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Thuja occidentalis

Thuja occidentalis (oder auch nur Thuja genannt) ist in der klassischen Homöopathie vor allem als Mittel gegen Warzen bekannt. Die Thuja-Homöopathie könnte aber ebenso bei zahlreichen Haut- und Schleimhauterkrankungen helfen. Auch chronische Infektionen der Harnwege und des Genitalbereiches sowie Impfschäden sollen gut auf Thuja occidentalis ansprechen. Lesen Sie hier alles Wissenswerte über die Anwendungsgebiete von Thuja occidentalis und was Sie bei der Einnahme beachten sollten.

Was ist Thuja occidentalis?

Der Lebensbaum, Thuja occidentalis, stammt ursprünglich aus Nordamerika und gehört zur Familie der Zypressengewächse. Die schlanken, pyramidenförmigen Gewächse sind aber schon lange in ganz Europa verbreitet und werden sehr häufig in Parkanlagen und Friedhöfen gepflanzt. Ihre Beliebtheit verdanken sie der Tatsache, dass sie frostunempfindlich und immergrün sind.

Lebensbäume strömen einen starken, kampferartigen Duft aus, der durch ätherische Öle entsteht. Diese ätherischen Öle finden sich in unterschiedlichen Konzentrationen in allen Pflanzenteilen und lösen bei Berührung starke Hautreizungen aus. Schluckt man die Öle, kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen, wie Bauchschmerzen, Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen, Thrombosen (Blutgerinnsel in einem Blutgefäß), Erbrechen, Krampfanfälle, Harnblasenentzündungen und komatöse Zustände. Diese Wirkungen entstehen im Wesentlichen durch Thujon, den Hauptbestandteil des ätherischen Öles.

Da der Gehalt an ätherischen Ölen im Frühjahr am höchsten ist, stellt man das homöopathische Mittel Thuja occidentalis aus Blättern und Zweigen her, die zur Blütezeit gesammelt werden. Diese verarbeitet man zu einem Brei, der dann mit Alkohol versetzt und später potenziert wird.

Thuja occidentalis Thuja occidentalis Thuja occidentalis

Wann wird Thuja occidentalis eingesetzt?

Thuja occidentalis zählt zu den sogenannten großen homöopathischen Mitteln, die man auch als Polycreste (Vielkönner) bezeichnet. Das bedeutet, dass man Thuja occidentalis streng nach den Regeln der klassischen Homöopathie und nach ausführlicher, homöopathischer Anamnese verordnet. Thuja occidentalis kann besonders bei schweren Haut- und Schleimhauterkrankungen sowie bei Problemen im Harnsystem und dem Genitaltrakt ein sehr hilfreiches Mittel sein.

Es gibt aber auch einige Bereiche, in denen man Thuja occidentalis ohne Anamnese selbstständig einnehmen darf. So ist bekannt, dass eine Behandlung mit Thuja Warzen bekämpfen kann. Um Thuja gegen Warzen einzusetzen, kann man Thuja Globuli und Thuja Urtinktur parallel verwenden. Außerdem gibt es Empfehlungen, bei einer Impfung Thuja vorsorglich beziehungsweise bei Problemen nach Impfungen einzunehmen.

Bei diesen und anderen Selbstbehandlungen, sollte man bedenken, dass Thuja occidentalis ein sehr kraftvolles homöopathisches Mittel ist, das nur vorsichtig ohne therapeutische Unterstützung angewendet werden sollte. Verschlimmern oder verändern sich die Krankheitssymptome oder treten zusätzliche Beschwerden auf, sollten Sie die Einnahme unterbrechen und einen Homöopathen zu Rate ziehen.

