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Colocynthis

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Homoeopathie
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An das homöopathische Mittel Colocynthis sollte man immer denken, wenn jemand unter kolikartigen Schmerzen leidet. Das können Gallenkoliken oder Nierenkoliken sein, aber auch Schmerzen bei der Menstruation. Am häufigsten wird das Mittel aber bei heftigen Bauchschmerzen und starken Durchfällen verordnet. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Schmerzen entlang des Verlaufes des Ischiasnervs, die ebenfalls sehr stark und krampfartig sind. Lesen Sie hier alles, was Sie über Colocynthis wissen müssen.

Was ist Colocynthis?

Die Koloquinte (Bittergurke oder Purgiergurke) ist ein Kürbisgewächs, das ursprünglich aus Nordafrika stammt. Heutzutage wächst es aber an warmen, sandigen Plätzen auf der ganzen Welt. Die Rankpflanze windet sich um Gegenstände oder Pflanzen herum und hat einen stacheligen Stamm und raue Blätter.

Die Früchte der Koloquinte sehen grüngelb und kürbisartig aus. Sie sind giftig und lösen heftige Bauchschmerzen und blutige Durchfälle aus. Früher wurde die Koloquinte als Abführmittel eingesetzt. Um das homöopathische Mittel Colocynthis herzustellen, benutzt man die geschälte und entkernte Frucht der Bittergurke.

Colocynthis Colocynthis Colocynthis

Wann wird Colocynthis eingesetzt?

Das Mittel eignet sich zur Behandlung kolikartiger Krämpfe in allen Hohlorganen des Bauchraumes, besonders der Gallenblase, des Darmes, des Magens und der Harnleiter. Die Schmerzen sind so schlimm, dass sich die Kranken zusammenkrümmen.

Der zweite große Einsatzbereich für Colocynthis sind Schmerzen in den Nerven, insbesondere der Beine. Hier handelt es sich in den allermeisten Fällen um plötzliche, krampfartige Schmerzen entlang des Ischiasnervs. Die Schmerzen können so heftig ausfallen, dass der Betroffenen aufschreit.

Beide großen Anwendungsgebiete haben gemeinsam, dass sie auffallend häufig nach einer Kränkung, Ärger oder Zorn auftreten oder sich durch diese Emotionen verschlimmern.

Typische Krankheiten und Zustände, die gut auf Colocynthis ansprechen:

  • Bauchschmerzen
  • Magen-Darm-Infekt
  • Gallenblasenkolik
  • Nierenkolik
  • Schmerzen bei der Menstruation
  • Gesichtsneuralgie (Gesichtsschmerzen)
  • Ischiasschmerzen
  • Kopfschmerzen

Typische Symptome und Beschwerden, die auf Colocynthis als passendes homöopathisches Arzneimittel hinweisen, sind:

  • Schmerzen: heftig, schneidend, kneifend, schießend, krampfartig
  • plötzlicher Beginn der Beschwerden
  • wellenförmiger Verlauf der Schmerzen
  • wässriger, spritzender Durchfall, der Nahrungsbestandteile enthält
  • Durchfall nach der geringsten Aufnahme von Nahrung oder Flüssigkeit
  • Zusammenhang mit Ärger, Zorn oder einer Demütigung
  • Der Kranke ist ungeduldig und wird leicht wütend.
  • Die Beschwerden werden besser:
    - durch Wärme
    - durch festen Druck
    - durch Vorwärtsneigen
    - durch Stuhlgang order Blähungsabgang
  • Die Beschwerden werden schlimmer:
    - durch Kälte
    - durch Ärger und Zorn
    - nachts im Bett
    - nach Essen und Trinken (schon in kleinsten Mengen)
    - bei feuchtkaltem Wetter und kaltem Wind
    - gegen 16 Uhr

Diese Symptome können entweder die eigentlichen Krankheitszeichen sein oder die Krankheit begleiten. In jedem Fall weisen sie darauf hin, dass Colocynthis-Globuli für den Kranken hilfreich sein können.

Colocynthis für Baby und Kind

Kinder, denen Colocynthis helfen kann, sind extrem reizbar. Diese Reizbarkeit kann schon bestehen, bevor das Kind krank wird. Ein Versuch mit dem Mittel lohnt sich vor allem bei heftigen Bauchschmerzen, die oft in Folge einer Magen-Darm-Infektion auftreten. Die Schmerzen sind so schlimm, dass das Kind zusammengekrümmt im Bett liegt und die Faust oder einen harten Gegenstand in den Bauch presst. Oft werden die Schmerzen von Durchfall und Erbrechen begleitet und kommen in Wellen. Man kann verstehen, dass den Kindern die Schmerzen ins gerötete Gesicht geschrieben stehen.

Was charakterisiert den Colocynthis-Typ?

Der gesunde Konstitutionstyp von Colocynthis ist geradlinig und reserviert. Er hat klare Vorstellungen davon, was richtig und was falsch ist. Bei Widerspruch kann er sich sehr aufregen, besonders wenn er sich gekränkt oder gedemütigt fühlt. Leidet der Colocynthis-Typ aber länger unter den typischen, Krankheiten (Koliken, Ischiasschmerzen), wird aus ihm ein mürrischer, verdrießlicher und ungeduldiger Mensch, der sehr schnell beleidigt ist. Das Problem ist, dass genau diese Gemütsverfassung seine gesundheitlichen Probleme noch verschlimmern.

