Bluthochdruck

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine weit verbreitete Erkrankung. In Deutschland leiden 20 bis 30 Millionen Menschen daran. Auf Dauer schädigt Bluthochdruck die Gefäße und trägt so zur Entstehung von Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall bei. Hier lesen Sie alles Wichtige zu Ursachen, Symptomen, Gefahren und Behandlung der Hypertonie!

Bluthochdruck

Bluthochdruck: Kurzübersicht

  • Definition von Bluthochdruck: Blutdruck > 140/90 mmHg
  • Mögliche Folgen: Koronare Herzkrankheit, Herzschwäche, Herzinfarkt, Schlaganfall, pAVK, Netzhautschäden, Nierenschäden usw.
  • Häufige Symptome: Kopfschmerzen (besonders morgens), Schwindel, leichte Ermüdbarkeit, gerötetes Gesicht etc.; evtl. auch Symptome von Folgeerkrankungen wie Brustenge (Angina pectoris), Wassereinlagerungen im Gewebe oder Sehstörungen
  • Behandlung: Lebensstiländerung (viel Bewegung und Sport, Abnehmen, gesunde Ernährung, Rauchstopp etc.), evtl. blutdrucksenkende Medikamente; Behandlung der Grunderkrankung bei sekundärer Hypertonie
  • Achtung: Bei plötzlichem, massivem Blutdruckanstieg mit Anzeichen von Organschäden (Hypertensiver Notfall) sofort den Notarzt alarmieren (Notrufnummer: 112)!

Bluthochdruck: Definition

Bei einem Bluthochdruck (Hypertonie) sind die Blutdruckwerte dauerhaft zu hoch. Die Blutdruckwerte entstehen dadurch, dass bei jedem Herzschlag Blut aus dem Herzen in die Blutgefäße gepumpt wird. Dabei übt das Blut von innen Druck auf die Gefäßwand aus. Abhängig von der Herzaktion unterscheidet man zwei Blutdruck-Werte:

  • Systolischer Blutdruck: Er entsteht in der Phase, in der sich das Herz zusammenzieht (Systole). Dabei wird Blut aus dem Herzen in die Hauptschlagader (Aorta) gepumpt. Die dabei entstehende Druckwelle setzt sich weiter über die Gefäßwände der Arterien fort. Dadurch ist auch in weiter entfernten Körperregionen (wie Armen und Beinen) eine Pulswelle messbar.
  • Diastolischer Blutdruck: In der Diastole dehnt sich der Herzmuskel aus, um sich erneut mit Blut zu füllen. In den Gefäßen herrscht noch immer ein Druck, der jedoch niedriger ist als der systolische Blutdruck.

Bei jedem Menschen unterliegt der Blutdruck gewissen Schwankungen. So lassen zum Beispiel Aufregung und körperliche Anstrengung den Blutdruck steigen, während er in Ruhe oder im Schlaf deutlich niedriger sein kann. Diese Blutdruck-Schwankungen sind normal und dienen der körperlichen Anpassung an die jeweilige Situation. Beim Gesunden pendeln sich die Blutdruck-Werte immer wieder im Normalbereich ein. Erst wenn der Blutdruck dauerhaft zu hoch ist, muss er behandelt werden.

Übrigens: Der Begriff Bluthochdruck wird meist im Sinne von arteriellem Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) verwendet, also erhöhten Blutdruckwerten im Körperkreislauf wie hier beschrieben. Es gibt aber noch andere Formen von Hypertonie, etwa den Bluthochdruck im Lungenkreislauf (pulmonale Hypertonie, Lungenhochdruck). Dieser Text hier befasst sich nur mit der arteriellen Hypertonie.

