Präeklampsie

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Die Präeklampsie (früher: EPH-Gestose) ist eine ernste Erkrankung schwangerer Frauen. Sie zählt zu den sogenannten hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen. Das sind Erkrankungen mit Bluthochdruck in der Schwangerschaft. Frauen mit Präeklampsie haben zudem Eiweiß im Urin und Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme). Lesen Sie hier mehr über Symptome, Behandlung, Prognose und Vorbeugung der Präeklampsie.

Präeklampsie

Was ist Präeklampsie?

Die Präeklampsie gehört zu einer Reihe von Erkrankungen, die mit Bluthochdruck in der Schwangerschaft einhergehen. Ein älterer Begriff ist die sogenannte EPH-Gestose, wobei E für englisch Edema (Ödem=Wasseransammlung), P für Protein und H für Hypertension (Bluthochdruck) steht. Die Abkürzung fasst die typischen Präeklampsie-Symptome zusammen.

Präeklampsie: Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Ursache der Präeklampsie ist nicht nicht bekannt. Es gibt verschiedene Erklärungsansätze zur Entstehung der Erkrankung. Vermutlich liegt eine gestörte Anpassung des mütterlichen Organismus an die Schwangerschaft vor.

Präeklampsie: Wer ist gefährdet?

Eine Präeklampsie tritt bei etwa drei bis fünf Prozent aller Schwangeren auf, die zum ersten Mal ein Kind erwarten (Erstgebärende). Bei Schwangeren, die bereits ein oder mehrere Kinder geboren haben (Mehrgebärende), beträgt das Präeklampsie-Risiko nur ungefähr 0,5 Prozent. Allerdings steigt es wieder, wenn Mehrgebärende einen neuen Lebenspartner haben und mit diesem erstmals ein Kind bekommen. Das deutet darauf hin, dass immunologische Faktoren bei der Krankheitsentstehung mitbeteiligt sind.

Weitere Risikofaktoren für eine Präeklampsie sind zum Beispiel:

  • familiäre Veranlagung (wenn etwa die Mutter der Schwangeren ebenfalls eine EPH-Gestose hatte)
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • künstliche Befruchtung (In-vitro-Fertilisation) beziehungsweise Eizellspende
  • Spätgebärende (> 40 Jahre)
  • Fettleibigkeit (Adipositas)
  • Präeklampsie in einer vorangegangenen Schwangerschaft
  • bereits bestehender Bluthochdruck vor der Schwangerschaft
  • Nierenerkrankungen
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Antiphospholipidsyndrom (eine Autoimmunerkrankung)
  • Fehlbildungen des Ungeborenen wie Hydrops fetalis, Trisomien

Präeklampsie: Symptome

Grundsätzlich lassen sich mehrere Formen von Gestosen unterscheiden, je nach dem Zeitpunkt, zu dem sie während der Schwangerschaft auftreten. Je nach Form können die auftretenden Symptome unterschiedlich sein:

  • Frühgestose: Sie entsteht im ersten Schwangerschaftsdrittel (2. bis 4. Schwangerschaftsmonat). Häufig ist diese Variante von unstillbarem Erbrechen (Hyperemesis gravidarum) begleitet.
  • Gestationshypertonie: Das ist Bluthochdruck, der durch die Schwangerschaft bedingt ist. Er tritt ab der 20. Schwangerschaftswoche in Erscheinung und normalisiert sich nach der Geburt meist innerhalb von etwa sechs Wochen. Vor der 20. SSW war der Blutdruck der Schwangeren im Normalbereich. Aus der Gestationshypertonie kann sich eine leichte, seltener eine schwere Präeklampsie entwickeln.
  • Spätgestose: Hierbei handelt es sich um die eigentliche Präeklampsie. Sie tritt frühestens ab der 20. Schwangerschaftswoche auf.

Typische Präeklampsie-Symptome sind:

  • Bluthochdruck (mehr als 140 zu 90 mmHg)
  • Eiweißausscheidung über den Urin (Proteinurie)
  • Wasseransammlungen (Ödeme) im Gewebe, dadurch Schwellungen an Gesicht, Händen und Füßen

In schweren Fällen leiden die Schwangeren auch noch unter weiteren Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, Schwindel, Sehstörungen oder Verwirrtheit.

