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Hepar sulfuris

Hepar sulfuris ist eines der wichtigsten homöopathischen Mittel gegen unterschiedliche Arten von Entzündungen mit Eiterbildung. Es kann zum Beispiel bei Augen-, Hals-, Mittelohr- Nasennebenhöhlen- und Nagelbettentzündungen, Furunkeln und Abszessen eingesetzt werden. Daneben ist es eines der bekannten homöopathischen Hustenmittel. Lesen Sie hier alles über Hepar sulfuris, das man durch seine charakteristische Symptomatik leicht von anderen Mitteln unterscheiden kann.

Was ist Hepar sulfuris?

Das Mittel entwickelte Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie. Ursprünglich wollte er einen Stoff finden, der die schlimmen Nebenwirkungen der damals gängigen Quecksilbertherapien mildern sollte. Er pulverisierte die Innenschicht von Austernschalen und erhitzte diese im Verhältnis 1:1 mit Schwefel für zehn Minuten über weißglühendem Feuer. Die so entstandene Substanz hat eine Farbe und Konsistenz, die an Leber erinnert. Deshalb ist Hepar sulfuris im Volksmund auch unter dem Namen Kalkschwefelleber bekannt. Andere Namen für das gleiche Mittel sind auch Hepar sulfuris calcareum und Calcium sulfuratum Hahnemanni.

Hepar sulfuris wird also auf Basis von zwei anderen, wichtigen homöopathischen Mitteln hergestellt: aus dem ebenfalls aus Austernschalen gewonnenen Calcium carbonicum und aus Schwefel. Durch die Vermischung der beiden Substanzen entstand ein Mittel, das bei einigen typischen Symptomen der Ursprungssubstanzen wirken kann. Andererseits entdeckte Hahnemann auch völlig neue, homöopathische Anwendungen. Ob Hahnemann dieses Gemisch jemals erfolgreich zur Behandlung von Quecksilbervergiftungen einsetzte, ist nicht bekannt.

Wann wird Hepar sulfuris eingesetzt?

Bei jeder Entzündung sollte man prüfen, ob Hepar sulfuris als homöopathisches Mittel in Frage kommt. Insbesondere dann, wenn die Entzündung eitert. Besteht irgendeine Art von Absonderung (zum Beispiel Auswurf beim Husten), so wird der typische Geruch oft mit dem Geruch von altem Käse verglichen.

Es ist das passende Mittel bei allen Erkrankungen, die auftreten, nachdem man sich in kalter, trockener Luft „erkältet“ hat. Die Kranken sind ausgesprochen kälteempfindlich, alle Beschwerden verschlimmern sich bei Kälte, bessern sich aber, wenn sich der Kranke im Warmen aufhält.

Entzündungen, die auf Hepar sulfuris ansprechen können, verursachen meist Schmerzen. Unabhängig von der Art der Erkrankung werden diese Schmerzen oft so beschrieben, als würden ein oder mehrere Splitter in dem betroffenen Körperteil stecken.

Typische Krankheiten und Zustände, die gut auf Hepar sulfuris ansprechen:

Typische Symptome und Beschwerden, die auf Hepar sulfuris als passendes homöopathisches Arzneimittel hinweisen, sind:

  • Hohe Empfindlichkeit gegen Zugluft und Kälte
  • Sehr schmerz- und berührungsempfindlich
  • Missmutig, reizbar, ärgerlich und unzufrieden
  • Stechende Schmerzen, wie von einem Splitter
  • Eiternde Entzündungen, selbst bei kleinen Verletzungen
  • Geschwollene und verhärtete Lymphknoten
  • Schweiß und andere Körperabsonderungen riechen schlecht, wie alter Käse
  • Bohrende Kopfschmerzen an der Nasenwurzel
  • Trockener, schmerzhafter Husten, teils mit Heiserkeit und Atemnot
  • Verlangen nach sauren und gewürzten Speisen
  • Einriss in der Mitte der Ober- oder Unterlippe
  • Die Beschwerden werden besser:
    • durch Wärme
    • bei feuchtem oder feuchtwarmem Wetter
  • Die Beschwerden werden schlimmer:
    • durch Kälte
    • bei trockenem, kaltem Wetter
    • durch Berührung des betroffenen Körperteils
    • durch Entkleiden
    • durch Liegen auf der schmerzenden Seite

Diese Symptome können entweder die eigentlichen Krankheitszeichen sein oder zeitgleich mit der Erkrankung vorkommen. In jedem Fall weisen diese Zeichen darauf hin, dass Hepar sulfuris ein passendes homöopathisches Mittel für den Erkrankten sein kann.