Bei der Konstitutionsmittel-Homöopathie ordnet man ein bestimmtes Mittel aufgrund psychischer und körperlicher Merkmale zu, dass dann bei allen Beschwerden eingenommen wird. Die reine Konstitutionsmittel-Therapie ist umstritten.

Wie wird Colocynthis angewendet?

Das homöopathische Einzelmittel wendet man klassisch in Form von kleinen Streukügelchen (Globuli) an. Eine weitere Art es als Einzelmittel einzusetzen, sind homöopathische Tropfen oder Tabletten.

Colocynthis ist ein homöopathisches Mittel, das in den meisten Fällen bei hochakuten und sehr schmerzhaften Krankheiten zur Anwendung kommt. Haben Sie an sich oder Ihrem Kind passende Colocynthis-Symptome festgestellt, beginnen Sie schnellstmöglich die Selbstbehandlung mit Colocynthis D6 oder Colocynthis D12. Parallel sollten Sie die schulmedizinische Behandlung nicht vergessen und einen Arzt aufsuchen. Bei Kleinkindern und Babys können schwere Durchfälle lebensbedrohlich werden.

Um schnell einen Erfolg zu sehen, wiederholen Sie die Gabe von drei Globuli mehrmals täglich. Colocynthis D6 können Sie im Akutfall halbstündlich einnehmen, aber insgesamt nicht öfter als zehn Mal in 24 Stunden. Sind die Beschwerden ausgeprägter, leidet der Kranke besonders oder bestehen die Beschwerden schon länger, greifen Sie am besten zu Colocynthis D12. Diese Potenz sollten Sie allerdings nicht öfter als sechs Mal am Tag wiederholen.

Bei einer chronischen Erkrankung mit akuten Schüben oder starken psychischen Veränderungen, setzt man höhere Potenzen ein, wie beispielsweise Colocynthis C30 oder Colocynthis C200. Diese sollten aber nur nach Verordnung durch einen Homöopathen eingenommen werden und bedürfen der Kontrolle durch den Therapeuten.

Homöopathische Arzneimittel haben keine Nebenwirkungen, beim Auftreten von Erstverschlimmerungen muss aber die Einnahme von Colocynthis unterbrochen werden. Bei Selbstmedikation sollen sich die Beschwerden rasch bessern.

Typische Colocynthis-Anwendungsgebiete

Bauchschmerzen / Magen-Darm-Infekte

- krampfartige, kneifende Schmerzen
- Schmerzen kommen in Wellen
- Schmerz geht meist von der Nabelgegend aus
- besser durch Zusammenkrümmen oder Liegen auf dem Bauch
- oft mit Durchfall, der die Schmerzen bessert
- heftiges Aufstoßen

3 Globuli Colocynthis D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Colocynthis D12 bis zu sechs Mal täglich.

Nierenkolik

- plötzliche Schmerzen - wellenförmig
- kolikartige und schneidende Schmerzen

3 Globuli Colocynthis D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Colocynthis D12 bis zu sechs Mal täglich.

Unbedingt zum Arzt gehen!

Menstruationsbeschwerden

- Schmerzen schlimmer durch Zorn
- Schmerzen im Unterleib (Eierstockgegend) besser durch Wärme und Druck

3 Globuli Colocynthis D6 bis zu sechs Mal täglich.

Kopfschmerzen / Migräne

- heftige, reißende oder drückende Schmerzen im Kopf
- schlimmer durch Bücken
- besser durch Einbinden des Kopfes und Wärme

3 Globuli Colocynthis D12 bis zu sechs Mal täglich.

Gesichtsneuralgie (Gesichtsschmerzen)

- brennende, spannende, wühlende Schmerzen
- im Gesicht und in den Zahnreihen

3 Globuli Colocynthis D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Colocynthis D12 bis zu sechs Mal täglich.

Ischias-Schmerzen

- reißende, schießende Schmerzen das Bein hinunter
- schlimmer durch Berührung
- Besserung durch Anziehen des Beines
- Besserung durch Wärme und Liegen auf der Betroffenen Seite
- Besserung durch Stuhlgang und Blähungsabgang

3 Globuli Colocynthis D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Colocynthis D12 bis zu sechs Mal täglich.

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Autor:
Dr. med. Manuela Mai
Quellen:
  • Metzger, J.: Gesichtete homöopathische Arzneimittellehre, Band 1, MVS Medizinverlage Stuttgart; Auflage: 12, Oktober 2005
  • Morrison, R.: Handbuch der homöopathischen Leitsymptome und Bestätigungssymptome, KK Verlag für homöopathische Literatur, 2. Auflage, 1997
  • Tyler, M.L.: Homöopathische Arzneimittellehre, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; Auflage: 3, 2011
  • Kovacs Dr. med., H. et al: Homöopathie - So heile ich mich selbst, BLV Buchverlag, 2008
  • Emlyn, T.: Homöopathie bei Sportverletzungen, 1. Auflage, Urban&Fischer, 2002
  • Deutscher Zentralverband homöopathischer Ärzte: www.homoeopathie-online.info/ (Abruf: 09.02.2017)
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