Eklampsie

Manchmal geht die Präeklampsie in eine Eklampsie über. Dann kommen folgende Symptome dazu:

  • starke Kopfschmerzen
  • Flimmern vor den Augen
  • allgemeines Unwohlsein
  • Krampfanfälle

Eine Eklampsie ist ein Notfall und muss unverzüglich im Krankenhaus behandelt werden! In den meisten Fällen wird die Schwangerschaft dann durch einen Kaiserschnitt beendet.

Präeklampsie erkennen und behandeln

Meist erkennt der Arzt die Präeklampsie anhand der typischen Symptome: Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge kontrolliert der Gynäkologe bei jeder Schwangeren unter anderem Blutdruck, Urin und das Körpergewicht. Ein plötzlicher Anstieg des Blutdrucks, eine rasche Gewichtszunahme (durch Wasseransammlungen) und Eiweiß im Urin (der normalerweise kein Eiweiß enthält) sind deutliche Hinweise auf eine Präeklampsie.

Besteht der Verdacht auf eine Präeklampsie, sind engmaschige Kontrollen notwendig. Ab Blutdruckwerten von 150/100 mmHg erfolgt die Behandlung und Überwachung stationär im Krankenhaus.

Bei einer leichten Präeklampsie vor der 36. Schwangerschaftswoche (SSW) besteht die Therapie aus Ruhe und körperlicher Schonung (manchmal Bettruhe). Die Schwangere erhält außerdem eine eiweißreiche Wunschkost und sollte ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Ihr Zustand und der ihres Kindes wird engmaschig ärztlich überwacht.

Blutdrucksenkende Medikamente können je nach Wirkstoff problematisch für die kindliche Entwicklung sein. Sie kommen deshalb erst bei Blutdruckwerten von ≥ 150 mmHg systolisch und/oder ≥ 100 mmHg diastolisch in Frage.

Zeigt das Ungeborene Stressreaktionen im Wehenschreiber (CTG), bekommt die Schwangere Medikamente, welche die kindliche Lungenreifung anregen (meist ein Kortisonpräparat). Dann wird die Frau so bald wie möglich entbunden, oft per Kaiserschnitt. Dabei versucht man nach Möglichkeit, mindestens die abgeschlossene 37. SSW abzuwarten.

Bei schwerer Präeklampsie konzentriert sich die Therapie auf drei Ziele:

  • das Verhindern eklamptischer Anfälle (meist mit Magnesiumsulfat)
  • die Kontrolle des mütterlichen Blutdrucks (Bettruhe, Blutdrucksenker)
  • die Entbindung (möglichst bald ab der vollendeten 34. SSW)

Übrigens: Die Entbindung muss bei Präeklampsie nicht zwangsläufig per Kaiserschnitt erfolgen. Wenn der Zustand der Schwangeren und des Kindes es erlauben, kann auch eine "normale" (vaginale) Entbindung möglich sein. Das hängt aber auch von dem Schweregrad und der Dynamik der Erkrankung sowie von den Erfolgsaussichten der vaginalen Geburt ab.

Präeklampsie: Prognose

Je früher in der Schwangerschaft eine Präeklampsie auftritt, desto größer ist die Gefahr, dass sie einen schweren Verlauf nimmt. Ohne Behandlung kann die Erkrankung sich zu einer Eklamspie weiterentwickeln: Die dabei auftretenden Krampfanfälle können sowohl für die werdende Mutter als auch das Ungeborene lebensbedrohlich werden. Schwangere Frauen sollten deshalb unbedingt die regelmäßigen Vorsorgetermine beim Frauenarzt wahrnehmen: So kann eine eventuelle Präeklampsie frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Präeklampsie: Vorbeugung

Bei Frauen mit Risikofaktoren (wie zum Beispiel schwere Präeklampsie in einer früheren Schwangerschaft) kann der Präeklampsie bis zu einem gewissen Grad medikamentös vorgebeugt werden: Die Schwangere beginnt in der Frühschwangerschaft (bis spätestens zur 16. SSW), jeden Tag Acetylsalicylsäure (ASS) einzunehmen, und zwar in einer niedrigen Dosis. Generell empfohlen werden 75 bis 150 Milligramm pro Tag. In Deutschland verordnen Ärzte meist 100 Milligramm ASS pro Tag, und zwar bis zur 34. SSW.

Diese ASS-Prophylaxe senkt das Risiko, dass die Frau vor der 37. SSW eine Präeklampsie entwickelt. Die Erkrankungsgefahr in der späteren Schwangerschaft bleibt davon aber unbeeinflusst.

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