Typische Krankheiten und Zustände, die gut auf Thuja occidentalis ansprechen:

  • Langanhaltende Erkältungen
  • Chronische Schleimhautentzündungen, besonders mit gelb-grünen, eitrigen Absonderungen
  • Schleimhautpolypen
  • Schleimhautaphthen
  • Verstopfung
  • Chronische Durchfälle
  • Warzen
  • Analekzem
  • Feigwarzen
  • Entzündungen im Bereich der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane
  • Rheuma
  • Impfschäden (besonders an der Haut)
  • Störungen des Nagelwachstums
  • Übelriechender Schweiß 

Typische Symptome und Beschwerden, die auf Thuja occidentalis als passendes homöopathisches Arzneimittel hinweisen, sind: 

  • Frieren mit kalten Händen und Füßen
  • Rheumatische Schmerzen und Nervenschmerzen, die plötzlich auftreten
  • Verlangen nach Bewegung an der frischen Luft
  • unangenehm riechender Schweiß (z.B. im Genitalbereich)
  • meist die linke Körperseite betroffen
  • Warzen, Feigwarzen und andere „Wucherungen“ (z.B. Polypen, Papillome)
  • Durchfall morgens nach dem Frühstück
  • Die Beschwerden werden besser:
    - durch Wärme und warme Anwendungen
    - wenn unterdrückte Absonderungen wieder anfangen zu fließen (z.B. Nasensekret, Menstruation, Schweiß)
    - trockenes Wetter
    - durch Bewegung
  • Die Beschwerden werden schlimmer:
    - durch feuchte Kälte
    - durch Nässe
    - bei Wetterwechsel
    - vor und während Gewitter
    - durch Ruhe
    - durch Zwiebeln
    - durch Impfungen

Diese Symptome können entweder die eigentlichen Krankheitszeichen sein oder die Krankheit begleiten. In jedem Fall weisen sie darauf hin, dass Thuja occidentalis für den Kranken möglicherweise hilfreich ist.

Thuja occidentalis für Baby und Kind

Kinder können bei verschiedenen Beschwerden und Krankheiten von Thuja occidentalis profitieren. Sie sollten Ihrem Kind Thuja-Globuli oder Thuja-Tinktur bzw. Thuja-Urtinktur allerdings nicht über einen längeren Zeitraum verabreichen – das kann zu unangenehmen Folgen, wie einer Verschlimmerung der Symptome, führen. Außerdem ist es bei diesem Mittel besonders wichtig, dass die Beschwerden mit den Symptomen des Arzneimittels übereinstimmen.

Bei Neugeborene lassen sich mit Thuja occidentalis möglicherweise Augenentzündungen lindern. Die Kinder haben morgens verklebte Augen und die Haut in den Augenwinkeln erscheint trocken und schuppig. Kinder, denen Thuja occidentalis besonders gut helfen könnte, sind oft von Geburt an typische Schreibabys. Später entwickeln sie sich eher zögerlich, lernen spät laufen und sprechen. Auch in der Schule haben sie Probleme, besonders beim Schreiben.

Für die Selbstbehandlung von Kindern mit Thuja occidentalis eignen sich hauptsächlich zwei Bereiche: Bei Warzen können Sie einen Versuch mit Thuja-D12-Globuli machen, besonders wenn es sich um typische große und blumenkohlartige Thuja-Warzen handelt oder wenn die Warzen jucken oder schmerzen. Zusätzlich oder als alleinige Therapie können Sie gegen Warzen Thuja-Urtinktur auf die betroffenen Hautstellen auftragen. Thuja-Tinktur kann allerdings bei empfindlichen Kindern zu Hautirritationen führen, deshalb müssen Sie darauf achten, die Thuja-Urtinktur nur punktförmig aufzutragen.

Die zweite Möglichkeit für die Selbstbehandlung mit Thuja occidentalis ist die vorbeugende Gabe von einmalig drei Globuli Thuja C30 bei einer Impfung. So sollen negative Impfreaktionen wie beispielsweise Impfnarben, Hautentzündungen oder Muskelschmerzen verhindert werden. Außerdem soll Thuja occidentalis unterstützen, dass die Impfung gut anschlägt. Dies gilt ganz besonders dann, wenn bei Ihrem Kind bereits eine Impfung durchgeführt wurde, die keinen ausreichenden Impfschutz erbracht hat.

