung ist. Denn für die nachhaltige Behandlung eines SIRS ist es wichtig, dessen Auslöser aufzuspüren und, wenn möglich, auszuschalten. Die Prognose des SIRS hängt von dessen Ursache, der allgemeinen Gesundheitslage des Patienten und einem möglicherweise bereits vorliegenden Organversagen ab.

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