Bluthochdruck-Werte

Die Messeinheit für den Blutdruck ist mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Ein Messwert von beispielsweise 126/79 mmHg (sprich: 126 zu 79) bedeutet, dass der systolische Blutdruck bei 126 und der diastolische bei 79 mmHg liegt. Als optimalen Blutdruck bezeichnen Mediziner Werte von weniger als 120 mmHg systolisch und weniger als 80 mmHg diastolisch. Darüber hinaus gelten folgende Referenzbereiche für den Blutdruck:

Grad Einteilung

Systolisch

Diastolisch

Normal

120-129 mmHg

80-84 mmHg

Hoch-Normal

130-139 mmHg

85-89 mmHg

Hypertonie Grad I

(leichter Bluthochdruck)

140-159 mmHg

90-99 mmHg

Hypertonie Grad II

(mittelschwerer Bluthochdruck)

160-179 mmHg

100-109 mmHg

Hypertonie Grad III

(schwerer Bluthochdruck)

≥ 180 mmHg

≥ 110 mmHg

Isolierte systolische Hypertonie

≥ 140 mmHg

< 90 mmHg

Die isolierte systolische Hypertonie ist ein rein systolischer Bluthochdruck. Der diastolische Blutdruck ist dagegen erniedrigt. Ursache ist zum Beispiel eine Funktionsstörung der Aortenklappe (einer der Herzklappen).

Bluthochdruck: Gefahren

Bluthochdruck schädigt auf Dauer wichtige Organe wie etwa das Herz und seine versorgenden Gefäße (Herzkranzgefäße), die anderen Blutgefäße, das Gehirn und die Nieren. Das kann lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen.

Organschäden bei Bluthochdruck
Organschäden bei Bluthochdruck
Bluthochdruck kann auf Dauer verschiedene Organe schädigen und lebensbedrohliche Folgen haben. Am häufigsten betroffen sind dabei das Herz und Herzkranzgefäße, das Gehirn, die Augen und die Nieren.

Im Bereich des Herzens kann Bluthochdruck eine Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) der Herzkranzgefäße begünstigen. Diese Koronare Herzkrankheit (KHK) kann zu einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder zu Herzrhythmusstörungen führen. Auch ein Herzinfarkt ist möglich.

Im Gehirn von Bluthochdruck-Patienten kommt es häufiger als bei Gesunden zu einem Schlaganfall. Die Durchblutungsstörungen, die der Bluthochdruck auslöst, können auch die kleinsten Gefäße des Gehirns betreffen (Mikroangiopathie). Daraus resultiert eine chronische Minderversorgung des Hirngewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen. Sie beeinträchtigt die Hirnleistung und begünstigt einen frühzeitigen geistigen Abbau (vaskuläre Demenz).

Die Gefäßschädigung durch den Bluthochdruck beeinträchtigt mit der Zeit auch die Nieren und ihre Funktion: Mögliche Folge ist eine chronische Nierenschwäche (chronische Niereninsuffizienz) bis hin zum Nierenversagen.

Die Durchblutungsstörungen, die sich als Bluthochdruck-Folgen entwickeln, wirken sich auch auf andere Körperregionen negativ aus. So kann sich etwa in den Beinen eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) entwickeln. In den Augen wird die Netzhaut geschädigt, was das Sehvermögen beeinträchtigt. Mediziner sprechen hier von hypertensiver Retinopathie.

Die ständige Druckbelastung in den Gefäßen kann dazu führen, dass sich Aussackungen der Gefäßwand (Aneurysmen) bilden. Sie können platzen und so lebensbedrohliche innere Blutungen verursachen. Eine besondere Gefahr geht von Aneurysmen im Bereich der Hauptschlagader (Aortenaneurysma) und im Gehirn aus (ein platzendes Hirnaneurysma verursacht einen hämorrhagischen Schlaganfall).

Benigne und maligne Hypertonie

Früher wurde es als "benigne (essentielle) Hypertonie" bezeichnet, wenn im Krankheitsverlauf keine krisenhaften Blutdruckverschlechterungen (Exazerbationen) auftreten. Viele Experten lehnen diese Bezeichnung mittlerweile ab, weil auch eine "benigne" (= gutartige) Hypertonie sehr gefährlich ist und eine erhöhte Sterblichkeitsrate aufweist.

