Asthma

Mareike Müller

Mareike Müller ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion und Assistenzärztin für Neurochirurgie in Düsseldorf. Sie studierte Humanmedizin in Magdeburg und sammelte viel praktische medizinische Erfahrung während ihrer Auslandsaufenthalte auf vier verschiedenen Kontinenten.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Asthma (Asthma bronchiale, Bronchialasthma) ist eine chronische Erkrankung der Lungen. Asthmatiker leiden an anfallsartiger Atemnot und Husten. Man unterscheidet zwischen allergischem und nicht-allergischem Asthma. Mit verschiedenen Medikamenten und einem angepassten Lebensstil lassen sich die Symptome lindern. Unter bestimmten Voraussetzungen ist Asthma sogar heilbar. Lesen Sie hier alles über die Krankheit, ihre Entstehung und wie man sie behandeln kann.

Asthma

Asthma: Kurzübersicht

  • Beschreibung: chronische Entzündung der Bronchien, Atemwege verengen sich, tritt in Schüben auf
  • Häufige Auslöser: allergisches Asthma: Pollen, Staub, Nahrungsmittel; nicht-allergisches Asthma: Anstrengung, Kälte, Tabakrauch, Stress, Medikamente
  • Typische Symptome: Husten, Atemnot, Kurzatmigkeit, Engegefühl in der Brust, Atemgeräusche, mühsames Ausatmen, akuter Asthmaanfall
  • Behandlung: Medikamente (Glukokortikoide, Betasympathomimetika), Notfallbehandlung beim Asthmaanfall, Allergene meiden, Lebensstil anpassen
  • Spezifische Diagnose: Lungenfunktionstest, Röntgen der Lunge, Blutuntersuchung

Was ist Asthma?

Bei Asthmatikern reagieren die Bronchien durch eine chronische Entzündung überempfindlich. Dabei schwillt die Schleimhaut, die das Innere der Bronchien auskleidet, an und produziert einen zähen Schleim. Der Innendurchmesser der Bronchien verengt sich und dem Patienten fällt es schwerer ein- und auszuatmen. Entsprechend atmet er schneller – die Atemfrequenz erhöht sich also.

Insbesondere das Ausatmen funktioniert schlechter. Das hört man teilweise an pfeifenden oder brummenden Atemgeräuschen. In schweren Fällen bleibt bei jedem Atemzug etwas Luft in der Lunge, das nennt man Überblähung. Der Sauerstoffaustausch funktioniert dann nur noch eingeschränkt. Es kann zu einem Sauerstoffmangel im Blut kommen.

Asthma tritt in Schüben auf. Das bedeutet, zwischendrin bessern sich die Symptome immer wieder oder verschwinden ganz.

Die Bronchien sind ein weit verzweigtes Röhrensystem, welches die Atemluft von der Luftröhre bis in die kleinen Lungenbläschen leitet. Hier tritt dann Sauerstoff ins Blut über und Kohlenstoffdioxid wird abtransportiert.

Asthma: Ursachen und Auslöser

Je nach Auslöser unterscheidet man zwischen allergischem und nicht-allergischem Asthma. Ist die Atemwegserkrankung durch eine Allergie bedingt, triggern bestimmte Allergene einen Asthmaschub, etwa Pollen, Hausstaub oder Schimmelpilze. Oft tritt die Erkrankung dann zusammen mit anderen Allergien auf und beginnt meist schon im Kindesalter. Nicht-allergisches Asthma entwickelt sich dagegen meist erst im Laufe des Lebens. Es gibt auch Mischformen aus beiden Krankheitstypen.