Was charakterisiert den Thuja occidentalis-Typ?

Thuja occidentalis ist eines der homöopathischen Mittel, für die ein klassischer Konstitutionstyp beschrieben ist. Menschen, die dieser Typbeschreibung entsprechen, profitieren bei passender Symptomatik mit erhöhter Wahrscheinlichkeit von der Gabe von Thuja-Globuli.

Der Thuja-occidentalis-Typ leidet für gewöhnlich an einem ausgeprägten Mangel an Selbstvertrauen und einem Gefühl der Wertlosigkeit. Aus diesem inneren Zweifel heraus verwendet er viel Energie auf eine gute Selbstdarstellung. Mit dieser will er den Erwartungen seiner Umwelt gerecht werden. Er legt außergewöhnlich viel Wert auf Kosmetik, Markenkleidung und Statussymbole. Diese Konzentration auf die Pflege seines Images und das ständige Verbergen unangenehmer Aspekte, kann über kurz oder lang zu Heimlichtuerei führen und in Täuschungen und Lügen enden.

Wie wird Thuja occidentalis angewendet?

Das homöopathische Einzelmittel wendet man klassisch in Form von kleinen Streukügelchen (Thuja Globuli) an. Eine weitere Art Thuja occidentalis als potenziertes Einzelmittel einzusetzen, sind homöopathische Thuja-Tropfen oder Tabletten.

Thuja occidentalis ist aber unter anderem auch als Tinktur, homöopathische Urtinktur, Essenz, Salbe, oder als Lutschtabletten im Handel erhältlich. Besonders zur Behandlung von Warzen gibt es unterschiedliche flüssige Anwendungen, die Thuja occidentalis beinhalten.

Wollen Sie Thuja occidentalis gegen Warzen anwenden, können Sie die Einnahme von Thuja-D6- oder Thuja-D12-Globuli mit der äußerlichen Anwendung einer Thuja-Urtinktur kombinieren. Zu Beginn empfiehlt es sich jedoch, erstmal eine der beiden Formen alleine auszuprobieren und nur zur Kombination zu greifen, falls dies nicht hilft.

Steht bei Ihnen oder Ihrem Kind eine Impfung an und Sie wollen möglichen unangenehmen Impffolgen vorbeugen, so können Sie eine Stunde nach der Impfung zweimalig drei Globuli Thuja D30 oder einmalig drei Globuli Thuja C30 einnehmen. Wollen Sie andere, akute Beschwerden mit Thuja-Globuli behandeln, benutzen Sie das Mittel nur in niedrigen Potenzen wie Thuja D6 und Thuja D12.

In den allermeisten Fällen wird Thuja occidentalis aber im Rahmen einer klassisch homöopathischen Behandlung von einem Therapeuten verordnet. Dieser Verordnung geht dann eine ausführliche Anamnese voraus. So können Thuja-Globuli in höheren und hohen Potenzen wie beispielsweise Thuja C30, Thuja C200 oder Thuja C1000 verwendet werden, um chronische Krankheiten zu behandeln. Den Behandlungsfortschritt sollten Sie regelmäßig kontrollieren

Homöopathische Arzneimittel haben keine Nebenwirkungen, beim Auftreten von Erstverschlimmerungen muss aber die Einnahme von Thuja occidentalis unterbrochen werden. Bei Selbstmedikation sollen sich die Beschwerden rasch bessern.

Typische Thuja occidentalis-Anwendungsgebiete

Kopfschmerzen

- wie von einem Nagel im Scheitel und im Stirnhöcker
- hauptsächlich linksseitig

3 Globuli Thuja D6 bis zu vier Mal täglich oder 3 Globuli Thuja D12 bis zu zwei Mal täglich.

Augenentzündungen (Bindehautentzündung, Gerstenkorn, Hagelkorn)

- Rötung und Schwellung der Lider und der Bindehaut
- Tränenfluss
- lichtscheu
- Gefühl, als würde ein kalter Luftstrom gegen das Auge blasen

3 Globuli Thuja D6 bis zu vier Mal täglich oder 3 Globuli Thuja D12 bis zu zwei Mal täglich.

Aphthen

- Schleimhaut des Mundes und der Zunge wund
- Bläschen im Mund und am Zungenrand
- Zahnfleisch geschwollen und schmerzhaft

3 Globuli Thuja D6 bis zu vier Mal täglich oder 3 Globuli Thuja D12 bis zu zwei Mal täglich.

Mit einer Lösung aus 5 Globuli Thuja D6 und 200 ml Wasser mehrmals täglich den Mund ausspülen.