Als Gegenstück zur benignen Hypertonie wurde die Bezeichnung "maligne" (bösartige) Hypertonie geprägt. Definiert ist sie durch einen ständigen massiven Bluthochdruck (diastolisch meist > 120 mmHg), der unbehandelt innerhalb von fünf Jahren bei 95 Prozent der Betroffenen zum Tode führt.

Hypertensive Krise

Bei einer hypertensiven Krise (Hochdruckkrise) schnellt der Blutdruck plötzlich dramatisch in die Höhe, und zwar auf Werte über 230 mmHg (systolisch) und/oder 130 mmHg (diastolisch). Das kann zum Beispiel Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen auslösen. Gesellen sich Anzeichen einer Organschädigung aufgrund des massiven Blutdruckanstiegs hinzu (wie Angina pectoris), spricht man von hypertensivem Notfall. Dann besteht Lebensgefahr, und es muss sofort der Notarzt alarmiert werden (Notrufnummer: 112)!

Eine hypertensive Krise beobachtet man in der Regel bei Patienten mit chronischem Bluthochdruck. Nur selten tritt sie bei Menschen auf, deren Blutdruckwerte sonst normal sind. Auslöser kann dann zum Beispiel eine akute Nierenkörperchenentzündung (akute Glomerulonephritis) sein.

Mehr über die Entstehung, Symptome und Behandlung der Hochdruckkrise lesen Sie im Beitrag Hypertensive Krise.

Bluthochdruck: Symptome

Die meisten Patienten zeigen kaum eindeutige Hypertonie-Symptome, sodass der erhöhte Gefäßdruck oft lange Zeit unbemerkt bleibt. Bluthochdruck ist also eine „stille“ Gefahr. Dabei ist eine frühzeitige Therapie sehr wichtig, um Folgeschäden zu verhindern. Diese können auch ohne vorausgegangene Bluthochdruck-Symptome eintreten. Deshalb ist es wichtig, mögliche Anzeichen für Bluthochdruck ernst zu nehmen:

Typisch sind bei Bluthochdruck Kopfschmerzen, die eher im Hinterkopf sitzen und vor allem in der Zeit kurz nach dem Aufwachen auftreten. Dies ist eine Folge des nächtlichen Bluthochdrucks; normalerweise sinkt der Blutdruck im Schlaf ab. Ist dies nicht der Fall, kann es auch zu Ein- und Durchschlafstörungen kommen. Vor allem Menschen, die zusätzlich an Schlafapnoe leiden, fühlen sich dann oft am nächsten Tag unausgeruht und wie „gerädert“. Ein leicht gerötetes Gesicht – manchmal mit sichtbaren roten Äderchen (Couperose) – ist ebenfalls ein mögliches Bluthochdruck-Anzeichen.

Bluthochdruck äußert sich zudem nicht selten in Nervosität und Kurzatmigkeit. Frauen im mittleren Alter interpretieren diese Hypertonie-Symptome oft falsch: Sie halten sie etwa für Wechseljahresbeschwerden oder allgemein für Stress-Symptome. Im Zweifelsfall ist es auf jeden Fall ratsam, bei auffälligen Anzeichen Bluthochdruck als möglichen Auslöser abklären zu lassen.



ebenfalls zu den häufigen Symptomen zählt. Bei einigen Menschen verstärken sich die Anzeichen für Bluthochdruck in der kalten Jahreszeit.SchwindelDies gilt auch, wenn jemandem oft ohne erkennbaren Grund schwindelig ist, da bei Bluthochdruck

Bluthochdruck: Symptome für Folgekrankheiten

Zu hoher Blutdruck kann langfristig - wie oben erwähnt - Organe schädigen. Dann weisen Menschen mit Bluthochdruck Warnsignale auf, die von diesen Organen ausgehen. Das können zum Beispiel sein:

Manchmal wird eine Hypertonie erst durch einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder andere schwere Komplikationen diagnostiziert. Daher ist es besonders wichtig, Bluthochdruck-Symptome nicht zu übersehen und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. So lässt sich solchen schwerwiegenden Folgeschäden vorbeugen.