Häufige Auslöser für allergisches Asthma

Die Beschwerden treten vor allem dann auf, wenn die Patienten bestimmten Allergenen ausgesetzt waren. Typische Trigger für allergisches Asthma sind:

  • Pollen
  • Staub (Hausstaubmilben)
  • Tierhaare
  • Schimmelpilze
  • Nahrungsmittel
  • Medikamente

Häufige Auslöser für nicht-allergisches Asthma

Beim nicht-allergischen Asthma wird der Asthmaschub durch unspezifische Reize verursacht. Dazu gehören:

  • Körperliche Anstrengung (Anstrengungsasthma)
  • Kälte
  • Tabakrauch
  • Parfüm
  • Luftschadstoffe (Ozon, Stickstoffdioxid und andere)
  • Stress
  • Metalldämpfe oder Halogene (vor allem im Beruf)
  • Medikamente wie Acetylsalicylsäure
  • Atemwegsinfektionen

Asthma: Risikofaktoren

Wie Asthma genau entsteht ist noch nicht abschließend geklärt. Man geht davon aus, dass sowohl Umweltfaktoren als auch genetische Einflüsse eine Rolle spielen. Wer bereits eine allergische Erkrankung, etwa Heuschnupfen oder Neurodermitis, hat oder Angehörige mit Asthma oder Allergien, entwickelt mit höherer Wahrscheinlichkeit auch Asthma. Ein erhöhtes Asthmarisiko besteht auch, wenn die Eltern während der Schwangerschaft rauchen. Langes Stillen im Säuglingsalter verringert mehreren Studien zufolge das Risiko für eine Asthmaerkrankung bei Kindern.

Asthma: Symptome

Typische Asthma-Symptome sind nächtlicher Husten und Kurzatmigkeit. Solche Beschwerden können dauerhaft bestehen, während andere Asthma-Anzeichen plötzlich einsetzen und sich zu einem Asthmaanfall steigern.

Lesen Sie hier, welche Symptome Asthma auslöst und wie sich ein akuter Asthmaanfall ankündigt: Asthma Symptome

Asthma: Behandlung

Die Asthma-Therapie teilt sich auf in Basistherapie, Anfallstherapie und Vorbeugung. Entsprechend vielfältig sind die Behandlungsmethoden.

Asthma-Therapie: Medikamente

Die Medikamente, die in der Basistherapie von Asthma genutzt werden, lassen die Symptome verschwinden und verhindern, dass die Erkrankung weiter voranschreitet. Dabei werden je nach Schwere des Asthmas Glukokortikoide (Kortison) oder/und langwirksame Betasympathomimetika verabreicht. Die Medikamente atmet man meist über einen Inhalator ein, weil sie dann am spezifischsten wirken. In schweren Fällen werden Glukokortikoide auch in Tablettenform verabreicht.

Glukokortikoide hemmen die Entzündungsreaktion in den Bronchien, während Betasympathomimetika die Bronchialmuskulatur entspannen und so die Atemwege weiten. Zu ihnen zählen Arzneimittel wie Formoterol oder Salmeterol.

Auch andere Medikamente wie Monteluklast oder Omalizumab können bei der Asthma-Behandlung eingesetzt werden. Bevor man bei Behandlungserfolg die Dosis reduziert oder die Medikamente ganz absetzt, sollte der Patient mindestens drei Monate lang beschwerdefrei sein. Eine solche Therapieänderung müssen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt absprechen.

Anwendung Inhalator

Asthmamedikamente werden meist mit Hilfe eines speziellen Inhalators eingeatmet. Dabei ist eine korrekte Anwendung wichtig, weil die Behandlung sonst nicht richtig wirkt. Jeder Inhalator muss ein bisschen anders benutzt werden. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt genau erklären, wie sie das Gerät anwenden.

Häufig setzt man einen sogenannten Turbohaler ein. Hier gelangt der Wirkstoff durch einen Drehmechanismus auf ein Sieb im Inneren des Gerätes und wird von dort eingeatmet. Wenn Sie den Turbohaler nach der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung anwenden, nutzen Sie ihn richtig:

1. Inhalation vorbereiten: Schrauben Sie die Schutzkappe ab. Halten Sie den Turbohaler AUFRECHT, sonst sind Fehldosierungen möglich, und drehen Sie den Dosierring einmal hin und her. Wenn Sie ein Klicken hören, hat die Befüllung korrekt funktioniert.

2. Ausatmen: Bevor Sie den Inhalator zum Mund führen, müssen Sie GRÜNDLICH AUSATMEN und den ATEM ANHALTEN. Achten Sie darauf, dass Sie nicht durch das Gerät ausatmen.