Hepar sulfuris für Baby und Kind

Das Mittel wird oft bei typischen Krankheiten von Kindern eingesetzt. Es kann gegen Erkältungen, Husten, Hals- und Ohrenschmerzen helfen. Vorausgesetzt, das Kind hat die typischen Hepar sulfuris Symptome. Bei eitrigen Entzündungen können Sie die Wirkung schulmedizinischer Medikamente gut mit Hepar sulfuris unterstützen. Beginnt eine Entzündung bei Ihrem Kind zu eitern, sollten Sie also auf jeden Fall den Kinderarzt aufsuchen.

Das Gleiche gilt für trocken-bellenden Husten (Krupphusten oder Pseudokrupp). Auch hier kann die schulmedizinische Behandlung gut mit homöopathischen Mitteln ergänzt werden. Manchmal gelingt es auch, einen Pseudokrupp-Anfall mit dem homöopathischen Mittel im Frühstadium abzufangen.

Viele Babys und Kinder leiden unter Hautausschlägen, die manchmal auch eitern. Auch hier können Sie einen Behandlungsversuch mit Hepar sulfuris zu unternehmen oder die ärztliche Therapie damit unterstützen. Das Gleiche gilt auch für Jugendliche mit Akne.

Insgesamt ist es kein Vergnügen, ein krankes Hepar-sulfuris-Kind zu Hause zu haben. Sie sind reizbar, leicht gekränkt, nörgelig, regen sich über jede Kleinigkeit auf und lassen sich mit nichts zufriedenstellen. Wenn sie etwas essen wollen, sollte dies nach Möglichkeit sauer oder stark gewürzt sein. Fettiges Essen lehnen sie ab. Meist haben sie viel Durst.

Was charakterisiert den Hepar-sulfuris-Typ?

Der typische Hepar-sulfuris-Mensch soll auf allen Ebenen verletzlich und überempfindlich sein. Auf körperlicher Ebene zeigt sich dies in einer hohen Anfälligkeit für Infektionen, die oft eitern und zu Abszessen neigen. Er reagiert auch sehr empfindlich auf äußere Einflüsse wie das Wetter und vor allem Kälte.

Auf der geistigen und emotionalen Ebene soll er übermäßig sensibel, dabei aber reizbar und jähzornig sein. Er wird schnell unfreundlich, bedroht und beschimpft seine Mitmenschen. Wenn er seinen Ärger unterdrücken muss oder seine Sicherheit bedroht sieht, kann er sehr zornig werden und regelrechte Wutausbrüche haben.

Wie wird Hepar sulfuris angewendet?

Das homöopathische Einzelmittel wendet man meist in Form von kleinen Streukügelchen (Globuli) an. Eine weitere Art es als Einzelmittel einzusetzen, sind homöopathische Tropfen oder Tabletten.

Es gibt homöopathische Kombinationsmittel, in denen mehrere unterschiedliche Mittel enthalten sind. Hepar sulfuris ist Bestandteil einiger dieser Mittel, die zur Behandlung von Erkältungen und als Hustenmittel eingesetzt werden. Diese können Sie in Form von Globuli, Tabletten oder Tropfen einnehmen.

Infektionen im Anfangsstadium sollten Sie mit etwas höheren Potenzen wie zum Beispiel Hepar sulfuris D30 oder Hepar sulfuris C30 behandelt. Möchte man, dass sich ein eiternder Abszess öffnet, benutzt man besser tiefe Potenzen wie Hepar sulfuris D6 oder Hepar sulfuris D12.

Hohe Potenzen, wie beispielsweise Hepar sulfuris C200, sollten nur nach Verordnung durch einen Homöopathen eingesetzt werden. Sie kommen bei fortgeschrittenen Entzündungen zum Einsatz. In solchen Fällen sollten Sie keine Selbstbehandlung durchführen und fachkundigen Rat einholen. Bei einer schweren Infektion, besonders mit Eiterbildung, sollten Sie immer auch schulmedizinischen Rat einholen.

Homöopathische Arzneimittel haben keine Nebenwirkungen, beim Auftreten von Erstverschlimmerungen muss aber die Einnahme von Hepar sulfuris unterbrochen werden. Bei Selbstmedikation sollen sich die Beschwerden rasch bessern.