Bluthochdruck: Ursachen und Risikofaktoren

Mediziner unterscheiden bezüglich Ursache zwei Grundformen von Bluthochdruck:

  • Primäre Hypertonie: Hier gibt es keine Grunderkrankung, die sich als Ursache des Bluthochdrucks nachweisen lässt. Diese essentielle Hypertonie macht etwa 90 Prozent aller Bluthochdruck-Fälle aus.
  • Sekundäre Hypertonie: Hier liegt dem Bluthochdruck eine andere Krankheit als Auslöser zugrunde. Das können zum Beispiel Nierenkrankheiten, Funktionsstörungen der Schilddrüse oder andere Stoffwechselkrankheiten sein.

Primärer Bluthochdruck: Ursachen

Wodurch die primäre Hypertonie genau entsteht, ist noch nicht bekannt. Man kennt aber mehrere Faktoren, welche die Entstehung dieser Form von Bluthochdruck begünstigen:

  • familiäre Neigung zu erhöhtem Blutdruck
  • Übergewicht (Body-Mass-Index = BMI > 25)
  • Bewegungsmangel
  • hoher Salzkonsum
  • hoher Alkoholkonsum
  • niedrige Kaliumzufuhr (viel Kalium steckt in frischem Obst und Gemüse, Trockenobst oder Nüssen)
  • Rauchen
  • höheres Alter (Männer ≥ 55 Jahre, Frauen ≥ 65 Jahre)

Offenbar besteht bei Frauen auch ein Zusammenhang zwischen Hypertonie und den Wechseljahren: Bluthochdruck tritt bei Frauen nach dem Ende der fruchtbaren Jahre gehäuft auf.

Daneben gibt es noch einen weiteren, häufig unterschätzten Faktor bei Bluthochdruck: Stress. Zwar gilt er nicht als alleinige Bluthochdruck-Ursache. Bei Menschen mit einer Neigung zur Hypertonie wirkt sich häufiger Stress jedoch fast immer negativ aus.

Überdurchschnittlich oft tritt die primäre Hypertonie gemeinsam mit anderen Erkrankungen auf. Dazu zählen:

Treten diese drei Faktoren gleichzeitig mit Bluthochdruck auf, sprechen Ärzte vom Metabolischen Syndrom.

Sekundäre Hypertonie: Ursachen

Bei der sekundären Hypertonie sind die Bluthochdruck-Ursachen in einer anderen Erkrankung zu finden. Meist handelt es sich dabei um Nierenerkrankungen, Stoffwechselstörungen (zum Beispiel Cushing-Syndrom) oder Gefäßkrankheiten.

So können Verengungen an den Nierenarterien (Nierenarterienstenose) sowie chronische Nierenleiden (z.B. chronische Glomerulonephritis, Zystennieren) Ursachen für Bluthochdruck sein. Das Gleiche gilt auch für eine angeborene Verengung der Hauptschlagader (Aortenisthmus-Stenose).

Ebenfalls Auslöser der sekundären Hypertonie kann das Schlafapnoe-Syndrom sein. Das ist eine Atemstörung im Schlaf.

Auch Medikamente kommen als Bluthochdruck-Ursachen in Frage. Zu nennen sind hier beispielsweise Hormone (wie die „Anti-Baby-Pille“) und Rheumamittel. Nicht zuletzt können auch bestimmte Drogen wie Kokain und Amphetamine den Blutdruck krankhaft erhöhen.