3. Einatmen: Umschließen Sie das Mundstück des Turbohalers fest mit den Lippen. Nun SCHNELL UND TIEF EINATMEN. Durch diesen Vorgang wird die Medikamentenwolke freigesetzt. Sie schmecken und spüren nichts, da beim Turbohaler sehr geringe Mengen für die Wirkung ausreichen. Atmen Sie bewusst durch den Turbohaler und nicht durch die Nase.

4. Atem kurz anhalten: Halten Sie für fünf bis zehn Sekunden den ATEM AN, damit das Medikament tief in die Lunge sinkt. Dabei den Turbohaler wieder absetzen. Bei geschlossenem Mund über die Nase LANGSAM AUSATMEN. Atmen Sie nicht durch das Gerät aus!

5. Schrauben Sie die Schutzkappe wieder auf den Turbohaler. Achten Sie darauf, jeden Hub einzeln zu inhalieren. Zwischen den Hüben ein paar Minuten Abstand halten.

6. Spülen Sie nach jeder Anwendung den Mund mit Wasser aus. Reinigen Sie das Mundstück des Inhalators nur mit einem trockenen Tuch, niemals mit Wasser.

7. Achten Sie auf die Füllstandsanzeige des Turbohalers. Steht sie auf "0" ist der Behälter leer, auch wenn Sie beim Schütteln noch Geräusche hören. Diese gehen nur auf das Trockenmittel zurück und nicht auf den Wirkstoff.

Asthma-Therapie beim Anfall

Bei einem akuten Asthmaanfall können Sie zunächst auf die gleichen Medikamente zurückgreifen wie bei der Basistherapie. Bei schweren Asthmaanfällen müssen Sie den Notarzt rufen. Er kann Glukokortikoide intravenös anstatt in Tablettenform verabreichen.

Schwere und lebensbedrohliche Asthmaanfälle werden zusätzlich mit Ipratropiumbromid behandelt. Dieses Arzneimittel sorgt ebenfalls für eine Weitstellung der Bronchien. Zusätzlich sollte Sauerstoff über eine Nasensonde oder Maske gegeben werden.

Patienten mit einem sehr schweren Anfall sollten von einem Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden, da bei ihnen neben der unzureichenden Atmung lebensbedrohliche Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems auftreten können.

Hyposensibilisierung bei allergischem Asthma

Allergisches Asthma kann durch eine Hyposensibilisierung geheilt werden. Dabei soll der Patient nach und nach an das Allergen gewöhnt werden und eine Toleranz aufbauen, bis sein Immunsystem nicht mehr darauf reagiert. Dies ist allerdings nur unter speziellen Voraussetzungen möglich. Man muss unter 55 Jahre alt sein und die Symptome dürfen maximal seit fünf Jahren bestehen. Außerdem sollte das allergische Asthma durch Medikamente so gut unter Kontrolle sein, dass der Patient aktuell nicht an Asthmaanfällen leidet. Des Weiteren kann die Hyposensibilisierung nur erfolgreich verlaufen, wenn die Betroffenen ausschließlich eine Asthma-Allergie haben und nicht mehrere.

Asthma: So können Sie vorbeugen

Die wichtigste Voraussetzung um Asthma in den Griff zu bekommen, ist es, die Asthma-bronchiale-Ursachen (zum Beispiel kalte Luft oder Hausstaub) soweit es geht zu meiden.

Verzichten Sie außerdem auf das Rauchen – es verstärkt die Entzündungsprozesse in der Lunge und reizt diese zusätzlich.

In schweren Fällen von Bronchialasthma, das durch verschiedene Stoffe, mit denen Patienten beruflich zu tun haben, verschlimmert wird (zum Beispiel Metalldämpfe), muss ein Berufswechsel in Betracht gezogen werden.

Ihr Hausarzt wird Ihnen anbieten, an einer Asthmaschulung im Rahmen eines sogenannten Disease-Management-Programms (DMP) teilzunehmen. Dort lernen Sie alles Wichtige über die Krankheit und erhalten viele Tipps, die helfen mit Ihrer Erkrankung umzugehen. Zum Beispiel werden Ihnen entlastende Atemtechniken oder Klopfmassagen gezeigt, die es Ihnen ermöglichen, besser Luft zu bekommen. Außerdem sollten Sie zusammen mit Ihrem Arzt einen Notfallplan erstellen, was bei einem akuten Asthmaanfall zu tun ist.