Verstopfung

- harte, dunkle Stuhlknollen
- heftige Schmerzen in Mastdarm und After
- Blähungen, die sich wie Kindsbewegungen anfühlen

3 Globuli Thuja D6 bis zu vier Mal täglich oder 3 Globuli Thuja D12 bis zu zwei Mal täglich.

Bei besonders hartnäckigen Fällen Thuja D30 einmalig.

Durchfall

- nach dem Frühstück heftiger Durchfall
- Durchfall mit Schleim vermengt
- brennende und stechende Schmerzen nach dem Stuhlgang
- plötzliche Stuhlentleerung, kommt wie herausgeschossen
- Verschlimmerung durch die geringste Aufnahme fester oder flüssiger Nahrung

3 Globuli Thuja D6 bis zu vier Mal täglich oder 3 Globuli Thuja D12 bis zu zwei Mal täglich.

Warzen

- glatte oder rissige Warzen
- fleischige Warzen
- sehr empfindlich
- mit rotem Hof um die Warzen
- Warzen dunkel oder braun-gelb
- Warzen können nässen oder bluten
- auch Feigwarzen

3 Globuli Thuja D6 oder Thuja D12 täglich. Eine Woche lang wiederholen.

Zusätzlich oder als alleinige Behandlung: mehrmals täglich die einzelnen Warzen punktförmig mit Thuja-Urtinktur betropfen.

Impfungen

- wenn Impfungen schlecht wirken
- vorbeugend gegen örtliche Folgen der Impfung wie Hautreizungen, Schwellungen oder Muskelschmerzen

Einmalig Thuja C30 eine Stunde nach der Impfung einnehmen. Alternativ 3 Globuli Thuja D30, nach 24 Stunden wiederholen.

gestörte Nagelbildung

- weiche, splitternde und abblätternde Nägel
- Nägel mit Querfurchen, Dellen oder Längsrillen

3 Globuli Thuja D6 zwei Mal täglich oder 3 Globuli Thuja D12 täglich. Maximal 14 Tage lang wiederholen.

übelriechender Schweiß

- besonders an den Füßen und den Genitalien
- übler, süßlicher Geruch
- fettiges Gefühl
-unbedeckte Körperteile schwitzen oft mehr als bedeckte

3 Globuli Thuja D6 zwei Mal täglich oder 3 Globuli Thuja D12 täglich. Maximal 14 Tage lang wiederholen.

Quellen anzeigen Quellen ausblenden keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Autor:
Dr. med. Manuela Mai
Quellen:
  • Metzger, J.: Gesichtete homöopathische Arzneimittellehre, Band 2, MVS Medizinverlage Stuttgart; Auflage: 12, Oktober 2005
  • Morrison, R.: Handbuch der homöopathischen Leitsymptome und Bestätigungssymptome, KK Verlag für homöopathische Literatur, 2. Auflage, 1997
  • Tyler, M.L.: Homöopathische Arzneimittellehre, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; Auflage: 3, 2011
  • Boger, C.M.: Synoptic Key: Charakteristika und Hauptwirkungen homöopathischer Arzneimittel, Narayana Verlag, 2016
  • Phatak, R.: Homöopathische Arzneimittellehre, Urban & Fischer Verlag München, 5. Auflage, 2013
  • Deutscher Zentralverband homöopathischer Ärzte: www.homoeopathie-online.info/ (Abruf: 20.03.2017)
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