Seltener kommen Störungen des Hormonhaushalts als Bluthochdruck-Ursache in Betracht. Dazu zählen:

  • Cushing-Syndrom: Bei dieser Hormonstörung produziert der Körper zu viel Kortisol. Dieses Hormon beeinflusst zahlreiche Stoffwechselprozesse und wird unter anderem bei Stress vermehrt ausgeschüttet.
  • Primärer Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom): Überproduktion des Hormons Aldosteron aufgrund einer Störung in der Nebennierenrinde (etwa ein Tumor).
  • Phäochromozytom: Das ist ein meist gutartiger Tumor der Nebenniere, der Stresshormone (Katecholamine wie Noradrenalin, Adrenalin) produziert. Diese Hormonüberproduktion führt zu Bluthochdruck-Episoden mit Kopfschmerzen, Schwindel und Herzrasen.
  • Akromegalie: Hier produziert ein (meist gutartiger) Tumor im Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse unkontrolliert Wachstumshormone. Dadurch vergrößern sich bestimmte Teile des Körpers wie Hände, Füße, Unterkiefer, Kinn, Nase und Augenbrauenwülste.
  • Androgenitales Syndrom: Die vererbte Stoffwechselkrankheit führt zu einer gestörten Produktion der Hormone Aldosteron und Kortisol in der Nebenniere. Die Ursache der Krankheit ist ein Gendefekt, der nicht behandelbar ist.
  • Funktionsstörung der Schilddrüse: Bluthochdruck tritt auch häufiger im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) auf.

Bluthochdruck und Sport

Die körperliche Belastung beim Sport lässt den Blutdruck ansteigen. Für Menschen mit gesunden Blutdruckwerten ist das normalerweise kein Problem. Bei Bluthochdruck-Patienten dagegen können die Werte rasch in einen gefährlichen Bereich ansteigen. Vor allem bei Sportarten wie Krafttraining mit schweren Gewichten treten manchmal bedrohliche Blutdruckspitzen auf. Dies ist besonders dann der Fall, wenn das Gewichtestemmen mit einer Pressatmung verbunden ist.

Dennoch ist Sport bei Bluthochdruck in vielen Fällen empfehlenswert - in Form der richtigen Sportart und in einer individuell geeigneten Trainingsintensität. Viele Hypertonie-Patienten profitieren etwa von einem regelmäßigen moderaten Ausdauertraining. Im günstigsten Fall lässt sich der Bluthochdruck durch Sport sogar ein wenig senken.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Ein Bluthochdruck in der Schwangerschaft kann durch die Schwangerschaft selbst ausgelöst worden sein. Ein solcher schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck entwickelt sich nach der 20. Schwangerschaftswoche (SSW). Wenn der Bluthochdruck dagegen schon vor der Schwangerschaft bestand oder sich bis zur 20. SSW entwickelt, gilt er als schwangerschaftsunabhängig.

Eine schwangerschaftsbedingte Hypertonie verläuft oft unkompliziert und verschwindet meist innerhalb von sechs Wochen nach der Geburt von allein wieder. Sie kann aber auch Ausgangspunkt hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen wie Präeklampsie, Eklampsie und das HELLP-Syndrom sein. Diese Erkrankungen können sich schnell entwickeln und für Mutter und Kind zur Gefahr werden. Daher kontrolliert der Arzt den Blutdruck von Schwangeren regelmäßig im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen.

Präeklampsie

Wenn Schwangere nach der 20. SSW unter Bluthochdruck und verstärkter Eiweißausscheidung über den Urin (Proteinurie) leiden, liegt eine Präeklampsie vor. Die betroffenen Frauen haben auch meist Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme).

Die Präeklampsie zählt zu den sogenannten Schwangerschaftsvergiftungen (Gestosen). Wird sie nicht ärztlich behandelt, kann es zu lebensgefährlichen Krampfanfällen (Eklampsie) kommen.

Mehr über diese schwangerschaftsbedingte Form von Bluthochdruck-Erkrankung lesen Sie im Beitrag Präeklampsie.

Bluthochdruck: Untersuchungen und Diagnose

Viele Betroffene leben jahrelang mit Bluthochdruck (Hypertonie), ohne dies zu merken. Sie fühlen sich gut, weil zu hoher Blutdruck oft lange keine Beschwerden verursacht. Jeder sollte daher seine Blutdruck-Werte kennen, diese regelmäßig selbst kontrollieren und vom Arzt checken lassen.