Asthma und Sport schließen sich nicht aus – im Gegenteil. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass regelmäßiges sportliches Training in angepasster Intensität die Symptome bessern und die Anfallshäufigkeit und -schwere verringern kann. Am besten eignet sich dafür Ausdauersport wie zum Beispiel Schwimmen. Überanstrengen Sie sich nicht und starten Sie zunächst mit leichten Trainingseinheiten. Schwimmen Sie in einem Tempo, mit dem Sie weite Strecken bewältigen könnten, ohne aus der Puste zu kommen.

Da intensive körperliche Anstrengung aber auch einen Asthmaanfall auslösen kann, sollten Sie einige Regeln beachten:

  • Meiden Sie Outdoortraining bei sehr kalter oder sehr trockener Luft!
  • Verlegen Sie Ihr Training bei warmem Wetter in die Morgen- oder Abendstunden, um einer erhöhten Ozon- oder/und Pollenkonzentration aus dem Weg zu gehen.
  • Trainieren Sie kurz nach einem Gewitter nicht draußen! Pollen werden dabei durch die Luft gewirbelt, platzen auf und setzen besonders viele Allergene frei.
  • Starten Sie Ihr Training mit einem langsamen Warm-Up, um Ihrem Bronchialsystem Zeit zu geben, sich an die steigende körperliche Belastung anzupassen!
  • Nehmen Sie in Absprache mit Ihrem Arzt gegebenenfalls etwa 15 Minuten vor dem Training ein Dosieraerosol mit einem kurzwirkenden, bronchienerweiternden Medikament ein!
  • Führen Sie Ihre Notfallmedikamente stets mit!

Asthma: Untersuchungen und Diagnose

Sollten Sie an anfallsartiger Luftnot leiden, suchen Sie Ihren Hausarzt auf. Zunächst befragt Ihr Arzt Sie ausführlich zu Ihrer Krankengeschichte (Anamnese). Dabei stellt er Ihnen wahrscheinlich unter anderem diese Fragen:

  • Wann treten die Beschwerden auf – tagsüber oder nachts?
  • Gibt es Dinge oder Situationen, welche die Symptome auslösen oder verschlimmern?
  • Verändern sich die Beschwerden an speziellen Orten, am Arbeitsplatz, bei Ortswechsel oder im Urlaub?
  • Haben Sie Allergien oder allergieähnliche Erkrankungen (zum Beispiel Heuschnupfen oder Neurodermitis)?
  • Welche Krankheiten (vor allem der Atemwege) sind in Ihrer Familie bekannt?
  • Rauchen Sie oder kommen Sie häufig in Kontakt mit Tabakrauch?
  • Sind Sie in einer beruflichen Tätigkeit Metalldämpfen ausgesetzt?

Beim Verdacht auf Asthma kann Ihr Hausarzt Sie an einen Lungenfacharzt (Pneumologe) überweisen, der die Geräte für spezielle Untersuchungen der Atemfunktionen hat.

Asthma: Körperliche Untersuchung

Anschließend untersucht der Arzt Sie körperlich. Dabei achtet er auf die Form Ihres Brustkorbes, auf Ihre Atemfrequenz und ob Ihnen das Atmen schwerfällt. Er schaut sich außerdem die Farbe Ihrer Fingernägel und Ihrer Lippen an. Sind diese bläulich verfärbt, spricht das für einen Sauerstoffmangel im Blut.

Anschließend hört er Ihre Lunge mit dem Stethoskop ab. Dabei müssen Sie durch den geöffneten Mund tief ein- und ausatmen. Sollten Sie an Bronchialasthma leiden, hört der Arzt ein Giemen und Brummen beim Atmen. Durch den erhöhten Widerstand in den Bronchien ist zudem die Ausatemphase bei einem Asthmatiker verlängert.

Auch ein Abklopfen des Brustkorbs, die sogenannte Perkussion, gehört zur Untersuchung. Anhand des dabei entstehenden Klopfschalls kann der Arzt erkennen, ob die Lunge besonders gebläht ist und ob beim Ausatmen unnatürlich viel Luft im Brustkorb verbleibt.