Typische Hepar-sulfuris-Anwendungsgebiete

Husten / Bronchitis

- trockener, bellender Husten, auch Pseudokrupp (Krupphusten)
- schlimmer in der Kälte
- besonders nachts, vor Mitternacht
- Husten mit Würgen, bis zum Erbrechen
- besser durch feuchte Luft und Wärme

3 Globuli Hepar sulfuris D6 bis zu sechsmal täglich oder 3 Globuli Hepar sulfuris D12 zweimal täglich.

Bei Bronchitis 3 Globuli Hepar sulfuris C30, täglich wiederholen.

Nasennebenhöhlenentzündung

- stechende Schmerzen
- Ausstrahlung in die Stirn und den Kiefer
- gelb-grüne Absonderung aus der Nase, übelriechend, zuerst flüssig dann dickflüssig
- Niesanfälle und Verstopfung, sobald man in die Kälte kommt

3 Globuli Hepar sulfuris D6 bis zu sechsmal täglich oder 3 Globuli Hepar sulfuris D12 zweimal täglich.

Ohrenentzündung / Mittelohrentzündung

- nach kaltem, trockenem Wind oder Zugluft
- starke, stechende Schmerzen
- manchmal übelriechender, eitriger oder blutiger Ohrausfluss
- nachts am schlimmsten
- Besserung durch Wärme

3 Globuli Hepar sulfuris D6 bis zu sechsmal täglich oder 3 Globuli Hepar sulfuris D12 zweimal täglich.

Halsschmerzen / Mandelentzündung (Angina)

- gerötete Mandeln, oft vereitert
- stechende Schmerzen im Hals, als würde ein Splitter darin stecken
- beim Schlucken können die Schmerzen bis zu den Ohren ausstrahlen
- besser durch Wärme und warme Getränke

3 Globuli Hepar sulfuris D6 bis zu sechsmal täglich oder 3 Globuli Hepar sulfuris D12 zweimal täglich.

Bei eitriger Angina 3 Globuli Hepar sulfuris D30 oder Hepar sulfuris C30, täglich wiederholen.

Augenentzündung

- entzündete und gerötete Augen und Augenlider
- mit Eiterbildung
- sehr empfindlich gegen Wind und Kälte
- sehr berührungsempfindlich

3 Globuli Hepar sulfuris D6 bis zu sechsmal täglich oder 3 Globuli Hepar sulfuris D12 zweimal täglich.

Abszess / Furunkel

- entwickeln sich oft aus kleinen Verletzungen
- stechende Schmerzen
- ausgesprochen berührungsempfindlich
- oft gelbe Eiterkrone sichtbar

Ist schon Eiter vorhanden: 3 Globuli Hepar sulfuris D6 bis zu sechsmal täglich oder 3 Globuli Hepar sulfuris D12 zweimal täglich.

Bei starken Entzündungen, die aber noch keinen Eiter zeigen: Hepar sulfuris D30 oder Hepar sulfuris C30 täglich jeweils 2 Globuli.

Akne

- mit Eiterentwicklung
- stechende Schmerzen

3 Globuli Hepar sulfuris D6 bis zu sechsmal täglich oder 3 Globuli Hepar sulfuris D12 zweimal täglich.

Nagelbettentzündung

- geschwollene und gerötete Haut rund um den Nagel
- stechende Schmerzen
- Eiterbildung

Ist schon Eiter vorhanden: 3 Globuli Hepar sulfuris D6 bis zu sechsmal täglich oder 3 Globuli Hepar sulfuris D12 zweimal täglich.

Bei starken Entzündungen, die aber noch keinen Eiter zeigen: Hepar sulfuris D30 oder Hepar sulfuris C30 täglich jeweils 2 Globuli.

Übelriechender Schweiß

- klebriger Schweiß am ganzen Körper
- riecht sauer oder nach altem Käse

3 Globuli Hepar sulfuris C30, einmal wöchentlich wiederholen

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Autor:
Dr. med. Manuela Mai
Quellen:
  • Metzger, J.: Gesichtete homöopathische Arzneimittellehre, Band 1, MVS Medizinverlage Stuttgart; Auflage: 12, Oktober 2005
  • Morrison, R.: Handbuch der homöopathischen Leitsymptome und Bestätigungssymptome, KK Verlag für homöopathische Literatur, 2. Auflage, 1997
  • Tyler, M.L.: Homöopathische Arzneimittellehre, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; Auflage: 3, 2011
  • Boger, C.M.: Synoptic Key: Charakteristika und Hauptwirkungen homöopathischer Arzneimittel, Narayana Verlag, 2016
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