Blutdruck messen

Die wichtigste Untersuchung, um einen Bluthochdruck festzustellen, ist die Blutdruck-Messung. Die einmalige Messung sagt aber noch nichts darüber aus, ob der Blutdruck behandlungsbedürftig ist oder nicht. Der Blutdruck schwankt im Laufe des Tages und ist etwa nach sportlicher Aktivität oder Kaffeegenuss erhöht. Manche Patienten sind nervös, wenn Arzt den Blutdruck misst, was den Blutdruck vorübergehend erhöhen kann. Dieses Phänomen wird auch als „Weißkittelsyndrom“ bezeichnet.

Insgesamt gilt daher: Um aussagekräftige Blutdruck-Werte zu erhalten, sind mehrmalige Messungen (z.B. zu drei verschiedenen Zeitpunkten) hilfreich. Auch Langzeit-Messungen (über 24 Stunden) sind für die Diagnose von Bluthochdruck sinnvoll. Durch sie kann der Arzt tageszeitliche Schwanken genau beobachten.

Weitere Diagnoseschritte

Meist fragt der Arzt den Patienten auch über bestehende Vorerkrankungen, die als Ursache einer sekundären Hypertonie infrage kommen. Das können zum Beispiel Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen sein.

Unter Umständen sind auch Blut- und Urinuntersuchungen oder eine Ultraschalluntersuchung der Nieren notwendig. Sie helfen, einen primären vom sekundären Bluthochdruck abzugrenzen. Außerdem können sie auf Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie erhöhte Blutfettwerte) und eventuelle Organschädigungen hinweisen (z.B. anomale Nierenwerte).

Ultraschalluntersuchung der Nieren
Um eine primäre von einer sekundären Bluthochdruckerkrankung zu unterscheiden, sollte eine Ultraschalluntersuchung der Nieren vom Arzt durchgeführt werden.

Auch eine körperliche Untersuchung gehört zur Abklärung von Bluthochdruck dazu. Auch sie hilft, das individuelle Herz-Kreislauf-Risiko abzuschätzen mögliche Anzeichen für blutdruckbedingte Organschäden zu erkennen. Oft wird der Bluthochdruck nämlich erst erkannt, wenn er bereits die Blutgefäße geschädigt hat (z.B. Arteriosklerose). Betroffen sind vor allem die Gefäße von Herz, Gehirn, Nieren und Augen. Auf Dauer nimmt auch der Herzmuskel Schaden, und eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist die Folge. Zur genaueren Untersuchung eventueller Folgeerkrankungen können weitere Untersuchungen etwa von Augen, Herz und Nieren nötig sein.

Bluthochdruck: Behandlung

Wie die Therapie von Bluthochdruck im Einzelfall aussehen sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind vor allem die Höhe des Blutdrucks sowie das individuelle Risiko für Folgeerkrankungen wie KHK (Koronare Herzkrankheit), Herzinfarkt oder Schlaganfall. Außerdem berücksichtigt der Arzt bei der Therapieplanung das Alter des Patienten und eventuell bestehende Grund-/Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus.

Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt bei fast allen Hypertonikern, den Blutdruck auf unter 140/90 mmHg zu senken. Für bestimmte Patientengruppen gelten aber leicht abweichende Empfehlungen:

  • Bei "gebrechlichen" älteren Patienten sowie Patienten über 80 Jahren sollte die Bluthochdruck-Therapie einen systolischen Blutdruck zwischen 140 und 150 mmHg anstreben.
  • Bei Patienten mit einer Nierenerkrankung (Nephropathie) und begleitender Proteinurie kann ein systolischer Blutdruckwert von unter 130 mmHg sinnvoll sein.
  • Bei Diabetes-Patienten sollte versucht werden, den diastolischen Blutdruckwert auf 80 bis 85 mmHg abzusenken.



Die Empfehlungen zu den Zielwerten des Blutdrucks passt der Arzt zudem individuell an.