Asthma: spezielle Diagnostik

Um die Diagnose Asthma stellen zu können, sind weitere Untersuchungen nötig. Dazu zählen:

  • Lungenfunktionstest
  • Röntgen der Lunge
  • Blutuntersuchung

Lungenfunktionstest

Bei der Lungenfunktionsdiagnostik werden verschiedene Atemvolumina und die Atemdynamik gemessen. Die Messung erfolgt entweder über einen Pneumotachographen, der den Luftstrom misst (Spirometrie) oder einen Bodyplethysmographen, der die Veränderung des Lungenvolumens erfasst.

Mit dem Pneumotachographen ist der Patient über ein Mundstück verbunden, durch welches er ein- und ausatmet. Die Messung durch den Bodyplethysmographen erfolgt in einer geschlossenen Kabine, in der Sensoren die verschiedenen Drücke während des Ein- und Ausatmens bestimmen. Diese rechnet das Gerät dann in das bei der Atmung veränderte Lungenvolumen um. Durch die verengten Atemwege haben Asthmatiker vor allem beim Ausatmen niedrigere Werte. Auch verbleibt bei Ihnen nach dem Ausatmen mehr Luft in der Lunge.

Die Diagnose Asthma lässt sich durch eine Wiederholung des Lungenfunktionstests erhärten. Hierfür bekommt der Patient nach der ersten Spirometrie ein schnell wirkendes, atemwegserweiterndes Medikament und wiederholt die Untersuchung einige Minuten später noch einmal. Sind die typischen Werte nun besser, spricht dies für eine Asthmaerkrankung. Denn Asthma ist unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass die Verengung der Atemwege umkehrbar ist.

Ebenso kann der Arzt mit einem sogenannten Provokationstest prüfen, ob ein nicht-allergisches Asthma besteht. Nach der ersten Lungenfunktionsuntersuchung atmet der Patient einen unspezifischen, also nicht allergieauslösenden Reizstoff (Metacholin) ein und wiederholt den Test kurz darauf. Metacholin reizt die Bronchialmuskulatur und führt dazu, dass sich diese zusammenzieht. Sind die Atemwerte also nun verschlechtert, spricht dies für ein nicht-allergisches Asthma. Bei diesem Test ist aber Vorsicht geboten, da er zu einem schweren Asthmaanfall führen kann. Der Arzt hat daher immer ein schnell wirkendes Gegenmittel zur Hand.

Selbsttest mit dem Peak-Flow-Meter

Auch zu Hause können Sie messen, wie kraftvoll Sie ausatmen. Dies dient nicht zur Erstdiagnose, aber Sie können damit den Verlauf der Erkrankung kontrollieren. Dazu wird ein sogenanntesPeak-Flow-Meter benutzt. Wenn Sie in das Mundstück hineinpusten, misst es den maximalen Luftstrom (Peak Flow) beim Ausatmen. Dieser ist bei Patienten mit Asthma in der Regel vermindert. Um den Effekt der Behandlung zu überprüfen oder eine drohende Verschlechterung Ihrer Erkrankung rechtzeitig zu erkennen, sollten Sie regelmäßig Ihren Peak-Flow bestimmen und ein Tagebuch darüber führen.

Röntgen

Die Röntgenuntersuchung des Brustkorbes dient dazu, andere Erkrankungen, die teilweise ähnliche Symptome wie Asthma verursachen können, auszuschließen. Dazu gehören Infektionskrankheiten wie eine Lungenentzündung oder Tuberkulose oder bestimmte Herzkrankheiten. Auch eine chronische Bronchitis oder eine COPD ähneln manchmal in ihrem Erscheinungsbild einer Asthmaerkrankung. Während eines Asthmaanfalls kann in einem Röntgenbild zudem eine Überblähung der Lunge sichtbar werden.

Blutuntersuchung

Mit Hilfe einer Blutuntersuchung kann der Arzt messen, wie gut die Lunge das Blut mit Sauerstoff anreichern und von Kohlendioxid befreien kann. Beim Asthmatiker sind diese Werte in der Regel während eines Asthmaanfalls verändert.