Blutdruck senken: Was Sie selbst tun können

Die Basis der Bluthochdruck-Therapie ist eine Lebensstiländerung. Dazu gehört zum Beispiel, dass Sie versuchen, bestehendes Übergewicht abzubauen. Die richtige Ernährung und regelmäßige Bewegung helfen dabei. Beides wird auch Bluthochdruck-Patienten empfohlen, die nicht zu viele Kilos auf die Waage bringen.

Ein Rauchverzicht ist ebenfalls bei Hypertonie sehr ratsam, um das Herz-Kreislauf-Risiko nicht noch zusätzlich zu verschärfen. Ebenfalls empfohlen wwerden Stressabbau und Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Yoga.

Darüber hinaus versuchen viele Patienten, erhöhte Blutdruckwerte mit Hausmitteln oder alternativen Heilmethoden wie Homöopathie auf ein gesünderes Niveau zu senken.

Mehr darüber, was Sie selbst bei Bluthochdruck tun können, lesen Sie im Beitrag Blutdruck senken.

Medikamente gegen Bluthochdruck

Wenn eine Lebensstiländerung nicht ausreicht, Bluthochdruckwerte zu senken, verordnet der Arzt zusätzlich blutdrucksenkende Medikamente (Antihypertensiva). Dabei gibt es fünf Hauptgruppen von Medikamenten, die bevorzugt zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt werden. Sie senken den Blutdruck zuverlässig und sind meist gut verträglich. Es gehören dazu:

  • ACE-Hemmer
  • AT1-Antagonisten (Angiotensin-Rezeptorblocker, Sartane)
  • Beta-Blocker
  • Diuretika (Entwässerungsmittel, "Wassertabletten")
  • Kalzium-Antagonisten

Wann welche Medikamente am besten geeignet sind, hängt vom Einzelfall ab. Zudem gilt: Manchmal reicht die Einnahme eines einzelnen Medikaments aus, um den Bluthochdruck ausreichend zu senken (Monotherapie). In anderen Fällen ist dazu eine Kombination verschiedener Medikamente notwendig (Kombinationstherapie), zum Beispiel aus einem ACE-Hemmer und einem Kalzium-Antagonist.

Bei sekundärer Hypertonie genügt es nicht, einfach nur Blutdrucksenker einzunehmen. Es muss die Grunderkrankung behandelt werden. So lassen sich zum Beispiel verengte Nierenarterien (Nierenarterienstenose) beispielsweise in einem chirurgischen Eingriff aufweiten. Das kann die Bluthochdruckwerte absenken.

Bluthochdruck: Krankheitsverlauf und Prognose

Die Prognose bei Bluthochdruck ist von Patient zu Patient verschieden und lässt sich nicht allgemein vorhersagen. Der Krankheitsverlauf hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen zum Beispiel die Höhe des Blutdrucks und das Vorliegen anderer Begleiterkrankungen. Allgemein gilt: Je früher Bluthochdruck erkannt und behandelt wird, desto geringer ist das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Wird die Hypertonie dagegen nicht behandelt, steigt das Risiko für Folgeschäden.

Um die Blutdruckwerte im Blick zu behalten und mögliche Folgeerkrankungen frühzeitig zu erkennen, sollten Bluthochdruck-Patienten regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt wahrnehmen.

Weiterführende Informationen

Buchempfehlungen:

  • Bluthochdruck: Vorbeugen, erkennen, behandeln (Anke Nolte, Stiftung Warentest, 2016)
  • Bluthochdruck. Kompakt-Ratgeber: Wirksame Vorbeugung und Selbsthilfe bei erhöhten Werten (Dr. med. Eberhard J. Wormer, Mankau Verlag, 2017)
  • Das große Kochbuch gegen Bluthochdruck: Alle wichtigen Informationen für eine blutdrucksenkende Ernährung. 130 Rezepte für die ganze Familie (Sven-David Müller, Schlütersche Verlag, 2015)

Leitlinien:

  • ESC Pocket Guidelines "" der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung und der Deutschen Hochdruckliga (2013)

Selbsthilfegruppen

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