Außerdem kann der Arzt durch einen Bluttest herausfinden, ob es sich um ein allergisches oder nicht-allergisches Asthma handelt. Im ersten Fall lassen sich im Blut sogenannte lgE-Antikörper nachweisen.

Allergie-Tests

Hat sich der Verdacht auf ein allergisches Asthma erhärtet, ist es wichtig, den genauen Auslöser zu finden. Dafür eignet sich der Prick-Test. Die obere Hautschicht wird zunächst leicht angeritzt, dann werden Lösungen mit allergieverdächtigen Substanzen (Allergene) aufgetragen. Ist das auslösende Allergen dabei, reagiert der Körper nach fünf bis 60 Minuten mit einer lokalen allergischen Reaktion. Ein Prick-Test ist positiv, wenn sich Quaddeln bilden oder die Haut sich rötet.

Asthma: Ähnliche Krankheitsbilder

Asthma kann leicht mit anderen Krankheiten verwechselt werden, bei denen ähnliche Symptome auftreten. Deshalb ist es wichtig, dass der Arzt andere mögliche Ursachen der Beschwerden ausschließt. Dazu zählen unter anderem folgende Krankheiten:

  • chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Entzündung oder Vernarbung der Atemwege nach Infektionen
  • Tuberkulose
  • Eindringen von Flüssigkeit oder Fremdkörpern in die Atemwege
  • Lungenentzündung

Asthma: Krankheitsverlauf und Prognose

Bronchial-Asthma ist eine chronische Krankheit, das heißt sie hält länger oder das ganze Leben an. Rund die Hälfte aller Kinder hat sieben bis zehn Jahre nach dem ersten Asthmaanfall immer noch Symptome. Wenn das Bronchialasthma aber frühzeitig erkannt und konsequent behandelt wird, heilt es bei etwa der Hälfte der Kinder nach der Pubertät aus. Auch bei rund 20 Prozent der Erwachsenen kann Asthma heilen, 40 Prozent erleben im Laufe der Erkrankung immerhin einen deutlichen Rückgang der Symptome.

Die Krankheitssymptome können sich plötzlich verschlechtern oder auch deutlich bessern – ein wellenförmiger Verlauf ist typisch für Asthma. Besonders gefährlich ist aber ein Asthmaanfall, denn er kann lebensbedrohlich werden. Dann ist schnelles und richtiges Handeln nach dem Notfallplan erforderlich, den Sie mit Ihrem Arzt absprechen sollten.

Chronisches Asthma kann zu bleibenden Herz- und Lungenschäden führen. Aufgrund von Umbauvorgängen im Lungengewebe wird das Herz vermehrt belastet und eine chronische Herzschwäche (Rechtsherzinsuffizienz) kann entstehen. Es wird geschätzt, dass in Deutschland jährlich etwa 1000 Menschen durch die Folgen einer Asthmaerkrankung sterben.

Daher ist es wichtig, die ärztlich verordnete Therapie des Asthmas konsequent durchzuführen und bekannte Lebensstil-Risikofaktoren wie Rauchen zu meiden.

Asthma: Häufigkeit

Die Zahl der Asthmatiker in Deutschland nimmt zu. Asthma ist inzwischen eine der bedeutendsten chronischen Krankheiten. Vor allem Asthma bei Kindern ist häufig: Etwa zehn Prozent aller Kinder leiden an Asthma bronchiale, Jungen häufiger als Mädchen

Von den Erwachsenen haben dagegen nur etwa fünf Prozent Asthmasymptome und Frauen sind häufiger Asthmatiker als Männer.

Weiterführende Informationen

Leitlinien:

  • Leitlinie "" der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. und der Deutschen Atemwegsliga e.V. (2017)
  • Nationale Versorgungsleitlinie "" der Bundesärztekammer, Kassenärztlichen Bundesvereinigung und Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2013)
  • Leitlinie "" der Bundesärztekammer, Kassenärztlichen Bundesvereinigung und Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2009)
  • Leitlinie "" der Bundesärztekammer, Kassenärztlichen Bundesvereinigung und Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2011)

Nützliche Links:

  • Lungenärzte im Netz:
  • Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrum München:
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